Bibel in einem Jahr · Tag 135 von 365

2 Chr 28–30 · Apg 7

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das 2. Buch der Chronik 28

1Zwanzig Jahre war Achaz alt, als er König wurde, und sechzehn Jahre herrschte er in Jerusalem; er tat nicht, was recht war in den Augen des Herrn, wie sein Vater David, 2sondern wandelte auf den Wegen der Könige von Israel und ließ überdies Bildsäulen der Baale gießen. 3Er opferte Räucherwerk im Tale Benennom und weihte seine Kinder im Feuer nach dem Gebrauche der Völker, welche der Herr bei der Ankunft der Söhne Israels tötete, 4und er opferte und zündete Räucherwerk auf den Höhen und auf den Hügeln und unter jedem Baume an. 5Da gab ihn der Herr, sein Gott, in die Hand des Königs von Syrien; dieser schlug ihn und schleppte viele Leute aus seinem Reiche weg und brachte sie nach Damaskus. Auch der Hand des Königs von Israel ward er überliefert und erlitt eine große Niederlage. 6Phakee nämlich, der Sohn Romelias, tötete von Juda einhundertundzwanzigtausend an einem Tage, lauter Krieger, weil sie den Herrn, den Gott ihrer Väter, verlassen hatten. 7Zu derselben Zeit tötete Zechri, ein Held aus Ephraim, den Maasias, einen Sohn des Königs, und Ezrika, den Fürsten seines Hauses, und Elkana, den zweiten nach dem Könige. 8Und die Söhne Israels führten von ihren Brüdern zweimalhunderttausend Frauen, Knaben und Mädchen gefangen fort und machten ungeheure Beute und brachten diese nach Samaria. 9Zur selben Zeit war dort ein Prophet des Herrn, Namens Obed; dieser ging hinaus, dem Heere entgegen, das nach Samaria kam, und sprach zu ihnen: Sehet, der Herr, der Gott eurer Väter, ist über Juda erzürnt und hat sie in eure Hand gegeben und ihr habt sie mit solcher Wut gemordet, dass eure Grausamkeit bis zum Himmel reichte! 10Nun wollt ihr auch die Kinder Judas und Jerusalems euch als Knechte und Mägde unterwerfen, aber dies wird keineswegs geschehen; denn dadurch habt ihr gegen den Herrn, euren Gott, gesündigt. 11Höret vielmehr meinen Rat und führet die Gefangenen zurück, die ihr von euren Brüdern hergeführt habt; denn ein großes Zorngericht des Herrn bedroht euch. 12Da traten einige Männer von den Fürsten der Söhne Ephraims, Azarias, der Sohn Johanans, Barachias, der Sohn Mosollamoths, Ezechias, der Sohn Sellums, und Amasa, der Sohn Adalis, denen, die aus dem Kampfe kamen, entgegen 13und sprachen zu ihnen: Ihr dürft die Gefangenen nicht hierherbringen, dass wir nicht wider den Herrn sündigen. Warum wollt ihr unsere Sünden noch mehren und zu den alten Missetaten neue häufen? Denn es ist eine große Versündigung und ein grimmiges Zorngericht des Herrn bedroht Israel. 14Da gaben die Krieger die Beute und alles, was sie gefangen hatten, vor den Fürsten und der ganzen Gemeinde frei. 15Und die Männer, die wir oben genannt haben, traten herbei und nahmen die Gefangenen und bekleideten alle, die nackt waren, aus der Beute; und als sie dieselben mit Kleidern und Schuhen versehen hatten, erquickten sie sich auch mit Speise und Trank und salbten sie wegen ihrer Müdigkeit und pflegten sie; und die, welche nicht gehen konnten und schwach waren, setzten sie auf Tiere und führten sie nach Jericho, der Palmenstadt, zu ihren Brüdern und kehrten sodann nach Samaria zurück. 16Zu jener Zeit sandte der König Achaz zu dem König von Assyrien und begehrte Hilfe. 17Dazu kamen die Edomiter und schlugen viele aus Juda und machten große Beute. 18Auch ergossen sich die Philister über die Städte des flachen Landes und den Süden von Juda und nahmen Bethsames, Ajalon, Gaderoth, Socho, Thamna und Gamzo mit ihren Dörfern ein und ließen sich darin nieder. 19Denn der Herr demütigte Juda um Achaz, des Königs von Juda, willen, weil dieser es von Hilfe entblößt und den Herrn verachtet hatte. 