Zum Inhalt springen

Die Bibel in einem Jahr · Tag 46 von 365

Deuteronomium 1–4

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Deuteronomium 1

1Dies sind die Worte, welche Moses zu ganz Israel gesprochen hat jenseits des Jordans in der Wüstenebene, dem roten Meere gegenüber, zwischen Pharan, und Thophel, und Laban, und Haseroth, wo sehr viel Gold ist; 2elf Tagereisen vom Horeb auf dem Wege nach dem Gebirge Seir bis Kadesbarne. 3Im vierzigsten Jahre, im elften Monat, am ersten Tage des Monats, verkündete Moses den Söhnen Israels alles, was ihm der Herr befohlen hatte, ihnen zu sagen, 4nachdem er Sehon, den König der Amorrhiter, der in Hesebon wohnte, geschlagen, und Og, den König von Basan, welcher in Astaroth und Edrai wohnte, 5jenseits des Jordans im Lande Moab. Da begann Moses das Gesetz auszulegen und sprach: 6Der Herr, unser Gott, hat zu uns am Horeb also gesprochen: Ihr habt genug an diesem Berge verweilt; 7wendet euch und ziehet nach dem Gebirge der Amorrhiter, und in seine ganze Umgebung, die Ebene, das Bergland, die Niederungen gegen Süden, und am Gestade des Meeres, nach dem Lande der Chananiter und dem Libanon bis an den großen Strom Euphrat. 8Sehet, sprach er, ich habe es euch übergeben; ziehet hinein und nehmet dasselbe in Besitz, das der Herr euren Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat, ihnen und ihren Nachkommen nach ihnen zu geben. 9Und ich sprach zu euch in jener Zeit: 10Ich allein kann nicht die Sorge für euch auf mich nehmen, denn der Herr, euer Gott, hat euch gemehrt, und ihr seid jetzt zahlreich, wie die Sterne des Himmels. 11(Möge der Herr, der Gott eurer Väter, zu dieser Menge noch viele Tausende hinzufügen und euch segnen, wie er gesprochen hat.) 12Ich allein kann eure Geschäfte und Beschwerden und Streitigkeiten nicht auf mich nehmen. 13Stellet aus eurer Mitte weise und verständige Männer auf, deren Wandel bei euren Stämmen bewährt ist, dass ich sie zu Fürsten über euch setze. 14Da habt ihr mir geantwortet: Gut ist die Sache, welche du tun willst. 15Und ich nahm aus euren Stämmen weise und angesehene Männer und machte sie zu Fürsten, zu Obersten über tausend, über hundert, über fünfzig, und über zehn, dass sie euch in allem belehrten. 16Und ich befahl ihnen und sprach: Höret sie, und richtet, wie es recht ist, es sei ein Einheimischer oder ein Fremder. 17Kein Unterschied des Standes soll gelten; höret so den Geringen wie den Großen, und sehet niemandes Person an, denn es ist Gottes Gericht. Scheint euch aber etwas schwierig, so bringt es vor mich, und ich will es hören. 18Und ich gebot alles, was ihr tun solltet. 19Sodann brachen wir vom Horeb auf und zogen durch die fürchterliche und große Wüste, die ihr gesehen habt, des Weges nach dem Amorrhitergebirge, so wie uns der Herr, unser Gott, geboten. Und da wir nach Kadesbarne kamen, 20sprach ich zu euch: Ihr seid an das Gebirge der Amorrhiter gekommen, das der Herr, unser Gott, uns geben wird. 21Siehe da, das Land, welches der Herr, dein Gott, dir gibt; ziehe hinauf und nimm es in Besitz, wie der Herr, unser Gott, zu deinen Vätern gesprochen hat; fürchte dich nicht und sei unverzagt! 22Da tratet ihr alle zu mir und sprachet: Lasset uns Männer hinsenden, welche das Land erforschen und uns berichten mögen, auf welchem Wege wir hinaufziehen und gegen welche Städte wir vorrücken sollen. 23Und da mir der Vorschlag gefiel, sandte ich zwölf Männer von euch aus, je einen aus jedem Stamme. 