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Die Bibel in einem Jahr · Tag 52 von 365

Deuteronomium 25–28

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Deuteronomium 25

1Wenn zwei über etwas in Streit geraten und die Richter anrufen, so sollen diese dem den Sieg des Rechtes zuerkennen, den sie als gerecht befinden, und demjenigen, welchen sie als schuldig befinden, sollen sie als schuldig verurteilen. 2Sehen sie aber, dass der, welcher fehlte, Schläge verdient hat, so sollen sie ihn niederlegen und vor ihren Augen schlagen lassen. Nach Verhältnis der Verschuldung soll auch die Zahl der Streiche sein; 3jedoch so, dass man die Zahl vierzig nicht überschreite, auf dass dein Bruder nicht übel zerschlagen vor deinen Augen weggehe. 4Du sollst dem Ochsen, der auf der Tenne deine Früchte drischt, das Maul nicht verbinden. 5Wenn Brüder beisammen wohnen und einer von ihnen ohne Kinder stirbt, so soll das Weib des Verstorbenen keinen Fremden heiraten, sondern sein Bruder soll sie nehmen und seinem Bruder Nachkommenschaft erwecken; 6und den ersten Sohn von ihr soll er nach dem Namen jenes nennen, damit dessen Name nicht aus Israel verschwinde. 7Wenn er aber das Weib seines Bruders nicht nehmen will, die ihm nach dem Gesetze gebührt, so soll das Weib zum Tore der Stadt gehen, und die Ältesten anrufen, und sagen: Der Bruder meines Mannes will den Namen seines Bruders nicht erwecken in Israel und mich nicht zum Weibe nehmen. 8Alsbald sollen sie ihn kommen lassen und befragen. Antwortet er: Ich will sie nicht zum Weibe nehmen, 9so soll das Weib vor den Ältesten zu ihm hintreten, und ihm den Schuh vom Fuße ziehen, und ihm in´s Angesicht speien, und sagen: So soll dem Manne geschehen, der das Haus seines Bruders nicht baut. 10Und sein Name soll fortan in Israel das Haus des Barfüßers heißen. 11Wenn zwei Männer miteinander einen Zank haben, und sie fangen an einer mit dem andern zu ringen, und des einen Weib will ihren Mann aus der Hand des Stärkeren retten, und streckt ihre Hand aus, und fasst diesen bei seinen Schamteilen, 12so sollst du ihr die Hand abhauen, und dich durchaus nicht zum Mitleid gegen sie bewegen lassen. 13Du sollst nicht zweierlei Gewicht im Beutel haben, ein größeres und ein kleineres; 14auch sollst du in deinem Hause nicht einen größeren und einen kleineren Scheffel haben. 15Volles und richtiges Gewicht sollst du halten, und dein Scheffel soll voll und recht sein, auf dass du lange lebest im Lande, das der Herr, dein Gott, dir geben wird. 16Denn dein Herr verabscheut den, der solches tut, und ist ein Feind aller Ungerechtigkeit. 17Gedenke, was dir Amalek auf dem Wege getan, als du aus Ägypten zogst; 18wie er dir entgegenkam und den Nachtrab deines Zuges, welcher ermattet zurückgeblieben war, schlug, als du von Hunger und Mühsal erschöpft warst, und wie er Gott nicht fürchtete. 19Wenn dir darum der Herr, dein Gott, Ruhe gegeben und alle Völker ringsum im Lande, das er dir verheißen, unterworfen hat, so sollst du seinen Namen unter dem Himmel austilgen. Hüte dich, es zu vergessen!

