Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).
2. Könige 1
1Moab aber lehnte sich auf wider Israel, nachdem Achab gestorben war. 2Und Ochozias fiel durch das Gitter seines Obergemaches in Samaria und ward krank. Da sandte er Boten und sprach zu ihnen: Gehet hin und befraget Beelzebub, den Gott von Akkaron, ob ich aus dieser Krankheit mit dem Leben davonkommen kann. 3Der Engel des Herrn aber redete zu Elias, dem Thesbiter, und sprach: Mache dich auf und gehe den Boten des Königs von Samaria entgegen und sprich zu ihnen: Ist denn kein Gott in Israel, dass ihr hingehet, den Beelzebub, den Gott des Akkarons zu befragen? 4Darum spricht der Herr also: Von dem Lager, das du bestiegen hast, wirst du nicht herabsteigen, sondern des Todes sterben! Und Elias ging von dannen. 5Da kehrten die Boten wieder zu Ochozias zurück und dieser sprach zu ihnen: Warum seid ihr zurückgekehrt? 6Sie antworteten ihm: Ein Mann begegnete uns und sprach zu uns: Gehet und kehret zurück zu dem Könige, der euch gesandt hat, und saget zu ihm: So spricht der Herr: Hast du etwa, weil kein Gott in Israel war, hingesendet, Beelzebub, den Gott Akkarons, zu befragen? Darum sollst du von dem Lager, das du bestiegen hast, nicht herabsteigen, sondern des Todes sterben! 7Da sprach er zu ihnen: Welches war die Gestalt und die Kleidung des Mannes, der euch begegnete und diese Worte redete? 8Sie antworteten: Es war ein haariger Mann und an den Lenden mit einem ledernen Riemen umgürtet. Da sprach er: Das ist Elias, der Thesbiter! 9Hierauf sandte er einen Hauptmann über fünfzig zu ihm und die fünfzig, welche diesem untergeben waren. Dieser stieg zu ihm hinan und sprach zu ihm, der auf der Höhe des Berges saß: Mann Gottes! der König befiehlt dir herabzukommen. 10Elias antwortete und sprach zu dem Hauptmann über fünfzig: Wenn ich ein Mann Gottes bin, so falle Feuer vom Himmel herab und verzehre dich und deine fünfzig! Da fiel Feuer vom Himmel und verzehrte ihn und die fünfzig, welche bei ihm waren. 11Hierauf sandte er wiederum einen andern Hauptmann über fünfzig und die fünfzig mit ihm aus. Dieser sprach zu ihm: Mann Gottes! so spricht der König: Komme eilends herab! 12Elias antwortete und sprach: Bin ich ein Mann Gottes, so falle Feuer vom Himmel und verzehre dich und deine fünfzig! Alsbald fiel Feuer vom Himmel und verzehrte ihn und seine fünfzig. 13Nun sandte der König nochmals einen dritten Hauptmann über fünfzig und die fünfzig, welche unter ihm standen. Als dieser ankam, beugte er die Kniee vor Elias, flehte ihn an und sprach: Mann Gottes! lass doch meine Seele und die Seelen deiner Diener, die bei mir sind, nicht verächtlich vor dir sein! 14Siehe, es ist Feuer vom Himmel gefallen und hat die zwei ersten Hauptleute über fünfzig verzehrt samt den fünfzigen, welche bei ihnen waren; nun aber bitte ich, erbarme dich meiner Seele. 15Da redete der Engel des Herrn zu Elias und sprach: Gehe mit ihm hinab, fürchte dich nicht! Er stand also auf und ging mit ihm hinab zu dem Könige 16und sprach zu diesem: So spricht der Herr: Weil du Boten gesandt hast, um Beelzebub, den Gott Akkarons, zu befragen, als ob kein Gott in Israel wäre, dessen Ausspruch du einholen könntest, deshalb wirst du von dem Lager, das du bestiegen, nicht herabsteigen, sondern wirst des Todes sterben! 17So starb er nach dem Worte des Herrn, welches Elias gesprochen, und sein Bruder Joram ward König, an seiner Statt, im zweiten Jahre Jorams, des Sohnes Josaphats, des Königs von Juda, denn er hatte keinen Sohn. 18Was aber sonst von Ochozias zu sagen ist, was er getan hat, ist das nicht in den Jahrbüchern der Könige von Israel beschrieben?
