Bibel in einem Jahr · Tag 141 von 365

Esra 10; Neh 1–2

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch der Esra 10

1Als Esdras betete und flehte und weinte und vor dem Tempel Gottes lag, versammelte sich eine sehr große Schar von Männern und Frauen und Kindern aus Israel um ihn und das Volk weinte heftig. 2Und Sechenias, der Sohn Jehiels von den Söhnen Älams, begann und sprach zu Esdras: Wir haben wider unsern Gott gesündigt, dass wir fremde Frauen aus den Völkern des Landes genommen haben; nun wenn Israel deshalb Buße tut, 3so lasset uns einen Bund mit dem Herrn, unserm Gott, schließen, dass wir alle Frauen und die von ihnen geborenen Kinder nach dem Willen Gottes und derjenigen entfernen, die das Gebot des Herrn, unseres Gottes, fürchten; nach dem Gesetze werde getan. 4Erhebe dich, denn dir gehört es zu zu entscheiden, wir werden mit dir sein; sei stark und handle! 5Da erhob sich Esdras und ließ die Obersten der Priester und der Leviten und ganz Israel einen Eid schwören, dass sie nach diesen Worten tun wollten, und sie schwuren. 6Da erhob sich Esdras vor dem Hause Gottes und ging in das Gemach Johanans, des Sohnes Eliasibs, und trat dort ein; doch aß er kein Brot und trank kein Wasser, denn er war in Trauer über die Übertretung derer, welche aus der Gefangenschaft gekommen waren. 7Hierauf erging der Aufruf in Juda und in Jerusalem an alle Kinder der Gefangenschaft, dass sie sich nach Jerusalem versammeln sollten, 8und jeder, der nicht nach dem Beschlusse der Obersten und Ältesten in drei Tagen käme, dem sollte die ganze Habe genommen und er selbst aus der Gemeinde der Wegführung ausgestoßen werden. 9Da kamen alle Männer von Juda und Benjamin in drei Tagen nach Jerusalem, das ist im neunten Monat, am zwanzigsten Tage des Monats, und alles Volk saß auf dem Platze vor dem Hause Gottes, wegen ihrer Sünde und von den Regengüssen zitternd. 10Da erhob sich Esdras, der Priester, und sprach zu ihnen: Ihr habt euch vergangen, dass ihr fremde Frauen nahmet, so dass ihr die Schuld Israels noch vermehrtet. 11So leget nun vor dem Herrn, dem Gott eurer Väter, das Bekenntnis ab und tuet nach seinem Willen und sondert euch von den Völkern des Landes und von den fremden Frauen ab. 12Da antwortete die ganze Gemeinde und sprach mit lauter Stimme: So wie du zu und gesprochen, so geschehe es! 13Weil aber das Volk zahlreich und es Regenzeit ist und wir nicht alle außen zu stehen vermögen, es überdies nicht das Geschäft eines oder zweier Tage ist (denn wir haben uns in diesem Stücke schwer versündigt), 14so möge man die Vorgesetzten in der ganzen Gemeinde aufstellen, und alle diejenigen in unsern Städten, welche fremde Frauen genommen haben, mögen zu bestimmten Zeiten kommen, und mit ihnen die Ältesten jeder einzelnen Stadt und die Richter derselben, bis der Zorn unsers Gottes, der um dieser Sünde willen auf uns lastet, abgewendet ist. 15Da wurden Jonathan, der Sohn Azahels, und Jaasia, der Sohn Thekues, hierzu bestimmt, und Mesollam, und Sebethai, der Levite, halfen ihnen. 16Die Kinder der Wegführung aber taten also. Und Esdras, der Priester, und die Häupter der Geschlechter gingen nach den Stammhäusern ihrer Väter, alle nach ihren Namen hin, und setzten sich am ersten Tage des zehnten Monats nieder, um die Angelegenheit zu untersuchen. 17Und sie kamen mit allen Männern, die fremde Frauen genommen hatten, bis zum ersten Tage des ersten Monats zu Ende. 18Es fanden sich unter den Söhnen der Priester solche, die fremde Frauen genommen hatten. Von den Söhnen Josues, des Sohnes Josedeks, und seinen Brüdern: Maasia und Eliezer und Jarib und Godolia. 19Diese gaben ihre Hand darauf, ihre Frauen zu verstoßen und für ihre Verschuldung einen Widder von der Herde zu opfern. 20Von den Söhnen Emmers: Hanani und Zebedia. 21Von den Söhnen Harims: Maasia, Elia, Semeja, Jehiel und Ozias. 22Von den Söhnen Pheshurs: Elioenai, Maasia, Ismael, Nathanael, Jozabed und Elasa. 23Von den Söhnen der Leviten: Jozabed, Semei, Kelaja, der auch Kalita hieß, Phataja, Juda und Eliezer. 24Von den Sängern: Eliasib, und von den Türhütern: Sellum, Telem und Uri. 25Von Israel, von den Söhnen Pharos: Remeia, Jezia, Melchia, Miamin, Eliezer, Melchia und Banea. 26Von den Söhnen Älams: Mathania, Zacharias, Jehiel, Abdi, Jerimoth und Elia. 27Von den Söhnen Zethuas: Elioenai, Eliasib, Mathania, Jerimuth, Zabad und Aziza. 28Von den Söhnen Bebais: Johanan, Hanania, Zabbai, Athalai. 29Von den Söhnen Banis: Mosollam, Melluch, Adaja, Jasub, Saal und Ramoth. 30Von den Söhnen Phahath-Moabs: Edna, Chalal, Banajas, Maasias, Mathanias, Beseleel, Bennui und Manasse. 31Von den Söhnen Herems: Eliezer, Josue, Melchias, Semejas, Simeon, 32Benjamin, Maloch, Samarias. 33Von den Söhnen Hasoms: Mathanai, Mathatha, Zabad, Eliphelet, Jermai, Manasse, Semei. 34Von den Söhnen Banis: Maaddi, Amram, Uel, 35Baneas, Badajas, Cheliau, 36Vania, Marimuth, Eliasib, 37Mathanias, Mathanai, Jasi, 38Bani, Bennui, Semei, 39Salmias, Nathan, Adajas, 40Mechnedebai, Sisai, Sarai, 41Ezrel, Selemiau, Semeria, 42Sellum, Amaria, Joseph. 43Von den Söhnen Nebos: Jehiel, Mathatias, Zabad, Zabina, Jeddu, Joel und Banaja. 44Alle diese hatten fremde Frauen genommen, und unter diesen waren Frauen, welche Kinder geboren hatten.