20Und er führte wider ihn Thelgathphalnasar, den König von Assyrien, herbei, der ihn auch bedrängte und ausplünderte, ohne dass jemand Widerstand leistete. 21Da beraubte Achaz das Haus des Herrn und das Haus der Könige und der Fürsten und gab dem Könige von Assyrien Geschenke, aber es nützte ihm dennoch nichts. 22Überdies verachtete er zur Zeit seiner Bedrängnis den Herrn noch mehr, den er selbst, der König Achaz, 23brachte den Göttern von Damaskus, die ihn geschlagen hatten, Opfer und sprach: Die Götter der Könige Syriens leisten ihnen Hilfe, diese will ich durch Opfer versöhnen und sie werden mir beistehen; doch wurden sie im Gegenteil für ihn und für ganz Israel zum Verderben. 24Achaz nahm also alle Gerätschaften des Hauses Gottes und zerbrach sie, alsdann schloss er die Türen des Tempels Gottes und machte sich Altäre an allen Ecken von Jerusalem. 25Auch in allen Städten Judas baute er Altäre, um Weihrauch anzuzünden, und forderte den Herrn, den Gott seiner Väter, zum Zorne heraus. 26Seine übrige Geschichte aber und alle seine Taten, die früheren wie die späteren, sind im Buche der Könige von Juda und Israel beschrieben. 27Und Achaz entschlief zu seinen Vätern und man begrub ihn in der Stadt Jerusalem, denn sie nahmen ihn nicht in die Grabstätte der Könige von Israel auf. Sein Sohn Ezechias war König an seiner Statt.

Das 2. Buch der Chronik 29

1Ezechias ward König, als er fünfundzwanzig Jahre alt war, und neunundzwanzig Jahre herrschte er in Jerusalem; seine Mutter hieß Abia, eine Tochter des Zacharias. 2Er tat, was in den Augen des Herrn wohlgefällig war, ganz so, wie sein Vater David getan. 3Im ersten Jahre, im ersten Monat seiner Herrschaft, öffnete er die Türen am Hause des Herrn und stellte sie wieder her. 4Alsdann berief er die Priester und die Leviten und versammelte sie auf dem Platze gegen Aufgang 5und sprach zu ihnen: Höret mich, ihr Leviten! und heiliget euch, reiniget das Haus des Herrn, des Gottes eurer Väter, und schaffet alle Unreinigkeit aus dem Heiligtume hinweg. 6Unsere Väter haben gesündigt und getan, was in den Augen des Herrn, unsers Gottes, böse war, und haben ihn verlassen; sie haben ihr Angesicht von dem Zelte des Herrn weggewendet und ihm den Rücken gekehrt. 7Sie haben die Türen, die in der Vorhalle waren, verschlossen und die Lampen ausgelöscht und kein Räucherwerk angezündet und den Gott Israels keine Brandopfer im Heiligtume dargebracht. 8Darum entbrannte der Zorn des Herrn über Juda und Jerusalem und er gab sie der Zerstreuung und dem Untergange und dem Gespötte preis, wie ihr selbst mit eigenen Augen sehet. 9Sehet! unsere Väter sind durch das Schwert gefallen, unsere Söhne und unsere Töchter und Gattinnen sind um dieses Frevels willen gefangen hinweggeführt worden. 10Deswegen ist es nun mein Wille, dass wir einen Bund mit dem Herrn, dem Gott Israel, schließen; alsdann wird er seinen grimmigen Zorn von uns abwenden. 11Meine Söhne! seid nicht säumig, euch hat der Herr auserwählt, dass ihr vor ihm stehen und ihm dienen und ihn verehren und ihm Räucherwerk anzünden sollt. 12Da machten sich die Leviten auf: Mahath, der Sohn Amasias, und Joel, der Sohn Azarias, von den Söhnen Kaaths; sodann von den Söhnen Meraris Kis, der Sohn Abdis, und Azarias, der Sohn Jalaleels, von den Söhnen Gersoms aber Joah, der Sohn Zemmas, und Eden, der Sohn Joahs; 13Von den Söhnen Elisaphans Samri und Jahiel; von den Söhnen Asaphs Zacharias und Mathanias; 14sowie von den Söhnen Hemans Jahiel und Semei; und von den Söhnen Idithuns Semejas und Oziel. 15Diese versammelten ihre Brüder, heiligten sich und traten nach dem Gebote des Königs, dem Befehle des Herrn gemäß, ein, um das Haus Gottes durch Sühne zu reinigen. 16Und die Priester traten in den Tempel des Herrn, ihn zu heiligen, und schafften alle Unreinigkeit, die sie darin fanden, hinaus in den Vorhof des Hauses Gottes und die Leviten nahmen dieselbe und trugen sie hinaus an den Bach Cedron. 