Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).
2. Könige 5
1Naaman, der Heerführer des Königs von Syrien, war ein angesehener Mann bei seinem Herrn und hoch geehrt, denn durch ihn wirkte der Herr in Syrien Heil; dieser Mann war tapfer und reich, aber aussätzig. 2Nun waren einst aus Syrien Streifscharen ausgezogen und hatten aus dem Lande Israel ein kleines Mädchen als Gefangene weggeführt; dasselbe war bei dem Weibe Naamans im Dienste 3und sprach zu ihrer Herrin: Wenn doch mein Herr bei dem Propheten gewesen wäre, welcher in Samaria ist; gewiss würde dieser ihn von dem Aussatze, den er hat, geheilt haben. 4Da ging Naaman zu seinem Herrn, berichtete es ihm und sprach: So und so hat das Mädchen aus dem Lande Israel geredet. 5Der König von Syrien sprach zu ihm: Ziehe hin, ich werde an den König von Israel einen Brief senden. Er also zog hin und nahm zehn Talente Silbers und sechstausend Goldstücke und zehn Festkleider mit sich 6und brachte einen Brief an den König von Israel, der also lautete: Wenn du diesen Brief erhältst, so wisse, dass ich meinen Diener Naaman zu dir sende, damit du ihn von seinem Aussatze heilest. 7Als der König von Israel den Brief gelesen hatte, zerriss er seine Kleider und sprach: Bin ich denn Gott, dass ich töten und lebendig machen kann, dass jener zu mir sendet, ich solle den Mann von seinem Aussatze heilen? Habet acht und sehet, wie er Händel mit mir sucht! 8Als dies Eliseus, der Mann Gottes, hörte, nämlich, dass der König von Israel seine Kleider zerrissen habe, sandte er zu ihm und sprach: Warum hast du deine Kleider zerrissen? Lass ihn zu mir kommen, damit er erfahre, dass ein Prophet in Israel ist. 9Naaman also kam mit Rossen und Wagen zu ihm und hielt vor der Tür des Hauses des Eliseus. 10Da sandte Eliseus einen Boten zu ihm und ließ ihm sagen: Gehe hin und bade dich siebenmal im Jordan, so wird dein Leib wieder gesund werden und du wirst rein sein. 11Da ward Naaman zornig und zog von dannen, indem er sprach: Ich meinte, er werde zu mir herauskommen und den Namen des Herrn, seines Gottes, anrufen und mit seiner Hand die Stelle des Aussatzes berühren und mich so heilen. 12Sind etwa Abana und Pharphar, die Flüsse von Damaskus, nicht besser als alle Wasser Israels, dass ich mich in diesen baden und rein werden soll? Als er sich nun wandte und unwillig davonging, 13traten seine Diener zu ihm heran und sprachen zu ihm: Vater! Auch wenn dich der Prophet etwas Großes geheißen hätte, hättest du es gewiss tun müssen; wie viel mehr, da er nun zu dir gesagt hat: Bade dich, so wirst du rein werden! 14Er zog also hin und badete sich im Jordan siebenmal nach dem Befehle des Mannes Gottes und sein Fleisch ward wieder so hergestellt, als wäre es das Fleisch eines kleinen Knaben, und er wurde rein. 15Nun kehrte er mit seinem ganzen Gefolge zu dem Manne Gottes zurück und kam und trat vor ihn hin und sprach: Wahrlich, ich erkenne, dass kein anderer Gott auf der ganzen Erde ist als allein in Israel! Ich bitte dich also, nimm eine Segensgabe von deinem Diener an. 16Jener aber antwortete: So wahr der Herr lebt, vor dem ich stehe, ich nehme sie nicht an! Und ob er gleich in ihn drang, tat jener dennoch nicht nach seinem Willen. 17Da sprach Naaman: Wie du willst, aber erlaube mir, deinem Diener, so viel Erde mitzunehmen als zwei Maultiere zu tragen vermögen; denn dein Diener wird fortan fremden Göttern keine Brandopfer oder Schlachtopfer mehr darbringen, sondern einzig dem Herrn. 