Bibel in einem Jahr · Tag 150 von 365

Tob 13–14; Jdt 1 · Apg 18

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch Tobit 13

1Der ältere Tobias aber tat seinen Mund auf, pries den Herrn und sprach: Groß bist du, o Herr! in Ewigkeit und in alle Ewigkeit währt deine Herrschaft. 2Denn du schlägst und heilst, du führst zur Unterwelt hinab und wieder herauf und niemand kann deiner Hand entfliehen. 3Preiset den Herrn, ihr Kinder Israels! Und lobet ihn vor dem Angesichte der Völker, 4denn darum hat er euch unter die Völker zerstreut, welche ihn nicht kennen, damit ihr seine Wundertaten verkündet und jenen zu wissen tuet, dass kein anderer der allmächtige Gott ist als er. 5Er hat uns um unserer Missetaten willen gezüchtigt und er wird uns um seiner Barmherzigkeit willen erlösen. 6Sehet also, was er an uns getan, und preiset ihn mit Furcht und Zittern und erhebet den König der Ewigkeit durch euer Tun. 7Ich aber will ihn preisen im Lande meiner Gefangenschaft, denn er hat seine Herrlichkeit an einem sündigen Volke erwiesen. 8Bekehret euch daher, ihr Sünder! und übet Gerechtigkeit vor Gott und glaubet, dass er euch seine Barmherzigkeit erweisen wird. 9Ich aber und meine Seele, wir wollen uns in ihm freuen. 10Preiset den Herrn, ihr alle seine Auserwählten! feiert Freudentage und danket ihm. 11Jerusalem, du Stadt Gottes! dich hat der Herr wegen der Werke deiner Hände gezüchtigt. 12Lobsinge dem Herrn wegen deiner Güter und preise den ewigen Gott, dass er seine Wohnung wieder in dir aufbaue und alle Gefangenen zu dir zurückrufe und du dich freuest in alle Ewigkeit. 13Du wirst in glänzendem Lichte erstrahlen und alle Grenzen der Erde werden dich verehren. 14Die Völker werden aus der Ferne zu dir kommen und, Geschenke darbringend, den Herrn in dir anbeten und dein Land heilig halten, 15denn sie werden den großen Namen in dir anrufen. 16Verflucht werden sein, die dich verachten, und verdammt alle, die dich lästern; gesegnet aber werden sein, die dich aufbauen! 17Du aber wirst dich deiner Kinder freuen, denn alle werden gesegnet und zu dem Herrn versammelt werden. 18Selig sind alle, die dich lieben und welche sich deines Friedens freuen! 19Meine Seele preise den Herrn, denn der Herr, unser Gott, hat Jerusalem, seine Stadt, von allen ihren Trübsalen befreit. 20Selig werde ich sein, wenn Reste meiner Nachkommen da sein werden, um die Herrlichkeit Jerusalems zu schauen. 21Die Tore Jerusalems werden aus Saphir und Smaragd gebaut werden und aus kostbarem Steine der ganze Umkreis seiner Mauern. 22Mit glänzenden und reinen Steinen werden alle seine Straßen gepflastert sein, und auf seinen Gassen wird man Alleluja singen. 23Gepriesen sei der Herr, der es erhöht hat, und seine Herrschaft über dasselbe währe von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