17Sie begannen die Reinigung am ersten Tage des ersten Monats, am achten Tage desselben Monats traten sie in die Halle des Tempels und entsühnten den Tempel durch acht Tage und am sechzehnten Tage desselben Monats vollendeten sie, was sie begonnen hatten. 18Alsdann gingen sie zu dem Könige Ezechias und sprachen zu ihm: Wir haben das ganze Haus des Herrn geheiligt; dazu den Brandopferaltar und seine Gerätschaften, sowie auch den Tisch der Schaubrote mit allen seinen Geräten. 19und alle Gerätschaften des Tempels, welche der König Achaz während seiner Herrschaft verunreinigt hatte, nachdem er abgefallen war; und siehe, alles ist vor dem Altare des Herrn aufgestellt. 20Da machte sich der König Ezechias des Morgens auf und versammelte alle Vornehmen der Stadt und ging in das Haus hinauf 21und sie brachten zusammen sieben Stiere, sieben Widder, sieben Lämmer und sieben Böcke als Sündopfer für das Reich, für das Heiligtum und für Juda dar, und er befahl den Priestern, den Söhnen Aarons, das Opfer auf dem Altare des Herrn darzubringen. 22Da schlachteten sie die Stiere und die Priester nahmen das Blut und gossen es auf den Altar; sodann schlachteten sie die Widder und gossen deren Blut auf den Altar und opferten die Lämmer und gossen das Blut derselben auf den Altar. 23Hierauf brachten sie die Böcke für das Sündopfer vor den König und die ganze Gemeinde, und diese legten ihre Hände auf dieselbe; 24sodann schlachteten die Priester sie und sprengten ihr Blut an den Altar zur Versöhnung für ganz Israel, den für ganz Israel hatte der König das Brandopfer und das Sündopfer darzubringen befohlen. 25Und er stellte die Leviten im Hause des Herrn auf mit Cymbeln und Harfen und Zithern nach der Anordnung des Königs David und des Sehers Gad und des Propheten Nathan, denn so hatte der Herr durch seine Propheten befohlen. 26Und die Leviten standen da und hielten die Saitenspiele Davids, die Priester aber die Trompeten. 27Da befahl Ezechias die Brandopfer auf dem Altare darzubringen; und da die Brandopfer dargebracht wurden, fingen sie an, dem Herrn Lob zu singen und die Trompeten zu blasen und allerlei Saitenspiele, welche David, der König von Israel, eingeführt hatte, ertönen zu lassen. 28Indem aber die ganze Gemeinde anbetete, übten die Sänger und die, welche die Trompeten hatten, ihren Dienst, bis die Darbringung des Brandopfers vollbracht war. 29Als das Opfer vollendet war, beugte sich der König und alle, die bei ihm waren, und beteten an. 30Sodann befahl Ezechias und die Fürsten den Leviten, dem Herrn einen Lobgesang darzubringen mit den Worten Davids und Asaphs, des Sehers; und sie priesen ihn mit großer Freude und beteten ihn an, die Kniee beugend. 31Ezechias aber sprach nun also: Ihr habt eure Hände für den Herrn gefüllt, so tretet nun herzu und bringet Schlachtopfer und Lobopfer im Hause des Herrn dar. Da brachte die ganze Gemeinde Schlachtopfer und Lobopfer und Brandopfer mit willigem Herzen. 32Die Zahl der Brandopfer, welche die Gemeinde darbrachte, war diese: Siebzig Stiere, hundert Widder, zweihundert Lämmer. 33Und sie heiligten dem Herrn sechshundert Rinder und dreitausend Schafe. 34Doch waren der Priester nur wenige, so dass sie nicht hinreichen konnten, den Brandopfern die Häute abzuziehen; darum halfen ihnen ihre Brüder, die Leviten, bis die Arbeit vollendet war und die Priester sich geheiligt hatten; denn die Leviten werden auf einfachere Weise geheiligt als die Priester. 35So waren denn die Brandopfer mit den Fettstücken der Friedopfer und den Trankopfern der Brandopfer sehr zahlreich und der Gottesdienst im Hause des Herrn wurde hergestellt. 36Da freute sich Ezechias und das ganze Volk, dass es Herrn Dienst hergestellt war; denn schnell hatten sie sich entschlossen, dies alles zu veranstalten.