18Nur in diesem einen Stücke mögest du den Herrn für deinen Diener um Nachsicht bitten: Wenn mein Gebieter in den Tempel Remmons geht, um daselbst anzubeten, und ich, während er sich auf meine Hand stützt, im Tempel Remmons mich zur Erde neige, wenn er sich an eben diesem Orte niederwirft, so wolle der Herr deinem Diener in diesem Stücke Verzeihung gewähren. 19Jener sprach zu ihm: Gehe hin in Frieden! So zog er denn hin in der auserlesenen Zeit des Landes. 20Doch Giezi, der Diener des Mannes Gottes, sprach: Mein Herr hat diesen Syrer Naaman geschont, dass er nicht von ihm annahm, was jener brachte; so wahr der Herr lebt, ich will ihm nacheilen und etwas von ihm annehmen. 21Giezi also ging hinter Naaman her. Als dieser ihn in Eile herbeikommen sah, sprang er von dem Wagen herab, ging ihm entgegen und fragte: Steht alles wohl? 22Jener antwortete: Ja! Mein Herr sendet mich zu dir und lässt dir sagen: Soeben sind zwei Jünglinge vom Gebirge Ephraim zu mir gekommen, von den Söhnen der Propheten; gib ihnen ein Talent Silbers und zwei Feierkleider. 23Naaman sprach: Es ist besser, du nimmst zwei Talente. Und er drang in ihn und band zwei Talente Silbers in zwei Säcke, dazu zwei Kleider und legte es zwei von seinen eigenen Dienern auf und diese trugen es vor ihm her. 24Als er nun, schon abends, ankam, nahm er es aus ihren Händen, verwahrte es im Hause und entließ die Männer, die von dannen gingen. 25Alsdann ging er hinein und trat vor seinem Herrn. Da sprach Eliseus: Woher kommst du, Giezi? Dieser antwortete: Dein Diener ist nirgendshin gegangen. 26Jener aber sprach: War mein Geist nicht dabei, als der Mann von seinem Wagen stieg und dir entgegenging? So hast du denn nun Silber empfangen und Kleider erhalten, um Ölgärten und Weinberge, Schafe, Rinder, Knechte und Mägde zu kaufen, 27aber auch der Aussatz Naamans wird dir und deinen Nachkommen immerdar anhaften. Jener ging von ihm hinaus aussätzig wie Schnee.
2. Könige 6
1Die Söhne der Propheten aber sprachen zu Eliseus: Siehe, der Ort, an welchem wir unter deiner Aufsicht wohnen, ist zu eng für uns. 2Lass uns an den Jordan gehen und einen jeden Bauholz aus dem Walde holen, dass wir uns da eine Wohnstätte bauen! Er sprach: Gehet hin! 3Einer von ihnen aber sagte: So komm auch du mit deinen Dienern. Er antwortete: Ich werde kommen. 4Und er machte sich mit ihnen auf den Weg. Als sie nun am Jordan angekommen waren und Holz fällten, 5geschah es, dass, als einer Holz fällte, das Eisen der Axt in das Wasser fiel. Er schrie auf und sprach: Ach, ach, ach, mein Herr! und ich hatte es noch dazu geliehen! 6Der Mann Gottes aber sprach: Wohin ist es gefallen? Als ihm jener den Ort zeigte, schnitt er ein Holz ab und stieß damit hinein, da schwamm das Eisen. 7Hierauf sprach er: Fasse es! Jener streckte seine Hand aus und fasste es. 8Während aber der König von Syrien gegen Israel Krieg führte, hielt er mit seinen Dienern Rat und sprach: An dem und dem Orte wollen wir einen Hinterhalt legen. 9Der Mann Gottes sandte nun zu dem Könige von Israel und ließ ihm sagen: Hüte dich, an jenen Ort zu ziehen, denn dort liegen die Syrer im Hinterhalte. 10Der König von Israel sandte also an den Ort, den ihm der Mann Gottes angegeben hatte, und besetzte ihn zuvor und war daselbst auf seiner Hut, nicht nur einmal oder zweimal. 11Das Herz des Königs von Syrien ward über dieses Ereignis bestürzt und er rief seine Diener zusammen und sprach: Warum zeigt ihr mir nicht an, wer mein Verräter bei dem Könige von Israel ist? 12Einer von seinen Dienern entgegnete: Nicht doch, mein Herr und König! sondern der Prophet Eliseus, welcher in Israel ist, teilt dem Könige von Israel alle Worte mit, welche du in deinem Gemache redest. 13Er sprach zu ihnen: Gehet hin und sehet zu, wo er ist, damit ich hinsende und ihn ergreifen lasse. Sie zeigten es ihm an und sprachen: Siehe, er ist in Dothan! 