Deuteronomium 26

1Wenn du in das Land gekommen bist, das der Herr, dein Gott, dir zum Besitze geben wird, und du es eingenommen hast und darin wohnest, 2so sollst du von allen deinen Früchten die Erstlinge nehmen, und in einen Korb legen, und dich damit an den Ort begeben, den der Herr, dein Gott, erwählen wird, um seinen Namen dort anrufen zu lassen; 3und sollst vor den Priester treten, der zu jener Zeit sein wird, und zu ihm sprechen: Ich bekenne heute vor dem Herrn, deinem Gott, dass ich in das Land gekommen bin, welches er unsern Vätern geschworen hat, uns zu geben. 4Alsdann soll der Priester den Korb aus deiner Hand nehmen und ihn vor den Altar des Herrn, deines Gottes, stellen, 5und du sollst vor dem Herrn, deinem Gotte, sprechen: Der Syrer verfolgte meinen Vater, und dieser zog nach Ägypten hinab und weilte daselbst in sehr geringer Zahl als Fremdling; aber er wuchs heran zu einem großen und starken Volke ohne Zahl. 6Da bedrückten und verfolgten uns die Ägypter und legten uns schwere Lasten auf, 7und wir schrieen zum Herrn, dem Gott unserer Väter; und er erhörte uns, und sah auf unsere Erniedrigung, und Mühsal, und auf unsere Bedrängnis, 8und führte uns aus Ägypten heraus mit starker Hand, und mit ausgestrecktem Arme, mit gewaltigem Schrecken, unter Zeichen und Wundern 9und führte uns an diese Stätte, und gab uns das Land, welches von Milch und Honig fließt. 10Und darum bringe ich nun die Erstlinge der Früchte des Landes dar, welches der Herr mir gegeben hat. Lasse sie alsdann vor dem Angesichte des Herrn deines Gottes und bete den Herrn, deinen Gott, an. 11Und du sollst ein Freudenmahl halten bei all dem Guten, das der Herr, dein Gott, dir und deiner Familie gegeben, du und der Levit, und der Fremdling, der sich bei dir aufhält. 12Wenn du den Zehnten von allen deinen Früchten entrichtet hast, sollst du im dritten Zehntenjahre dem Leviten, dem Fremdling, der Waise und der Witwe geben, dass sie innerhalb deiner Tore essen und sich sättigen; 13und sollst vor dem Herrn, deinem Gott, sprechen: Ich habe das Geweihte aus meinem Hause genommen und habe es dem Leviten, dem Fremdling, der Waise und der Witwe gegeben, wie du mir geboten hast; ich habe deine Gebote nicht übertreten, noch deines Befehles vergessen. 14Ich habe nichts davon gegessen, als ich in Trauer war, und habe es nicht fortgeschafft, als ich mich im Stande der Unreinheit befand, und nichts davon zu Leichenschmausen verwendet. Ich bin der Stimme des Herrn, meines Gottes, gehorsam gewesen und habe alles getan, was du mir geboten hast. 15Blicke hernieder von deinem Heiligtum und der erhabenen Himmelswohnung, und segne dein Volk Israel und das Land, das du uns gegeben hast, wie du unsern Vätern geschworen, das Land, das von Milch und Honig fließt. 16Heute hat dir der Herr, dein Gott, geboten, diese Gebote und Rechte zu beobachten; so halte sie und erfülle sie aus ganzem Herzen und aus ganzer Seele. 17Heute hast du den Herrn erwählt, dass er dein Gott sei, und dass du seine Wege wandelst, und seine Vorschriften, Gebote und Rechte haltest, und seinen Befehlen gehorchest. 18Und der Herr hat dich heute erwählt, dass du ein ihm gehöriges Volk seiest, wie er zu dir geredet hat, und alle seine Gebote haltest; 19und dass er dich erhaben mache über alle Völker, die er zu seinem Lobe und Ruhme und Preise geschaffen hat; dass du ein heiliges Volk des Herrn, deines Gottes, seiest, wie er gesprochen hat.