Das 2. Buch der Chronik 30

1Hierauf sandte Ezechias an ganz Israel und Juda und schrieb Briefe an Ephraim und Manasse, sie sollten zum Hause des Herrn nach Jerusalem kommen, um dem Herrn, dem Gott Israels, das Phase zu feiern. 2Nachdem nämlich der König mit den Fürsten und der ganzen Gemeinde Jerusalems Rat gehalten, beschlossen sie, das Phase im zweiten Monat zu halten. 3Denn sie hatten es nicht zu seiner Zeit feiern können, weil die Priester, die hätten hinreichen können, nicht geheiligt waren und das Volk sich noch nicht in Jerusalem versammelt hatte. 4Dieser Vorschlag gefiel dem Könige und der ganzen Gemeinde. 5Sie beschlossen also, Boten durch ganz Israel zu senden, von Bersabee bis Dan, dass sie kommen und dem Herrn, dem Gott Israels, zu Jerusalem Phase halten sollten; denn viele hatten es nicht gehalten, wie es im Gesetze vorgeschrieben ist. 6Da durcheilten die Läufer mit Briefen auf des Königs und seiner Fürsten Befehl ganz Israel und Juda und riefen aus, wie der König geboten hatte: Söhne Israels! kehret zu dem Herrn, dem Gott Abrahams, Isaaks und Israels zurück, so wird er sich auch wieder zu den Übriggebliebenen wenden, die der Hand des Königs von Assyrien entronnen sind. 7Werdet nicht wie eure Väter und Brüder, welche von dem Herrn, dem Gott ihrer Väter, abfielen und die er dem Untergange preisgab, wie ihr selbst seht. 8Seid nicht halsstarrig, wie eure Väter: bietet dem Herrn die Hand und kommet zu seinem Heiligtume, das er auf immerdar geheiligt hat; dienet dem Herrn, dem Gott eurer Väter, so wird sein grimmiger Zorn sich von euch wenden. 9Denn wenn ihr zu dem Herrn zurückkehrt, so werden eure Brüder und Söhne bei ihren Herren, die sie gefangen weggeführt haben, Erbarmen finden und werden in dieses Land zurückkehren; denn der Herr, euer Gott, ist gnädig und barmherzig und wird sein Angesicht nicht von euch abwenden, wenn ihr zu ihm zurückkehrt. 10Da gingen die Läufer eilig von Stadt zu Stadt durch das Land Ephraim und Manasse bis nach Zabulon hin, doch jene lachten über sie und spotteten ihrer. 11Einige Männer indes aus Aser und Manasse und Zabulon folgten der Aufforderung und kamen nach Jerusalem. 12Aber in Juda wirkte die Hand des Herrn, dass er ihnen Einmütigkeit verlieh, so dass sie nach dem Gebote des Königs und der Fürsten das Wort des Herrn erfüllten. 13Und es versammelte sich in Jerusalem viel Volk, um das Fest der ungesäuerten Brote im zweiten Monate zu feiern. 14Diese machten sich auf, rissen die Altäre in Jerusalem nieder und zerstörten alle Altäre, auf denen man den Götzen Räucherwerk anzündete, und warfen sie in den Bach Kedron. 15Sodann schlachteten sie das Phase am vierzehnten Tage des zweiten Monats, und die Priester und Leviten heiligten sich endlich und brachten Brandopfer im Hause des Herrn dar. 16Und sie standen nach ihrer Ordnung der Vorschrift und dem Gesetze Moses, des Mannes Gottes, gemäß; die Priester aber empfingen das Blut aus der Hand der Leviten, um es auszugießen, 17denn zahlreich war das Volk, das sich noch nicht geheiligt hatte; darum schlachteten die Leviten das Phase für die, welche nicht geheiligt zu dem Herrn gekommen waren. 