Bibel in einem Jahr · Tag 112 von 365

2 Kön 15–17 · Joh 12

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das 2. Buch der Könige 15

1Im siebenundzwanzigsten Jahre Jeroboams, des Königs von Israel, ward Azarias, der Sohn des Amasias, des Königs von Juda, König. 2Sechzehn Jahre war er alt, als er zu herrschen begann, und herrschte zweiundfünfzig Jahre in Jerusalem; der Name seiner Mutter war Jechelia aus Jerusalem. 3Er tat, was vor dem Herrn wohlgefällig war, ganz so, wie sein Vater getan. 4Indes die Höhen zerstörte er nicht, noch opferte das Volk und zündete Räucherwerk auf den Höhen an. 5Der Herr aber schlug den König, dass er aussätzig ward bis zum Tage seines Todes, und er wohnte in einem freistehenden Hause abgesondert, Joathan aber, der Sohn des Königs, leitete den Palast und richtete das Volk des Landes. 6Was aber sonst noch von Azarias zu sagen ist, alles, was er getan, ist das nicht geschrieben in den Jahrbüchern der Könige von Juda? 7Und Azarias entschlief zu seinen Vätern und sie begruben ihn bei seinen Vorfahren in der Davidsstadt und Joathan, sein Sohn, ward König an seiner Statt. 8Im achtunddreißigsten Jahre des Azarias, des Königs von Juda, ward Zacharias, der Sohn des Jeroboams, König über Israel in Samaria sechs Monate; 9er tat, was vor dem Herrn böse ist, wie seine Väter getan hatten, er ließ nicht von den Sünden Jeroboams, des Sohnes Nabats, welcher Israel zur Sünde verführt hatte. 10Sellum aber, der Sohn des Jabes, machte eine Verschwörung gegen ihn, schlug ihn öffentlich und tötete ihn und ward König an seiner Statt. 11Was aber sonst noch von Zacharias zu sagen ist, alles, steht dies nicht geschrieben in den Jahrbüchern der Könige von Israel? 12Dies ist der Ausspruch des Herrn, welchen er an Jehu ergehen ließ, da er sprach: Deine Söhne sollen bis ins vierte Geschlecht auf dem Throne Israels sitzen! Und also ist es geschehen. 13Sellum, der Sohn des Jabes, ward König im neununddreißigsten Jahre Azarias, des Königs von Juda, und herrschte einen Monat lang in Samaria. 14Da zog Manahem, der Sohn Gadis, von Thersa herauf, kam nach Samaria, schlug Sellum, den Sohn Jabes, zu Samaria und tötete ihn und ward König an seiner Statt. 15Was aber sonst noch von Sellum zu sagen ist und seiner Verschwörung, durch die er Nachstellungen bereitete, alles, steht das nicht geschrieben in den Jahrbüchern der Könige von Israel? 16Dann schlug Manahem Thapsa und alle, die darin waren, und sein Gebiet von Thersa aus; den sie hatten ihm die Tore nicht öffnen wollen, und er tötete alle ihre Schwangeren und schnitt sie auf. 17Im neununddreißigsten Jahre Azarias, des Königs von Juda, ward Manahem, der Sohn Gadis, König über Israel in Samaria, zehn Jahre. 18Er tat, was vor dem Herrn böse war; er ließ nicht von den Sünden Jeroboams, des Sohnes Nabats, ab, welcher Israel sein Lebelang zur Sünde verführt hatte. 19Es kam Phul, der König von Assyrien, in das Land und Manahem gab dem Phul tausend Talente Silbers, dass er ihm hilfreich wäre und seine Herrschaft befestigte. 20Und Manahem legte Israel, allen Mächtigen und reichen, Zahlungen auf, um das Geld dem Könige von Assyrien zu geben, fünfzig Sekel Silbers einem jeden; da kehrte der König der Assyrier zurück und blieb nicht in dem Lande. 21Was aber sonst noch von Manahem zu sagen ist und alles, was er getan, steht das nicht geschrieben in den Jahrbüchern der Könige von Israel? 22Und Manahem entschlief zu seinen Vätern; sein Sohn Phakeja ward König an seiner Statt. 23Im fünfzigsten Jahre Azarias, des Königs von Juda, ward Phakeja, der Sohn Manahems, König über Israel in Samaria, zwei Jahre; 24er tat, was vor dem Herrn böse war, er ließ nicht ab von den Sünden Jeroboams, des Sohnes Nabats, welcher Israel zur Sünde verführt hatte. 