Bibel in einem Jahr · Tag 111 von 365

2 Kön 12–14 · Joh 11

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das 2. Buch der Könige 12

1Im siebenten Jahre Jehus ward Joas König und vierzig Jahre herrschte er in Jerusalem. Der Name seiner Mutter war Sebia aus Bersabee. 2Joas tat, was vor dem Herrn recht war, alle Tage, so lange ihn Jojada, der Priester, lehrte. 3Die Höhe indes schaffte er nicht ab, denn das Volk opferte noch und zündete noch Räucherwerk auf den Höhe an. 4Und Joas sprach zu den Priestern: Alles Geld, das als Weihegeschenk von den Besuchern in den Tempel des Herrn gebracht wird, das Geld, welches zur Auslösung jeder Seele dargebracht wird und welches sie freiwillig und aus Antrieb des Herzens zum Tempel des Herrn bringen, 5das sollen die Priester ihrer Ordnung nach in Empfang nehmen und sollen damit das, was am Hause baufällig ist, ausbessern, wenn sie sehen, dass etwas der Herstellung bedarf. 6Bis zum dreiundzwanzigsten Jahre des Königs Joas aber besserten die Priester das, was am Tempel baufällig war, nicht aus. 7Da berief der König Joas den Hohenpriester Jojada und die Priester und sprach zu ihnen: Warum bessert ihr nicht das aus, was am Tempel baufällig ist? So nehmet denn das Geld nicht mehr eurer Ordnung nach an, sondern gebet es zur Ausbesserung des Tempels heraus. 8So ward fortan den Priestern verboten, Geld von dem Volke zu nehmen, um das, was im Hause baufällig war, auszubessern. 9Darauf nahm der Hohepriester Jojada eine Geldlade, machte oben eine Öffnung hinein und stellte sie neben den Altar zur Rechten, wenn man in das Haus des Herrn geht; und die Priester, welche die Türe hüteten, warfen alles Geld, das zum Tempel des Herrn gebracht wurde, hinein. 10Wenn sie dann sahen, dass zu viel Geld in der Geldlade war, so kam der Schreiber des Königs und der Hohepriester herauf und sie schütteten es aus und zählten das Geld, welches sich im Hause des Herrn fand, 11und sie gaben es nach Zahl und Maß in die Hand derer, welche über die Bauleute im Hause des Herrn gesetzt waren; diese zahlten es den Zimmerleuten und Steinhauern aus, welche im Hause des Herrn arbeiteten 12und das, was baufällig war, ausbesserten, und gaben es den Steinhauern, sowie um Holz und Steine zu kaufen, welche behauen wurden, so dass die Wiederherstellung des Hauses des Herrn in allem vollendet wurde, wofür zur Erhaltung des Hauses Ausgaben nötig waren. 13Doch wurden von diesem Gelde keine Krüge für den Tempel des Herrn noch Gabeln, Rauchfässer, Trompeten oder irgend welche goldenen und silbernen Gefäße angefertigt, von dem Gelde, welches in den Tempel des Herrn gebracht wurde, 14denn man gab es denen, welche die Arbeit leiteten, damit der Tempel des Herrn wiederhergestellt würde. 15Und mit den Männern, welche das Geld empfingen, um es an die Werkmeister zu verteilen, hielt man keine Abrechnung, sondern sie verwalteten es auf Treu und Glauben. 16Das Geld von den Schuldopfern aber und das Geld von den Sündopfern brachten sie nicht in den Tempel des Herrn, weil es den Priestern gehörte. 17Zu der Zeit zog Hazael, der König von Syrien, herauf und kämpfte gegen Geth. Und er nahm es ein und wandte sein Angesicht gegen Jerusalem, um gegen dasselbe zu ziehen. 18Darum nahm Joas, der König von Juda, alle Weihgeschenke, welche Josaphat, Joram und Ochozias, seine Väter, die Könige von Juda, dargebracht hatten, und was er selbst geopfert hatte, und alles Geld, das in den Schätzen des Tempels des Herrn und im Plaste des Königs zu finden war, und sandte es Hazael, dem Könige von Syrien, zu; da zog dieser von Jerusalem ab. 19Was aber sonst von Joas zu sagen ist und alles, was er getan, ist das nicht geschrieben in den Jahrbüchern der Könige von Juda? 20Seine Diener aber erhoben sich und verschworen sich untereinander und erschlugen Joas im Hause Mello bei dem Abstiege von Sella. 21Josachar nämlich, der Sohn der Semaath, und Jozabad, der Sohn Somers, seine Diener, erschlugen ihn und er starb: und man begrub ihn bei seinen Vätern in der Davidsstadt und Amasias, sein Sohn, ward König an seiner Statt.