18Auch ein großer Teil des Volkes aus Ephraim und Manasse und Issachar und Zabulon hatte sich nicht geheiligt und aß das Phase nicht so, wie es vorgeschrieben ist; aber Ezechias betete für sie, indem er sprach: Der Herr, der gütig ist, wird Vergebung gewähren 19allen, die von ganzem Herzen den Herrn, den Gott ihrer Väter, suchen, und wird ihnen nicht zurechnen, dass sie sich nicht genug geheiligt haben. 20Und der Herr erhörte ihn und ward mit dem Volke versöhnt. 21So hielten die Söhne Israels, die sich in Jerusalem einfanden, das Fest der ungesäuerten Brote sieben Tage lang mit großer Freude und priesen den Herrn Tag für Tag; auch die Leviten und Priester auf den Saitenspielen, welche zu ihrem Amte gehörten. 22Und Ezechias redete zum Herzen aller Leviten, welche gute Gesinnung für den Herrn hatten; diese aßen die sieben Tage des Festes hindurch und schlachteten die Friedopfer und priesen den Herrn, den Gott ihrer Väter. 23Und es gefiel der ganzen Versammlung, noch weitere sieben Tage zu feiern, und sie taten es mit großer Freude. 24Denn Ezechias, der König von Juda, hatte dem Volke tausend Stiere und siebentausend Schafe geschenkt, die Fürsten aber hatten dem Volke tausend Stiere und zehntausend Schafe gegeben; es heiligten sich also eine große Anzahl von Priestern. 25Und Freude erfüllte die ganze Gemeinde von Juda, sowohl die Priester und die Leviten, als die ganze Schar derer, die aus Israel gekommen waren; desgleichen die Fremdlinge, die aus dem Lande Israel kamen oder in Juda wohnten. 26Es war ein großes Fest in Jerusalem, wie ein solches seit den Tagen Salomons, des Sohnes Davids, des Königs von Israel, in dieser Stadt nicht gewesen war. 27Und die Priester und Leviten erhoben sich und segneten das Volk, und ihre Stimme ward erhört und das Gebet drang zu der heiligen Wohnung gen Himmel.

Neues Testament

Apostelgeschichte 7

1Der Hohepriester aber sprach: Ist dem also? 2Da sprach er: Ihr Brüder und Väter, höret! Der Gott der Herrlichkeit erschien unserm Vater Abraham, als er in Mesopotamien war, ehe er in Charan wohnte, 3und sprach zu ihm: Gehe hinweg aus deinem Lande und von deiner Verwandtschaft, und komme in ein Land, das ich dir zeigen werde! 4Da zog er fort aus dem Lande der Chaldäer, und wohnte in Charan. Und von da versetzte Gott ihn nach seines Vaters Tode in dieses Land, in welchem ihr jetzt wohnet. 5Und er gab ihm keinen Erbbesitz in demselben, auch nicht einen Fuß breit; sondern verhieß es ihm zum Besitze zu geben und seinen Nachkommen nach ihm, obwohl er noch keinen Sohn hatte. 6Gott aber sprach zu ihm: Seine Nachkommen werden heimatlos sein in fremdem Lande, und man wird sie dienstbar machen und übel behandeln vierhundert Jahre. 7Aber das Volk, dem sie dienstbar sein werden, werde ich richten, sprach der Herr; und darnach werden sie ausziehen, und werden mir an diesem Orte dienen. 8Und er gab ihm den Bund der Beschneidung; und so zeugte er den Isaak, und beschnitt ihn am achten Tage; und Isaak den Jakob, und Jakob die zwölf Stammväter. 9Und die Stammväter beneideten den Joseph, und verkauften ihn nach Ägypten; aber Gott war mit ihm, 10und errettete ihn aus allen seinen Drangsalen, und gab ihm Gnade und Weisheit vor Pharao, dem Könige von Ägypten, und setzte ihn zum Vorsteher über Ägypten und über sein ganzes Haus. 11Es kam aber eine Hungersnot über ganz Ägypten und Chanaan, und große Drangsal; und unsere Väter fanden keine Nahrung. 