Bibel in einem Jahr · Tag 101 von 365

1 Kön 4–6 · Joh 4

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das 1. Buch der Könige 4

1So war Salomon König und herrschte über ganz Israel. 2Und dies sind die Höchsten, die er hatte: Azarias, der Sohn Sadoks, des Priesters; 3Elihoreph und Ahia, die Söhne Sisas, Schreiber; Josaphat, der Sohn Ahiluds, Kanzler; 4Banajas, der Sohn Jojadas, Befehlshaber des Heeres, Sadok aber und Abiathar Priester. 5Azarias, der Sohn Nathans, war über die gesetzt, welche den König umgaben; Zabud, der Sohn Nathans, Priester, Vertrauter des Königs; 6Ahisar war Vorsteher des Hauses, Adoniram, der Sohn Abdas, über die Abgaben gesetzt. 7Salomon aber hatte zwölf Vorsteher über ganz Israel gesetzt, die den König und sein Haus mit Nahrung versahen, denn ein jeder hatte je einen Monat in Jahre, in dem er das Nötige lieferte. 8Dies sind ihre Namen: Benhur auf dem Gebirge Ephraim, 9Bendekar in Macces und in Salebim, Bethsames, Elon und Bethanan, 10Benhesed in Aruboth; unter ihm stand Socho, und das ganze Gebiet Epher; 11Benabinadab über ganz Nephathdor, er hatte Tapheth, die Tochter Salomons, zur Frau. 12Bana, der Sohn Ahiluds, über Thanak und Mageddo und ganz Bethsan, welches neben Sarthana, unterhalb Jezrahel, liegt, von Bethsan bis Abelmehula, Jekmaan gegenüber; 13Bengaber in Ramoth-Galaad; unter ihm stand Avothiair, des Sohnes Manasses in Galaad; er verwaltete auch die ganze Umgebung von Argob, welche in Basan liegt, sechzig große und ummauerte Städte mit ehernen Riegeln. 14Ahinadab, der Sohn Addos, war über Manaim gesetzt; 15Achimaas über Nephthali, auch dieser hatte eine Tochter Salomons, Basemath, zur Frau; 16Baana, der Sohn Husis, in Aser und Baloth, 17Josaphat, der Sohn Pharues, in Issachar, 18Semei, der Sohn Elas, in Benjamin. 19Gaber, der Sohn Uris, im Lande Galaad, im Lande Sehons, des Königs der Amorrhiter, und Ogs, des Königs von Basan, über alles, was in diesem Lande war. 20Juda und Israel aber waren unzählbar wie der Sand des Meeres an Menge, sie aßen und tranken und waren fröhlich. 21Und Salomon übte seine Herrschaft aus über alle Reiche vom Flusse des Landes der Philister an bis zur Grenze Ägyptens, sie brachten ihm Geschenke und waren ihm alle Tage seines Lebens unterworfen. 22Salomons Unterhalt aber belief sich für jeden Tag auf dreißig Kor feines Mehl und sechzig Kor gewöhnliches Mehl, 23zehn Mastrinder, zwanzig Weiderinder und hundert Widder, umgerechnet das Wildbret, Hirsche, Rehe, Büffel und gemästete Vögel. 24Denn er herrschte über das ganze Land, welches jenseits des Flusses war, von Thaphsa bis nach Gaza, und über alle Könige jener Gegenden, und er hatte Frieden auf allen Seiten ringsum. 25Und Juda und Israel wohnte ohne alle Furcht, ein jeder unter seinem Weinstocke und unter seinem Feigenbaume, von Dan bis Bersabee, alle Tage Salomons hindurch. 26Auch hatte Salomon vierzigtausend Krippen für Wagenpferde und zwölftausend für Reitpferde. 27Diese versorgten die obenerwähnten Vorsteher des Königs, aber auch den Bedarf zum Tische des Königs Salomon lieferten sie mit großer Sorgfalt zu seiner Zeit. 28Auch die Gerste und das Stroh für die Pferde und die Zugtiere brachten sie stets an den Ort, wo der König war, wie es ihnen aufgetragen war. 29Auch verlieh Gott Salomon Weisheit und überaus große Klugheit und Weite des Herzens, gleich dem Sande, der am Ufer des Meeres ist. 30So übertraf Salomons Weisheit die Weisheit aller Morgenländer und aller Ägypter 31und er war weiser als alle Menschen, weiser als Ethan, der Ezrahiter, und als Heman, und Chalkol, und Dorda, die Söhne Mahols, und er war berühmt unter allen Völkern ringsum. 32Auch redete Salomon dreitausend Sprüche und seiner Lieder waren tausend und fünf. 33Und er sprach über die Bäume von der Ceder an, die auf dem Libanon ist, bis zum Ysop, der an der Wand herauswächst. Und er redete über das Vieh und über die Vögel und über das Gewürm und über die Fische. 34Auch kamen Leute aus allen Völkern, die Weisheit Salomons zu hören, und von allen Königen der Erde her, welche von seiner Weisheit hörten.

