Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).
Deuteronomium 13
1Wenn in deiner Mitte ein Prophet oder jemand auftritt, der behauptet, einen Traum gehabt zu haben, und sagt ein Zeichen oder ein Wunder vorher, 2und es trifft ein, was er verkündet hat, und er spricht zu dir: Lasset uns hingehen und fremden Göttern folgen, die du nicht kennst, und ihnen dienen, 3so höre nicht auf die Worte dieses Propheten oder Träumers; denn der Herr, euer Gott, stellt euch auf die Probe, damit es offenbar werde, ob ihr ihn aus ganzem Herzen und aus eurer ganzen Seele liebt, oder nicht. 4Dem Herrn, eurem Gott, folget nach, und ihn fürchtet, und seine Gebote beobachtet, und auf seine Stimme höret; ihm dienet und ihm hänget an. 5Jener Prophet oder Traumerdichter aber soll getötet werden; denn er hat geredet, um euch von dem Herrn, euerm Gott, der euch aus dem Lande Ägypten herausgeführt und euch aus dem Hause der Knechtschaft erlöst hat, abwendig zu machen, um dich von dem Wege, den der Herr, dein Gott, dir geboten, auf Irrwege zu führen; und so sollst du das Böse aus deiner Mitte hinwegschaffen. 6Wenn dein Bruder, der Sohn deiner Mutter, oder dein Sohn, oder deine Tochter, oder das Weib an deinem Busen, oder der Freund, den du wie dein Leben liebst, dir heimlich zuredet: Lass uns hingehen und fremden Göttern dienen, welche du nicht kennst, noch deine Väter, 7den Göttern aller Völker, ringsherum, nah oder fern, von einem Ende der Erde zum andern, 8so willige nicht ein, und höre nicht auf ihn, und dein Auge schone seiner nicht, dass du Mitleid hegen und ihn verbergen möchtest, 9sondern töte ihn alsbald. Deine Hand erhebe sich zuerst wider ihn und darnach lege das ganze Volk Hand an. 10Er werde zu Tode gesteinigt, weil er dich von dem Herrn, deinem Gott, abwenden wollte, der dich aus dem Lande Ägypten, aus dem Hause der Knechtschaft, herausgeführt hat, 11damit ganz Israel es höre, und sich fürchte, und fernerhin nicht mehr etwas dergleichen tue. 12Wenn du in einer deiner Städte, welche der Herr, dein Gott, dir zur Wohnung geben wird, einige sagen hörst: 13Es sind aus deiner Mitte Söhne Belials ausgegangen, und haben die Einwohner ihrer Stadt abwendig gemacht, und gesagt: Lasset uns hingehen und fremden Göttern dienen, welche ihr nicht kennt, 14so forsche sorglich und eifrig nach, und wenn du die Wahrheit entdeckt hast und findest, dass es sich so verhält, wie man sagt, und dass dieser Greuel in der Tat verübt ist, 15so sollst du alsbald die Bewohner jener Stadt mit der Schärfe des Schwertes schlagen und sie mit allem, was darin ist, bis zum Vieh herab, vertilgen. 16Alle Gerätschaften aber sammle in der Mitte ihrer Straßen und verbrenne sie mit der Stadt, so dass du alles für den Herrn, deinen Gott, vernichtest; und sie soll ein Schutthaufen bleiben, auf ewig und nicht wieder aufgebaut werden; 17und von dem mit diesem Banne Belegten soll nichts in deiner Hand bleiben; damit der Herr von seinem grimmigen Zorne ablasse, und sich deiner erbarme, und dich mehre, wie er deinen Vätern zugeschworen hat, 18wenn du auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hörst, indem du alle seine Gebote hältst, die ich dir heute anbefehle, dass du tuest, was in den Augen des Herrn, deines Gottes, wohlgefällig ist.