12Als aber Jakob hörte, dass in Ägypten Getreide sei, sandte er unsere Väter zum ersten Male hin. 13Und beim zweiten Male ward Joseph von seinen Brüdern erkannt, und seine Herkunft dem Pharao kund. 14Joseph aber sandte hin, und ließ seinen Vater Jakob kommen samt dessen ganzer Verwandtschaft, fünfundsiebzig Seelen. 15Und Jakob zog hinab nach Ägypten, und starb, er und unsere Väter. 16Und sie wurden nach Sichem gebracht, und in der Grabstätte beigesetzt, welche Abraham um Geld von den Söhnen Hemors, des Sohnes Sichems, gekauft hatte. 17Als aber die Zeit der Verheißung nahte, die Gott dem Abraham zugesagt hatte, wuchs das Volk und mehrte sich in Ägypten, 18bis ein anderer König in Ägypten aufstand, welcher den Joseph nicht kannte. 19Dieser verfuhr arglistig gegen unser Geschlecht, und drückte unsere Väter, dass sie ihre Kinder aussetzen mussten, damit diese nicht am Leben blieben. 20Zu eben dieser Zeit ward Moses geboren; und Gott hatte Wohlgefallen an ihm. Und er ward drei Monate in seines Vaters Hause genährt. 21Als er aber ausgesetzt wurde, nahm ihn die Tochter Pharao´s auf, und erzog ihn als ihren Sohn. 22Und Moses ward in aller Weisheit der Ägypter unterrichtet, und war mächtig in seinen Worten und Taten. 23Als er aber vierzig Jahre alt war, kam es ihm in den Sinn, seine Brüder, die Kinder Israels, zu besuchen. 24Und da er einen Unrecht leiden sah, verteidigte er ihn, und rächte den, der Unrecht litt, indem er den Ägypter erschlug. 25Er glaubte aber, seine Brüder würden verstehen, dass Gott ihnen Rettung durch seine Hand verschaffen wolle, allein sie verstanden es nicht. 26Am folgenden Tage zeigte er sich ihnen, als sie eben stritten; und er suchte zwischen ihnen Frieden zu stiften, und sprach: Männer! ihr seid Brüder, warum tut ihr einander Unrecht? 27Derjenige aber, welcher seinem Nächsten Unrecht tat, stieß ihn zurück, und sagte: Wer hat dich zum Vorsteher und Richter über uns gesetzt? 28Willst du mich etwa töten, wie du gestern den Ägypter getötet hast? 29Da floh Moses auf dieses Wort, und ward ein Fremdling im Lande Madian, wo er zwei Söhne zeugte. 30Und als vierzig Jahre erfüllt waren, erschien ihm in der Wüste des Berges Sina ein Engel in der Feuerflamme eines Dornbusches. 31Da Moses dies sah, staunte er über die Erscheinung; und als er hinzutrat, um sie zu betrachten, erging an ihm eine Stimme des Herrn: 32Ich bin der Gott deiner Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Da zitterte Moses, und wagte nicht hinzuschauen. 33Der Herr aber sprach zu ihm: Löse die Schuhe von deinen Füßen; denn die Stätte, auf der du stehest, ist heiliger Boden. 34Ich habe sehr wohl die Bedrückung meines Volkes, das in Ägypten ist, gesehen, und habe ihr Seufzen gehört, und ich bin herabgekommen, sie zu befreien. Und nun komme, ich will dich nach Ägypten senden. 35Diesen Moses, den sie verleugneten, da sie sprachen: Wer hat dich zum Vorsteher und Richter gesetzt? diesen sandte Gott als Oberhaupt und Erretter durch die Hand des Engels, der ihm im Dornbusche erschienen war. 36Dieser führte sie heraus, unter Wundern und Zeichen, die er tat, im Lande Ägypten, und im roten Meere, und in der Wüste vierzig Jahre hindurch. 