Bibel in einem Jahr · Tag 100 von 365

1 Kön 1–3

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das 1. Buch der Könige 1

1Als nun der König David alt geworden war und sein Alter auf sehr viele Tage gebracht hatte, konnte er nicht erwarmen, wenn man ihn auch mit Kleidern bedeckte. 2Da sprachen seine Diener zu ihm: Lasset uns für unsern Herrn, den König, eine Jungfrau suchen, die den König bediene und ihn pflege und an seiner Seite schlafe und unsern Gebieter, den König, erwärme. 3Sie suchten also in allen Gauen Israels ein junges schönes Mädchen und fanden die Sunamitin Abisag und führten diese zu dem Könige. 4Dieses Mädchen aber war sehr schön und schlief bei dem Könige und diente ihm, der König aber erkannte sie nicht. 5Da erhob sich Adonias, der Sohn der Haggith, und sprach: Ich will König sein! Und er schaffte sich Wagen und Reiter an und fünfzig Mann, welche vor ihm herliefen. 6Sein Vater hatte ihn niemals getadelt, dass er gesagt hätte: Warum hast du dies getan? Er war aber auch sehr schön von Gestalt und der Zweitgeborne nach Absalom. 7Und er traf eine Verabredung mit Joab, dem Sohne Sarvias, und mit dem Priester Abiathar und diese traten auf die Seite Adonias. 8Der Priester Sadok aber und Banajas, der Sohn Jojadas, und der Prophet Nathan und Semei und Rei und die Helden des Heeres Davids hielten es nicht mit Adonias. 9Als nun Adonias Widder und junge Rinder und allerlei Mastvieh bei dem Steine Zoheleth, der nahe bei dem Brunnen Rogel liegt, opferte, lud er alle seine Brüder, die Söhne des Königs, und alle Männer von Juda, welche Diener des Königs waren, ein. 10Den Propheten Nathan aber und Banajas und alle Helden und seinen Bruder Salomon lud er nicht ein. 11Da sprach Nathan zu Bethsabee, der Mutter Salomons: Hast du nicht gehört, dass Adonias, der Sohn der Haggith, König geworden ist, ohne dass unser Herr, David, etwas davon weiß? 12So komm also, nimm Rat von mir an und rette dein Leben, und das Leben deines Sohnes Salomon. 13Gehe hin, tritt vor den König David und sprich zu ihm: Hast du, mein Herr und König, nicht mir, deiner Magd, geschworen und gesprochen: Salomon, dein Sohn, soll nach mir König sein und er soll auf meinem Throne sitzen? Warum ist denn nun Adonias König? 14Und während du noch dort mit dem König redest, werde ich nach dir kommen und deine Rede bekräftigen. 15Da ging Bethsabee zu dem Könige in das innere Gemach; der König aber war sehr gealtert und Abisag, die Sunamitin, bediente ihn. 16Als sich nun Bethsabee verneigte und sich vor dem König niederwarf, sprach der König zu ihr: Was willst du? 17Sie antwortete und sprach: Mein Herr! du hast deiner Magd bei dem Herrn, deinem Gott, geschworen: Salomon, dein Sohn, soll nach mir König sein und er soll auf meinem Throne sitzen. 18Siehe, nun ist Adonias König, ohne dass du es weißt, mein Herr und König! 19Er hat Rinder und allerlei Mastvieh und sehr viele Widder geschlachtet und alle Söhne des Königs, auch Abiathar, den Priester, und Joab, den Anführer des Heeres, eingeladen; deinen Diener Salomon aber hat er nicht eingeladen. 20Doch, mein Herr und König! auf dich schauen die Augen von ganz Israel, dass du ihnen kundtuest, wer nach dir, mein Herr und König! auf deinem Throne sitzen soll. 21Sonst wird es geschehen, dass, wenn mein Herr und König zu seinen Vätern entschlafen ist, ich und mein Sohn Salomon als Verbrecher dastehen werden. 22Während sie noch mit dem Könige redete, kam der Prophet Nathan. 