25Phakee aber, der Sohn Romelias, sein Feldherr, machte eine Verschwörung gegen ihn und schlug ihn zu Samaria im Turme des königlichen Hauses bei Argob und bei Arie, und mit ihm waren fünfzig Mann von den Söhnen der Galaaditer, und er tötete ihn und ward König an seiner Statt. 26Was aber sonst noch von Phakeja zu sagen ist und alles, was er getan hat, steht das nicht geschrieben in den Jahrbüchern der Könige von Israel? 27Im zweiundfünfzigsten Jahre Azarias, des Königs von Juda, ward Phakee, der Sohn Romelias, König über Israel zu Samaria, zwanzig Jahre. 28Er tat, was vor dem Herrn böse war, er ließ nicht ab von den Sünden Jeroboams, des Sohnes Nabats, welcher Israel zur Sünde verführt hatte. 29In den Tagen Phakees, des Königs von Israel, kam Theglathphalasar, der König von Assyrien, und nahm Ajon und Abel-Beth, Maacha, Janoe, Kedes, Asor, Galaad, Galiläa und das ganze Land Nephthali ein und führte seine Bewohner nach Assyrien weg. 30Osee aber, der Sohn Elas, machte eine Verschwörung gegen Phakee, den Sohn Romelias, und stellte ihm nach; und er schlug ihn und tötete ihn und ward König an seiner Statt, im zwanzigsten Jahre Joathams, des Sohnes Ozias. 31Was aber sonst noch von Phakee zu sagen ist und alles, was er getan hat, steht das nicht geschrieben in den Jahrbüchern der Könige von Israel? 32Im zweiten Jahre Phakees, des Sohnes Romelias, des Königs von Israel, ward Joatham König, der Sohn Ozias, des Königs von Juda. 33Fünfundzwanzig Jahre war er alt, als er zu herrschen begann, und herrschte sechzehn Jahre in Jerusalem; der Name seiner Mutter war Jerusa, eine Tochter Sadoks. 34Er tat, was vor dem Herrn wohlgefällig war; in allem handelte er, wie Ozias, sein Vater, getan. 35Doch schaffte er die Höhen nicht ab, denn das Volk opferte noch und zündete Räucherwerk auf den Höhen an; er baute das obere Tor am Hause des Herrn. 36was aber sonst noch von Joatham zu sagen ist und alles, was er getan hat, ist das nicht in den Jahrbüchern der Könige von Juda beschrieben? 37In jenen Tagen begann der Herr Rasin, den König von Syrien und Phakee, den Sohn Romelias, gegen Juda zu senden. 38Und Joatham entschlief zu seinen Vätern und ward bei ihnen in der Stadt Davids seines Vaters begraben, sein Sohn Achaz ward König an seiner Statt.

Das 2. Buch der Könige 16

1Im siebzehnten Jahre Phakees, des Sohnes Romelias, wurde Achaz König, Sohn Joathams, des Königs von Juda. 2Zwanzig Jahre war Achaz alt, als er zu herrschen begann, und sechzehn Jahre herrschte er in Jerusalem; er tat nicht, was in den Augen des Herrn, seines Gottes, wohlgefällig war, wie sein Vater David, 3sondern wandelte auf dem Wege der Könige von Israel; ja, er weihte seinen Sohn, indem er ihn durch das Feuer gehen ließ, nach den götzendienerischen Brauche der Völker, welche der Herr vor den Söhnen Israels zerstreut hatte. 4Auch brachte er Schlachtopfer dar und zündete Räucherwerk auf den Höhen an und auf den Hügeln und unter jedem belaubten Baume. 5Da zog Rasin, der König von Syrien, und Phakee, der Sohn Romelias, der König von Israel, gegen Jerusalem zum Kampfe herauf; sie schlossen Achaz ein, konnten ihn aber nicht überwinden. 6Zu jener Zeit brachte Rasin, der König von Syrien, Aila wieder an Syrien und vertrieb die Juden aus Aila; da kamen die Edomiter nach Aila und nahmen daselbst Wohnung bis auf diesen Tag. 7Achaz aber sandte Boten an Theglathphalasar, den König von Assyrien, und ließ ihm sagen: Ich bin dein Diener und dein Sohn; komm herauf, und rette mich aus der Hand des Königs von Syrien und aus der Hand des Königs von Israel, welche sich gegen mich erhoben haben. 8Auch sammelte er das Silber und das Gold, welches im Hause des Herrn und in den Schätzen des Königs zu finden war, und sandte es als Geschenk an den König von Assyrien. 