24Diese brachen auf und zogen in das Gebirge, kamen bis zum Traubental, und erforschten das Land, 25nahmen einige von seinen Früchten, um seine Fruchtbarkeit zu zeigen, und brachten sie uns, und sprachen: Das Land, das der Herr, unser Gott, uns geben will, ist gut. 26Aber ihr wolltet nicht hinaufziehen, sondern gegen das Wort des Herrn, unsers Gottes, ungläubig, 27murrtet ihr in euren Zelten und sprachet: Der Herr hasst uns, darum hat er uns aus dem Lande Ägypten geführt, um uns in die Hand der Amorrhiter zu übergeben und zu vernichten. 28Wohin sollen wir ziehen? Die Botschafter haben unser Herz verzagt gemacht, indem sie sprachen: Das Volk ist überaus zahlreich und überragt uns an Gestalt; die Städte sind groß und bis zum Himmel hoch befestigt, und wir sahen dort Enakssöhne. 29Da sprach ich zu euch: Zaget nicht und fürchtet euch nicht vor ihnen! 30Gott, der Herr, der euer Führer ist, wird selbst für euch streiten, wie er in Ägypten vor aller Augen getan hat. 31Und in der Wüste (du hast es selbst gesehen) hat dich der Herr, dein Gott, getragen, wie ein Mann seinen kleinen Sohn zu tragen pflegt, auf dem ganzen Wege, den ihr durchzogen habt, bis ihr an diesen Ort kamet. 32Aber nicht einmal hierauf hin habt ihr dem Herrn, euerm Gott, geglaubt, 33der euch voranging auf dem Wege, und die Orte auswählte, an denen ihr euch lagern solltet, des Nachts euch den Weg durch das Feuer zeigend, und des Tages durch die Wolkensäule. 34Und als der Herr eure lauten Reden hörte, zürnte er, und schwur, und sprach: 35Kein einziger von den Männern dieses argen Geschlechtes soll das gute Land schauen, welches ich euern Vätern mit einem Eidschwure verheißen habe, 36ausgenommen Kaleb, dem Sohn Jephones; denn er soll es schauen, und ihm und seinen Söhnen will ich das Land geben, das er betreten hat, weil er dem Herrn gehorsam gewesen ist. 37Nicht darf sein Unwille über das Volk befremdlich erscheinen, da der Herr auch über mich euretwegen zürnte und sprach: Auch du sollst nicht dorthin gelangen, 38sondern Josue, der Sohn Nuns, dein Diener, er soll statt deiner in dasselbe einziehen; diesen belehre und ermutige, denn er soll das Land durch das Los an Israel austeilen. 39Eure Kinder, von denen ihr sagtet, sie würden gefangen weggeführt werden, und eure Söhne, welche heute noch nicht den Unterschied zwischen gut und böse kennen, werden in dasselbe gelangen; und ihnen werde ich das Los geben, und sie sollen es in Besitz nehmen. 40Ihr aber wendet euch um und brechet nach der Wüste auf, des Weges nach dem roten Meere zu. 41Da habt ihr mir geantwortet: Wir haben wider den Herrn gesündigt; wir wollen hinaufziehen und kämpfen, wie der Herr, unser Gott, befohlen hat. Und da ihr gewaffnet auf das Gebirge zoget, 42sprach der Herr zu mir: Sage ihnen: Ziehet nicht hinauf und kämpfet nicht, denn ich bin nicht mit euch; auf dass ihr nicht vor euern Feinden erlieget. 43Ich habe es euch gesagt, aber ihr habt nicht gehört, sondern waret widerspenstig gegen den Befehl des Herrn und zoget in stolzer Vermessenheit auf das Gebirge. 44Da zogen die Amorrhiter, die im Gebirge wohnten, aus, und rückten euch entgegen, und verfolgten euch, wie die Bienen zu verfolgen pflegen, und schlugen euch von Seir nach Horma. 45Und da ihr zurückkehrtet und vor dem Herrn weintet, hörte er nicht auf euch und wollte eurer Stimme nicht Gehör leihen. 46So bliebet ihr denn in Kadesbarne lange Zeit.

