Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).
Deuteronomium 29
1Das sind die Worte des Bundes, welchen der Herr dem Moses mit den Söhnen Israels im Lande Moab zu schließen gebot, außer jenem Bunde, den er mit ihnen am Horeb geschlossen hatte. 2Und Moses berief ganz Israel und sprach zu ihnen: Ihr habt alles gesehen, was der Herr vor euch im Lande Ägypten an Pharao und allen seinen Dienern, und seinem ganzen Lande getan hat, 3die schweren Prüfungen, die deine Augen gesehen haben, jene gewaltigen Zeichen und Wunder; 4aber der Herr hat euch kein einsichtiges Herz gegeben, und keine Augen, die sehen, noch Ohren, die hören können, bis auf den heutigen Tag. 5Er hat euch vierzig Jahre in der Wüste geführt; eure Kleider wurden nicht abgenutzt und die Schuhe an euren Füßen sind nicht vor Alter verschlissen. 6Ihr habt kein Brot gegessen und keinen Wein und starkes Getränk getrunken, auf dass ihr erkennen solltet, dass ich der Herr, euer Gott, bin. 7Und als ihr an diesen Ort kamet und Sehon, der König von Hesebon, und Og, der König von Basan, auszogen, und uns zum Kampfe entgegentraten, haben wir sie geschlagen, 8und nahmen ihr Land ein, und gaben es Ruben und Gad und dem halben Stamme Mannasse zum Besitze. 9Beobachtet denn die Worte dieses Bundes und erfüllet sie, damit ihr weise seid in allem, was ihr tuet. 10Ihr stehet heute alle vor dem Herrn, eurem Gott, eure Fürsten und Stämme, und Ältesten und Lehrer, das ganze Volk Israel, 11eure Kinder und Weiber, und der Fremdling, der bei dir im Lager weilt, samt den Holzhauern und den Wasserträgern; 12dass du in den Bund mit dem Herrn, deinem Gott, und in die Eidespflicht eintretest, den der Herr, dein Gott, heute mit dir schließt; 13dass er dich zu seinem Volke annehme und er dein Gott sei, wie er zu dir geredet, und wie er es deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen hat. 14Und nicht mit euch allein schließe ich diesen Bund und bekräftige diese Eide, 15sondern mit allen Gegenwärtigen und Abwesenden. 16Denn ihr wisset ja, wie wir im Lande Ägypten gewohnt haben, und wie wir mitten durch die Völker hindurchgezogen sind, und bei dem Durchzuge sahet ihr 17deren Greuel und Unrat, das heißt ihre Götzen, Holz und Stein, Silber und Gold, die sie verehrten. 18Möge nicht etwa unter euch ein Mann oder ein Weib, ein Geschlecht oder ein Stamm sein, dessen Herz heute von dem Herrn, unserm Gott, abgewendet ist, um zu den Göttern jener Völker zu gehen und diese zu dienen, und möge nicht unter euch eine Wurzel sein, die Galle und Bitterkeit treibt; 19dass etwa jemand, wenn er die Worte dieses Schwures hört, sich in seinem Herzen segne und spreche: Es wird mir schon wohlgehen, wenn ich auch nach der Bosheit meines Herzens wandle; es würde die Trunkene den Durstenden verzehren. 20Und der Herr möge ihm nicht vergeben, sondern sein Zorn und Eifer möge alsdann noch mehr auflodern gegen diesen Menschen, und alle Flüche mögen sich auf ihm niederlassen, welche in diesem Buche geschrieben sind; und der Herr tilge seinen Namen unter dem Himmel aus 21und raffe ihn aus allen Stämmen Israels weg zum Untergange, den Verfluchungen gemäß, welche in dem Buche dieses Gesetzes und Bundes enthalten sind. 22Und das kommende Geschlecht, und die Söhne, welche fernerhin geboren werden, und die Fremden, welche von fernher kommen, werden sagen, wenn sie die Strafen dieses Landes, und das Siechtum sehen, mit denen der Herr es geschlagen hat, 23indem er es mit Schwefel und Salzglut verbrannte, so dass es nicht mehr besät werden, noch etwas Grünes sprossen kann, nach dem Beispiele der Verwüstung von Sodoma und Gomorrha, Adama und Seboim, welche der Herr in seinem Zorn und Grimme von Grund aus zerstörte. 24Ja, alle Völker werden sagen: Warum hat der Herr so an diesem Lande getan? Was ist das für ein ungeheurer Grimm und Zorn? 25Dann wird man antworten: Weil sie den Bund des Herrn verlasen haben, den er mit ihren Vätern schloß, als er sie aus dem Lande Ägypten führte, 26und sie andern Göttern dienten und solche anbeteten, die sie nicht kannten und denen sie nicht zugeteilt waren; 27darum entbrannte der Grimm des Herrn gegen jenes Land, dass er alle Verfluchungen über dasselbe kommen ließ, die in diesem Buche geschrieben sind; 28und er vertrieb sie aus ihrem Lande im Zorne und Grimme, und großem Unwillen, und warf sie in ein fremdes Land, wie es sich heute zeigt. 29Das Verborgene gehört dem Herrn, unserm Gott; aber was geoffenbart ist, gilt für uns und unsere Söhne in Ewigkeit, dass wir alle Worte des Gesetzes erfüllen.