14Er sandte also Rosse und Wagen und ein starkes Heer dorthin, diese kamen des Nachts an und umringten die Stadt. 15Als aber der Diener des Mannes Gottes am frühen Morgen aufstand und hinausging, sah er das Heer rings um die Stadt und die Rosse und die Wagen und zeigte es ihm an und sprach: Ach, ach, ach, mein Herr! was sollen wir tun? 16Er aber antwortete: Fürchte dich nicht, denn mit uns sind mehr als mit ihnen. 17Alsdann betete Eliseus und sprach: Herr, öffne seine Augen, dass er sehe! Da öffnete der Herr die Augen des Dieners und er sah; siehe, der Berg rings um Eliseus der war mit feurigen Rossen und Wagen bedeckt. 18Während nun die Feinde gegen ihn anrückten, flehte Eliseus zu dem Herrn und sprach: Ich bitte, schlage dieses Volk mit Blindheit! Und der Herr schlug sie, dass sie nicht sahen, nach dem Worte des Eliseus. 19Eliseus aber sprach zu ihnen: Dies ist nicht der Weg und dies ist die Stadt nicht; folget mir, so werde ich euch den Mann zeigen, den ihr sucht. Sodann führte er sie nach Samaria. 20Als sie nach Samaria hineingekommen waren, sprach Eliseus: Herr, öffne ihre Augen, dass sie sehen! Da öffnete der Herr ihre Augen und sie sahen, dass sie mitten in Samaria waren. 21Der König von Israel aber sprach zu Eliseus, als er sie sah: Soll ich sie erschlagen, mein Vater? 22Dieser antwortete: Erschlage sie nicht! Denn du hast sie nicht mit deinem Schwerte und deinem Bogen gefangen genommen, dass du sie erschlagen solltest, sondern setze ihnen Brot und Wasser vor, dass sie essen und trinken, hiernach mögen sie zu ihrem Herrn ziehen. 23Man setzte ihnen also ein großes Mahl vor; und nachdem sie gegessen und getrunken hatten, entließ er sie und sie zogen zu ihrem Herrn hin. Fortan kamen keine Streifscharen von Syrien mehr in das Land Israel. 24Darnach aber begab es sich, dass Benadad, der König von Syrien, sein ganzes Heer sammelte und hinaufzog und Samaria belagerte. 25Und es entstand eine große Hungersnot in Samaria; es wurde so lange belagert, bis der Kopf eines Esels um achtzig Silberlinge verkauft wurde und ein Viertel Kab Taubenmist um fünf Silberlinge. 26Als nun der König von Israel einmal auf der Mauer dahinschritt, rief ihn eine Frau an und sprach: Rette mich, mein Herr und König! 27Er sprach: Rettet dich der Herr nicht, woher kann ich dich retten? Mit etwas von der Tenne oder von der Kelter? Sodann sprach der König zu ihr: Was willst du? Sie antwortete: 28Dieses Weib hier hat zu mir gesagt: Gib deinen Sohn her, dass wir ihn heute essen, und meinen Sohn wollen wir morgen essen. 29So kochten wir denn meinen Sohn und aßen ihn. Am andern Tag sprach ich zu ihr: Gib deinen Sohn her, dass wir ihn essen! Sie aber hielt ihren Sohn verborgen. 30Als der König dies hörte, zerriss er seine Kleider und ging weiter auf der Mauer. Und alles Volk sah das härene Gewand, mit dem er auf bloßem Leibe angetan war. 31Der König sprach: Dies tue mir Gott an und so tue er weiter, wenn der Kopf des Eliseus, des Sohnes Saphats, heute auf ihm sitzen bleibt! 32Eliseus aber saß in seinem Hause und die Ältesten saßen bei ihm. Da sandte der König einen Mann voraus. Ehe aber dieser Bote noch ankam, sprach Eliseus zu den Ältesten: Wisset ihr auch, dass dieser Mörderssohn hersendet, um mir den Kopf abzuschlagen? Gebet denn acht! Wenn der Bote kommt, schließet die Türe zu und lasset ihn nicht hereinkommen; denn sehet, das Geräusch der Füße seines Herrn ist hinter ihm. 33Noch redete er mit ihnen, da erschien der Bote, der zu ihm kam. Und er sprach: Siehe, so großes Unglück ist von dem Herrn; was soll ich noch von dem Herrn erwarten?