Deuteronomium 2

1Von da brachen wir auf, und kamen in die Wüste, welche sich gegen das rote Meer zieht, wie der Herr mir gesagt hatte; und wir umzogen durch eine lange Zeit das ganze Gebirge Seir. 2Und der Herr sprach zu mir: 3Ihr habt dieses Gebirge nun genug umzogen, gehet nach Norden; 4befiehl nun dem Volke und sprich: Wenn ihr durch das Gebiet eurer Brüder, der Söhne Esaus, zieht, die in Seir wohnen, so werden diese sich vor euch fürchten. 5Gebet also Acht, dass ihr euch nicht wider sie erhebet; denn ich werde euch auch nicht einen Fuß breit von ihrem Lande geben, weil ich das Gebirge Seir dem Esau zum Besitze gegeben habe. 6Lebensmittel kaufet von ihnen um Geld, dass ihr zu essen habet, auch die Erlaubnis, Wasser zu schöpfen, dass ihr zu trinken habet, kaufet um Geld. 7Der Herr, dein Gott, hat dich in allen Werken deiner Hände gesegnet; er kennt dein Wandern, wie du durch diese große Wüste zogest, vierzig Jahre hat der Herr, dein Gott, unter dir gewohnt, und nichts hat dir gemangelt. 8Und als wir nun von unsern Brüdern, den Söhnen Esaus, die in Seir wohnten, auf dem Wege der Ebene von Elath und Asiongaber weiterzogen, kamen wir auf den Weg, der zur Wüste Moab führt. 9Und der Herr sprach zu mir: Kämpfe nicht gegen die Moabiter und lass es nicht zum Streite mit ihnen kommen, denn ich werde dir nichts von ihrem Lande geben, weil ich den Söhnen Lots Ar zum Besitze gegeben habe. 10Zuerst wohnten die Emiter darin, ein großes und starkes Volk, so hochgewachsen wie die vom Stamme der Enakiter, 11so dass sie zu den Riesen gerechnet wurden und den Enakssöhnen ähnlich waren. Die Moabiter aber nennen sie Emiter. 12In Seir wohnten vordem die Horrhiter; aber die Söhne Esaus vertrieben sie, und vertilgten sie, und schlugen dort ihre Wohnsitze auf, wie Israel im Lande seines Erbbesitzes getan hat, das der Herr ihm gegeben. 13So machten wir uns auf, um über den Bach Zared zu ziehen, und kamen an denselben. 14Die Zeit aber, welche wir von Kadesbarne unterwegs waren, bis zum Übergange über den Fluß Zared, war achtunddreißig Jahre; bis das ganze Geschlecht der streitbaren Männer aus dem Lager ausgestorben war, wie der Herr geschworen hatte, 15denn seine Hand war gegen sie, dass sie aus der Mitte des Lagers dahingerafft wurden. 16Nachdem aber alle streitbaren Männer gestorben waren, 17redete der Herr zu mir und sprach: 18Du wirst jetzt die Grenzen Moabs überschreiten, bei der Stadt namens Ar, 19und in die Nähe der Söhne Ammons gelangen; hüte dich, gegen sie zu kämpfen und Krieg mit ihnen zu beginnen, denn ich werde dir von dem Lande der Söhne Ammons nichts geben, weil ich es den Söhnen Lots zum Besitze gegeben habe. 20Es ward für ein Land der Riesen gehalten; und es wohnten auch einst Riesen darin, welche die Ammoniter Zomzommiter nennen, 21ein großes und zahlreiches Volk, und hoch von Gestalt wie die Enakiter, welche der Herr vor ihnen vertilgte; und er ließ sie statt ihrer darin wohnen, 22wie er für die Söhne Esaus getan, welche in Seir wohnen, indem er die Horrhiter vertilgte, und ihnen deren Land gab, das sie bis zur Gegenwart besitzen. 