Das Buch Tobit 14

1Zu Ende sind die Worte des Tobias. Und nachdem Tobias wieder sehend geworden war, lebte er zweiundvierzig Jahre und sah die Kinder seiner Enkel. 2Nachdem er nun hundertzwei Jahre alt geworden, ward er in Ninive mit Ehren begraben. 3Sechsundfünfzig Jahre nämlich war er alt, als er das Augenlicht verlor, und sechzig Jahre, als er es wieder erhielt. 4Die übrige Zeit seines Lebens aber war er glücklich und mit gutem Fortgange in der Furcht Gottes fuhr er in Frieden dahin. 5In der Stunde seines Todes aber rief er seinen Sohn Tobias und dessen sieben junge Söhne, seine Enkel, zu sich und sprach zu ihnen: 6Der Untergang Ninives ist nahe! denn des Herrn Wort bleibt nicht unerfüllt, und unsere Brüder, welche von dem Lande Israel fern zerstreut sind, werden in dasselbe zurückkehren. 7Das ganze verlassene Land desselben wird wieder bevölkert werden und das Haus Gottes, das in ihm verbrannt ward, wird wiederum aufgebaut werden und alle, welche Gott fürchten, werden dahin zurückkehren. 8Und die Heiden werden ihre Götzen verlassen und nach Jerusalem kommen und daselbst wohnen 9und alle Könige der Erde werden sich über dasselbe freuen und den König Israels anbeten. 10Höret also, meine Kinder, euern Vater: Dienet dem Herrn in der Wahrheit und bestrebt euch zu tun, was ihm wohlgefällig ist, 11und leget euern Kindern ans Herz, dass sie alle Gerechtigkeit üben und Almosen geben, dass sie Gottes eingedenk seien und ihn zu aller Zeit aufrichtig und aus allen ihren Kräften preisen. 12Nun also, Kinder! höret mich und bleibet nicht hier; sondern an dem Tage, an welchem ihr eure Mutter neben mir in einem Grabe begraben habt, machet euch auf den Weg, um von hinnen hinwegzuziehen; 13denn ich sehe, dass die Bosheit der Stadt ihr Ende herbeiführen wird. 14Nach dem Tode seiner Mutter aber zog Tobias aus Ninive weg, mit seinem Weibe und seinen Kindern und Kindeskindern, und kehrte zu seinen Schwiegereltern zurück. 15Und er fand sie wohlbehalten in gutem Alter und trug Sorge für sie und schloss ihnen die Augen und erhielt die ganze Erbschaft des Hauses Raguel und er sah seine Kindeskinder bis in das fünfte Geschlecht. 16Und nachdem er neunundneunzig Jahre in der Furcht des Herrn vollendet hatte, begruben sie ihn mit Freuden. 17Seine ganze Verwandtschaft aber und sein ganzes Geschlecht verharrte in einem guten Leben und heiligen Wandel. So dass sie sowohl Gott als den Menschen und allen Bewohnern des Landes wohlgefällig waren.

Das Buch Judit 1

1Arpharad also, König der Meder, hatte viele Völker unter seine Herrschaft gebracht und baute eine sehr mächtige Stadt, welche er Ekbatanis nannte, 2aus Quadern und behauenen Steinen; die Mauern derselben machte er siebzig Ellen breit und dreißig Ellen hoch und führte Türme darauf auf, hundert Ellen hoch. 3Ins Gevierte aber dehnten sich die Seiten derselben über eine Fläche von zwanzig Fuß aus, und die Stadttore machte er so hoch wie die Türme 4und er rühmte sich als ein Machthaber der Macht seines Heeres und der Herrlichkeit seiner Wagen. 5Im zwölften Jahre seiner Herrschaft nun kämpfte Nabuchodonosor, der König von Assyrien, welcher in der großen Stadt Ninive herrschte, mit Arpharad und überwand ihn 6auf dem großen Gefilde, welches Ragau heißt, am Euphrat, Tigris und Jadason, in der Ebene Eriochs, des Könige der Eliker. 7Da ward die Herrschaft Nabuchodonosors noch mehr erhöht und sein Herz überhob sich und er sandte an alle, welche in Cilicien, in Damaskus und an dem Libanon wohnten, 8und an die Völker, welche auf dem Karmel und in Kedar sind, und zu den Bewohnern von Galiläa in der großen Ebene Esdrelon. 9und an alle, welche in Samaria waren und jenseits des Flusses Jordan bis nach Jerusalem, und an das ganze Land Jesse, bis man an die Grenzen von Äthiopien kommt. 10An diese alle sandte Nabuchodonosor, der König von Assyrien, Gesandte. 11Aber alle gaben einmütig abweisende Antwort und sandten sie leer fort und wiesen sie ohne Ehrenbezeigung ab. 12Da ergrimmte der König Nabuchodonosor über dieses ganze Land und schwor bei seinem Throne und seinem Reiche, er werde an allen diesen Ländern Rache nehmen.