Deuteronomium 30
1Wenn nun alle diese Aussprüche über dich kommen werden, der Segen oder der Fluch, den ich dir vor Augen gestellt habe; und du in der Reue deines Herzens unter allen Völkern, unter welche dich der Herr, dein Gott, zerstreut hat, 2zu ihm zurückkehrst und seinen Befehlen gehorchest, wie ich dir heute gebiete, du und deine Söhne, aus ganzem Herzen, und aus ganzer Seele: 3so wird der Herr, dein Gott, deine Gefangenschaft wenden, und sich deiner erbarmen, und dich wieder aus allen Völkern sammeln, unter die er dich zuvor zerstreut hat. 4Wenn du bis an die Enden des Himmels zerstreut wärest, so wird der Herr, dein Gott, dich von dort zurückholen, 5und dich sammeln, und in das Land bringen, welches deine Väter besaßen, und du wirst es inne haben; und er wird dich segnen und dich zahlreicher machen, als deine Väter waren. 6Der Herr, dein Gott, wird dein Herz und das Herz deiner Nachkommen beschneiden, auf dass du den Herrn, deinen Gott, aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele liebest, dass du leben könnest. 7Alle diese Verfluchungen aber wird er auf deine Feinde und auf die kehren, welche dich hassen und verfolgen. 8Du aber wirst zurückkehren, und der Stimme des Herrn, deines Gottes, gehorchen, und alle Gebote tun, die ich dir heute gebe; 9und der Herr, dein Gott wird dir Überfluss geben in allem, was deine Hände tun, an Frucht deines Leibes, an Frucht von deinem Vieh, an Fruchtbarkeit deines Landes, und an Ergiebigkeit aller Dinge; denn der Herr wird wiederum an dir Freude haben über alles Gute, wie er an deinen Vätern Freude gehabt hat; 10jedoch nur, wenn du der Stimme des Herrn, deines Gottes, gehorsam bist und seine Gebote und Vorschriften hältst, die in diesem Gesetze geschrieben sind, und zu dem Herrn, deinem Gott, aus ganzem Herzen und aus ganzer Seele zurückkehrst. 11Dieses Gebot, das ich dir heute gebe, ist nicht hoch über dir, oder fern von dir, 12oder im Himmel befindlich, dass du sagen könntest: Wer von uns vermag zum Himmel aufzusteigen, um es zu uns herabzubringen, dass wir es hören und in der Tat erfüllen? 13Auch ist es nicht jenseits des Meeres niedergelegt, dass du vorwenden und sagen könntest: Wer von uns wird über das Meer fahren können und es zu uns herüberholen; dass wir hören und tun können, was es gebietet? 14sondern das Wort ist ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tuest. 15Bedenke, dass ich dir heute Leben und Glück, und anderseits Tod und Unglück vor Augen gestellt habe, 16dass du den Herrn, deinen Gott, liebest, und in seinen Wegen wandelst, und seine Gebote und Vorschriften und Rechte beobachtest, und lebest, und er dich mehre und dich segne in dem Lande, in das du ziehest, es in Besitz zu nehmen. 17Wenn sich aber dein Herz abwendet, und du nicht gehorchen willst, und dich verführen lässest, fremde Götter anzubeten und ihnen zu dienen, 18so tue ich dir heute kund, dass du zu Grunde gehen und nicht lange im Lande wohnen wirst, in das du über den Jordan hinüberziehst, es in Besitz zu nehmen. 19Himmel und Erde rufe ich heute zu Zeugen an, dass ich euch Leben und Tod, Segen und Fluch, vorgelegt habe. So wähle denn das Leben, damit du lebest, und auch deine Nachkommen; 20und du den Herrn, deinen Gott, liebest, und seiner Stimme gehorchest, und ihm anhangest (denn er ist dein Leben und die Länge deiner Tage,) dass du in dem Lande wohnest, welches der Herr deinen Vätern, Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat.
