Bibel in einem Jahr · Tag 151 von 365

Jdt 2–4 · Apg 19

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch Judit 2

1Im dreizehnten Jahre des Königs Nabuchodonosor, am zweiundzwanzigsten Tage des ersten Monats, ward im Hause Nabuchodonosors, des Königs von Assyrien, der Beschluß gefasst, dass er sich rächen wolle. 2Und er berief alle Ältesten und alle Anführer und seine Krieger und hielt mit ihnen seinen geheimen Rat 3und sagte, dass seine Absicht dahin gehe, jedes Land seiner Herrschaft zu unterwerfen. 4Da nun dieser Ausspruch allen gefiel, rief der König Nabuchodonosor Holofernes, den Führer seines Heeres, 5und sprach zu ihm: Ziehe aus gegen alle Reiche des Abendlandes und vorzüglich wider die, welche meinen Befehl verachtet haben. 6Dein Auge schone seines Reiches und jede feste Stadt unterwirf mir. 7Da berief Holofernes die Führer und Obersten der Heeeresmacht der Assyrier und musterte die Mannschaften zum Feldzuge, wie ihm der König geboten hatte, hundertundzwanzigtausend Krieger zu Fuß und zwölftausend Bogenschützen zu Pferd. 8Seinem ganzen Heerzuge ließ er eine unzählbare Menge von Kamelen vorausgehen mit reichem Vorrat für das Heer, ebenso Herden von Rindern und Schafen, die nicht zu zählen waren. 9Auch ließ er aus ganz Syrien Getreide für seinen Durchzug bereit halten. 10Gold und Silber aber nahm er aus dem Hause des Königs in großer Menge mit. 11So zog er aus mit dem ganzen Heere, mit Wagen und Reitern und Bogenschützen, welche gleich Heuschrecken den Erdboden bedeckten. 12Nachdem er die Grenzen von Assyrien überschritten hatte, kam er an das große Gebirge Ange, das auf der linken Seite von Cilicien ist, und nahm alle ihre Schlösser ein und eroberte alle Festungen. 13Auch die berühmte Stadt Melothi erstürmte er und plünderte alle Söhne von Tharsis und die Söhne Ismaels, welche gegen die Wüste zu und südlich von dem Lande Cellon waren. 14Dann zog er über den Euphrat und kam nach Mesopotamien und zerstörte alle hohen Städte, welche daselbst waren, vom Flusse Mambre an bis man an das Meer kommt, 15und besetzte dessen Grenzen von Cilicien bis an die Grenze von Japheth, die gegen Süden liegt. 16Und er führte alle Söhne Madians gefangen hinweg und raubte alle ihre Reichtümer und tötete alle, die ihm Widerstand leisteten, mit der Schärfe des Schwertes. 17Hierauf zog er in den Tagen der Ernte hinab in die Fluren von Damaskus und brannte alle Saaten nieder und ließ alle Bäume und Weinberge umhauen. 18Und Furcht vor ihm befiel alle Bewohner der Erde.

Das Buch Judit 3

1Da sandten die Könige und Fürsten aller Städte und Länder, nämlich von Mesopotamien-Syrien, Sobal in Syrien, Libyen und Cilicien, gesandte, welche zu Holofernes kamen und sprachen: 2Möge dein Grimm gegen uns ablassen, denn es ist besser, dass wir am Leben bleiben und dem großen Könige Nabuchodonosor dienen und dir untertan seien, als dass wir sterben und mit unserm Untergange noch den Schaden unserer Dienstbarkeit leiden. 3Alle unsere Städte und alle Besitzungen, alle Berge und Hügel und Ebenen, die Rinderherden und die Herden von Schafen und Ziegen, Pferden und Kamelen und alle unsere Güter und unsere Familien sind vor deinem Angesichte; 4alles, was uns zugehört, soll deinen Anordnungen unterworfen sein. 5Wir und unsere Kinder sind deine Knechte. 6Komme zu uns in Frieden als Gebieter und mache Gebrauch von unserem Dienste, wie es dir gefällig ist! 7Da zog er mit der Reiterei von den Bergen in großer Heeresmacht herab und bemächtigte sich aller Städte und aller Einwohner des Landes. 8Aus allen Städten aber nahm er sich starke und auserlesene Hilfstruppen zum Kriege. 9Und ein so großer Schrecken fiel auf jene Länder, dass die Einwohner aller Städte, die Ersten und Angesehensten, zugleich mit dem gemeinen Volke, ihm, wenn er kam, entgegenzogen 10und ihn mit Kränzen und Fackeln empfingen und Reigentänze aufführten mit Pauken und Flöten. 11Aber obwohl sie dies taten, konnten sie doch die Wildheit seines Herzens nicht besänftigen, 12denn er zerstörte ihre Städte und hieb ihre Haine um. 13Der König Nabuchodonosor hatte ihm nämlich befohlen, alle Götter der Erde auszurotten, damit er allein von jenen Völkern Gott genannt würde, welche durch Holofernes Macht unterjocht werden könnten. 14Er durchzog aber Sobal in Syrien, ganz Apamea und ganz Mesopotamien und kam zu den Idumäern in das Land Gabaa, 15nahm ihre Städte ein, rastete daselbst dreißig Tage und ließ während dieser seine ganze Heeresmacht sich sammeln.