2. Könige 7
1Eliseus aber sprach: Höret das Wort des Herrn! So spricht der Herr: Morgen um diese Zeit wird ein Scheffel feines Mehl einen Stater gelten, und zwei Scheffel Gerste einen Stater im Tore von Samaria. 2Da antwortete einer von den Obersten, auf dessen Hand der König sich stützte, dem Manne Gottes und sprach: Wenn der Herr auch Schleusen am Himmel auftun wollte, könnte das wohl geschehen, was du sagst? Er antwortete: Mit deinen Augen wirst du es sehen, aber nicht davon essen! 3Nun waren an dem Eingange des Tores vier aussätzige Männer, diese sprachen zueinander: Was wollen wir hier bleiben, bis wir sterben? 4Wir mögen in die Stadt gehen, so werden wir Hungers sterben; wir mögen hier bleiben, so müssen wir sterben; kommet also und lasset uns in das Lager der Syrer hinüberfliehen. Schonen sie unser, so werden wir am Leben bleiben; wollen sie uns aber töten, so müssen wir ja ohnedies sterben. 5Sie machten sich also am Abend auf, um in das Lager der Syrer zu gehen. Als sie an den Eingang des Lagers der Syrer kamen, fanden sie daselbst niemand. 6Denn der Herr hatte gemacht, dass man im Lager der Syrer ein Getöse von Wagen und Rossen und eines sehr großen Heeres hörte; da sprachen sie zueinander: Sehet, der König von Israel hat die Könige der Hethiter und Ägypter wider uns gedungen und sie sind über uns gekommen. 7Darum brachen sie auf und flohen, als es finster war, und ließen ihre Zelte und die Rosse und Esel im Lager zurück und flohen, von dem einzigen Wunsche getrieben, ihr Leben zu retten. 8Als nun jene Aussätzigen zu dem Eingange des Lagers gekommen waren, gingen sie in ein Zelt und aßen und tranken und nahmen Silber und Gold und Kleider daraus weg und gingen hin und verbargen es; alsdann gingen sie wieder in ein anderes Zelt und nahmen von da ebenfalls hinweg und verbargen es. 9Dann aber sprachen sie zueinander: Wir tun nicht recht! Denn dieser Tag ist ein Tag guter Botschaft. Wenn wir schweigen und es bis zum Morgen nicht berichten wollten, wird man es uns als Verbrechen anrechnen; kommet, lasset uns gehen und es im Palaste des Königs melden. 10So kamen sie denn zum Stadttore und erzählten es ihnen und sprachen: Wir sind in das Lager der Syrer gegangen und haben daselbst keinen Menschen gefunden, nur angebundene Pferde und Esel und die aufgeschlagenen Zelte. 11Da gingen die Torwächter hin und berichteten es drinnen im Palaste des Königs. 12Dieser stand in der Nacht auf und sprach zu seinen Dienern: Ich will euch sagen, was uns die Syrer getan haben. Sie wissen, dass wir Hunger leiden, und darum sind sie aus dem Lager gezogen und haben sich auf dem Felde versteckt, indem sie sagen: Wenn sie aus der Stadt herauskommen, wollen wir sie lebendig gefangen nehmen, und dann werden wir in die Stadt eindringen können. 13Da antwortete einer von seinen Dienern: Wir wollen die fünf Pferde nehmen, welche in der Stadt übriggeblieben sind (denn diese allein noch sind unter der ganzen Menge Israels da, weil die andern verzehrt sind) und wollen sie hinsenden, so werden wir Kundschaft erhalten können. 