23Auch die Heviter, welche in Haserim bis Gaza wohnten, wurden von den Kappadociern vertrieben, die aus Kappadocien kommend sie vertilgten und an ihrer Statt sich niederließen. 24Machet euch nun auf und überschreitet den Bach Arnon! siehe, ich gebe Sehon, den König zu Hesebon, den Amorrhiter, in deine Hand; schicke dich an, sein Land in Besitz zu nehmen, und kämpfe gegen ihn. 25Heute werde ich anfangen, Schrecken und Furcht vor dir auf die Völker fallen zu lassen, die unter dem weiten Himmel wohnen, dass sie erschrecken, wenn sie deinen Namen hören, und erbeben wie Gebärende, und von Schmerzen erfasst werden. 26Da sandte ich aus der Wüste Kademoth zu Sehon, dem Könige von Hesebon, Boten mit Worten des Friedens und ließ ihm sagen: 27Wir möchten durch dein Land ziehen, auf der Heerstraße werden wir bleiben und nicht abweichen weder zur Rechten noch zur Linken. 28Verkaufe uns Lebensmittel, dass wir zu essen haben, und gib uns Wasser um Geld, und so wollen wir trinken. Nur um eines bitten wir, dass du uns den Durchzug gestattest, 29wie die Söhne Esaus, die in Seir wohnen, und die Moabiter, die in Ar wohnen, getan haben; bis wir an den Jordan kommen und in das Land hinüberziehen, welches der Herr, unser Gott, uns geben will. 30Aber Sehon, der König von Hesebon, wollte uns den Durchzug nicht gestatten, weil der Herr, dein Gott, seinen Geist verhärtet und sein Herz verstockt hatte, damit er in deine Hände gegeben würde, wie du jetzt siehst. 31Da sprach der Herr zu mir: Siehe, ich beginne dir Sehon und sein Land preiszugeben; schicke dich an, es in Besitz zu nehmen. 32Als nun Sehon uns mit seinem ganzen Volke zum Kampfe nach Jasa entgegenzog, 33gab der Herr, unser Gott, ihn uns preis, und wir schlugen ihn mit seinen Söhnen und seinem ganzen Volke. 34Damals nahmen wir alle Städte ein, erschlugen ihre Einwohner, Männer und Weiber und Kinder, und ließen nichts darin übrig; 35außer das Vieh, das uns als Beute zu Teil ward, und die Beute der Städte, welche wir einnahmen, 36von Aroer an, am Ufer des Baches Arnon, von der Stadt im Tale, bis Galaad. Es war kein Dorf und keine Stadt, die unsern Händen entgangen wäre; alle gab der Herr, unser Gott, uns preis, 37ausgenommen das Land der Söhne Ammons, in das wir nicht gekommen sind, und alles was am Bache Jebok liegt, und die Städte im Gebirge, und alle Orte, die uns der Herr, unser Gott, verboten hat.