23Da meldeten sie es dem Könige und sprachen: Der Prophet Nathan ist da. Dieser trat vor den König, verneigte sich vor ihm tief bis zur Erde 24und sprach: Mein Herr und König! Hast du gesagt: Adonias soll nach mir König sein und er soll auf meinem Throne sitzen? 25Denn er ist heute hingegangen und hat Ochsen und Mastvieh und sehr viele Widder geschlachtet und hat alle Söhne des Königs und die Anführer des Heeres, auch den Priester Abiathar eingeladen, und sie essen und trinken vor ihm und sagen: Es lebe der König Adonias! 26Mich aber, deinen Diener, und den Priester Sadok und Banajas, den Sohn Jojadas, und Salomon, deinen Diener, hat er nicht eingeladen! 27Ist dies etwa von meinem Herrn, dem Könige, ausgegangen und hast du mich, deinen Diener, nicht wissen lassen, wer auf dem Throne meines Herrn und Königs nach ihm sitzen soll? 28Da antwortete der König David und sprach: Rufet Bethsabee zu mir! Als diese zu dem Könige gekommen war und vor ihm stand, 29schwor der König und sprach: So wahr der Herr lebt, der meine Seele aus aller Bedrängnis errettet hat, 30wie ich dir bei dem Herrn, dem Gott Israels, geschworen und gesagt habe: Dein Sohn Salomon soll nah mir König sein und er soll auf meinem Throne sitzen an meiner Statt, so will ich es heute ausführen! 31Da verneigte sich Bethsabee mit dem Angesichte bis zur Erde, und warf sich vor dem Könige nieder und sprach: David, mein Gebieter, lebe immerdar! 32Dann sprach der König David weiter: Rufet mir den Priester Sadok und den Propheten Nathan und Banajas, den Sohn Jojadas! Als diese vor dem König getreten waren, 33sprach er zu ihnen: Nehmet die Diener eures Herrn mit euch und setzet meinen Sohn Salomon auf mein Maultier und führet ihn nach Gihon! 34Daselbst salbe ihn der Priester Sadok und der Prophet Nathan zum Könige über Israel und lasset in die Posaune stoßen und rufen: Es lebe der König Salomon! 35Sodann ziehet herauf, ihm nach, und er komme und setze sich auf meinen Thron und er sei König an meiner Statt und ich will ihn bestellen, dass er Fürst sei über Israel und über Juda. 36Da antwortete Banajas, der Sohn Jojadas, dem Könige und sprach: Amen! So gefalle es dem Herrn, dem Gott meines Gebieters, des Königs. 37Wie der Herr mit meinem Gebieter, dem Könige, gewesen ist, so möge er mit Salomon sein und seinen Thron noch erhabener machen als den Thron meines Gebieters, des Königs David! 38Der Priester Sadok und der Prophet Nathan und Banajas, der Sohn Jojadas, und die Cerether und Phelether gingen also hinab und setzten Salomon auf das Maultier des Königs David und führten ihn nach Gihon. 39Und der Priester Sadok nahm das Ölhorn aus dem Zelte und salbte Salomon und sie stießen in die Posaune und das ganze Volk rief: Es lebe der König Salomon! 40Dann zog die ganze Menge ihm nach und das Volk spielte auf Flöten und sie freuten sich mit großem Frohlocken, dass die Erde von ihrem Rufen erklang. 41Adonias hörte dies mit allen, die von ihm geladen waren, als das Mahl eben zu Ende war. Da aber Joab den Schall der Posaune hörte, sprach er: Was bedeutet dies Geschrei und Getümmel in der Stadt? 42Während er noch redete, kam Jonathas, der Sohn Abiathars, des Priesters, und Adonias sprach zu ihm: Komm herein, denn du bist ein wackerer Mann und wirst gute Botschaft bringen. 43Da antwortete Jonathas dem Adonias: O nein! Denn unser Herr, König David, hat den Salomon als König eingesetzt. 44Und er hat den Priester Sadok und den Propheten Nathan und Banajas, den Sohn Jojadas, und die Cerether und Phelether mit ihm gesandt, diese haben ihn auf das Maultier des Königs gesetzt 45und der Priester Sadok und der Prophet Nathan haben ihn in Gihon zum König gesalbt und sind von da mit Frohlocken hinaufgezogen, so dass die Stadt davon widerhallt; das ist der Schall, den ihr gehört habt. 46Auch hat sich Salomon auf den Thron des Reiches gesetzt. 