Das Buch Nehemias 1

1Worte des Nehemias, des Sohnes Helchias. Es geschah im Monat Kasleu, in zwanzigsten Jahr, dass ich zu Susan auf der Burg war. 2Da kam Hanani, einer von meinen Brüdern, mit Männern aus Juda und ich befragte sie über die Juden, die zurückgeblieben und aus der Gefangenschaft und aus Jerusalem übriggeblieben waren. 3Sie sprachen zu mir: Die zurückgeblieben und aus der Gefangenschaft daselbst im Lande übriggeblieben sind, sind in großem Elende und in Schmach; und die Mauer Jerusalems ist zerstört und seine Tore sind vom Feuer verzehrt. 4Als ich solche Worte vernahm, setzte ich mich nieder und weinte und trauerte viele Tage hindurch und fastete und betete vor dem Angesichte des Gottes des Himmels. 5Und ich sprach: Ach, Herr! du starker Gott des Himmels, du großer und furchtbarer, der du Bund und Barmherzigkeit denen bewahrst, die dich lieben und deine Gebote halten, 6lass deine Ohren aufmerken und deine Augen offen sein, dass du auf das Gebet deines Dieners hörest, das ich dir jetzt Tag und Nacht für die Söhne Israels, deine Diener, darbringe; und ich bekenne die Sünden der Söhne Israels, mit denen sie gegen dich gefehlt haben; ich und das Haus meines Vaters, wir haben uns versündigt. 7Wir sind durch Eitelkeit verführt worden und haben deine Gebote und Satzungen und Rechte, welche du Moses, deinem Diener, gegeben, nicht beobachtet. 8Gedenke des Wortes, welches du deinem Diener Moses geboten hast, da du sprachst: Wenn ihr euch versündigt, so werde ich euch unter die Völker zerstreuen; 9aber wenn ihr euch wieder zu mir bekehret und meine Gebote haltet und sie beobachtet, so werde ich, auch wenn ihr bis an das Ende des Himmels weggeführt wäret, euch von dorther sammeln und an den Ort zurückführen, welchen ich erwählt habe, meinen Namen daselbst wohnen zu lassen. 10Sie sind ja deine Diener und dein Volk, die du durch deine große Kraft und deine mächtige Hand erlöst hast! 11Ich bitte dich, Herr! lass dein Ohr aufmerksam auf das Gebet deines Dieners und auf das Gebet deiner Diener, welche deinen Namen fürchten wollen, und leite deinen Diener heute und lass ihn Gnade finden vor diesem Manne. Ich war nämlich der Mundschenk des Königs.