Das 2. Buch der Könige 13

1Im dreiundzwanzigsten Jahre des Joas, des Sohnes Ochozias, des Königs von Juda, ward Joachaz, der Sohn Jehus, König über Israel in Samaria, siebzehn Jahre. 2Er tat, was vor dem Herrn böse ist, und folgte den Sünden Jeroboams, des Sohnes Nabats, nach, welcher Israel zur Sünde verführt hatte, und ließ nicht davon ab. 3Da ergrimmte der Zorn des Herrn gegen Israel und er gab sie in die Hand Hazaels, des Königs von Syrien, und in die Hand Benadads, des Sohnes Hazaels, die ganze Zeit hindurch. 4Joachaz aber flehte vor dem Angesichte des Herrn um Erbarmen und der Herr erhörte ihn, denn er sah die Bedrängnis Israels, dass der König von Syrien sie bedrückte, 5und der Herr gab Israel einen Retter, es ward aus der Hand des Königs von Syrien befreit und die Söhne Israels wohnten in ihren Hütten wie gestern und vordem. 6Dennoch aber ließen sie nicht von den Sünden des Hauses Jeroboams ab, welcher Israel zur Sünde verführt hatte, sondern wandelten in denselben, denn auch der Hain blieb zu Samaria stehen. 7Es blieben Joachaz vom Volke nur fünfzig Reiter und zehn Wagen und zehntausend Mann Fußvolk übrig, denn der König von Syrien hatte sie getötet und wie Staub auf der Dreschtenne zertreten. 8Was aber sonst von Joachaz zu sagen ist und alles, was er getan, und seine Tapferkeit, ist das nicht geschrieben in den Jahrbüchern der Könige von Israel? 9Und Joachaz entschlief zu seinen Vätern und man begrub ihn in Samaria, sein Sohn Joas ward König an seiner Statt. 10Im siebenunddreißigsten Jahre des Joas, des Königs von Juda, ward Joas, der Sohn des Joachaz, König über Israel in Samaria, sechzehn Jahre; 11er tat, was in den Augen des Herrn böse ist, er ließ nicht ab von allen Sünden Jeroboams, des Sohnes Nabats, welcher Israel zur Sünde verführt hatte, sondern wandelte in denselben. 12Was aber sonst von Joas zu sagen ist und alles, was er getan, und seine Tapferkeit, wie er mit Amasias, dem König von Juda, kämpfte, ist das nicht geschrieben in den Jahrbüchern der Könige von Israel? 13Und Joas entschlief zu seinen Vätern; Jeroboam aber bestieg seinen Thron. Und Joas wurde in Samaria bei den Königen von Israel begraben. 14Eliseus aber ward von einer Krankheit ergriffen, an der er auch starb. Da ging Joas, der König von Israel, zu ihm hinab und weinte vor ihm und sprach: Mein Vater, mein Vater! Wagen Israels und sein Lenker! 15Eliseus aber sprach zu ihm: Bringe einen Bogen und Pfeile herbei! Als dieser ihm einen Bogen und Pfeile gebracht hatte, 16sprach er zu dem Könige von Israel: Lege deine Hand an den Bogen! Als dieser seine Hand daran gelegt hatte, legte Eliseus seine Hände auf die Hände des Königs 17und sprach: Öffne das Fenster gegen Osten! Als er geöffnet hatte, sprach Eliseus: Schieße einen Pfeil ab. Dieser schoss ihn ab. Da sprach Eliseus: Ein Pfeil des Heiles des Herrn und ein Pfeil des Heiles gegen Syrien; du wirst die Syrier in Aphek schlagen, bis du sie aufreibst. 