Das 1. Buch der Könige 5

1Auch Hiram, der König von Tyrus, sandte seine Diener zu Salomon, denn er hatte vernommen, dass man ihn an seines Vaters Statt zum König gesalbt hatte; Hiram nämlich war alle Zeit ein Freund Davids gewesen. 2Salomon hingegen sandte zu Hiram und ließ ihm sagen: 3Du weißt, was mein Vater David willens war und dass er nicht im Stande war, dem Namen des Herrn, seines Gottes, ein Haus zu bauen wegen der ihn ringsum bedrohenden Kriege, bis sie der Herr unter seine Füße gab. 4Jetzt aber hat der Herr, mein Gott, mir ringsum Ruhe geschaffen und es ist kein Widersacher noch ein Unglücksfall da. 5Darum gedenke ich, dem Namen des Herrn, meines Gottes, einen Tempel zu bauen, wie der Herr zu meinem Vater David gesprochen und gesagt hat: Dein Sohn, den ich an deiner Statt auf deinen Thron setzen werde, soll meinem Namen ein Haus bauen. 6So befiehl nun, dass deine Diener mir Zedern auf dem Libanon fällen, und meine Diener sollen deinen Dienern beistehen; den Lohn für deine Diener aber will ich dir geben, so viel du immer verlangst; denn du weißt, dass niemand unter meinem Volke ist, der Holz behauen verstände wie die Sidonier. 7Als nun Hira die Worte Salomons hörte, freute er sich sehr und sprach: Gepriesen sei der Herr, Gott, heute, welcher David einen so weisen Sohn gegeben über dieses zahlreiche Volk! 8Und Hiram sandte an Salomon und ließ ihm sagen: Ich habe alles vernommen, was du mir entboten hast; ich will alle deine Wünsche bezüglich des Zedernholzes und des Tannenholzes erfüllen. 9Meine Knechte sollen es vom Libanon an das Meer herabbringen und ich will es zu Flößen im Meere zusammenfügen und bis an den Ort bringen lassen, den du mir angibst; dort werde ich es ans Land bringen lassen und du lässest es holen, aber du musst mir den Bedarf verschaffen, dass mein Haus Nahrung habe. 10So gab Hiram dem Salomon Zedernholz und Tannenholz, so viel er begehrte. 11Salomon aber gab dem Hiram zwanzigtausend Kor Weizen als Unterhalt für sein Haus, und zwanzig Kor des reinsten Öls; dies gab Salomon dem Hiram Jahr für Jahr. 12Und der Herr gab Salomon Weisheit, wie er ihm verheißen hatte; und es war Friede zwischen Hiram und Salomon, und beide schlossen einen Bund miteinander. 13Und der König Salomon wählte Werkleute von ganz Israel aus, und das Aufgebot traf dreißigtausend Mann. 14Diese sandte er auf den Libanon, zehntausend in jedem Monate, wechselweise, so dass sie zwei Monate zu Hause waren; und Adoniram war über dieses Aufgebot gesetzt. 15Weiter hatte Salomon siebzigtausend Lastträger, und achtzigtausend Steinhauer im Gebirge, 16ungerechnet die Vorsteher, welche über jede Arbeit gesetzt waren, dreitausend und dreihundert an der Zahl, welche das Volk und die Werkleute leiteten. 17Und der König befahl, große und kostbare Steine als Grund für den Tempel zu nehmen und sie zu Quadern zu hauen. 18Die Bauleute Salomons aber und die Bauleute Hirams bearbeiteten sie; und die Gibliter richteten Holz und Steine zum Baue des Hauses zu.