Deuteronomium 27

1Moses aber und die Ältesten Israels geboten dem Volke und sprachen: Haltet alle Gebote, welche ich euch heute gebe. 2und wenn ihr über den Jordan in das Land gezogen seid, das der Herr, dein Gott, dir geben wird, so sollst du große Steine aufrichten und sie mit Kalk übertünchen, 3damit du darauf alle Worte dieses Gesetzes schreiben könnest, wenn du den Jordan überschritten hast; um in das Land zu gelangen, welches der Herr, dein Gott, dir geben wird, in das Land, das von Milch und Honig fließt, wie er deinen Vätern geschworen hat. 4Wenn ihr also den Jordan überschritten habt, so richtet die Steine, wie ich euch heute befehle, auf dem Berge Hebal auf, und überstreiche sie mit Kalk, 5und baue daselbst dem Herrn, deinem Gott, einen Altar von Steinen, die kein Eisen berührt hat, 6von rohen und unbehauenen Steinen; und bringe darauf dem Herrn, deinem Gott, Brandopfer dar, 7und schlachte Friedopfer, und halte allda vor dem Herrn, deinem Gott, ein Freudenmahl. 8Und schreibe auf die Steine klar und deutlich alle Worte des Gesetzes. 9Da sprachen Moses und die Priester vom Geschlechte Levi zu ganz Israel: Habe Acht und höre Israel! Heut bist du das Volk des Herrn, deines Gottes, geworden; 10so höre auf seine Stimme und tue nach seinen Geboten und Rechten, die ich dir gebiete. 11Und Moses gebot dem Volke an jenem Tage und sprach: 12Wenn ihr den Jordan überschritten habt, sollen diese sich auf dem Berge Garizim aufstellen, um das Volk zu segnen: Simeon, Levi, Judas, Issachar, Joseph und Benjamin; 13und gegenüber, auf dem Berge Hebal, sollen sich aufstellen, um zu fluchen: Ruben, Gad, Aser, Zabulon, Dan und Nephthali. 14Und die Leviten sollen beginnen und zu allen Männern Israels mit lauter Stimme sprechen: 15Verflucht sei, wer ein geschnitztes oder gegossenes Bild macht, einen Greuel für den Herrn, ein Werk von Künstlerhänden gemacht und es im Verborgenen aufstellt; und das ganze Volk soll antworten und sagen: Amen. 16Verflucht sei, wer seinen Vater und seine Mutter nicht ehrt; und das ganze Volk soll sprechen: Amen. 17Verflucht sei, wer die Grenzsteine seines Nachbarn verrückt; und das ganze Volk soll sprechen: Amen. 18Verflucht sei, wer einen Blinden auf dem Wege irre führt; und das ganze Volk soll sprechen: Amen. 19Verflucht sei, wer das Recht des Fremdlings, der Waise oder der Witwe verkehrt; und das ganze Volk soll sprechen: Amen. 20Verflucht sei, wer dem Weibe seines Vaters beiwohnt und die Decke seines Bettes aufdeckt; und das ganze Volk soll sprechen: Amen. 21Verflucht sei, wer irgend einem Vieh beiwohnt; und das ganze Volk soll sprechen: Amen. 22Verflucht sei, wer seiner Schwester, der Tochter seines Vaters, oder seiner Mutter beiwohnt; und das ganze Volk soll sprechen: Amen. 23Verflucht sei, wer seiner Schwiegermutter beiwohnt; und das ganze Volk soll sprechen: Amen. 24Verflucht sei, wer seinen Nächsten heimlich erschlägt; und das ganze Volk soll sprechen: Amen. 25Verflucht sei, wer Geschenke annimmt um einen Unschuldigen um´s Leben zu bringen; und das ganze Volk soll sprechen: Amen. 26Verflucht sei, wer in den Worten dieses Gesetzes nicht beharrt, und sie nicht im Werke erfüllt; und das ganze Volk soll sprechen: Amen.