18Dann sprach er: Nimm die Pfeile! Als dieser sie genommen, sprach er wiederum zu ihm: Schlage mit dem Pfeile auf die Erde! Jener schlug dreimal und hielt dann inne. 19Da ward der Mann Gottes über ihn zornig und sprach: Hättest du fünf- oder sechs- oder siebenmal geschlagen, so würdest du Syrien bis zur Vernichtung geschlagen haben, nun aber wirst du es dreimal schlagen. 20Hierauf starb Eliseus und sie begruben ihn. Es kamen aber Raubscharen von Moab ins Land in eben diesem Jahre. 21Einige, die einen Mann begruben, sahen die Raubscharen und warfen den Leichnam in das Grab des Eliseus. Als dieser die Gebeine des Eliseus berührte, ward der Mann wieder lebendig und stellte sich auf seine Füße. 22Hazael nun, der König von Syrien, bedrückte Israel, so lange Joachaz lebte; 23doch der Herr erbarmte sich über sie und wandte sich ihnen wieder zu, um seines Bundes mit Abraham, Isaak und Jakob willen, und er wollte sie nicht verderben noch gänzlich verwerfen bis auf diese Zeit. 24Aber Hazael, der König von Syrien, starb und Benadad, sein Sohn, ward König an seiner Statt. 25Da entriss Joas, der Sohn des Joachaz, der Hand Benadads, des Sohnes Hazaels, die Städte, welche er der Hand Joachaz, seines Vaters, kraft Kriegsrechtes entrissen hatte; dreimal schlug ihn Joas und brachte so die Städte an Israel zurück.

Das 2. Buch der Könige 14

1Im zweiten Jahre des Joas, des Sohnes Joachaz, des Königs von Israel, ward Amasias, der Sohn des Joas, des Königs von Juda, König. 2Fünfundzwanzig Jahre war er alt, als er zu herrschen begann, und neunundzwanzig Jahre herrschte er in Jerusalem; der Name seiner Mutter war Joadan aus Jerusalem. 3Er tat, was vor dem Herrn recht ist, indes nicht wie sein Vater David. Er handelte ganz so, wie sein Vater Joas getan hatte; 4nur schaffte er die Höhen nicht ab, denn das Volk opferte und zündete noch Räucherwerk auf den Höhen an. 5Als er das Reich im Besitze hatte, ließ er die von seinen Dienern, welche den König, seinen Vater, ermordet hatten, töten; 6aber die Söhne der Mörder tötete er nicht, gemäß dem, was im Buche des Gesetzes Moses geschrieben steht, wie der Herr befohlen hat, da er sprach: Die Väter sollen um der Söhne um der Väter willen sterben, sondern ein jeder soll für seine Sünde sterben. 7Er schlug auch die Edomiter im Salztale, zehntausend Mann, und nahm die Felsenstadt im Kampfe ein und nannte ihren Namen Jektehel bis auf den heutigen Tag. 8Zu der Zeit sandte Amasias Boten an Joas, den Sohn Joachaz, des Sohnes Jehu, des Königs von Israel, und ließ ihm sagen: Komm, lass uns einander messen. 9Da sandte Joas, der König von Israel, zu Amasias, dem Könige von Juda, zurück und ließ ihm sagen: Die Distel auf dem Libanon sandte er zu der Zeder auf dem Libanon und sprach: Gib deine Tochter meinem Sohne zum Weibe! Aber das Wild des Waldes auf dem Libanon lief darüber und zertrat die Distel. 10Du hast Edom geschlagen und überwältigt, deshalb überhebt sich dein Herz; lass dir die Ehre genügen und bleibe in deinem Hause; warum forderst du das Unglück heraus, dass du zu Falle kommest und Juda mit dir? 11Amasias aber hörte nicht darauf. Da zog Joas, der König von Israel, hinauf und sie maßen sich, er und Amasias, der König von Juda, zu Bethsames, einer Stadt in Juda. 12Da wurde Juda von Israel geschlagen, und sie flohen ein jeder in seine Hütte. 