14So führten sie denn zwei Pferde herbei und der König sandte sie in das Lager der Syrer und sprach: Ziehet hin und sehet zu! 15Sie zogen ihnen nach bis an den Jordan; siehe, da war der ganze Weg voll von Kleidern und Geräten, welche die Syrer weggeworfen hatten, als sie in Verwirrung gerieten, und die Boten kehrten zurück und meldeten es dem Könige. 16Nun zog das Volk hinaus und plünderte das Lager der Syrer und es kostete ein Scheffel feines Mehl einen Stater und zwei Scheffel Gerste einen Stater nach dem Worte des Herrn. 17Der König bestellte also den Obersten, auf dessen Hand er sich stützte, zur Aufsicht bei dem Tore. Das Volk aber zertrat ihn am Eingang des Tores und er starb, so wie der Mann Gottes geredet, als der König zu ihm hinabgekommen war. 18Und es geschah nach dem Worte des Mannes Gottes, das er zum Könige geredet hatte, da er sprach: Zwei Scheffel Gerste werden einen Stater und ein Scheffel Weißmehl einen Stater gelten im Tore von Samaria, morgen um diese Zeit, 19als jener Oberste dem Manne Gottes antwortete und sprach: Wenn der Herr auch Schleusen am Himmel öffnete, könnte wohl das geschehen, was du redest? Und er dann zu ihm sprach: Du wirst es mit deinen Augen sehen, aber nicht davon essen! 20So erging es ihm also, wie es ihm vorhergesagt war, das Volk zertrat ihn im Tore und er starb.
2. Könige 8
1Eliseus aber redete zu der Frau, deren Sohn er lebendig gemacht hatte, und sprach: Mache dich auf und gehe mit deiner Familie fort und weile, wo du eine Stätte finden wirst; denn der Herr hat den Hunger herbeigerufen und dieser wird über das Land kommen sieben Jahre hindurch. 2Da machte sie sich auf und tat nach dem Worte des Mannes Gottes und ging mit ihrer Familie aus dem Lande der Philister geraume Zeit. 3Als aber die sieben Jahre zu Ende waren, kehrte die Frau aus dem Lande der Philister zurück und ging, den König wegen ihres Hauses und ihrer Äcker anzurufen. 4Der König aber redete gerade mit Giezi, dem Diener des Mannes Gottes, und sprach: Erzähle mir alle die großen Taten, welche Eliseus verrichtet hat. 5Als er nun dem Könige erzählte, wie jener einen Toten erweckt hatte, erschien die Frau, deren Sohn er wieder lebendig gemacht hatte, und rief den König wegen ihres Hauses und ihrer Äcker an. Da sprach Giezi: Mein Herr und König! dies ist die Frau und dies ist ihr Sohn, den Eliseus wieder erweckt hat. 6Darauf fragte der König die Frau und sie erzählte es ihm. Da gab ihr der König einen Kämmerer mit und sprach: Stelle ihr alles zurück, was ihr gehört, und die gesamten Erzeugnisse ihrer Äcker von dem Tage an, wo sie das Land verließ, bis jetzt. 7Einst kam Eliseus nach Damaskus, Benadad aber, der König von Syrien, war krank; da berichtete man ihm und sprach: Der Mann Gottes ist hierher gekommen! 8Der König sprach zu Hazael: Nimm Geschenke mit dir, gehe dem Manne Gottes entgegen und befrage den Herrn durch ihn und sprich: Werde ich von dieser meiner Krankheit wieder aufkommen können? 9Hazael also ging ihm entgegen und hatte Geschenke bei sich und allerlei Kostbarkeiten von Damaskus, eine Ladung von vierzig Kamelen. Als er nun vor Eliseus getreten war, sprach er: Dein Sohn Benadad, der König von Syrien, sendet mich zu dir und lässt sagen: Werde ich von dieser meiner Krankheit genesen können? 