Deuteronomium 28

1Wenn du aber auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hörst, dass du alle seine Gebote hältst und beobachtest, die ich dir heute darlege, so wird dich der Herr, dein Gott, erhaben machen über alle Völker, die auf Erden sind. 2Und es werden alle Segnungen über dich kommen und dir zu Teil werden, jedoch nur wenn du seinen Geboten gehorchest. 3Gesegnet wirst du sein in der Stadt, und gesegnet auf dem Felde. 4Gesegnet die Frucht deines Leibes, und die Frucht deines Landes, und die Frucht deines Viehes, die Herden deiner Rinder, und die Ställe deiner Schafe. 5Gesegnet deine Scheunen, und gesegnet dein Vorrat. 6Gesegnet wirst du sein, wenn du eingehst und wenn du ausgehst. 7Der Herr wird deine Feinde, die sich wider dich erheben, vor deinen Augen zu Falle bringen; auf einem Wege werden sie gegen dich herankommen und auf sieben Wegen werden sie vor dir fliehen. 8Der Herr wird über deine Vorratskammern Segen senden und über alle Werke deiner Hände; und er wir dich segnen im Lande, das du erhalten wirst. 9Der Herr wird dich zu seinem heiligen Volke erheben, wie er dir geschworen hat, wenn du die Gebote des Herrn, deines Gottes, hältst und auf seinen Wegen wandelst. 10Dann werden alle Völker der Erde sehen, dass der Name des Herrn über dir angerufen ist, und werden dich fürchten. 11Der Herr wird dir Überfluss geben an allen Gütern, an der Frucht deines Leibes, an der Frucht deines Viehes, und an der Frucht deines Landes, welches der Herr deinen Vätern eidlich versprochen hat, dir zu geben. 12Seine beste Schatzkammer, den Himmel, wird der Herr auftun, um deinem Lande Regen zu geben zu seiner Zeit; und wird alle Werke deiner Hände segnen. Und du wirst vielen Völkern leihen können und wirst selbst von niemand entlehnen müssen. 13Zum Haupte und nicht zum Schweife wird dich der Herr machen; und du wirst allezeit oben und nicht unten sein, jedoch nur, wenn du den Geboten des Herrn, deines Gottes, die ich dir heute auferlege, gehorsam bist, und sie hältst und tust, 14und nicht von ihnen abweichst, weder zur Rechten, noch zur Linken, und nicht andern Göttern nachgehst, und sie verehrst. 15Wenn du aber der Stimme des Herrn, deines Gottes, nicht gehorchen willst, um alle seine Gebote und Vorschriften, die ich dir heute auferlege, zu tun und zu halten, so werden alle diese Flüche über dich kommen und dich treffen. 16Verflucht wirst du sein in der Stadt, verflucht auf dem Felde. 17Verflucht deine Scheune und verflucht dein Vorrat. 18Verflucht die Frucht deines Leibes und die Frucht deines Landes, die Herden deiner Rinder und die Herden deiner Schafe. 19Verflucht wirst du sein, wenn du eingehst, und verflucht, wenn du ausgehst. 20Hunger und Entbehrung wird der Herr über dich senden, und Strafgerichte über alle deine Werke, die du tun wirst; bis er dich aufreibt und schnell vertilgt um all deiner bösen Handlungen willen, durch welche du mich verlassen hast. 21Dazu sende der Herr die Pest über dich, bis sie dich aus dem Lande vertilgt, in das du ziehst, es in Besitz zu nehmen. 22Der Herr schlage dich mit Armut, mit Fieber, und Kälte, mit Hitze, und Dürre, und mit verdorbener Luft, und Getreidebrand, und verfolge dich, bis du vernichtet bist. 23Der Himmel über dir werde von Erz, und die Erde, auf die du trittst, von Eisen. 24Statt des Regens gebe der Herr deinem Lande Staub, und Asche falle über dich vom Himmel, bis du vertilgt bist. 25Der Herr lasse dich vor deinen Feinden zu Falle kommen; auf einem Wege mögest du gegen sie ausziehen und auf sieben fliehen, und mögest zerstreut werden in alle Reiche der Erde; 26und dein Leichnam diene allen Vögeln des Himmels, und den Tieren der Erde zur Speise, und niemand möge da sein, sie wegzuscheuchen. 