13Amasias aber, den König von Juda, den Sohn Joas, des Sohnes Ochozias, nahm Joas, der König von Israel, in Bethsames gefangen und führte ihn nach Jerusalem und Joas riss die Mauer Jerusalems nieder vom Tore Ephraim bis zum Ecktore, vierhundert Ellen weit. 14Auch nahm er alles Gold und Silber und alle Geräte, welche sich im Hause des Herrn und in den Schätzen des Königs fanden, dazu Geißeln, und kehrte nach Samaria zurück. 15Was aber sonst von Joas zu sagen ist, was er getan und seine Tapferkeit, mit der er gegen Amasias, den König von Juda, kämpfte, steht das nicht geschrieben in den Jahrbüchern der Könige von Israel? 16Und Joas entschlief zu seinen Vätern und wurde zu Samaria bei den Königen Israels begraben und sein Sohn Jeroboam ward König an seiner Statt. 17Amasias aber, der Sohn des Joas, der König von Juda, lebte nach dem Tode des Joas, des Sohnes Joachaz, des Königs von Israel, noch fünfzehn Jahre. 18Was aber sonst noch von Amasias zu sagen ist, steht dies nicht geschrieben in den Jahrbüchern der Könige von Juda? 19Und es brach eine Verschwörung gegen ihn in Jerusalem aus. Da er indes nach Lachis entfloh, sandten sie hinter ihm her und ließen ihn daselbst ermorden. 20Alsdann hoben sie ihn auf Pferde und er ward in Jerusalem bei seinen Vätern in der Davidsstadt begraben. 21Das ganze Volk Juda aber nahm Azarias, der sechzehn Jahre alt war, und machten ihn zum Könige an seines Vaters Amasias Statt. 22Derselbe erbaute Älath und brachte es wieder an Juda, nachdem der König zu seinen Vätern entschlafen war. 23Im fünfzehnten Jahre des Amasias, des Sohnes Joas, des Königs von Juda, ward Jeroboam, der Sohn des Joas, des Königs von Israel, König in Samaria, einundvierzig Jahre. 24Und er tat, was vor dem Herrn böse ist. Er ließ nicht ab von allen Sünden Jeroboams, des Sohnes Nabats, welcher Israel zur Sünde verführt hatte. 25Er gewann das Gebiet Israels wieder zurück vom Eingange nach Emath an bis an das Meer der Wüste nach dem Worte des Herrn, des Gottes Israels, welches er durch seinen Diener Jonas geredet hatte, den Sohn Amathis, den Propheten aus Geth, das in Opher liegt. 26Denn der Herr sah die bittere Bedrängnis Israels an und dass sie bis auf die im Kerker Eingeschlossenen und die Letzten vernichtet waren und dass niemand da war, der Israel Hilfe brachte. 27Aber der Herr hatte nicht gesagt, dass er den Namen Israels unter dem Himmel austilgen werde, sondern er rettete sie durch Jeroboam, den Sohn des Joas. 28Was aber sonst noch von Jeroboam zu sagen ist und alles, was er getan, und seine Tapferkeit, mit der er Krieg geführt, und wie er Damaskus und das judäische Emath wieder an Israel brachte, ist das nicht geschrieben an den Jahrbüchern der Könige von Israel? 29Und Jeroboam entschlief zu seinen Vätern, den Königen von Israel, und Zacharias, sein Sohn, ward König an seiner Statt.