Das 1. Buch der Könige 6

1Es war also im vierhundert und achtzigsten Jahre nach dem Auszuge der Söhne Israels aus dem Lande Ägypten, im vierten Jahre der Regierung Salomons über Israel, im Monat Ziv (das ist der zweite Monat), dass man anfing, dem Herrn ein Haus zu bauen. 2Das Haus aber, welches der König Salomon dem Herrn baute, hatte sechzig Ellen in der Länge, zwanzig Ellen in der Breite und dreißig Ellen in der Höhe. 3Vor dem Tempel war eine Halle, zwanzig Ellen lang, nach dem Maße der Breite des Tempels, und zehn Ellen Breite hatte sie an der Vorderseite des Tempels. 4Und er brachte in dem Tempel sich allmählich verengende Fenster an. 5Auf die Wand des Tempels baute er Stockwerke ringsum, an die Mauern des Hauses, rings um den Tempel sowie um den Spruchort, und legte ringsum Seitengemächer an. 6Das Stockwerk, welches unten war, hatte fünf Ellen in der Breite, das mittlere Stockwerk sechs Ellen in der Breite und das dritte Stockwerk hatte sieben Ellen in der Breite; die Balken aber legte er am Hause ringsum so von außen an, dass sie nicht in die Mauern des Tempels eingriffen. 7Als aber das Haus gebaut wurde, ward es von behauenen und zugerichteten Steinen aufgerichtet, und es wurde kein Hammer, noch Beil, noch irgend ein anderes eisernes Werkzeug an dem Hause gehört, als es gebaut wurde. 8Der Eingang zum mittleren Seitengemache befand sich auf der rechten Seite des Hauses, auf einer Wendeltreppe stieg man zu dem mittleren Stockwerke empor und von dem mittleren in das dritte. 9So baute er das Haus und vollendete es und bedeckte das Haus mit Tafelwerk von Zedern. 10Und über dem ganzen Hause her erbaute er ein Stockwerk, fünf Ellen in der Höhe, und deckte das Haus mit Zedernholz. 11Da erging das Wort des Herrn an Salomon und er sprach: 12Du bauest nun dieses Haus; wenn du in meinen Geboten wandelst und nach meinen Rechten tuest und alle meine Gesetze hältst und darnach wandelst, so will ich mein Wort an dir bestätigen, welches ich zu David, deinem Vater, gesprochen habe. 13Ich werde inmitten der Söhne Israels wohnen und mein Volk Israel nicht verlassen. 14So baute Salomon das Haus und vollendete es. 15Und er baute die Wände des Hauses nach innen zu mit Tafelwerk von Zedern, vom Fußboden des Hauses bis an die obersten Teile der Wände und bis zur Decke überkleidete er es innen mit Zedernholz und den Fußboden des Hauses belegte er mit Brettern von Tannenholz. 16An dem hinteren Teile des Tempels baute er zwanzig Ellen Tafelwerk von Zedernholz, vom Fußboden bis oben hinauf, und richtete das innere Haus des Spruchortes als das Allerheiligste ein. 17Vierzig Ellen war der Tempel selbst vor dem Spruchorte lang. 18Und das ganze Haus wurde innen mit Zedernholz überkleidet, darauf kam Schnitzwerk, das künstlich miteinander verbunden war, und erhabene Arbeit; alles war mit Getäfel von Zedernholz überzogen, so dass kein Stein an der Wand zu sehen war. 19Den Spruchort aber bereitete er inmitten des Hauses im inneren Teile, um die Lade des Bundes des Herrn daselbst hinzusetzen. 20Der Spruchort hatte zwanzig Ellen in der Länge, zwanzig Ellen in der Breite und zwanzig Ellen in der Höhe; diesen überdeckte er mit lauterem Golde. Auch den Altar überkleidete er mit Zedernholz. 21Ebenso überzog er das Haus vor dem Spruchorte mit lauterem Golde und befestigte die Platten mit goldenen Nägeln. 22Und es war nichts im Tempel, was nicht mit Gold bedeckt wurde, auch den ganzen Altar vor dem Spruchorte bedeckte er mit Gold. 23Und er machte im Spruchorte zwei Cherubim aus Ölbaumholz, zehn Ellen in der Höhe. 24Fünf Ellen hatte der eine Flügel des einen Cherub und fünf Ellen der andere Flügel des Cherub, das ist, es waren zehn Ellen von dem Ende des einen Flügels bis zu dem Ende des andern Flügels. 25Auch der andere Cherub maß zehn Ellen, Maß und Arbeit war an beiden Cherubim gleich, 26das ist, der eine Cherub war zehn Ellen hoch und ebenso auch der andere Cherub. 27Und er stellte die Cherubim in die Mitte des inneren Tempels; die Cherubim hielten ihre Flügel ausgebreitet, so dass der Flügel des einen die eine Wand berührte, während der Flügel des andern Cherub die andere Wand berührte, die andern Flügel aber berührten einander in der Mitte des Tempels. 28Auch die Cherubim überzog er mit Gold. 29Und alle Wände des Tempels ringsum verzierte er mit allerlei erhabener Arbeit und Drehwerk und brachte an demselben Cherubim und Palmen und allerlei Zierarten an, aus erhabener Arbeit und gleichsam aus der Wand hervortretend. 30Auch den Fußboden des Hauses überzog er mit Gold, den inneren wie den äußeren. 31Und an den Eingang in den Spruchort machte er kleine Türen von Ölbaumholz mit Pfosten von fünf Ecken. 32Auch die beiden Türflügel waren von Olivenholz und er ließ darauf Schnitzwerk von Cherubim und Palmen und erhabene Arbeit anbringen, die weit hervorsprang, und überzog sie mit Gold; und er überkleidete sowohl die Cherubim als die Palmen und das übrige mit Gold. 33Und an den Eingang in den Tempel setzte er Pfosten von Ölbaumholz ins Gevierte 34und zwei Türen von Tannenholz hintereinander; jede Tür hatte zwei Flügel, die aneinander hingen, wenn man sie öffnete. 35Auch ließ er Schnitzwerk von Cherubim und von Palmen und von erhabener Arbeit, die weit hervorragte, anbringen und überzog alles mit Goldplatten, im Gevierte nach der Richtschnur gearbeitet. 36Und er baute den innern Vorhof mit drei Lagen von geglätteten Steinen und einer Lage von Zedernbalken. 37Im vierten Jahre, im Monat Ziv, ward zu dem Hause des Herrn der Grund gelegt 38und im elften Jahre, im Monat Bul, (das ist der achte Monat) ward das Haus vollendet in seinem ganzen Umfange und mit allen seinen Gerätschaften; also baute er daran sieben Jahre.