27Der Herr schlage dich mit dem Geschwür Ägyptens und an dem Teile des Leibes, welcher den Unrat abführt, auch mit Grind und Krätze, so dass du nicht geheilt werden kannst. 28Der Herr schlage dich mit Wahnwitz und Blindheit und Raserei, 29und du mögest am hellen Mittage tappen, wie ein Blinder in der Finsternis zu tappen pflegt, und den richtigen Weg nicht finden. Du mögest allezeit Unterdrückung dulden und Gewalt erleiden, und niemanden haben, der dich befreie. 30Du mögest dir ein Weib nehmen, und ein anderer möge ihr beiwohnen. Du mögest ein Haus bauen und nicht darin wohnen; du mögest einen Weinberg pflanzen und die Lese nicht halten. 31Dein Rind vor deinen Augen geschlachtet, und du sollst nicht davon essen. Dein Esel werde dir vor deinen Augen geraubt und möge dir nicht mehr zurückgegeben werden. Deine Schafe mögen deinen Feinden ausgeliefert werden, und niemand sei da, der dir beistehe. 32Deine Söhne und deine Töchter mögen einem andern Volke übergeben werden; deine Augen sollen es sehen und mögen nach ihrem Anblicke den ganzen Tag schmachten, und deine Hand möge kraftlos sein. 33Die Früchte deines Landes, und alles, was du erarbeitest, möge ein Volk verzehren, das du nicht kennst; und du mögest immer Schmach erleiden und unterdrückt sein alle Tage, 34und mögest außer dir sein vor Schrecken über die Dinge, die deine Augen sehen werden. 35Der Herr möge dich mit bösen Geschwüren an den Knien und an den Waden schlagen, dass du von der Fußsohle bis zum Scheitel nicht geheilt werden könnest. 36Der Herr wird dich und deinen König, den du über dich setzen wirst, zu einem Volke führen, das dir und deinen Vätern unbekannt ist, und du wirst dort fremden Göttern, Holz und Stein dienen. 37Und du wirst verloren sein, zum Sprüchworte und zur Spottrede bei allen Völkern werden, zu denen dich der Herr führen wird. 38Vielen Samen wirst du in die Erde werfen und wenig einsammeln; denn die Heuschrecken werden alles fressen. 39Du wirst Weinberge pflanzen und umgraben, aber keinen Wein trinken, noch irgendetwas davon einbringen; denn er wird von den Würmern verwüstet werden. 40Du wirst Ölbäume in deinem ganzen Gebiete haben und dich nicht mit Öl salben; den sie werden absterben und zu Grunde gehen. 41Söhne und Töchter wirst du zeugen und dich ihrer nicht erfreuen; denn sie werden in Gefangenschaft weggeführt werden. 42Alle deine Bäume und die Früchte deines Bodens wird der Brand verzehren. 43Der Fremdling, der bei dir im Lande weilt, wird sich über dich erheben und höher stehen; du aber wirst herabkommen und niedriger werden. 44Er wird dir leihen, und du wirst nichts haben, es ihm zu leihen. Er wird das Haupt und du der Schweif werden. 45Und alle diese Flüche werden über dich kommen, und werden dich verfolgen und dich treffen, bis du zu Grunde gehst; weil du der Stimme des Herrn, deines Gottes, nicht gehorcht, noch seine Gebote und Vorschriften gehalten hast, die er dir geboten hat. 46Und Zeichen und Wunder werden an dir, und an deinen Nachkommen ewiglich geschehen. 47und weil du dem Herrn, deinem Gott, nicht dienen wolltest in Freude und Wonne des Herzens, als du alles in Überfluss hattest, 48sollst du deinem Feinde, den der Herr über dich senden wird, dienstbar sein in Hunger und Durst, und Blöße, und aller Not; er wird dir ein eisernes Joch auf den Nacken legen, bis er dich vernichtet. 