Neues Testament

Johannesevangelium 11

1Es war aber ein Kranker mit Namen Lazarus, von Bethania, dem Flecken der Maria, und Martha, ihrer Schwester. 2(Maria war diejenige, die den Herrn mit Balsam gesalbt, und seine Füße mit ihren Haaren getrocknet hatte, deren Bruder Lazarus krank lag.) 3Da schickten seine Schwestern zu ihm, und ließen ihm sagen: Herr! siehe, der, den du lieb hast, ist krank. 4Als Jesus dies hörte, sprach er zu ihnen: Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern zur Ehre Gottes, damit der Sohn Gottes durch sie verherrlichet werde. 5Jesus aber hatte die Martha, und ihre Schwester Maria, und den Lazarus lieb. 6Als er nun vernommen hatte, dass er krank sei, blieb er gleichwohl noch zwei Tage an dem Orte, wo er war; 7Hierauf aber sprach er zu seinen Jüngern: Lasset uns wieder nach Judäa gehen! 8Die Jünger sprachen zu ihm: Meister! eben erst suchten dich die Juden zu steinigen, und du gehst wieder dorthin? 9Jesus antwortete: Sind nicht zwölf Stunden im Tage? Wenn jemand bei Tage wandelt, so stößt er nicht an, weil er das Licht dieser Welt sieht; 10wenn aber jemand bei Nacht wandelt, so stößt er an, weil das Licht nicht in ihm ist. 11Dieses sagte er, und darnach sprach er zu ihnen: Lazarus, unser Freund, schläft; aber ich gehe, dass ich ihn aus dem Schlummer wecke. 12Da sprachen seine Jünger: Herr! wenn er schläft, so wird er gesund werden. 13Jesus aber hatte von seinem Tode gesprochen; sie dagegen meinten, er rede von dem Schlummer des Schlafes. 14Darum sagte nun Jesus es ihnen gerade heraus: Lazarus ist gestorben; 15und ich freue mich euretwillen, dass ich nicht dort war, damit ihr glaubet. Aber laßt uns zu ihm gehen! 16Da sprach Thomas, welcher Zwilling genannt wird, zu seinen Mitjüngern: Gehen auch wir, mit ihm zu sterben! 17Jesus kam also dahin und fand ihn bereits vier Tage im Grabe liegend. 18(Bethania war aber nahe bei Jerusalem, ungefähr fünfzehn Stadien entfernt.) 19Und es waren viele Juden zu Martha und Maria gekommen, um sie ihres Bruders wegen zu trösten. 20Sobald nun Martha hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen; Maria aber saß zu Hause. 21Da sprach Martha zu Jesus: Herr! wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben. 22Doch auch jetzt weiß ich, was du immer von Gott begehrest, das wird Gott dir geben. 23Jesus sprach zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. 24Martha sprach zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird in der Auferstehung am jüngsten Tage. 25Jesus sprach zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, selbst wenn er gestorben ist; 26und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Glaubst du das? 27Sie sprach zu ihm: Ja, Herr! ich glaube, dass du Christus, der Sohn des lebendigen Gottes bist, der in diese Welt gekommen ist. 28Und als sie dies gesagt hatte, ging sie hin, rief leise ihre Schwester Maria, und sprach: Der Meister ist da, und ruft dich. 29Da diese es hörte, stand sie eilends auf, und kam zu ihm. 30Denn noch war Jesus nicht in den Flecken gekommen, sondern war noch an der Stätte, wo ihm Martha entgegengekommen war. 31Da die Juden, welche bei ihr im Hause waren und sie trösteten, sahen, dass Maria eilends aufstand und hinausging, folgten sie ihr nach, indem sie sagten: Sie geht zu dem Grabe, um dort zu weinen. 