Deuteronomium 31
1Und Moses ging hin, und redete alle diese Worte zu ganz Israel. 2und sprach zu ihnen: Ich bin heute hundert und zwanzig Jahre alt und kann nicht mehr aus und eingehen, besonders da auch der Herr zu mir gesagt hat: Du wirst den Jordan da nicht überschreiten. 3So wird nun der Herr, dein Gott, vor dir hinüberziehen; er wird alle diese Völker vor dir vertilgen, und du wirst ihren Besitz erlangen; und Josue wird vor dir hinüberziehen, wie der Herr gesprochen hat. 4Und der Herr wird ihnen tun, wie er Sehon und Og, den Königen der Amorrhiter, und ihrem Lande getan hat, und wird sie vertilgen, 5Wenn er euch nun auch diese preisgeben wird, so tuet ihnen, wie ich euch geboten habe. 6Seid mannhaft und tapfer! Fürchtet euch nicht, und erschrecket nicht bei ihrem Anblicke, denn der Herr, dein Gott, ist selbst dein Führer, er wird dich nicht preisgeben und dich nicht verlassen. 7Hierauf berief Moses den Josue und sprach zu ihm vor ganz Israel: Sei mannhaft und tapfer! Denn du sollst dieses Volk in das Land führen, das zu geben der Herr ihren Vätern geschworen hat, und du sollst es durch das Los verteilen. 8Und der Herr, der euer Führer ist, er wird mit dir sein; er wird dich nicht preisgeben und dich nicht verlassen; fürchte dich nicht und zage nicht! 9Moses also schrieb dieses Gesetz und übergab es den Priestern, den Söhnen Levis, welche die Lade des Bundes des Herrn trugen, und allen Ältesten Israels. 10Und er gebot ihnen und sprach: Nach je sieben Jahren, im Erlassjahre, am Laubhüttenfeste, 11wenn alle aus Israel zusammen kommen, um vor dem Herrn, deinem Gott, an dem Orte zu erscheinen, den der Herr erwählen wird, sollst du die Worte dieses Gesetzes vor ganz Israel lesen, dass sie es hören, 12und vor dem ganzen versammelten Volke, sowohl Männern wie Weibern, Kindern wie Fremdlingen, die innerhalb deiner Tore sind; damit sie es hören und lernen, und den Herrn, euern Gott fürchten, und alle Worte dieses Gesetzes beobachten und erfüllen; 13auch ihre Söhne, die es jetzt noch nicht kennen, dass auch diese es hören können und den Herrn, ihren Gott, fürchten die ganze Zeit, die sie in dem Lande wohnen, in das ihr über den Jordan zieht, es in Besitz zu nehmen. 14Und der Herr sprach zu Moses: Siehe, die Zeit deines Todes ist nahe; rufe Josue, und gehet in das Zelt des Zeugnisses, dass ich ihm meine Weisungen gebe. Moses und Josue gingen also hin und traten in das Zelt des Zeugnisses, 15und der Herr erschien daselbst in der Wolkensäule, welche am Eingange des Zeltes stand. 16Da sprach der Herr zu Moses: Siehe, du wirst zu deinen Vätern entschlafen, alsdann wird dies Volk sich erheben und fremden Göttern nachbuhlen, in dem Lande, in das es zieht, darin Wohnung zu nehmen; es wird mich daselbst verlassen und den Bund, den ich mit ihm geschlossen, brechen. 