Neues Testament

Apostelgeschichte 18

1Hierauf schied Paulus von Athen, und kam nach Korinth. 2Daselbst fand er einen Juden, Namens Aquila, gebürtig aus Pontus, welcher kürzlich mit seinem Weibe Priscilla aus Italien gekommen war, denn Claudius hatte befohlen, dass sich alle Juden aus Rom entfernen sollten; zu diesen gesellte er sich. 3Und weil er vom gleichen Handwerke war, blieb er bei ihnen und arbeitete (sie waren aber Zelttuchmacher, ihrem Handwerke nach). 4Und er redete in der Synagoge an jedem Sabbat, indem er dabei den Namen des Herrn Jesus vorbrachte, und überzeugte Juden und Griechen. 5Als aber Silas und Timotheus aus Mazedonien ankamen, predigte Paulus noch eifriger, und bezeugte den Juden, dass Jesus der Christus sei. 6Da sie aber widersprachen und lästerten, schüttelte er seine Kleider aus, und sprach zu ihnen: Euer Blut komme über euer Haupt! ich bin rein; von nun an werde ich zu den Heiden gehen. 7Und er ging von da hinweg, und kam in das Haus eines gottesfürchtigen Mannes, namens Titus Justus, dessen Haus an die Synagoge stieß. 8Krispus aber, der Synagogenvorsteher, glaubte an den Herrn mit seinem ganzen Hause; und viele von den Korinthern, welche davon hörten, glaubten und wurden getauft. 9Der Herr aber sprach des Nachts in einem Gesichte zu Paulus: Fürchte dich nicht, sondern rede, und schweige nicht! 10Ich bin mit dir, und niemand wird dich antasten um dir ein Leides zu tun; denn viel Volk in dieser Stadt gehört mir zu. 11Er blieb also ein Jahr und sechs Monate daselbst, und predigte bei ihnen das Wort Gottes. 12Als aber Gallio Statthalter von Achaja war, erhoben sich die Juden einmütig gegen Paulus, und führten ihn vor den Richterstuhl, 13und sprachen: dieser Mensch beredet die Leute zu einer gesetzeswidrigen Gottesverehrung. 14Da nun Paulus im Begriff war, den Mund zu öffnen, sagte Gallio zu den Juden: Wenn es sich um ein Unrecht oder rein grobes Vergehen handelte, ihr Juden! so würde ich euch mit Grund anhören. 15Wenn es sich aber um Streitfragen handelt über Lehre und Namen und euer Gesetz, so möget ihr selbst zusehen; Richter über solche Dinge will ich nicht sein. 16Und er wies sie von dem Richterstuhle weg. 17Da ergriffen alle den Sosthenes, den Synagogenvorsteher, und schlugen ihn vor dem Richterstuhle. Und alles dessen nahm Gallio sich nicht an. 18Nachdem nun Paulus viele Tage noch daselbst verweilt hatte, nahm er Abschied von den Brüdern, und ging nach Syrien unter Segel (und mit ihm Priscilla und Aquila); zu Kenchreä aber hatte er sich das Haupt scheeren lassen, denn er hatte ein Gelübde. 19Und er kam nach Ephesus, und ließ sie daselbst. Er selbst aber ging in die Synagoge, und unterredete sich mit den Juden. 20Als sie ihn aber baten, längere Zeit zu bleiben, willigte er nicht ein, 21sondern nahm Abschied, und sprach: ich werde wieder zu euch zurückkehren, so Gott will. Dann reiste er von Ephesus ab. 22Und nach Cäsarea hinabgekommen, ging er hinauf, und begrüßte die Kirche, und kam hinab nach Antiochia. 23Daselbst blieb er einige Zeit und setzte dann seine Reise fort, indem er von Ort zu Ort das Galatische Land und Phrygien durchzog, und alle Jünger bestärkte. 24Ein Jude aber namens Apollo, aus Alexandria gebürtig, ein beredter, in der Schrift sehr bewanderter Mann, kam nach Ephesus. 25Dieser war unterrichtet in dem Wege des Herrn, und redete glühenden Geistes, und lehrte eifrig von Jesus, obwohl er nur von der Taufe des Johannes Kenntnis hatte. 26Dieser nun fing an, in der Synagoge zuversichtlich zu reden. Als aber Aquila und Priscilla ihn gehört hatten, nahmen sie ihn zu sich, und legten ihm den Weg des Herrn genauer dar. 27Da er aber nach Achaja gehen wollte, ermahnten die Brüder in einem Schreiben die Jünger, ihn aufzunehmen. Als er dahin gekommen war, war er denen, die gläubig geworden waren, sehr förderlich. 28Denn mit Kraft widerlegte er die Juden öffentlich, und zeigte durch die Schriften, dass Jesus der Christus sei.