Das Buch Judit 4

1Als die Söhne Israels, welche im Lande Juda wohnten, dies vernahmen, fürchteten sie sich sehr vor ihm. 2Schrecken und Grauen überfiel ihr Herz, er möchte Jerusalem und dem Tempel des Herrn dasselbe tun, was er den übrigen Städten und deren Tempeln getan. 3Und sie sandten nach ganz Samaria ringsumher bis nach Jericho und besetzten alle Berghöhen im Voraus, 4umgaben ihre Ortschaften mit Mauern und sammelten Getreide, um zum Kampfe bereit zu sein. 5Auch schrieb der Priester Eliachim an alle, die gegen Esdrelon zu wohnten, das in der Nähe von Dothain vor der großen Ebene liegt, und an alle, durch deren Gebiete ein Zugang möglich war, 6sie sollten die Pässe in den Gebirgen besetzen, durch welche man nach Jerusalem gelangen konnte, und da Wache halten, wo zwischen den Bergen ein Engpass sei. 7Die Söhne Israels taten demgemäß, was der Priester des Herrn, Eliachim, ihnen geboten hatte. 8Und das ganze Volk, Männer und Frauen, schrie zu dem Herrn mit großer Inständigkeit und sie demütigten sich samt ihren Frauen mit Fasten und Beten. 9Auch legten die Priester härene Kleider an und ließen die Kinder sich niederwerfen vor dem Tempel des Herrn und bedeckten den Altar des Herrn mit einem Trauertuche. 10Und sie riefen einmütig zu dem Herrn, dem Gott Israels, es möchten ihre Kinder nicht als Beute hingegeben werden, noch ihre Frauen zur Verteilung, noch ihre Städte dem Untergange und ihr Heiligtum der Entweihung, noch sie zum Gespötte werden für die Heiden. 11Dann zog Eliachim, der Hohepriester des Herrn, in ganz Israel umher und redete zu ihnen 12und sprach: Wisset, dass der Herr eure Gebete erhören wird, wenn ihr beharrlich bleibt im Fasten und Beten vor dem Angesichte des Herrn. 13Seid Moses, des Dieners des Herrn, eingedenk, der Amalek nicht im Kampfe durch das Schwert, sondern durch heiliges Flehen im Gebete überwand, als dieser und seine Stärke und seine Macht, auf sein Heer und seine Schilde, auf seine Wagen und Reiter sein Vertrauen setzte. 14So wird es allen Feinden Israels ergehen, wenn ihr ausharrt in diesem Werke, das ihr begonnen habt. 15Auf diese seine Ermahnung also verharrten sie vor dem Angesichte des Herrn, zu dem Herrn stehend, 16so dass auch die, welche dem Herrn Brandopfer darbrachten, mit härenen Gewändern angetan und Asche auf ihren Häuptern die Opfer dem Herrn darbrachten. 17Und alle baten Gott von ganzem Herzen, er möge sein Volk Israel in Gnaden heimsuchen.