Das Buch Nehemias 2

1Es begab sich aber im Monat Nisan, in zwanzigsten Jahre des König Artaxerxes, dass Wein vor ihm stand; und ich nahm den Wein und reichte ihn dem Könige, ich war aber beinahe ohnmächtig vor seinem Angesichte. 2Da sprach der König zu mir: Warum ist dein Angesicht traurig, während ich doch nicht sehe, dass du krank bist? Ohne Ursache ist dies nicht, sondern irgend ein Kummer ist in deinem Herzen. Da geriet ich in großen Schrecken 3und sprach zu dem Könige: O König, mögest du immerdar leben! Wie sollte mein Angesicht nicht trauern, da die Stadt, wo das Grab meines Vaters ist verwüstet liegt und ihre Tore vom Feuer verzehrt sind? 4Der König sprach zu mir: Was begehrst du? Da betete ich zu dem Gott des Himmels 5und sprach sodann zu dem Könige: Wenn es dem Könige gut scheint und dein Diener vor deinem Angesichte Wohlgefallen findet, so mögest du mich nach Judäa, in die Stadt, wo das Grab meines Vaters ist, senden, dass ich sie aufbaue. 6Da sprach der König und die Königin, die ihm zur Seite saß, zu mir: Bis wie lange wird deine Reise dauern und wann wirst du zurückkehren? Es war also dem Könige wohlgefällig, mich zu senden, und ich gab ihm eine Zeit an. 7Und ich sprach zu dem Könige: Wenn es dem Könige gut scheint, so möge er mir Briefe an die Statthalter des Landes jenseits des Stromes geben, dass sie mich hinübergeleiten, bis ich nach Judäa komme, 8und einen Brief an Asaph, den Aufseher des königlichen Waldes, dass er mir Holz gebe, um die Tore am Turme des Hauses und die Mauern der Stadt decken zu können, und für das Haus, in das ich ziehen werde. Und der König bewilligte es mir, da die Hand meines Gottes gnädig über mir waltete. 9So kam ich zu den Statthaltern des Landes jenseits des Stromes und gab ihnen die Schreiben des Königs. Der König hatte aber Befehlshaber des Heeres und Reiter mit mir geschickt. 10Als dies Sanaballat, der Horoniter, und Tobias, der Knecht, der Ammaniter, hörten, war es ihnen ein großer Verdruss, dass ein Mann kam, das Wohl der Söhne Israels zu suchen. 11Als ich nach Jerusalem gekommen war und daselbst drei Tage weilte, 12machte ich mich bei Nacht mit wenigen Männern auf, ohne jemand zu sagen, was Gott mir in das Herz gegeben hatte, in Jerusalem zu tun; auch war kein Tier bei mir als das Tier, auf dem ich saß. 13Und ich zog des Nachts durch das Taltor hinaus, bei der Drachenquelle vorbei bis zum Misttore und betrachtete die zerstörte Mauer Jerusalems und ihre vom Feuer verzehrten Tore. 14Hierauf zog ich weiter zum Quelltore und zur Wasserleitung des Königs; dort war für das Tier, auf dem ich saß, kein Raum, um durchzukommen. 15So zog ich denn nachts das Tal hinauf und betrachtete die Mauer und kehrte wieder um und kam zum Taltore und nach Hause zurück. 16Die Vorsteher aber wussten nicht, wohin ich gegangen war, oder was ich tun wollte, denn auch den Juden und Priestern und Vornehmen und Vorstehern und den übrigen, welche am Baue tätig waren, hatte ich bis dahin nichts mitgeteilt. 17Da sprach ich zu ihnen: Ihr kennt das Elend, in dem wir uns befinden; denn Jerusalem liegt sich verwüstet und seine Tore sind vom Feuer verzehrt; kommet und lasset uns die Mauern Jerusalems aufbauen, dass wir nicht länger ein Gegenstand der Verhöhnung seien! 18Alsdann zeigte ich ihnen an, wie gütig die Hand meines Gottes über mir gewaltet, und die Worte des Königs, die er zu mir gesprochen, und sagte: Wir wollen uns aufmachen und bauen! So wurden ihre Hände zum Guten gestärkt. 19Als aber Sanaballat, der Horoniter, und Tobias, der Knecht, der Ammaniter, und Gosem, der Araber, es hörten, spotteten sie unser und verachteten uns und sprachen: Was ist das, was ihr da tut? Wollt ihr euch gegen den König empören? 20Da gab ich ihnen zur Antwort und sprach zu ihnen: Der Gott des Himmels hilft uns und wir sind seine Diener; wir wollen uns aufmachen und bauen, ihr aber habt keinen Anteil noch Anrecht noch Andenken in Jerusalem.