2. Könige 2
1Es begab sich aber zu der Zeit, da der Herr den Elias im Sturme gen Himmel aufheben wollte, gingen Elias und Eliseus von Galgala fort. 2Und Elias sprach zu Eliseus: Bleibe hier, denn der Herr sendet mich nach Bethel. Eliseus aber antwortete ihm: So wahr der Herr lebt und du lebst, werde ich dich nicht verlassen! Als sie nun nach Bethel gekommen waren, 3gingen die Söhne der Propheten, welche in Bethel waren, zu Eliseus hinaus und sprachen zu ihm: Weißt du, dass der Herr heute deinen Herrn von dir nehmen wird? Er antwortete: Auch ich weiß es, schweiget still! 4Da sprach Elias zu Eliseus: Bleibe hier, denn der Herr sendet mich nach Jericho. Dieser erwiderte: So wahr der Herr lebt und du lebst, ich werde dich nicht verlassen. Als sie nun nach Jericho kamen, 5traten die Söhne der Propheten, die in Jericho waren, zu Eliseus und sprachen zu ihm: Weißt du dass der Herr heute deinen Herrn von dir nehmen wird? Er sprach: Auch ich weiß es, schweiget still! 6Elias aber sprach zu ihm: Bleibe hier, denn der Herr sendet mich an den Jordan. Er antwortete: So wahr der Herr lebt und deine Seele lebt, ich werde dich nicht verlassen! So gingen denn beide miteinander 7und fünfzig von den Söhnen der Propheten folgten ihnen und blieben gegenüber in der Ferne stehen, jene beide aber standen am Jordan. 8Da nahm Elias seinen Mantel, faltete ihn zusammen und schlug damit in das Wasser, und es zerteilte sich nach beiden Seiten, so dass beide im Trockenen hindurchgingen. 9Als sie nun hinübergegangen waren, sprach Elias zu Eliseus: Verlange, was ich dir tun soll, ehe ich von dir genommen werde. Eliseus sprach: Ich bitte, dass mir dein Geist doppelt zu teil werde! 10Er antwortete: Du hast etwas Schweres verlangt; indes falls du mich siehest, wenn ich von dir genommen werde, so wird dir zuteil werden, um was du gebeten; wenn du mich aber nicht siehst, so wird es nicht geschehen. 11Während sie nun weitergingen und im Gehen redeten, siehe, da erschien ein feuriger Wagen mit feurigen Pferden und trennte beide voneinander; und Elias fuhr im Sturme gen Himmel. 12Als Eliseus dies sah, rief er: mein Vater, mein Vater, Wagen Israels und sein Lenker! Und als er ihn nicht mehr sah, fasste er seine Kleider und zerriss sie in zwei Teile. 13Alsdann hob er den Mantel des Elias auf, welcher diesem entfallen war, kehrte um, trat an das Ufer des Jordans 14und schlug mit dem Mantel des Elias, der diesem entfallen war, in das Wasser, aber es teilte sich nicht. Da sprach er: Wo ist denn jetzt der Gott des Elias? Dann schlug er in das Wasser und es teilte sich hierhin und dorthin und Eliseus ging hindurch. 