47Und die Diener des Königs sind hingegangen, unserm Herrn, dem König David Segen zu wünschen, indem sie sprachen: Gott mache den Thron Salomons noch größer als deinen Namen und mache seinen Thron noch herrlicher als deinen Thron! Und der König beugte sich auf seinem Lager 48und sprach: Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, der heute den gegeben hat, der auf meinem Throne sitzt, so dass meine Augen es sehen! 49Da erschraken alle, die von Adonias geladen waren, und erhoben sich und ein jeder ging seines Weges. 50Adonias aber stand voller Furcht vor Salomon auf, ging hin und fasste das Horn des Altars. 51Sie zeigten es Salomon an und sprachen: Siehe, Adonias hat aus Furcht vor dem Könige Salomon das Horn des Altars erfasst und spricht: König Salomon schwöre mir heute, dass er seinen Diener nicht mit dem Schwerte töten will! 52Da sprach Salomon: Ist er ein guter Mann, so soll auch nicht eines von seinen Haaren zur Erde fallen; wird aber Böses an ihm erfunden, so soll er sterben. 53Der König Salomon sandte also hin und ließ ihn von dem Altare wegholen und er kam und verneigte sich tief vor dem Könige Salomon; Salomon aber sprach zu ihm: Gehe in dein Haus!

Das 1. Buch der Könige 2

1Als aber die Tage herbei kamen, dass David sterben sollte, gebot er seinem Sohne Salomon und sprach: 2Ich gehe den Weg aller Welt, sei stark und zeige dich als Mann 3und habe acht auf das, was der Herr, dein Gott, zu beobachten geboten hat, dass Satzungen, Gebote und Rechte und Zeugnisse beobachtest, wie im Gesetze Moses geschrieben steht, auf dass du weise seiest in allem, was du tust, und überall, wohin du dich wendest: 4damit der Herr seine Verheißung bestätige, welche er mir gegeben, da er sagte: Wenn deine Söhne auf ihre Wege acht haben und vor mir in Wahrheit wandeln, von ganzem Herzen und von ganzer Seele, so soll es dir nimmer an einem männlichen Nachkommen auf dem Throne Israels gebrechen. 5Du weißt ferner, was mir Joab, der Sohn Sarvias, getan, was er den zwei Heerführern Israels, Abner, dem Sohne Ners, und Amasa, den Sohne Jethers, getan hat, da er sie tötete und Blut des Krieges im Frieden vergoss und mit Blut des Kampfes seinen Gürtel befleckte, der um seine Lenden war, und seine Schuhe, die er an seinen Füßen trug. 6So handle also nach deiner Weisheit und lass seine grauen Haare nicht in Frieden in das Totenreich hinabsteigen. 7Hingegen den Söhnen Berzellais, des Galaaditers, erweise Huld und lass sie an deinem Tische essen, denn sie kamen mir entgegen, als ich vor deinem Bruder Absalom floh. 8Auch hast du Semei, den Sohn Geras, des Benjamiten von Bahurim, bei dir, der mich mit schlimmer Lästerung verwünschte, als ich nach der Lagerstadt zog; aber weil er mir entgegen kam, als ich über den Jordan zog, und ich ihm bei dem Herrn geschworen und gesagt habe: Ich will dich nicht mit dem Schwerte töten, 9so lasse du doch nicht zu, dass er ungestraft bleibe. Du bist ein weiser Mann und weißt, was du ihm tun musst, und wirst seine grauen Haare mit Blut in das Totenreich kommen lassen. 10David also entschlief zu seinen Vätern und ward in der Stadt Davids begraben. 11Die Zeit aber, welche David über Israel herrschte, sind vierzig Jahre, in Hebron herrschte er sieben Jahre, in Jerusalem dreiunddreißig. 