Neues Testament

Johannesevangelium 4

1Als nun Jesus erfuhr, dass die Pharisäer gehört hatten, Jesus gewinne mehr Jünger, und taufe mehr als Johannes, 2(obwohl Jesus selbst nicht taufte, sondern seine Jünger) 3so verließ er Judäa, und ging wieder nach Galiläa. 4Er musste aber seinen Weg durch Samaria nehmen. 5Da kam er zu einer Stadt von Samaria, welche Sichar heißt, in der Nähe des Feldes, welches Jakob seinem Sohne Joseph gegeben hatte. 6Es war aber daselbst der Jakobsbrunnen. Da nun Jesus von der Reise ermüdet war, setzte er sich so an den Brunnen nieder. Es war um die sechste Stunde. 7Da kam ein Weib, eine Samariterin, um Wasser zu schöpfen. Jesus sprach zu ihr: Gib mir zu trinken! 8(Seine Jünger waren nämlich in die Stadt gegangen, um Speise zu kaufen.) 9Das samaritische Weib sagte zu ihm: Wie begehrest du, da du ein Jude bist, von mir zu trinken, da ich ein samaritisches Weib bin? denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern. 10Jesus antwortete, und sprach zu ihr: Wenn du die Gabe Gottes erkenntest, und wer der ist, der zu dir spricht: Gib mir zu trinken; so würdest du ihn wohl gebeten haben, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben. 11Das Weib sprach zu ihm: Herr! du hast doch nichts, womit du schöpfest, und der Brunnen ist tief; woher also hast du denn das lebendige Wasser? 12Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben hat? Er selbst trank daraus, auch seine Kinder und sein Vieh. 13Jesus antwortete, und sprach zu ihr: Jeder, der von diesem Wasser trinkt, den wird wieder dürsten; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird nicht dürsten in Ewigkeit; 14sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm Quelle eines Wassers werden, das fortströmt in das ewige Leben. 15Das Weib sprach zu ihm: Herr! gib mir dieses Wasser, damit ich nicht mehr dürste, und nicht mehr hierher kommen darf, um zu schöpfen. 16Jesus sprach zu ihr: Gehe hin, rufe deinen Mann, und komm hierher! 17Das Weib antwortete, und sagte: Ich habe keinen Mann! Jesus sprach zu ihr: Du hast mit Recht gesagt: Ich habe keinen Mann! 18Denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann; das hast du der Wahrheit gemäß gesagt. 19Da sprach das Weib zu ihm: Herr! ich sehe, dass du ein Prophet bist. 20Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr saget, dass zu Jerusalem der Ort sei, wo man anbeten muss. 21Jesus sprach zu ihr: Weib! glaube mir, es kommt eine Stunde, da ihr weder auf diesem Berge, noch zu Jerusalem den Vater anbeten werdet. 22Ihr betet an, was ihr nicht kennet; wir beten an, was wir wissen; denn das Heil kommt von den Juden. 23Aber es kommt eine Stunde, und jetzt ist sie da, wo die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater verlangt solche Anbeter. 24Gott ist ein Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn in Geist und Wahrheit anbeten. 25Das Weib sagte zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, (der Christus heißt); wenn nun dieser kommen wird, wird er uns alles verkünden. 