Deuteronomium 14
1Seid Söhne des Herrn, eures Gottes; machet euch keine Einschnitte und scheret euch nicht kahl um eines Toten willen, 2denn du bist ein dem Herrn, deinem Gott, geheiligtes Volk; und er hat dich aus allen Völkern, die auf Erden sind, auserwählt, dass du ein ihm eigenes Volk seiest. 3Esset nicht, was unrein ist. 4Dies sind die Tiere, die ihr essen dürft: Rind, Schaf, Ziege, 5Hirsch, Reh, Büffel, Steinbock, Gazelle, Bergziege und Giraffe. 6Jedes Tier, welches die Hufe in zwei Teile gespalten hat und wiederkäut, dürft ihr essen. 7Von denen aber, welche wiederkäuen und keine gespaltenen Hufe haben, sollt ihr nicht essen, wie: Das Kamel, den Hasen, den Igel; diese wiederkäuen zwar, haben aber keine gespaltenen Klauen, deshalb sollen sie euch unrein sein. 8Auch das Schwein soll unrein sein, weil es zwar gespaltene Klauen hat, aber nicht wiederkäut; ihr Fleisch sollt ihr nicht essen und ihr Aas nicht berühren. 9Diese dürft ihr essen von allen Tieren, die sich im Wasser aufhalten: Alle, welche Floßfedern und Schuppen haben, esset; 10die, welche keine Floßfedern und Schuppen haben, esset nicht, denn sie sind unrein. 11Alle reinen Vögel esset; 12unreine sollt ihr nicht essen, nämlich: den Adler, den Greifgeier, den Meeradler, 13die Weihe, den Geier, den Hühnergeier und dessen Arten; 14alles, was zum Rabengeschlechte gehört, 15den Strauß, die Nachteule, die Möwe, den Sperber nach seinen Arten; 16den Reiher, den Schwan, den Ibis, 17den Taucher, den Purpurvogel, den Nachtraben, 18den Pelikan, den Regenpfeifer, alle mit ihren Arten, den Wiedehopf und die Fledermaus. 19Auch alles, was kriecht und Flügel hat, soll unrein sein und nicht gegessen werden. 20Alles, was rein ist, dürft ihr essen. 21Was aber gefallen ist, davon esset nicht. Dem Fremden, der innerhalb deiner Tore weilt, magst du es zu essen geben oder es ihm verkaufen; denn du bist ein dem Herrn, deinem Gott, geheiligtes Volk. Du sollst das Böcklein nicht in der Milch seiner Mutter kochen. 22Sondere den zehnten Teil von allen deinen Früchten ab, welche auf dem Felde Jahr für Jahr wachsen, 23und verzehre sie vor dem Herrn, deinem Gott, an dem Orte, den er erwählt hat, damit sein Name daselbst angerufen werde, den Zehnten deines Getreides und Weines und Öles, und die Erstgeburten deiner Rinder und Schafe; damit du den Herrn, deinen Gott, allezeit fürchten lernst. 24Wenn aber der Weg zu weit und der Ort, den der Herr, dein Gott, auserwählt hat, zu fern ist, und er dich segnet, und du kannst dies nicht alles dorthin tragen, 25so verkaufe alles und tausche dafür Geld ein, und nimm den Erlös mit dir, und begib dich an den Ort, den der Herr, dein Gott, erwählt hat, 26und kaufe für dieses Geld alles, was dir gefällt, Rinder oder Schafe, auch Wein und starkes Getränk, und alles, was deine Seele verlangt; und iß vor dem Herrn, deinem Gott, und halte ein Mahl, du und deine Familie, 27und der Levit, der innerhalb deiner Tore ist; habe Acht, dass du ihn nicht übergehest, denn er hat keinen anderen Anteil in deinem Besitztume. 28Im dritten Jahre sollst du einen anderen Zehnten von allem, was dir zu jener Zeit wächst, absondern und in deinen Toren niederlegen. 29Dann möge der Levit, welcher keinen andern Anteil noch Erbbesitz mit dir hat, der Fremdling, die Waise und die Witwe, die innerhalb deiner Tore sind, kommen, und essen, und sich sättigen; dass der Herr, dein Gott, dich bei allen Werken deiner Hände, die du unternimmst, segne.