15Als die Söhne der Propheten, welche in Jericho gegenüber waren, dies sahen, sprachen sie: Der Geist des Elias hat sich auf Eliseus niedergelassen. Und sie kamen ihm entgegen und warfen sich vor ihm nieder, mit dem Angesichte zur Erde, 16und sprachen zu ihm: Siehe, unter deinen Dienern sind fünfzig rüstige Männer, die hingehen und deinen Herrn suchen können, vielleicht hat ihn der Geist des Herrn entrückt und auf einen der Berge oder in eines der Täler versetzt. Er aber sprach: Sendet nicht aus. 17Da drangen sie in ihn, bis er einwilligte, und sprach: So sendet aus! Und sie sandten fünfzig Männer aus. Als diese drei Tage gesucht hatten und ihn nicht fanden, 18kehrten sie zu ihm zurück. Er weilte aber noch in Jericho und sprach zu ihnen: Habe ich euch nicht gesagt: Sendet nicht aus! 19Da sprachen die Männer der Stadt zu Eliseus: Siehe, es lässt sich in dieser Stadt gut wohnen, wie du, Herr, selbst siehst, aber das Wasser ist schlecht und das Land ist unfruchtbar. 20Er sprach: Bringet mir ein neues Gefäß und werfet Salz in dasselbe! Als sie dies gebracht hatten, 21ging er hinaus zu der Wasserquelle, warf das Salz hinein und sprach: So spricht der Herr: Ich habe dies Wasser geheilt und fortan wird kein Tod noch Unfruchtbarkeit darin sein. 22So ward das Wasser geheilt bis auf diesen Tag, nach dem Worte, das Eliseus geredet. 23Von dort aber zog er nach Bethel. Als er nun des Weges ging, kamen kleine Knaben aus der Stadt heraus, verspotteten ihn und sprachen: Komm herauf, Kahlkopf! Komm herauf, Kahlkopf! 24Da wandte er sich um und sah sie und verfluchte sie im Namen des Herrn. Da kamen zwei Bären aus dem Walde und zerrissen von ihnen zweiundvierzig Knaben. 25Er aber ging von dort auf den Berg Karmel und kehrte von da nach Samaria zurück.
2. Könige 3
1Joram aber, der Sohn Achabs, wurde König über Israel in Samaria im achtzehnten Jahre Josaphats, des Königs von Juda. Er herrschte zwölf Jahre. 2Er tat aber, was vor dem Herrn böse war, jedoch nicht wie sein Vater und seine Mutter; denn er nahm die Bildsäulen des Baal weg, welche sein Vater errichtet hatte. 3Indes an den Sünden Jeroboams, des Sohnes Nabats, welcher Israel zur Sünde verleitet hatte, hielt er fest und ließ nicht davon ab. 4Mesa aber, der König von Moab, hielt viele Schafherden und gab dem Könige von Israel als Tribut hunderttausend Lämmer und hunderttausend Widder mit ihrer Wolle. 5Als nun Achab gestorben war, brach er das Bündnis, das er mit dem Könige von Israel hatte. 6Es zog demnach König Joram zu jener Zeit von Samaria aus und musterte ganz Israel. 7Und er sandte zu Josaphat, dem Könige von Juda, und ließ ihm sagen: Der König von Moab ist von mir abgefallen, so ziehe mit mir in den Krieg gegen ihn. Jener antwortete: Ich will hinziehen; wer mein ist, der ist dein, mein Volk ist dein Volk und meine Rosse sind deine Rosse. 8Da sprach er: Auf welchem Wege sollen wir hinziehen? Jener antwortete: Durch die Wüste von Idumäa. 9So zogen denn der König von Israel, der König von Juda und der König von Edom hin und sie zogen eine Strecke von sieben Tagen umher, das Heer aber und das Vieh, das ihnen folgte, hatte kein Wasser. 10Da sprach der König von Israel: Ach, ach, ach! Der Herr hat uns drei Könige vereinigt, um uns in die Hände der Moabiter zu überliefern. 