12Salomon aber saß auf dem Throne seines Vaters David und sein Königtum ward sehr fest begründet. 13Da begab sich Adonias, der Sohn der Haggith, zu Bethsabee, der Mutter Salomons. Sie sprach zu ihm: Ist dein Eintritt friedebedeutend? Er antwortete: Ja! 14Und er fügte hinzu: Ich habe mit dir etwas zu reden. Sie sprach zu ihm: So rede! Jener sprach: 15Du weißt, dass das Königtum mein war und ganz Israel mich zum König über sich aufgestellt hatte; aber nun ist das Königtum mir genommen und meinem Bruder zugefallen, denn ihm ist es von dem Herrn bestimmt. 16Nun habe ich eine einzige Bitte an dich, beschäme mein Angesicht nicht! Sie sprach zu ihm: Rede! 17Da erwiderte er: Ich bitte, sprich doch mit dem Könige Salomon, (denn dir kann er nichts abschlagen) dass er mir Abisag, die Sunamitin, zum Weibe gebe. 18Bethsabee sprach: Wohl, ich will für dich zum Könige reden. 19Als nun Bethsabee zu dem Könige Salomon kam, um für Adonias mit ihm zu reden, stand der König auf und ging ihr entgegen, verneigte sich vor ihr und setzte sich auf seinen Thron; auch für die Mutter des Königs ward ein Thron hingestellt und sie setzte sich zu seiner Rechten. 20Alsdann sprach sie zu ihm: Ich habe eine kleine Bitte an dich zu stellen, beschäme mein Angesicht nicht! Da sprach der König zu ihr: Bitte, meine Mutter! Denn es ziemt sich nicht, dass ich dein Angesicht zurückweise. 21Sie sprach: Lass deinem Bruder Adonias die Sunamitin Abisag zum Weibe geben. 22Da antwortete der König Salomon und sprach zu seiner Mutter: Warum verlangst du die Sunamitin Abisag für Adonias? Verlange auch das Königtum für ihn! Er ist ja mein älterer Bruder und auf seiner Seite steht der Priester Abiathar und Joab, der Sohn Sarvias. 23Und der König Salomon schwur bei dem Herrn und sprach: Gott tue mir dies und das, Adonias hat dies Verlangen gegen sein Leben gestellt! 24So wahr der Herr lebt, der mich bestätigt und mich auf den Thron meines Vaters Davids gesetzt hat, und der mir ein Haus gebaut, wie er gesprochen hat, noch heute soll Adonias getötet werden! 25Und der König Salomon sandte Banajas, den Sohn Jojadas, hin, der jenen tötete, und er starb. 26Zu dem Priester Abiathar aber sprach der König: Gehe nach Anathoth auf dein Besitztum, denn du bist ein Mann des Todes; aber heute will ich dich nicht töten, weil du die Lade Gottes, des Herrn, vor meinem Vater David getragen und alle Mühsal, die mein Vater erduldet hat, mit ihm ertragen hast. 27So verstieß Salomon den Abiathar, dass er nicht mehr Priester des Herrn war, damit das Wort des Herrn erfüllt würde, welches er zu Silo über das Haus Helis gesprochen hatte. 28Als aber die Nachricht davon zu Joab kam, - denn Joab war Adonias gefolgt und war nicht auf die Seite Salomons getreten, - floh Joab in das Zelt des Herrn und erfasste das Horn des Altars. 29Da nun dem Könige Salomon berichtet ward, dass Joab in das Zelt des Herrn geflohen und bei dem Altare sei, sandte Salomon Banajas, den Sohn Jojadas, und sprach: Gehe hin, töte ihn! 30Banajas kam zum Zelte des Herrn und sprach zu jenem: So spricht der König: Komm heraus! Er aber antwortete: Ich komme nicht heraus, sondern hier will ich sterben. Da meldete Banajas dem Könige diese Worte und sprach: So hat Joab gesprochen und so hat er mir geantwortet. 31Der König sprach zu ihm: Tue wie er gesagt hat; töte ihn und begrabe ihn, so wirst du das unschuldige Blut, welches Joab vergossen hat, von mir und von dem Hause meines Vaters entfernen. 