37Dies ist jener Moses, der zu den Kindern Israels sprach: Einen Propheten wird euch Gott aus euren Brüdern erwecken, wie mich; diesen sollet ihr hören! 38Dieser ist es, der bei der Gemeinde in der Wüste mit dem Engel, der zu ihm auf dem Berge Sina redete, und mit unsern Vätern war; der Worte des Lebens empfing, um sie uns zu geben; 39dem unsere Väter nicht gehorsam sein wollten, sondern sie verwarfen ihn, und wandten ihre Herzen nach Ägypten hin, 40indem sie zu Aaron sprachen: Mache uns Götter, die vor uns hergehen sollen; denn dieser Moses, der uns aus dem Lande Ägypten geführt hat, wir wissen nicht, was mit ihm geschehen ist. 41Und sie machten ein Kalb in jenen Tagen, und brachten dem Götzenbilde ein Opfer dar, und erfreuten sich an den Gebilden ihrer Hände. 42Gott aber wandte sich, und gab sie preis, dem Heere des Himmels zu dienen, wie geschrieben steht im Buche der Propheten: Habt ihr mir etwa Schlachtopfer und Gaben dargebracht die vierzig Jahre hindurch in der Wüste, Haus Israel? 43Ihr habt ja das Zelt des Moloch aufgenommen, und das Gestirn eures Gottes Rempham, die Bilder, welche ihr gemacht, sie anzubeten. Und ich werde euch wegführen bis über Babylon hinaus. 44Das Zelt des Zeugnisses war mit unsern Vätern in der Wüste, wie Gott es ihnen verordnet hatte, da er zu Moses sprach, er solle es nach dem Vorbilde machen, welches er gesehen hatte. 45Dieses brachten auch unsere Väter, die es überkommen hatten, mit Jesus in das Besitztum der Heiden, die Gott austrieb vor dem Angesichte unserer Väter, bis zu den Tagen Davids. 46Dieser fand Gnade vor Gott, und bat, dass er eine Wohnung finden möchte für den Gott Jakobs. 47Salomon aber baute ihm ein Haus. 48Allein der Höchste wohnt nicht in Gebäuden, von Menschen Händen gemacht, wie der Prophet sagt: 49„Der Himmel ist mein Thron, die Erde aber der Schemel meiner Füße. Welches Haus werdet ihr mir bauen? spricht der Herr; oder welches ist die Stätte meiner Ruhe? 50Hat nicht meine Hand dieses alles gemacht?“ 51Ihr Halsstarrigen und Unbeschnittenen an Herz und Ohren, ihr widerstehet allezeit dem Heiligen Geiste; wie eure Väter, so auch ihr! 52Welchen der Propheten haben eure Väter nicht verfolgt? Sie haben sie getötet, die da weissagten von der Ankunft des Gerechten, dessen Verräter und Mörder ihr nun geworden seid, 53die ihr das Gesetz durch die Dienstleistung der Engel empfangen, aber nicht bewahrt habt. 54Als sie dies hörten, ergrimmten sie in ihren Herzen, und knirschten mit den Zähnen wider ihn. 55Er aber voll des Heiligen Geistes, blickte gen Himmel, und sah die Herrlichkeit Gottes, und Jesus zur Rechten Gottes stehen, 56und sprach: Sehet, ich sehe die Himmel offen, und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehend. 57Sie aber mit lauter Stimme aufschreiend, hielten ihre Ohren zu, und stürzten einmütig auf ihn los. 58Und nachdem sie ihn zur Stadt hinausgeschleppt, steinigten sie ihn, und die Zeugen legten ihre Kleider zu den Füßen eines jungen Mannes nieder, der Saulus hieß. 59Und sie steinigten den Stephanus, welcher betete, und sprach: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf! 60Und auf die Kniee fallend, rief er mit lauter Stimme, und sprach: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an! Und als er dies gesagt hatte, entschlief er im Herrn. Saulus aber willigte mit ein in seinen Tod.