Neues Testament

Apostelgeschichte 19

1Es geschah aber, als Apollo in Korinth war, dass Paulus von den oberen Ländern, welche er durchzogen hatte, nach Ephesus kam. Daselbst fand er einige Jünger. 2und er sprach zu ihnen: Habt ihr, da ihr gläubig geworden seid, den Heiligen Geist empfangen? Sie aber sprachen zu ihm: Nein, sondern wir haben nicht einmal gehört, ob ein Heiliger Geist ist. 3Da sprach er: Worauf seid ihr denn also getauft worden? Sie sagten: Auf die Taufe des Johannes. 4Paulus aber sprach: Johannes taufte das Volk mit einer Bußtaufe, indem er sagte, sie sollten an den, welcher nach ihm käme, glauben, das ist, an Jesus. 5Da sie dies hörten, ließen sie sich auf den Namen des Herrn Jesus taufen. 6Und als Paulus ihnen die Hände auflegte, kam der Heilige Geist über sie, und sie redeten in Sprachen und weissagten. 7Es waren aber in allem etwa zwölf Männer. 8Und er ging in die Synagoge, und redete drei Monate hindurch mit Zuversicht, von dem Reiche Gottes lehrend und überzeugend. 9Da aber einige verstockt waren, und ungläubig blieben, und von dem Wege des Herrn vor der Menge schlecht redeten, trennte er sich von ihnen, und sonderte die Jünger ab, indem er täglich in der Schule eines gewissen Tyrannus Unterredungen hielt. 10Dies geschah zwei Jahre lang, so dass alle Bewohner Asiens, Juden und Heiden, das Wort des Herrn vernahmen. 11Auch wirkte Gott nicht geringe Wunder durch die Hand des Paulus, 12so dass man auch auf die Kranken von seinem Leibe weg Schweißtücher und Gürtel legte, und es wichen die Krankheiten von ihnen, und die bösen Geister fuhren aus. 13Es versuchten aber einige von den herumziehenden jüdischen Teufelsbeschwörern über diejenigen, welche von bösen Geistern besessen waren, den Namen des Herrn Jesus anzurufen, und sagten: Ich beschwöre euch bei Jesus, welchen Paulus verkündet! 14Es waren nämlich einige Juden, die sieben Söhne des jüdischen Oberpriesters Scevas, die dieses taten. 15Der böse Geist aber antwortete, und sprach zu ihnen: Jesus kenne ich, und von Paulus weiß ich; ihr aber, wer seid ihr? 16Und der Mensch, in welchem der böse Geist war, sprang auf sie zu, wurde Herr über zwei, und vergewaltigte sie, so dass sie nackt und verwundet aus jenem Hause flohen. 17Dies wurde nun allen Juden und Heiden kund, die zu Ephesus wohnten; und es kam über sie alle Furcht, und der Name des Herrn Jesus ward gepriesen. 18Und viele der Gläubigen kamen, und bekannten und sagten, was sie getan hatten. 19Viele aber von denen, welche Aberglauben getrieben hatten, brachten ihre Bücher zusammen, und verbrannten sie vor aller Augen. Und als man ihren Wert berechnete, fand man eine Summe von fünfzigtausend Denaren. 20So breitete sich das Wort Gottes mächtig aus, und ward gewaltig. 21Als nun dies vollbracht war, nahm sich Paulus im Geiste vor, durch Mazedonien und Achaja zu ziehen, und nach Jerusalem zu gehen. Und er sprach: Wenn ich dort gewesen bin, muss ich auch Rom sehen. 22Er sandte aber zwei seiner Gehilfen, Timotheus und Erastus nach Mazedonien; er selbst blieb noch einige Zeit in Asien. 23Um diese Zeit entstand ein nicht geringer Aufruhr, ob des Weges des Herrn. 24Ein gewisser Demetrius nämlich, ein Silberschmied, welcher silberne Tempelchen verfertigte, verschaffte den Künstlern einen nicht geringen Erwerb. 25Diese versammelte er samt den auf solche Weise beschäftigten Arbeitern, und sagte: Ihr Männer, ihr wisset, dass wir von dieser Arbeit unsern Erwerb haben. 26Ihr sehet und höret auch, dass nicht nur zu Ephesus, sondern fast in ganz Asien dieser Paulus viel Volk überredet und abwendig gemacht hat, indem er sagt: Das sind keine Götter, welche durch Hände entstehen. 27Aber nicht allein dieser Erwerb läuft uns Gefahr in Verruf zu kommen, sondern auch der Tempel der großen Diana wird für nichts geachtet werden; ja die Herrlichkeit derjenigen, die doch ganz Asien und der Erdkreis verehret, wird allmählich zu nichts werden. 28Da sie dies hörten, wurden sie von Zorn erfüllt und schrieen: Groß ist die Diana der Epheser! 29Und die ganze Stadt war voll Verwirrung, und alles stürzte einmütig in das Theater, wohin man den Gajus und Aristarchus fortschleppte, die Mazedonier, Gefährten des Paulus. 30Als aber Paulus unter das Volk treten wollte, ließen es die Jünger nicht zu. 31Auch einige asiatische Vornehme, die seine Freunde waren, sandten zu ihm, und baten ihn, sich nicht in das Theater zu wagen. 32Die einen schrieen nun dies, die andern das; denn die Versammlung war voll Verwirrung, und die meisten wussten nicht, warum sie zusammengekommen waren. 33Da zogen sie den Alexander, welchen die Juden vorwärts drängten, aus der Menge hervor. Alexander winkte mit der Hand Stillschweigen, und wollte sich vor dem Volk verantworten. 34Als sie aber erkannten, dass er ein Jude sei, erhob sich der einstimmige Ruf von allen, und sie schrieen fast zwei Stunden lang: Groß ist die Diana der Epheser! 35Endlich hatte der Stadtschreiber das Volk beruhigt, und sagte: Männer von Ephesus! Wo ist wohl ein Mensch, der nicht wüsste, dass die Stadt der Epheser eine Verehrerin der großen Diana, der Tochter des Jupiter ist? 36Da nun dies unwidersprechlich ist, so solltet ihr ruhig sein, und nichts übereiltes tun. 37Ihr habt nämlich diese Männer hierher geführt, die weder Tempelräuber noch Lästerer eurer Göttin sind. 38Hat nun Demetrius, und haben die Künstler, die ihm anhängen, eine Klage gegen jemand, so werden ja Gerichtssitzungen gehalten, und sind Statthalter da; mögen sie einander verklagen! 39Habt ihr aber ein anderes Gesuch, so kann es in einer gesetzmäßigen Volksversammlung entschieden werden. 40Denn wir laufen sogar Gefahr, wegen des heutigen Aufruhrs zur Verantwortung gezogen zu werden, da kein Schuldiger da ist, von dem wir erweisen könnten, dass er den Auflauf veranlasst habe. Und als er dies gesagt hatte, entließ er die Versammlung.