9Dieser erfüllte seinen Wunsch: der König von Assyrien zog nämlich gegen Damaskus, verwüstete es und führte seine Einwohner nach Cyrene, Rasin aber tötete er. 10Und der König Achaz zog weg, Theglathphalasar, dem Könige der Assyrier entgegen nach Damaskus. Als er nun den Altar zu Damaskus sah, sandte der König Achaz an den Priester Urias den Abriss und eine Nachbildung von demselben, dem ganzen Bau entsprechend. 11Und der Priester Urias errichtete einen Altar, ganz so wie der König Achaz von Damaskus der befohlen hatte, so tat Urias, der Priester, bis der König Achaz von Damaskus kam. 12Als nun der König von Damaskus kam, besichtigte er den Altar und verehrte ihn, und er stieg hinauf und opferte Brandopfer und das Speiseopfer dazu 13und goss Trankopfer aus und sprengte das Blut der Friedopfer, welche er dargebracht hatte, auf den Altar. 14Den ehernen Altar aber, der vor dem Herrn stand, entfernte er von dem vorderen Teile des Tempels und von der Stelle des Altares und von dem Orte am Tempel des Herrn und setzte ihn auf die Seite des Altares gegen Norden. 15Auch gebot der König Achaz dem Priester Urias und sprach: Auf dem größeren Altar opfere das Morgen-Brandopfer und das Abendopfer und das Brandopfer des Königs und dessen Speiseopfer und das Brandopfer alles Volkes des Landes und ihre Speiseopfer und ihre Trankopfer, und sprenge auf denselben alles Blut alles Blut der Brandopfer und alles Blut der Schlachtopfer, der eherne Altar aber soll zu meiner Verfügung bereit sein. 16Der Priester Urias also tat allem gemäß, was der König Achaz befohlen hatte. 17Und der König Achaz nahm die Fußgestelle mit erhabener Arbeit und das Becken, das darauf stand, hinweg und nahm das Meer von den ehernen Rindern, die es trugen, und setzte es auf den mit Steinen gepflasterten Boden. 18Auch verlegte er das Musach des Sabbats, das er im Tempel gebaut hatte, und den äußeren Eingang des Königs in den Tempel des Herrn, des Königs von Assyrien wegen. 19Was aber sonst noch von Achaz zu sagen ist, was er getan hat, steht das nicht geschrieben in den Jahrbüchern der Könige von Juda? 20Und Achaz entschlief zu seinen Vätern und ward bei ihnen in der Davidsstadt begraben, sein Sohn Ezechias ward König an seiner Statt.

Das 2. Buch der Könige 17

1Im zwölften Jahre Achaz, des Königs von Juda, ward Osee, der Sohn Elas, in Samaria über Israel König, neun Jahre. 2Er tat, was vor dem Herrn böse ist; doch nicht wie die Könige von Israel, die vor ihm waren. 3Gegen ihn zog Salmanasar, der König von Assyrien, herauf und Osee ward ihm dienstbar und entrichtete ihm Tribut. 4Als aber der König von Assyrien inne ward, dass Osee, in der Absicht, sich gegen ihn zu empören, Boten zu Sua, dem Könige von Ägypten, gesandt hatte, um nicht, wie alljährlich, dem Könige von Assyrien Tribut zu zahlen, belagerte er ihn und warf ihn gebunden in den Kerker. 5Er zog nämlich durch das ganze Land und kam gegen Samaria heran und belagerte es drei Jahre. 6Im neunten Jahre Osees aber nahm der König von Assyrien Samaria ein und führte Israel nach Assyrien hinweg und siedelte sie in Hala und in Habor am Strome Gozan, den Städten der Meder, an. 7Denn es geschah, als die Söhne Israels wider den Herrn, ihren Gott, sündigten, der sie aus dem Lande Ägypten heraus geführt hatte, aus der Gewalt Pharaos, des Königs von Ägypten, verehrten sie fremde Götter. 8Und sie wandelten nach dem Brauche der Völker, welche der Herr vor den Augen der Söhne Israels vernichtet hatte, und der Könige von Israel, weil sie Gleiches getan. 9Und die Söhne Israels erzürnten den Herrn, ihren Gott, mit Dingen, die nicht recht waren, und bauten sich Höhen in allen ihren Städten, von den Wächtertürmen an bis an die festen Städte. 10Und sie machten sich Bildsäulen und Haine auf jedem erhabenen Hügel und unter jedem laubigen Baume 11und zündeten daselbst Räucherwerk auf den Altären an nach dem Brauche der Völker, welche der Herr vor ihrem Angesicht weggenommen hatte, und taten die schlimmsten Dinge und reizten so den Herrn 12und dienten den unflätigen Götzen, was der Herr ihnen zu tun verboten. 