17Alsdann wird mein Grimm wider dasselbe entbrennen; und ich werde das Volk verlassen und mein Angesicht vor ihm verbergen, und es soll dem Verderben anheimfallen, und alle Art Übel und Trübsale werden es treffen, so dass es zu jener Zeit sagen wird: Wahrlich, weil Gott nicht mit mir ist, haben mich diese Übel betroffen! 18Ich aber werde zu jener Zeit mein Angesicht verbergen und verhüllen, um all des Bösen willen, das es getan hat, weil es sich fremden Göttern zugewendet hat. 19So schreibet euch nun dieses Lied auf und lehret es die Söhne Israels, dass sie es im Gedächtnis behalten und mit dem Munde singen, und dies Lied diene mir als Zeugnis unter den Söhnen Israels. 20Denn ich werde sie in das Land führen, das ich ihren Vätern zugeschworen habe, das von Milch und Honig fließt. Und wenn sie gegessen haben und satt und fett geworden sind, so werden sie sich fremden Göttern zuwenden und diesen dienen; und werden mich lästern und meinen Bund brechen. 21Wenn dann diese Übel und Trübsale sie treffen, so soll dieses Lied, das keine Vergessenheit aus dem Munde ihrer Nachkommen austilgen soll, Zeugnis gegen sie geben. Denn ehe ich sie in das Land führe, das ich ihnen verheißen habe, kenne ich ihre Gedanken, was sie bald tun werden. 22Moses also schrieb dieses Lied auf und lehrte es die Söhne Israels. 23Und der Herr gebot Josue, dem Sohne Nuns, und sprach: Sei mannhaft und stark! Denn du sollst die Söhne Israels in das Land führen, das ich ihnen verheißen habe, und ich werde mit dir sein. 24Nachdem nun Moses die Worte dieses Gesetzes in ein Buch geschrieben und es vollendet hatte, 25gebot er den Leviten, welche die Lade des Bundes des Herrn trugen, und sprach: 26Nehmet dieses Buch, und leget es an der Seite der Lade des Bundes des Herrn, eures Gottes, nieder, damit es dort wider dich Zeugnis gebe. 27Denn ich kenne deine Widerspenstigkeit und deinen störrigen Nacken. Jetzt, da ich noch am Leben war und bei euch weilte, seid ihr immer widerspenstig gegen den Herrn gewesen; wie viel mehr, wenn ich gestorben sein werde? 28Versammelt alle Ältesten eurer Stämme und eure Lehrer zu mir, dass ich vor ihnen diese Worte verkünde und gegen sie Himmel und Erde anrufe. 29Denn ich weiß, dass ihr nach meinem Tode übel handeln und schnell von dem Wege abweichen werdet, den ich euch gewiesen habe; und es wird euch in der letzten Zeit Unglück treffen, wenn ihr vor den Augen des Herrn übel tuet, indem ihr ihn durch die Werke eurer Hände zum Zorne reizt. 30So sprach Moses vor den Ohren der ganzen Gemeinde Israel die Worte dieses Liedes, bis zum Ende.