10Eliseus sprach zu ihm: Gehe hin und sage ihm: Du wirst genesen; ferner hat der Herr mir kundgegeben, dass er sterben wird. 11Und er stand bei ihm und ward starr bis zur Entstellung des Angesichts und der Mann Gottes weinte. 12Da sprach Hazael zu ihm: Warum weint mein Herr? Er aber sprach: Weil ich weiß, was du den Söhnen Israels Böses tun wirst. Ihre festen Städte wirst du mit Feuer verbrennen, ihre Jünglinge mit dem Schwerte töten, ihre Kinder zerschmettern und die Schwangeren aufschneiden. 13Hazael sprach: Was bin ich, dein Diener, ein Hund, dass ich so große Dinge tun sollte? Eliseus antwortete: Der Herr hat mir kundgegeben, dass du König von Syrien werden wirst. 14Hierauf ging er von Eliseus weg und kam zu seinem Herrn. Dieser sprach zu ihm: Was hat dir Eliseus gesagt? Er antwortete: Er hat mir gesagt: Du wirst die Gesundheit wieder erlangen. 15Als aber der andere Tag kam, nahm Hazael eine Decke, goss Wasser darauf und breitete sie über das Angesicht des Königs; und als dieser starb, ward Hazael König an seiner Statt. 16Im fünften Jahre Jorams, des Sohnes Achabs, des Königs von Israel, und Josaphats, des Königs von Juda, ward Joram, der Sohn Josaphats, König von Juda. 17Er war zweiunddreißig Jahre alt, als er zu herrschen begann, und herrschte acht Jahre in Jerusalem. 18Er wandelte auf den Wegen der Könige von Israel, wie das Haus Achabs gewandelt war, denn die Tochter Achabs war sein Weib, und er tat, was in den Augen des Herrn böse ist. 19Der Herr aber wollte Juda nicht verderben, um seines Dieners David willen, wie er ihm verheißen hatte, dass er ihm und seinen Söhnen allzeit eine Leuchte geben werde. 20Zu seiner Zeit fielen die Edomiter ab, um nicht unter Juda zu stehen, und setzten einen König über sich. 21Da kam Joram nach Seira und alle Wagen mit ihm; und er machte sich des Nachts auf und schlug die Edomiter, die ihn umringt hatten, und die Obersten der Wagen, das Volk aber floh in seine Hütten. 22So fielen die Edomiter ab, um nicht mehr Juda untertan zu sein, bis auf den heutigen Tag. Damals fiel auch Lobna ab. 23Was aber sonst von Joram zu sagen ist, und alles, was er getan hat, ist das nicht in den Jahrbüchern der Könige von Juda beschrieben? 24Und Joram entschlief zu seinen Vätern, und wurde bei ihnen in der Davidsstadt begraben und Ochozias, sein Sohn, ward König an seiner Statt. 25Im zwölften Jahre Jorams, des Sohnes Achabs, des Königs von Israel, wurde Ochozias, der Sohn Jorams, des Königs von Juda, König. 26Zweiundzwanzig Jahre war Ochozias alt, als er zu herrschen begann, und ein Jahr herrschte er in Jerusalem; der Name seiner Mutter war Athalia, eine Tochter Amris, des Königs von Israel. 27Er wandelte auf den Wegen des Hauses Achabs und tat, was vor dem Herrn böse ist, wie das Haus Achabs; denn er war der Schwiegersohn des Hauses Achabs. 28Er zog auch mit Joram, dem Sohne Achabs, in den Krieg gegen Hazael, den König von Syrien, bei Ramoth Galaad, und die Syrer verwundeten Joram. 29Da kehrte dieser um, um in Jezrahel geheilt zu werden, denn die Syrer hatten ihn bei Ramoth verwundet, als er gegen Hazael, den König von Syrien, kämpfte. Ochozias aber, der Sohn Jorams, der König von Juda, zog hinab, Joram, den Sohn Achabs, in Jezrahel zu besuchen, weil er daselbst krank lag.