13Und der Herr gab Israel und Juda Zeugnis durch alle Propheten und Seher, indem er sprach: Kehret um von euern bösen Wegen und beobachtet meine Gebote und Gebräuche nach dem ganzen Gesetze, welches ich euern Vätern anbefohlen, und so wie ich es euch durch meine Diener, die Propheten, entboten habe. 14Sie hörten aber nicht darauf, sondern verhärteten ihren Nacken, wie ihre Väter, welche dem Herrn, ihrem Gott, nicht gehorchen wollten. 15Und sie verwarfen seine Satzungen und den Bund, den er mit ihren Vätern geschlossen, und die Warnungen, mit denen er gemahnt, und hingen nichtigen Götzen an und handelten eitel und richteten sich nach den Völkern, welche rings um sie waren, betreffs derer ihnen der Herr geboten hatte nicht zu tun, wie diese taten. 16Und sie ließen alle Gebote des Herrn, ihres Gottes, außer acht und machten sich zwei gegossene Rinder und Haine und beteten das ganze Heer des Himmels an, und sie dienten dem Baal 17und weihten ihre Söhne und Töchter durchs Feuer und trieben Wahrsagerei und Zeichendeuterei und gaben sich hin, zu tun, was böse ist vor dem Herrn, so dass sie ihn zum Zorne reizten. 18Da zürnte der Herr heftig über Israel und verwarf sie von seinem Angesicht und es blieb nichts übrig als der Stamm Juda allein. 19Aber auch Juda hielt die Gebote des Herrn, seines Gottes, nicht, sondern wandelte in den Irrtümern Israels, die es begangen hatte. 20Und der Herr verwarf alle Nachkommen Israels und schlug sie und gab sie in die Hand von Plünderern, bis er sie von seinem Angesichte verstieß; 21schon von der Zeit an, als Israel sich von dem Hause Davids losriss und sie Jeroboam, den Sohn Nabats, zum Könige über sich setzten; denn Jeroboam trennte Israel von dem Herrn und verführte sie zu schweren Sünden. 22Und die Kinder Israels wandelten in allen Sünden Jeroboams, die er getan hatte, und ließen nicht von denselben ab, 23bis der Herr Israel von seinem Angesichte verwarf, wie er durch alle seine Diener, die Propheten, geredet hatte; und Israel wurde aus seinem Lande nach Assyrien weggeführt bis auf diesen Tag. 24Der König von Assyrien aber ließ Leute aus Babylon, aus Kutha, aus Avah, aus Emath und aus Sepharvaim herbeikommen und setzte sie in die Städte Samarias, an Stelle der Söhne Israels; diese nahmen Besitz von Samaria und ließen sich in dessen Städte nieder. 25Als sie nun daselbst zu wohnen begannen, fürchteten sie den Herrn nicht; da sandte der Herr Löwen unter sie, welche sie töteten. 26Dies ward dem Könige von Assyrien berichtet und gesagt: Die Völker, welche du weggeführt und denen du die Städte Samarias als Wohnsitze zugewiesen hast, kennen die Gesetze des Gottes des Landes nicht; darum hat der Herr Löwen unter sie gesandt und siehe, diese töten sie, weil sie die Verehrung des Gottes des Landes nicht kennen. 27Da gebot der König von Assyrien und sprach: Führet einen von den Priestern, die ihr von dort gefangen hergeführt habt, dorthin, er gehe hin und wohne bei ihnen und lehre sie, was dem Gotte des Landes gebührt. 28So kam denn einer von den Priestern, welche aus Samaria gefangen weggeführt waren, und ließ sich in Bethel nieder und lehrte sie, wie sie den Herrn verehren sollten. 29Indes fertigte sich ein jedes Volk seinen eigenen Gott und diese stellten sie in den Höhentempeln auf, welche die Samariter gemacht hatten, ein jedes Volk in seinen Städten, in denen es sich niedergelassen hatte. 30Denn die Babylonier machten sich Sochothbenoch, die Männer von Kutha machten sich den Nergel, die Männer von Emath sich den Asima, 31die Heviter machten sich den Nebahaz und Tharthak. Die aber, welche aus Sepharvaim waren, verbrannten ihre Söhne im Feuer dem Adramelech und Anamelech, den Göttern von Sepharvaim, 32und gleichwohl verehrten sie auch den Herrn. Sie machten sich aber aus den Geringsten im Volke Höhenpriester und setzten sie über die Tempelhöhen. 