Deuteronomium 32
1Höret, ihr Himmel, was ich rede; es höre die Erde die Worte meines Mundes! 2Meine Lehre ströme zusammen wie Regen, wie Tau fließe meine Rede, wie milder Regenguss auf das Grün, wie Regentropfen auf die Gräser. 3Denn den Namen des Herrn will ich preisen. Gebet unserm Gott die Ehre! 4Gottes Werke sind vollkommen, und alle seine Wege sind gerecht; getreu ist Gott, und ohne allen Trug, gerecht und gerade. 5Sie sündigten gegen ihn in Schmach, sie, nicht mehr seine Söhne; ein verderbtes und verkehrtes Geschlecht! 6Vergiltst du so dem Herrn, du törichtes und unverständiges Volk? Ist er denn nicht dein Vater, der dich erworben, der dich gemacht und erschaffen hat? 7Gedenke der weit zurückliegenden Tage, betrachte alle Geschlechter; frage deinen Vater, er wird es dir kundtun; deine Vorfahren, sie werden es dir sagen. 8Als der Höchste die Völker schied, als er die Söhne Adams sonderte, bestimmte er die Grenzen der Völker nach der Zahl der Söhne Israels. 9Des Herrn Anteil aber ist sein Volk, Jakob das ihm zugemessene Erbe. 10Er fand es im wüsten Lande, am Orte des Grauens, der weiten Einöde; er führte es, und lehrte es, und hütete es wie seinen Augapfel. 11Gleichwie der Adler seine Jungen zum Fluge lockt und über ihnen schwebt, so breitete er seine Flügel aus, und nahm es und trug es auf seinen Schultern. 12Der Herr allein war sein Führer, und kein fremder Gott war mit ihm. 13Er setzte es auf ein hohes Land, dass es die Früchte des Feldes esse, dass es Honig aus dem Felsen sauge, und Öl aus dem harten Gesteine, 14Butter esse von den Kühen und Milch von den Schafen, samt dem Fette der Lämmer und Widder der Söhne Basans, und Böcke, samt dem Marke des Weizens; dass es trinke das Blut der Trauben, den lautersten Wein. 15Aber der Liebling ward fett und schlug aus; er ward feist und breit, da verließ er Gott, seinen Schöpfer, und wich von Gott, seinem Heile. 16Sie erzürnten ihn durch fremde Götter, sie reizten ihn durch Greuel zum Zorne. 17Sie brachten den bösen Geistern Opfer dar, und nicht Gott, Göttern, die sie nicht kannten, neuen, die jüngst aufgekommen waren, die ihre Väter nicht verehrten. 18Den Gott, der dich gezeugt, hast du verlassen, und des Herrn, deines Schöpfers, hast du vergessen. 19Der Herr sah es und ward zum Zorne erregt, den seine Söhne und Töchter reizten ihn. 20Und er sprach: Ich will mein Angesicht vor ihnen verbergen und schauen, welches ihr Ende sein wird; denn sie sind ein verkehrtes Geschlecht, und Kinder ohne Treue. 21Sie haben mich durch das, was nicht Gott war, gereizt, und mit ihren Eitelkeiten erbittert; so will auch ich sie reizen mit dem, was kein Volk ist, und sie durch ein törichtes Volk erbittern. 22Das Feuer meines Zornes ist entflammt, und wird brennen bis in die tiefste Tiefe der Hölle, und wird die Erde mit ihrem Gewächs verzehren, und die Grundfesten der Berge verbrennen. 23Ich will des Unglücks Fülle über sie häufen und alle meine Pfeile gegen sie schleudern. 24Sie werden vom Hunger aufgezehrt werden, und Raubvögel werden sie mit bitterm Bisse verschlingen; den Zahn wilder Tiere werde ich über sie senden, die Wut der am Boden dahinschleichenden Schlangen. 25Von außen wird sie das Schwert dahinraffen, von innen der Schrecken, den Jüngling wie die Jungfrau, den Säugling wie den Greis. 26Ich sprach: Wo sind sie? Vernichten werde ich ihr Andenken unter den Menschen. 27Doch wegen des Grimmes der Widersacher habe ich verzogen, dass ihre Feinde nicht etwa im Übermute sagen möchten: Unsere mächtige Hand und nicht der Herr hat dies alles getan. 