Deuteronomium 15
1Im siebenten Jahre sollst du einen Erlass stattfinden lassen; 2mit diesem soll es also gehalten werden: Jeder, dem sein Freund, oder Nächster, oder Bruder etwas schuldet, soll es nicht zurückfordern können, weil es das Erlassjahr des Herrn ist. 3Von dem Fremden und Ankömmling magst du es zurückfordern; aber von deinem Mitbürger und Nächsten es zurückzufordern, soll dir nicht zustehen. 4Einen ganz Armen und Bettler gebe es nicht unter euch, damit der Herr, dein Gott, dich in dem Lande segne, welches er dir zum Besitze geben wird. 5Wenn du nur auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hörst und alles hältst, was er geboten hat und was ich dir heute befehle, so wird er dich segnen, wie er verheißen hat. 6Du wirst vielen Völkern leihen und selbst von niemand zu entlehnen brauchen. Du wirst über sehr viele Völker herrschen und über dich wird niemand herrschen. 7Wenn einer deiner Brüder, die innerhalb der Tore deiner Stadt in dem Lande weilen, welches der Herr, dein Gott, dir geben will, in Armut gerät, so sollst du dein Herz nicht verhärten und deine Hand nicht verschließen, 8sondern sie dem Armen öffnen und ihm leihen, was du siehest, dass er bedarf. 9Hüte dich, dass dich nicht etwa der lieblose Gedanke beschleiche, dass du in deinem Herzen sagst: Das siebente Jahr, das Erlassjahr, ist nahe, und du also deine Augen von deinem armen Bruder abwendest und ihm nicht leihen wollest, was er verlangt, damit er nicht zum Herrn wider dich rufe und es dir zur Sünde werde. 10Vielmehr gib ihm und handle nicht hinterlistig, wenn du seiner Not abhilfst, damit der Herr, dein Gott, dich allezeit und in allem segne, was deine Hand unternimmt. 11Arme werden im Lande deines Wohnsitzes nicht fehlen; darum gebiete ich dir, dass du deinem dürftigen Bruder und dem Armen, der bei dir in dem Lande weilt, deine Hand auftuest. 12Wenn sich dir dein Bruder, ein Hebräer oder eine Hebräerin, verkauft und dir sechs Jahre gedient hat, so sollst du ihn im siebenten Jahre freilassen; 13und wenn du ihm die Freiheit schenkst, so sollst du ihn nicht leer fortgehen lassen, 14sondern ihm Wegzehrung geben von deinen Herden, deiner Tenne, und deiner Kelter, mit denen dich der Herr, dein Gott, gesegnet hat. 15Gedenke, dass auch du im Lande Ägypten in Knechtschaft warst und der Herr, dein Gott, dich frei gemacht hat; und darum gebe ich dir heute dies Gebot. 16Wenn er aber sagt: Ich will nicht weggehen, weil er dich und dein Haus lieb hat und fühlt, dass es ihm bei dir wohlgeht, 17so nimm einen Pfriemen und bohre ihn durch sein Ohr an die Türe deines Hauses, und er soll auf ewig dein Knecht sein, und ebenso sollst du auch mit einer Magd tun. 18Wende deine Augen nicht von ihnen, wenn du sie freilässest; denn sie haben dir sechs Jahre hindurch um den Lohn eines Tagelöhners gedient; auf dass der Herr, dein Gott, dich segne in allen Werken, welche du unternimmst. 19Jedes Erstgeborene männlichen Geschlechtes, das von deinen Rindern und Schafen zur Welt kommt, sollst du dem Herrn, deinem Gott, weihen. Du sollst mit dem Erstgeborenen des Rindes nicht arbeiten, und die Erstgeborenen der Schafe sollst du nicht scheren. 20Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du sie alljährlich essen, an dem Orte, welchen der Herr erwählt, du und deine Familie. 21Wenn es aber einen Fehler hat, lahm ist, oder blind, oder an einem Teile missgestaltet oder schwächlich, so soll es dem Herrn, deinem Gott, nicht als Opfer dargebracht werden, 22sondern innerhalb der Tore deiner Stadt magst du es essen: der Reine wie der Unreine mögen es essen, wie ein Reh oder einen Hirsch. 23Nur habe Acht, dass du ihr Blut nicht genießest, sondern gieße es auf die Erde aus wie Wasser.