33Und obwohl sie den Herrn verehrten, dienten sie auch ihren Göttern nach der Gewohnheit der Völker, aus deren Mitte sie nach Samaria versetzt waren. 34Bis auf diesen Tag tun sie nach ihrem alten Brauche, sie fürchten den Herrn nicht und beobachten seine Gebräuche nicht, noch die Rechte und das Gesetz und die Gebote, welche der Herr den Söhnen Jakobs vorgeschrieben hat, welchen er Israel benannte 35und mit denen er einen Bund geschlossen und denen er geboten und gesagt hatte: Fürchtet keine fremden Götter und betet sie nicht an noch verehret sie und opfert ihnen nicht, 36sondern den Herrn, euern Gott, der euch aus dem Lande Ägypten mit großer Kraft und mit ausgestrecktem Arme herausgeführt hat, diesen fürchtet und diesen betet an und ihm opfert! 37Haltet auch die Satzungen und Rechte und das Gesetz und das Gebot, welches er euch vorgeschrieben, dass ihr sie allezeit tuet, und fürchtet keine fremden Götter, 38und vergesset des Bundes nicht, den er mit euch geschlossen hat, und dienet nicht fremden Göttern, 39vielmehr fürchtet den Herrn, euern Gott, so wird er euch aus der Hand aller eurer Feinde erretten. 40Sie hörte aber nicht darauf, sondern taten nach ihren früheren Gewohnheiten. 41So fürchteten diese Völker zwar den Herrn, aber gleichwohl dienten sie auch ihren Götzen; denn auch ihre Söhne und Enkel tun so, wie ihre Väter getan haben, bis auf den heutigen Tag.

Neues Testament

Johannesevangelium 12

1Sechs Tage vor dem Osterfeste kam Jesus nach Bethanien, wo Lazarus war, der gestorben gewesen und den Jesus auferweckt hatte. 2Daselbst bereiteten sie ihm ein Abendmahl, und Martha diente; Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tische saßen. 3Da nahm Maria ein Pfund kostbaren Salböls von echter Narde, und salbte die Füße Jesu, und trocknete seine Füße mit ihren Haaren. Und das Haus ward voll von dem Dufte der Salbe. 4Da sagte einer von seinen Jüngern, Judas Iskariot, der ihn darnach verraten sollte: 5Warum hat man diese Salbe nicht um dreihundert Denare verkauft, und den Armen gegeben? 6Das sagte er aber nicht, weil er sich um die Armen kümmerte, sondern weil er ein Dieb war, und den Beutel hatte, und das trug, was hineingelegt wurde. 7Da sprach Jesus: Lasset sie, damit sie es für den Tag meines Begräbnisses bewahre. 8Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit. 9Da nun eine große Menge Juden erfuhr, dass er da sei, kamen sie nicht um Jesu willen allein, sondern auch um Lazarus zu sehen, den er von den Toten auferweckt hatte. 10Die Hohenpriester aber gingen mit dem Gedanken um, auch den Lazarus zu töten, 11weil viele Juden um seinetwillen hingingen, und an Jesus glaubten. 12Als aber am folgenden Tage eine große Volksmenge, welche zu dem Feste gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem komme, 13nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen, und riefen: Hosianna! Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König Israels! 14Und Jesus fand einen jungen Esel, und setzte sich auf denselben, wie geschrieben steht: 15Fürchte dich nicht, du Tochter Sion! Siehe, dein König kommt, sitzend auf dem Füllen einer Eselin. 16Dies verstanden seine Jünger vorerst nicht; als aber Jesus verherrlicht worden war, da erinnerten sie sich daran, dass dies von ihm geschrieben war, und sie dies an ihm bestätigt hatten. 17Das Volk aber, welches bei ihm war, als er den Lazarus aus dem Grabe rief, und von den Toten auferweckte, legte Zeugnis ab. 18Darum ging ihm auch das Volk entgegen, weil sie gehört hatten, dass er dieses Wunder getan habe. 19Da sprachen die Pharisäer zueinander: Sehet ihr, dass wir nichts ausrichten? Siehe, alle Welt läuft ihm nach. 20Es waren aber unter denen, welche hinaufgekommen waren, um am Feste anzubeten, einige Heiden. 