28Es ist ein Volk ohne Rat und ohne Einsicht. 29O wären sie weise, und hätten sie Einsicht und bedächten, welches ihr Ende sein wird! 30Wie könnte ein einziger tausend verfolgen, und zwei zehntausend in die Flucht jagen? Nicht darum, weil ihr Gott sie verkauft und der Herr sie preisgegeben hat? 31Denn unser Gott ist nicht wie ihre Götter, und des sind unsere Feinde selbst Richter. 32Vom Weinstocke Sodoms stammt ihr Weinstock, und von den Gefilden Gomorrhas; ihre Trauben sind Trauben von Galle, und ihre Beeren bitter. 33Drachengalle ist ihr Wein, und unheilbares Natterngift. 34Ist dies nicht bei mir verborgen, und versiegelt in meinen Schätzen? 35Mein ist die Rache, und ich will vergelten zu seiner Zeit, auf dass ihr Fuß wanke; schon nahet der Tag des Verderbens, und die Zeiten eilen schnell heran. 36Der Herr wird sein Volk richten, und sich über seine Diener erbarmen; wenn er sieht, dass ihr Land entkräftet ist, dass die Eingeschlossenen schwach und die übriggebliebenen aufgerieben sind. 37Dann wird er sprechen: Wo sind ihre Götter, auf welche sie ihr Vertrauen setzten? 38von deren Schlachtopfer sie das Fett aßen, von deren Trankopfern sie den Wein tranken? Sie mögen sich erheben, und euch Hilfe bringen, und euch in der Not beschirmen. 39Erkennet denn, dass ich der einzige bin, und dass kein anderer Gott ist außer mir; ich tote, und ich mache lebendig; ich schlage, und ich heile, und niemand kann aus meiner Hand erretten. 40Ich erhebe meine Hand zum Himmel und spreche: So wahr ich lebe in Ewigkeit! 41Wenn ich mein Schwert wie ein Blitz schärfe, und meine Hand das Gericht ergreifet, so werde ich Rache an meinen Feinden nehmen, und denen vergelten, die mich hassen. 42Ich will meine Pfeile trunken machen vom Blut, und mein Schwert soll Fleisch fressen von dem Blute der Erschlagenen, und von den Gefangenen, das Fleisch der Feinde, deren Haupt entblößt ist. 43Preiset ihr Völker sein Volk! Denn er rächt das Blut seiner Knechte, und nimmt Rache an ihren Feinden, und ist gnädig dem Lande seines Volkes. 44Moses also kam und sprach alle Worte dieses Liedes vor den Ohren des Volkes, er und Josue, der Sohn Nuns. 45Und als er alle diese Reden, zu ganz Israel sprechend, vollendet hatte, 46sagte er zu ihnen: Nehmet alle die Worte, die ich euch heute bezeuge, zu Herzen, damit ihr sie euren Söhnen einschärfet, dass sie dieselben halten und tun, und alles erfüllen, was in diesem Gesetze geschrieben ist; 47denn nicht ohne Grund sind sie euch geboten, sondern dass alle darin leben; und dass ihr, wenn ihr sie tut, lange in dem Lande bleibet, in das ihr über den Jordan ziehet, es in Besitz zu nehmen. 48An eben diesem Tage redete der Herr zu Moses und sprach: 49Steige auf das Gebirge Abarim dort, das ist der Übergänge, auf den Berg Nebo, welcher im Lande Moab, Jericho gegenüber, liegt; und schaue das Land Chanaan, das ich den Söhnen Israels zum Besitze geben werde, und stirb auf dem Berge. 50Wenn du ihn bestiegen hast, wirst du zu deinem Volke gesammelt werden, so wie Aaron, dein Bruder, auf dem Berge Hor gestorben ist und zu seinem Volke gesammelt ward; 51weil ihr inmitten der Söhne Israels, bei dem Wasser des Widerspruches zu Kades in der Wüste Sin, wider mich gesündigt und mich nicht unter den Söhnen Israels verherrlicht habt. 52gegenüber wirst du das Land sehen, aber du sollst nicht in das Land hineinkommen, welches ich den Söhnen Israels geben werde.