11Josaphat aber sprach: Ist kein Prophet des Herrn hier, dass wir durch ihn zu dem Herrn flehen? Da antwortete einer von den Dienern des Königs von Israel: Hier ist Eliseus, der Sohn Saphats, welcher das Wasser auf die Hände des Elias goß. 12Josaphat sprach: Bei ihm ist das Wort des Herrn! Alsbald zog der König von Israel und Josaphat, der König von Juda, und der König von Edom zu ihm hinab. 13Eliseus aber sprach zu dem Könige von Israel: Was habe ich mit dir zu schaffen? Gehe zu den Propheten deines Vaters und deiner Mutter! Da sprach der König von Israel zu ihm: Warum hat der Herr diese drei Könige vereinigt, um sie in die Hände Moabs zu geben? 14Eliseus antwortete ihm: So wahr der Herr der Heerscharen lebt, vor dessen Angesichte ich stehe, wenn ich nicht auf das Angesicht Josaphats, des Königs von Juda, schaute, so würde ich deiner nicht achten noch dich ansehen! 15Aber nun führet mir einen Harfenspieler herbei! Als nun der Harfenspieler spielte, kam die Hand des Herrn über ihn und er sprach: 16So spricht der Herr: Machet an dem Rinnsale dieses Baches Grube an Grube, 17denn so spricht der Herr: Ihr werdet weder Wind noch Regen sehen und dieses Rinnsal soll dennoch mit Wasser angefüllt werden, so dass ihr und euer Gesinde und euer Vieh trinken werdet. 18Und dies ist noch zu wenig in den Augen des Herrn, überdies wird er auch Moab in eure Hände überliefern. 19Und ihr werdet alle festen Städte und alle auserlesenen Städte schlagen und alle fruchttragenden Bäume umhauen und alle Wasserquellen verstopfen und sämtliche auserlesene Äcker mit Steinen bedecken. 20Als es nun Morgen ward, um die Zeit, wo man das Opfer darzubringen pflegt, siehe, da kam Wasser auf dem Wege von Edom her und das Land füllte sich mit Wasser. 21Als nun sämtliche Moabiter hörten, dass die Könige herangezogen seien, um mit ihnen zu kämpfen, riefen sie alle zusammen, die ein Schwertgehänge trugen, und stellten sich an der Grenze auf. 22Am frühen Morgen aber machten sie sich auf; da sahen sie, als die Sonne schon über dem Wasser aufging, das Wasser vor sich rot wie Blut 23und sprachen: Das Blut ist vom Kampfe, die Könige haben gegeneinander gekämpft und einer den anderen geschlagen; rücke nun aus zur Beute, Moab! 24Als sie aber zum Lager Israels kamen, erhob sich Israel und schlug Moab und jene flohen vor ihnen. So rückten die Sieger vor und schlugen Moab 25und zerstörten die Städte und auf alle guten Äcker warfen sie Steine und bedeckten sie damit; und sie verstopften alle Wasserquellen und hieben alle Fruchtbäume um, so dass nur die Ziegelmauern übrigblieben, und die Stadt ward von den Schleuderern umringt und großenteils zerstört. 26Als der König von Moab dies sah, nämlich, dass die Feinde gesiegt hatten, nahm er mit sich siebenhundert Mann, welche das Schwert führten, um sich auf den König von Edom zu werfen, aber sie vermochten es nicht. 27Da nahm er seinen erstgeborenen Sohn, der an seiner Statt herrschen sollte, und brachte ihn als Brandopfer auf der Mauer dar, und ein gewaltiger Unwille entstand unter Israel, und alsbald ließen sie von ihm ab und kehrten in ihr Land zurück.