49Der Herr wird ein Volk über dich aus der Ferne herbeiführen, von den äußersten Enden der Erde, das mit dem Fluge des Adlers daherstürzt, dessen Sprache du nicht zu verstehen vermagst; 50ein grausames Volk, das des Greises nicht schont, und nicht Erbarmen hat mit dem Kinde, 51und die Frucht deines Viehes und die Früchte deines Landes verzehrt, bis du zu Grunde gehst; und das dir kein Getreide, noch Wein, noch Öl, noch Rinder und Schafherden lässt, bis es dich vertilgt 52und dich in allen deinen Städten aufreibt, und bis deine festen und hohen Mauern zerstört werden, auf welche du dich in deinem ganzen Lande verließest. Du wirst innerhalb deiner Tore eingeschlossen werden in deinem ganzen Lande, welches der Herr, dein Gott, dir geben wird, 53und wirst die Frucht deines Leibes, und das Fleisch deiner Söhne und deiner Töchter, welche der Herr, dein Gott, dir gegeben hat, in der Angst und Not, in die dein Feind dich stürzen wird, verzehren. 54Wer unter dir verzärtelt und sehr weichlich ist, wird seinem Bruder, oder dem Weibe, das an seinem Busen liegt, nichts vergönnen, 55so dass er ihnen vom Fleische seiner Söhne, das er ißt, nicht gibt; weil er nichts anderes hat bei der Umschließung und der Not, mit der deine Feinde dich heimsuchen werden in allen deinen Toren. 56Das weichliche und verzärtelte Weib, das die Erde nicht betreten und vor allzu großer Verzärtelung und Verweichlichung ihren Fuß nicht auf dieselbe zu setzen vermochte, wird ihrem Manne, der an ihrem Busen liegt, nicht das Fleisch des Sohnes und der Tochter gönnen; 57ja nicht einmal die schmutzige Nachgeburt, welches aus ihres Schoßes Mitte hervorgeht, noch die Kinder, die in jener Stunde geboren werden; denn wegen des Mangels an allen Dingen werden sie dieselben insgeheim verzehren bei der Belagerung und Verheerung, mit der dein Feind dich innerhalb deiner Tore bedrängen wird. 58Wenn du nicht alle Worte dieses Gesetzes, welche in diesem Buche geschrieben sind, hältst und tust, und seinen herrlichen und schrecklichen Namen, das ist den Herrn, deinen Gott, nicht fürchtest, 59so wird der Herr deine und deiner Nachkommen Plagen noch vermehren mit großen und anhaltenden Plagen, bösartigen und andauernden Krankheiten. 60Und er wird alle Trübsale Ägyptens über dich kommen lassen, vor denen du dich fürchtetest, und diese werden dir anhaften; 61überdies wird der Herr alle Krankheiten und Plagen, von welchen in dem Buche dieses Gesetzes nicht geschrieben ist, über dich bringen, bis er dich vertilgt; 62und euer werden nur wenige an Zahl übrigbleiben, die ihr vorher den Sternen des Himmels an Menge gleich waret, weil du der Stimme des Herrn, deines Gottes, nicht gehorcht hast. 63Und wie der Herr zuvor seine Freude daran fand, euch wohl zu tun und euch zu mehren, so wird er alsdann Freude daran finden, euch zu zerstreuen und auszurotten, damit ihr aus dem Lande, in das du ziehst, es in Besitz zu nehmen, hinweggeschafft werdet. 64Der Herr wird dich unter alle Völker, von einem Ende der Erde bis zum andern, zerstreuen; und du wirst dort fremden Göttern dienen, die dir und deinen Vätern unbekannt sind, Holz und Steinen. 65Auch unter jenen Völkern wirst du keine Ruhe finden, und dein Fuß wird keine Stätte finden, wo er rasten könnte; denn der Herr wird dir daselbst ein zaghaftes Herz geben, und abnehmende Augen, und eine Seele, die von Gram verzehrt wird. 66Dein Leben wird sein, wie wenn es vor dir in der Schwebe hinge. Tag und Nacht wirst du dich fürchten und deines Lebens nicht sicher sein. 67Am Morgen wirst du sagen: Wer gibt mir den Abend? Und am Abend: Wer gibt mir den Morgen? Vor der Furcht deines Herzens, die dich erschrecken wird, und um aller Dinge willen, die deine Augen werden sehen müssen. 68Der Herr wird dich auf Schiffen nach Ägypten zurückbringen, auf dem Wege, von dem er dir gesagt hat, du solltest ihn nicht mehr schauen. Dort wirst du deinen Feinden zu Knechten und Mägden verkauft werden, und niemand wird sein, der dich kaufen mag.

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