21Diese traten zu Philippus, der von Bethsaida in Galiläa war, baten ihn, und sprachen: Herr! wir möchten gern Jesus sehen. 22Philippus kam, und sagte es dem Andreas, Andreas hinwiederum und Philippus sagten es Jesus. 23Jesus aber antwortete ihnen, und sprach: Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlichet werde. 24Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt, und stirbt, 25so bleibt es allein; wenn es aber stirbt, so bringt es viele Frucht! Wer sein Leben liebt, wird es verlieren; und wer sein Leben in dieser Welt hasset, bewahrt es zum ewigen Leben. 26Wenn jemand mir dient, folge er mir nach; und wo ich bin, da wird auch mein Diener sein. Wenn jemand mir dienet, wird ihn mein Vater ehren. 27Jetzt ist meine Seele in Bangigkeit, und was soll ich sagen? Vater, rette mich aus dieser Stunde! Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen. 28Vater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe verherrlichet, und wieder werde ich verherrlichen! 29Das Volk nun, welches dastand, und die Stimme gehört hatte, sagte, es habe gedonnert. Andere sprachen: Ein Engel hat zu ihm geredet! 30Jesus antwortete und sprach: Nicht um meinetwillen ist diese Stimme gekommen, sondern um euretwillen. 31Jetzt ergeht das Gericht über die Welt, jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgestoßen werden. 32Und ich, wenn ich von der Erde erhöhet bin, werde alles an mich ziehen. 33(Dies sagte er aber, um anzudeuten, welchen Todes er sterben werde.) 34Da antwortete ihm das Volk: Wir haben aus dem Gesetze gehört, dass Christus bleibt in Ewigkeit; wie sagst du denn: Der Menschensohn muss erhöht werden? Wer ist dieser Menschensohn? 35Jesus aber antwortete ihnen: Noch eine kurze Zeit ist das Licht unter euch. Wandelt, so lange ihr das Licht habet, damit euch nicht die Finsternis überfalle; und wer in der Finsternis wandelt, weiß nicht, wohin er geht. 36So lange ihr das Licht habet, glaubet an das Licht, damit ihr Kinder des Lichtes seiet. Als Jesus dies gesagt hatte, ging er hinweg, und verbarg sich vor ihnen. 37Obwohl er aber so große Wunder vor ihnen getan hatte, glaubten sie nicht an ihn, 38damit das Wort des Propheten Isaias erfüllt würde, das er gesprochen: Herr! wer glaubte unsere Verkündigung? Und der Arm des Herrn, wem ist er kund geworden? 39Darum konnten sie nicht glauben; denn Isaias hat abermal gesagt: 40Er hat ihre Augen verblendet, und ihr Herz verstockt, dass sie mit den Augen nicht sehen, und mit dem Herzen nicht verstehen, und sie sich bekehren, und ich sie heile. 41Dies sagte Isaias, da er seine Herrlichkeit sah, und von ihm redete. 42Doch glaubten auch viele von den Vorstehern an ihn; aber der Pharisäer wegen bekannten sie es nicht, damit sie nicht aus der Gemeinschaft gestoßen würden. 43Denn sie liebten die Ehre bei den Menschen mehr als die Ehre bei Gott. 44Jesus aber rief laut und sprach: Wer an mich glaubt, der glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat. 45Und wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat. 46Ich bin als das Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe. 47Und wenn jemand meine Worte hört, und nicht bewahrt, ich richte ihn nicht; denn ich bin nicht gekommen, die Welt zu richten, sondern die Welt selig zu machen. 48Wer mich verachtet und meine Worte nicht annimmt, der hat einen, welcher ihn richtet. Das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am jüngsten Tage. 49Denn ich habe nicht von mir selbst geredet, sondern der mich gesandt hat, der Vater, er hat mir das Gebot gegeben, was ich sagen, und was ich reden soll. 50Und ich weiß, dass sein Gebot das ewige Leben ist. Was ich also rede, rede ich so, wie es mir der Vater gesagt hat.