2. Könige 4
1Eine aber von den Frauen der Propheten rief Eliseus an und sprach: Dein Diener, mein Mann, ist gestorben und du weißt, dass dein Diener den Herrn fürchtete; siehe, jetzt kommt der Gläubiger, um meine zwei Söhne zu nehmen, dass sie ihm dienstbar werden. 2Da sprach Eliseus zu ihr: Was willst du, dass ich dir tue? Sage mir, was hast du in deinem Hause? Sie antwortete: Ich, deine Magd, habe nichts in meinem Hause, außer ein wenig Öl, mich damit zu salben. 3Da befahl er ihr: Gehe hin und borge dir von allen deinen Nachbarn leere Gefäße, nicht wenige. 4Alsdann geh in dein Haus und verschließe deine Tür, wenn du mit deinen Söhnen darinnen bist, und gieße aus jenem in alle diese Gefäße ein, und wenn sie voll sind, nimm sie weg! 5Da ging das Weib hin und schloss die Tür hinter sich und ihren Söhnen und diese reichten die Gefäße, sie aber goss in dieselben ein. 6Als nun die Gefäße voll waren, sprach sie zu ihrem Sohne: Bringe mir noch ein Gefäß her! Dieser aber antwortete: Ich habe ´keines mehr! Und das Öl stand still. 7Da ging sie hin und zeigte es dem Manne Gottes an, er aber sprach: Gehe hin, verkaufe das Öl und bezahle deinen Gläubiger; du aber und deine Söhne lebet von dem übrigen. 8Es geschah nun eines Tages, dass Eliseus durch Sunam zog; daselbst wohnte eine angesehene Frau, welche ihn anhielt, dass er Speise zu sich nehme, und so oft er dort vorüberzog, kehrte er bei ihr ein, um Speise zu sich zu nehmen. 9Diese sprach zu ihrem Mann: Ich merke, dass dieser Mann, welcher so oft bei uns durchzieht, ein heiliger Mann Gottes ist. 10Darum lass uns ihm ein kleines Gemach einrichten, ein Bett, einen Tisch und Stuhl und Leuchter hineinsetzen, dass er dort bleibe, wenn er zu uns kommt. 11So begab es sich eines Tages, dass er dorthin kam und in das Gemach einkehrte und daselbst ruhte. 12Da sprach er zu seinem Diener Giezi: Rufe die Sunamitin dort! Als dieser sie gerufen und sie vor ihn trat, 13sprach er zu seinem Diener: Sage zu ihr: Siehe, du hast uns in allem eifrig bedient, was willst du, dass ich dir tun soll? Hast du etwa ein Anliegen und willst du, dass ich mit dem Könige oder mit dem Heerführer rede? Sie antwortete: Ich wohne inmitten meines Volkes. 14Er sprach: Was will sie also, dass ich ihr tue? Giezi antwortete: Frage nicht! Sie hat ja keinen Sohn und ihr Mann ist alt. 15Da befahl er ihm, sie zu rufen. Als dieser sie gerufen hatte und sie vor dem Eingange stand, 16sprach er zu ihr: Um diese Zeit und zu eben dieser Stunde, da du lebst, wirst du einen Sohn in deinem Leibe haben. Sie aber antwortete: Ich bitte, mein Herr, Mann Gottes, sage doch deiner Magd nichts Unwahres! 17Und die Frau empfing und gebar einen Sohn, um die Zeit und um die Stunde, die Eliseus bezeichnet hatte. 18Und der Knabe ward groß. Da geschah es eines Tages, dass er zu seinem Vater, zu den Schnittern herausging; 19dort sprach er zu seinem Vater: Mein Kopf tut mir weh, mein Kopf tut mir weh! Dieser befahl seinem Knechte: Nimm ihn und bringe ihn zu seiner Mutter! 20Da nahm er ihn und brachte ihn zu seiner Mutter; diese legte ihn auf ihre Kniee bis zum Mittag, als dann starb er. 21Da ging sie hinauf, legte ihn auf das Bett des Mannes Gottes, schloss die Tür, und als sie außen war, 22rief sie ihren Mann und sprach: Ich bitte, sende einen von den Knechten mit mir und gib mir eine Eselin, dass ich zu dem Manne Gottes eile und wiederkomme. 23Dieser aber sprach: Warum gehst du zu ihm? Es ist heute nicht Neumond noch Sabbat. Sie antwortete: Ich will gehen! 