26Da sprach Jesus zu ihr: Ich bin es, der ich mit dir rede! 27Während dessen kamen seine Jünger, und sie verwunderten sich, dass er mit einem Weib redete; keiner jedoch sagte: Was wünschest du, oder was redest du mit ihr? 28Das Weib ließ nun ihren Wasserkrug zurück und ging in die Stadt, und sagte zu den Leuten: 29Kommet, und sehet einen Mann, der mir alles gesagt hat, was ich je getan habe. Ist er nicht etwa Christus? 30Sie gingen also aus der Stadt, und kamen zu ihm. 31Unterdessen baten ihn seine Jünger, und sprachen: Rabbi, iss! 32Er aber sprach zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennet. 33Da sagten die Jünger untereinander: Hat ihm etwa jemand zu essen gebracht? 34Jesus sprach zu ihnen: Meine Speise ist, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, damit ich sein Werk vollbringe. 35Saget ihr nicht! Noch vier Monate, und die Ernte kommt? Siehe, ich sage euch: Erhebet eure Augen, und betrachtet die Felder, die bereits zur Ernte reif sind! 36Und wer erntet, empfängt Lohn, und sammelt Frucht für´s ewige Leben, dass sowohl der Säende sich freuet wie der Erntende. 37Denn hierin ist das Wort bewahrheitet: Ein anderer ist, der säet, und ein anderer, der erntet. 38Ich habe euch gesandt, zu ernten, was ihr nicht gearbeitet habet; andere haben gearbeitet, und ihr seid in ihre Arbeiten eingetreten. 39Aus jener Stadt aber glaubten viele der Samariter an ihn wegen der Rede des Weibes, welches bezeugte: Er hat mir alles gesagt, was ich je getan habe. 40Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, er möchte dort bleiben. Und er blieb daselbst zwei Tage. 41Und viel mehrere glaubten an ihn seiner Lehre wegen. 42Und sie sprachen zu dem Weibe: Wir glauben nun nicht mehr um deiner Rede willen; denn wir haben ihn selbst gehört, und wissen, dass dieser wahrhaftig der Heiland der Welt ist. 43Nach zwei Tagen aber zog er von da weg, und begab sich nach Galiläa; 44denn Jesus selbst bezeugte, dass ein Prophet in seinem Vaterlande nicht geehrt wird. 45Als er nun nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer auf, weil sie alles gesehen hatten, was er zu Jerusalem an dem Feste getan; denn auch sie waren zu dem Feste gekommen. 46Er kam nun wieder nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser in Wein verwandelt hatte. Und es war da ein königlicher Beamter, dessen Sohn zu Kapharnaum krank lag. 47Da dieser gehört hatte, dass Jesus von Judäa nach Galiläa gekommen sei, begab er sich zu ihm, und bat ihn, dass er hinabgehe, und seinen Sohn heile; denn er war nahe am Sterben. 48Da sprach Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, glaubet ihr nicht. 49Der königliche Beamte sprach zu ihm: Herr! gehe hinab, ehe mein Sohn stirbt. 50Jesus sprach zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebt! Und der Mann glaubte dem Worte, welches ihm Jesus gesagt hatte, und ging. 51Während er aber bereits hinabging, begegneten ihm seine Knechte, und meldeten ihm, und sagten, dass sein Sohn lebe. 52Er erforschte also von ihnen die Stunde, in welcher es mit ihm besser geworden war. Sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. 53Da erkannte der Vater, dass es in jener Stunde war, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt! Und er selbst ward gläubig und sein ganzes Haus. 54Dieses war das zweite Zeichen, das Jesus tat, als er von Judäa nach Galiläa gekommen war.