32Und der Herr wird sein Blut auf sein Haupt zurückfallen lassen, weil er zwei gerechte Männer getötet hat, die besser waren als er, und weil er sie mit dem Schwerte gemordet hat, ohne dass mein Vater David es wusste, Abner den Sohn Ners, den Heerführer Israels, und Amasa, den Sohn Jethers, den Heerführer Judas. 33So falle ihr Blut auf Joabs Haupt und auf das Haupt seiner Nachkommenschaft auf immer zurück, aber David und seiner Nachkommenschaft und seinem Hause und seinem Throne werde von dem Herrn immerdar Friede zu teil. 34Da ging Banajas, der Sohn Jojadas, hin, griff ihn an und tötete ihn und er ward in seinem Hause in der Wüste begraben. 35Und der König setzte Banajas, den Sohn Jojadas, an seiner Statt über das Heer und Sadok setzte er an Abiathars Statt zum Priester ein. 36Auch sandte der König hin, ließ Semei rufen und sprach zu ihm: Baue dir ein Haus in Jerusalem und wohne daselbst und gehe nicht von dort weg, hierhin oder dorthin. 37An dem Tage aber, an dem du weggehst und den Bach Cedron überschreitest, wisse, musst du den Tod erleiden; dein Blut wird auf dein Haupt kommen! 38Semei antwortete dem Könige: Gut ist dies Wort! Wie mein Herr und König gesprochen hat, so wird dein Diener tun. So wohnte Semei in Jerusalem lange Zeit. 39Nach drei Jahren aber begab es sich, dass Knechte Semeis zu Achis, dem Sohne Maachas, dem Könige von Geth, flohen, und es ward Semei berichtet, dass seine Knechte nach Geth gegangen seien. 40Da machte sich Semei auf, sattelte seinen Esel und zog zu Achis nach Geth, um seine Knechte aufzusuchen, und brachte sie von Geth zurück. 41Als Salomon berichtet ward, dass Semei von Jerusalem nach Geth gegangen und wieder zurückgekommen sei, 42sandte er hin, ließ ihn rufen und sprach zu ihm: Habe ich dir nicht bei dem Herrn geschworen und dir vorhergesagt: An dem Tage, an dem du dahin oder dorthin fortgehst, wisse dies, musst du sterben? Und du hast mir geantwortet: Gut ist das Wort, welches ich gehört habe. 43Warum hast du nun den Schwur bei dem Herrn und den Befehl, den ich dir gegeben, nicht gehalten? 44Und der König sprach weiter zu Semei: Du kennst all das Böse, dessen dein Herz sich bewusst ist, dass du meinem Vater David angetan hast; nun lässt der Herr deine Bosheit auf dein Haupt zurückfallen. 45Der König Salomon aber möge gesegnet sein und der Thron Davids feststehen vor dem Herrn in Ewigkeit. 46Da gab der König Banajas, dem Sohne Jojadas, Befehl und dieser ging hinaus und schlug ihn, dass er starb.

Das 1. Buch der Könige 3

1Als nun das Königtum Salomons befestigt war, verband er sich durch Schwägerschaft mit Pharao, dem Könige von Ägypten; er nahm nämlich dessen Tochter und brachte sie in die Davidsstadt, bis er den Bau seines Hauses und des Hauses des Herrn und der Mauer rings um Jerusalem vollendet hätte. 2Doch opferte das Volk noch auf den Höhen, denn es war dem Namen des Herrn bis auf jenen Tag noch kein Tempel gebaut. 3Salomon aber liebte den Herrn und wandelte nach den Satzungen seines Vaters David, nur dass er auf den Höhen opferte und Räucherwerk anzündete. 4Und er zog nach Gabaon, um daselbst zu opfern, denn dies war die angesehenste Höhe. Tausend Opfertiere brachte Salomon auf jenem Altare zu Gabaon als Brandopfer dar. 5Da erschien der Herr dem Salomon in der Nacht im Traumgesichte und sprach: Begehre, was du willst, dass ich dir geben soll! 6Salomon sprach: Du hast an deinem Diener, meinem Vater David, große Barmherzigkeit getan, wie er denn vor dir wandelte in Wahrheit und Gerechtigkeit und aufrichtigen Herzens gegen dich war; und hast ihm deine große Barmherzigkeit bewahrt und ihm einen Sohn gegeben, der auf seinem Throne sitzt, wie es heute