24Als sie nun die Eselin gesattelt hatte, befahl sie dem Knechte: Treibe und eile und mache mir keinen Aufenthalt auf dem Wege und tue das, was ich dir befehle! 25So zog sie denn hin und kam zu dem Manne Gottes auf den Berg Karmel. Als der Mann Gottes sie von ferne sah, sprach er zu Giezi, seinem Diener: Siehe, da kommt die Sunamitin! 26Gehe ihr doch entgegen und sprich zu ihr: Geht es dir wohl und deinem Mann und deinem Sohn? Sie antwortete: Ja. 27Als sie aber zu dem Manne Gottes auf den Berg kam, umfasste sie seine Füße; doch Giezi trat hinzu, um sie zu entfernen. Der Mann Gottes indes sprach: Lass sie! Denn ihre Seele ist betrübt und der Herr hat es mir verborgen und es mir nicht kundgetan. 28Sie sprach zu ihm: Habe ich denn einen Sohn von meinem Herrn begehrt? Habe ich dir nicht gesagt: Täusche mich nicht? 29Er sprach zu Giezi: Umgürte deine Lenden, nimm meinen Stab und gehe hin! Begegnet dir ein Mensch, so grüße ihn nicht, und grüßt dich jemand, so antworte ihm nicht, und lege meinen Stab auf das Angesicht des Knaben. 30Die Mutter des Knaben aber sprach: So wahr der Herr lebt und deine Seele lebt, ich lasse dich nicht! Alsbald machte er sich auf und folgte ihr. 31Giezi aber war ihnen vorausgegangen und hatte den Stab auf das Angesicht des Knaben gelegt, doch da war weder Laut noch Lebenszeichen. Da kehrte er um, ging ihm entgegen, meldete ihm und sprach: Der Knabe ist nicht aufgestanden. 32Als nun Eliseus in das Haus kam, siehe, da lag der Knabe tot auf seinem Bette. 33Da ging er hinein, verschloss die Türe hinter sich und hinter dem Knaben und betete zu dem Herrn. 34Sodann stieg er hinauf, streckte sich über den Knaben, legte seinen Mund auf dessen Mund und seine Augen auf dessen Augen und seine Hände auf dessen Hände und beugte sich hin über ihn, da ward der Leib des Knaben warm. 35Dann wendete er sich wieder weg und ging im Hause einmal hin und her, alsdann stieg er wieder hinauf und streckte sich über den Knaben; da gähnte derselbe siebenmal und tat seine Augen auf. 36Hierauf rief Eliseus Giezi und sprach zu ihm: Rufe die Sunamitin! Sie kam auf den Ruf und ging zu ihm hinein. Und er sprach: Nimm deinen Sohn! 37Jene kam, fiel ihm zu Füßen und verneigte sich bis zur Erde, alsdann nahm sie ihren Sohn und ging hinaus. 38Hierauf kehrte Eliseus wieder nach Galgala zurück. Es herrschte aber eine Hungersnot im Lande und die Söhne der Propheten wohnten unter seiner Aufsicht. 39Und einer ging auf das Feld hinaus, um Feldkräuter zu sammeln; dort fand er etwas wie eine Feldranke, sammelte von derselben wilde Kürbisse, füllte seinen Mantel damit, kam heim und schnitt sie in den Gemüsetopf; er wusste nämlich nicht, was es war. 40Darauf richteten sie dieselben für die Genossen an, dass sie aßen; doch als sie von dem Gekochten gekostet hatten, schrieen sie und sprachen: Der Tod ist im Topfe, Mann Gottes! Und sie konnten es nicht essen. 41Er aber sprach: Bringet Mehl herbei! Als sie dies gebracht hatten, warf er es in den Topf und sprach: Richte es an für die Gemeinde, dass sie essen! Nun war keine Bitterkeit mehr im Topfe. 42Es kam aber ein Mann von Baalsalisa und brachte dem Manne Gottes Erstlingsbrote, zwanzig Gerstenbrote und neues Getreide in seinem Sacke. Dieser aber sprach: Gib es den Leuten, dass sie essen! 43Sein Diener aber antwortete ihm: Wie viel ist das, dass ich es hundert Menschen vorsetzen sollte? Er sprach wiederum: Gib es den Leuten, dass sie essen! Denn so spricht der Herr: Sie werden essen und es wird noch übrigbleiben. 44Er legte es ihnen also vor und sie aßen und es blieb noch übrig nach dem Worte des Herrn.