32Als nun Maria dahin kam, wo Jesus war, fiel sie ihm zu Füßen, sobald sie ihn sah, und sprach zu ihm: Herr! wärest du hier gewesen, so würde mein Bruder nicht gestorben sein. 33Da nun Jesus sah, wie sie weinte, und wie die Juden, welche mit ihr gekommen waren, weinten, erschauerte er im Geiste, und erbebte innerlich, 34und sprach: Wo habt ihr ihn hingelegt? Sie sprachen zu ihm: Herr, komm und siehe! 35Und Jesus weinte. 36Da sprachen die Juden: Sehet, wie lieb er ihn hatte! 37Einige aber von ihnen sagten: Hätte nicht der, welcher die Augen des Blindgeborenen geöffnet hat, machen können, dass dieser nicht stürbe? 38Da erschauerte Jesus abermal in sich selbst, und kam zu dem Grabe. Es war aber eine Höhle, und ein Stein war darauf gelegt. 39Jesus sprach: Hebet den Stein weg! Da sagte Martha, die Schwester des Verstorbenen zu ihm: Herr! er riecht schon, denn er liegt vier Tage. 40Jesus sprach zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt, wenn du glaubst, so wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen? 41Sie hoben also den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen zum Himmel und sprach: Vater! ich danke dir, dass du mich erhört hast. 42Ich aber wusste, dass du mich allezeit erhörest; jedoch um des Volkes willen, das herumsteht, habe ich es gesagt, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast. 43Als er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! 44Und sogleich kam der Verstorbene heraus, gebunden mit Grabtüchern an Händen und Füßen, und sein Angesicht war mit einem Schweißtuche umwunden. Da sprach Jesus zu ihnen: Machet ihn los, und lasset ihn fortgehen! 45Viele nun von den Juden, welche zu Maria und Martha gekommen waren, und gesehen hatten, was Jesus tat, glaubten an ihn. 46Einige aber von ihnen gingen hin zu den Pharisäern, und sagten ihnen, was Jesus getan hatte. 47Da versammelten die Hohenpriester und Pharisäer den hohen Rat, und sprachen: Was tun wir, da dieser Mensch viele Wunder tut? 48Wenn wir ihn so gehen lassen werden alle an ihn glauben; und die Römer werden kommen, und unsere Stätte und das Volk wegnehmen. 49Einer aber unter ihnen, Kaiphas mit Namen, der in diesem Jahre Hoherpriester war, sprach zu ihnen: Ihr wisset nichts, 50und bedenket nicht, dass es besser für euch ist, dass ein Mensch für das Volk stirbt, und nicht das ganze Volk zu Grunde geht. 51Dies sagte er aber nicht aus sich selbst; sondern, da er in diesem Jahre Hoherpriester war, weissagte er, dass Jesus für das Volk sterben werde; 52und nicht allein für das Volk, sondern damit er auch die zerstreuten Kinder Gottes in Eins zusammenbrächte. 53Von diesem Tage an also beschlossen sie, ihn zu töten. 54Daher wandelte Jesus nicht mehr öffentlich unter den Juden, sondern ging hinweg in die Gegend nahe bei der Wüste, in eine Stadt, welche Ephrem heißt, und weilte daselbst mit seinen Jüngern. 55Es war aber das Osterfest der Juden nahe, und viele zogen aus derselben Gegend vor dem Osterfeste nach Jerusalem hinauf, um sich zu heiligen. 56Diese suchten nun Jesus, und sagten zueinander, im Tempel stehend: Was dünket euch? Er kommt wohl nicht auf das Fest? Es hatten aber die Hohenpriester und Pharisäer Befehl gegeben, es sollte wer etwa wüsste, wo er sei, es anzeigen, damit sie ihn ergreifen könnten.