ist. 7Und nun, Herr, Gott, du hast deinen Diener an meines Vaters Statt zum Könige gemacht; ich bin aber doch nur ein schwacher Jüngling und kenne weder meinen Ausgang noch Eingang 8und dein Diener steht inmitten des Volkes, welches du erwählt hast, des zahllosen Volkes, das vor Menge nicht gezählt noch berechnet werden kann. 9So wolltest du denn deinem Diener ein gelehriges Herz geben, dass er dein Volk zu richten und dass er zu unterscheiden wisse zwischen Gut und Böse; denn wer vermöchte dieses Volk zu richten, dies dein so zahlreiches Volk? 10Diese Rede gefiel dem Herrn, dass Salomon solches begehrte. 11Und der Herr sprach zu Salomon: Weil du dies begehrt und nicht um langes Leben noch um Reichtum oder um das Leben deiner Feinde gebeten, sondern dir Weisheit erfleht hast, um das Rechte zu entscheiden, 12siehe, so tue ich dir nach deiner Bitte und gebe dir ein weises und einsichtiges Herz, so dass deines Gleichen nicht vor dir gewesen ist noch nach dir erstehen wird. 13Aber auch das, was du nicht verlangt hast, gebe ich dir: Reichtum nämlich und Ehre, so dass niemand unter allen Königen früherer Tage dir gleichkommt. 14Und wenn du auf meinen Wegen wandelst und meine Gebote und meine Gesetze beobachtest, so wie dein Vater gewandelt ist, so will ich dir ein langes Leben verleihen. 15Da erwachte Salomon und erkannte, dass es ein Traumgesicht gewesen. Als er nun nach Jerusalem kam, trat er vor die Lade des Bundes des Herrn und brachte Brandopfer dar und schlachtete Friedopfer und gab allen seinen Dienern ein großes Mahl. 16Zu der Zeit kamen zwei Buhldirnen zu dem Könige und traten vor ihm. 17Und die eine von ihnen sprach: Ich bitte, mein Gebieter! Ich und dieses Weib wohnten in einem Hause und ich gebar bei ihr im Gemache. 18Am dritten Tage aber, nachdem ich geboren hatte, gebar auch sie; wir waren beisammen und niemand weiter bei uns im Hause, nur wir beide. 19Da starb der Sohn dieses Weibes in der Nacht, denn sie erdrückte ihn im Schlafe. 20Und sie stand in der Stille der Mitternacht auf, nahm meinen Sohn von meiner Seite, während deine Magd schlief, und legte ihn an ihren Busen; aber ihren Sohn, der tot war, legte sie an meinen Busen. 21Als ich nun am Morgen aufstand, um meinen Sohn zu säugen, zeigte es sich, dass er tot war; als ich ihn aber am hellen Tage genauer anschaute, fand ich, dass es nicht der meine ist, den ich geboren hatte. 22Da antwortete das andere Weib: Dem ist nicht so, wie du sagst, sondern dein Sohn ist tot und der meinige lebt. Jene sprach dagegen: Du lügst, denn mein Sohn lebt und dein Sohn ist tot. So stritten sie vor dem Könige. 23Da sprach der König: Diese sagt: Mein Sohn lebt und dein Sohn ist tot, und jene antwortet: Nein, sondern dein Sohn ist tot, der meine aber lebt. 24Darauf befahl der König: Bringet mir ein Schwert herbei! Als nun das Schwert vor den König gebracht war, 25sprach er: Hauet das lebende Kind in zwei Teile und gebet die eine Hälfte der einen und die andere Hälfte der andern! 26Da sprach die Frau, deren Sohn lebte, zu dem Könige (denn ihr Herz ward von Erbarmen für ihren Sohn bewegt): Ich bitte, Herr, gebet dieser das Kind lebend und tötet es nicht! Die andere dagegen rief: Es gehöre weder mir noch dir, sondern es werde geteilt! 27Da antwortete der König und sprach: Gebet dieser das Kind lebend und tötet es nicht! Denn diese ist die Mutter desselben. 28Als nun ganz Israel von dem Urteil hörte, das der König gefällt hatte, fürchteten sie den König, weil sie sahen, dass die Weisheit Gottes ihn erfüllte, recht zu sprechen.