Deuteronomium 16
1Habe Acht auf den Monat der neuen Früchte, den ersten im Frühling, dass du dem Herrn, deinem Gott, das Phase haltest; denn in diesem Monate hat dich der Herr, dein Gott, in der Nacht aus Ägypten geführt. 2Und schlachte dem Herrn, deinem Gott, als Phase ein Opfer von Schafen und von Rindern an dem Orte, den der Herr, dein Gott, erwählen wird, um seinen Namen daselbst wohnen zu lassen. 3Du sollst dazu kein gesäuertes Brot essen: Sieben Tage hindurch sollst du Ungesäuertes, das Brot der Trübsal, essen, denn in Schrecken bist du aus Ägypten ausgezogen; damit du den Tag deines Auszuges aus Ägypten in Erinnerung behaltest, so lange du lebst. 4Kein Sauerteig soll sich in allen deinen Grenzen sieben Tage lang vorfinden, und von dem Fleische, das am ersten Tage Abends geopfert ward, soll nichts bis zum Morgen übrigbleiben. 5Du kannst das Phase nicht in jeder deiner Städte schlachten, welche der Herr, dein Gott, dir geben wird; 6sondern an dem Orte, den der Herr, dein Gott, erwählen wird, seinen Namen daselbst wohnen zu lassen, sollst du das Phase am Abend gegen Sonnenuntergang schlachten, zu der Zeit, wo du aus Ägypten ausgezogen bist. 7Und du sollst es kochen und an dem Orte essen, den der Herr, dein Gott, erwählen wird, und am Morgen magst du dich aufmachen und in deine Zelte gehen. 8Sechs Tage sollst du Ungesäuertes essen; und am siebenten Tage sollst du keine Arbeit tun, weil es die Festversammlung des Herrn, deines Gottes, ist. 9Sieben Wochen sollst du von dem Tage, an welchem du die Sichel an die Saat gelegt hast, abzählen 10und sollst dem Herrn, deinem Gott, das Wochenfest feiern und ein freiwilliges Opfer deiner Hand darbringen, je nachdem dich der Herr, dein Gott, gesegnet hat; 11und du sollst vor dem Herrn, deinem Gott, ein Mahl halten, du, dein Sohn, und deine Tochter, dein Knecht, und deine Magd, und der Levit, der innerhalb deiner Tore ist, der Fremdling, die Waise und die Witwe, die bei euch weilen, an dem Orte, den der Herr, dein Gott, erwählen wird, um seinen Namen daselbst wohnen zu lassen; 12und du sollst eingedenk sein, dass du ein Knecht warst in Ägypten, und halten und tun, was geboten ist. 13Auch das Fest der Laubhütten sollst du sieben Tage feiern, wenn du deinen Ertrag der Tenne und der Kelter eingesammelt hast; 14und sollst an deinem Feste ein Mahl halten, du, dein Sohn, und deine Tochter, dein Knecht und deine Magd, der Levit, der Fremdling, die Waise und die Witwe, die innerhalb deiner Tore sind. 15Sieben Tage sollst du dem Herrn, deinem Gott, das Fest feiern an dem Orte, den der Herr erwählen wird; und der Herr, dein Gott, wird dich in allen deinen Erträgnissen und in allem Tun deiner Hände segnen, und du wirst fröhlich sein. 16Dreimal im Jahre soll alles, was unter dir männlich ist, vor dem Herrn, deinem Gott, an dem Orte erscheinen, den er erwählen wird: am Feste der ungesäuerten Brote, am Wochenfeste, und am Laubhüttenfeste. Niemand soll vor dem Herrn leer erscheinen, 17sondern ein jeder soll etwas opfern, je nachdem er hat, nach dem Segen, welchen ihm der Herr, sein Gott, gegeben hat. 18Du sollst innerhalb aller deiner Tore, die der Herr, dein Gott, dir geben wird, in jedem von deinen Stämmen Richter und Vorsteher setzen, damit sie das Volk mit gerechtem Gerichte richten 19und das Recht nicht auf eine Seite beugen. Du sollst nicht auf die äußere Stellung, noch Geschenke sehen; denn Geschenke verblenden die Augen der Weisen und verkehren die Worte der Gerechten. 20Was recht ist, dem sollst du gerecht nachtrachten, damit du lebest und das Land in Besitz nehmest, das der Herr, dein Gott, dir geben wird. 21Du sollst keinen Hain, noch irgend einen Baum neben den Altar des Herrn, deines Gottes, pflanzen. 22Und du sollst dir keine Bildsäule machen, noch aufrichten, solches hasst der Herr, dein Gott.