Deuteronomium 3

1Da wandten wir uns und zogen den Weg nach Basan hinauf; und Og, der König von Basan, zog aus und rückte uns mit seinem Volke zum Kampfe entgegen nach Edrai. 2Da sprach der Herr zu mir: Fürchte dich nicht vor ihm, den er ist mit seinem ganzen Volke und seinem Lande in deine Hand gegeben; und du sollst an ihm tun, wie du an Sehon, dem Könige der Amorrhiter, getan hast, der in Hesebon wohnte. 3Der Herr, unser Gott, gab also auch Og den König von Basan, und sein ganzes Volk in unsere Hand, und wir schlugen sie bis zur Vernichtung 4und verheerten zur selben Zeit alle seine Städte; nicht eine Stadt entging uns, sechzig Städte, der ganze Landstrich Argob vom Reiche Ogs in Basan. 5Alle waren befestigte Städte mit hohen Mauern, mit Toren und Riegeln, nicht gerechnet die unzählbaren Städte, welche keine Mauern hatten. 6Und wir vernichteten sie, wie wir Sehon, dem Könige von Hesebon, getan, und zerstörten alle Städte, und vertilgten Männer, Weiber und Kinder; 7das Vieh aber und den Raub aus den Städten machten wir zur Beute. 8So entrissen wir damals das Land der Hand der beiden Könige der Amorrhiter, welche jenseits des Jordans waren, vom Bache Arnon bis zum Berge Hermon, 9den die Sidonier Sarion und die Amorrhiter Sanir nennen; 10alle Städte, die in der Ebene liegen, und das ganze Land Galaad und Basan bis Selcha und Edrai, die Städte des Reiches Ogs in Basan. 11Denn Og der König von Basan, war allein vom Geschlechte der Riesen noch übrig. Man zeigt sein eisernes Bett in Rabbath, der Stadt der Söhne Ammons, neun Ellen lang und vier Ellen breit nach dem Maße des Ellenbogens eines Mannes. 12Und wir nahmen in jener Zeit das Land in Besitz, von Aroer an, das am Ufer des Baches Arnon liegt, bis zur Hälfte des Gebirges von Galaad; und seine Städte gab ich Ruben und Gad. 13Den übrigen Teil von Galaad aber und ganz Basan vom Königreiche Ogs gab ich dem halben Stamme Manasse, den ganzen Landstrich Argob; ganz Basan heißt das Riesenland. 14Jair, der Sohn Manasses, erhielt den ganzen Landstrich Argob bis an die Grenzen der Gessuriter und Machatiter zum Besitze. Und er nannte Basan nach seinem Namen Havoth Jair, das ist die Dörfer Jairs, bis auf den heutigen Tag. 15Und dem Machir gab ich Galaad. 16Und den Stämmen Ruben und Gad gab ich das Gebiet vom Lande Galaad bis an den Bach Arnon, bis zur Hälfte des Baches, als Grenze bis an den Bach Jebok, der die Grenze der Söhne Ammons bildet, 17und die Ebene der Wüste, und den Jordan, und das Gebiet von Kenereth, bis zum Meere der Wüste, dem Salzmeere, bis zu den Abhängen des Gebirges Phasga gegen Osten. 18Zu jener Zeit befahl ich euch und sprach: Der Herr, euer Gott, gibt euch dieses Land zum Erbbesitze; so ziehet denn gerüstet vor den Söhnen Israels, euern Brüdern her, alle ihr streitbaren Männer, 19ohne Weiber und Kinder und Vieh; denn ich weiß, dass ihr viel Vieh habt: dies soll in den Städten zurückbleiben, welche ich euch gegeben habe, 20bis der Herr euern Brüdern Ruhe schenkt, so wie er sie euch geschenkt hat, und auch sie das Land in Besitz genommen haben, dass er ihnen jenseits des Jordans geben will; alsdann mag ein jeder zu seinem Besitztum zurückkehren, das ich euch gegeben habe. 21Josue ferner gebot ich zu jener Zeit und sprach: Deine Augen haben gesehen, was der Herr, euer Gott, an diesen zwei Königen getan hat; ebenso wird er an allen Reichen tun, in welche du nun hinüberziehen wirst. 22Fürchte sie nicht; denn der Herr, euer Gott, wird für euch streiten. 23Zu jener Zeit bat ich auch den Herrn und sprach: 24Herr, Gott! du hast begonnen, deinem Knechte deine Größe und deine starke Hand zu zeigen; denn es ist kein anderer Gott im Himmel oder auf Erden, der deine Werke tun und dir an Macht verglichen werden könnte. 25Lass mich doch hinüberziehen und dies so gute Land jenseits des Jordans, und dies herrliche Gebirge, und den Libanon schauen! 26Aber der Herr war über mich um euretwillen erzürnt und erhörte mich nicht, sondern sprach zu mir: Lass es genug sein! Rede ferner nicht mehr von dieser Sache zu mir. 27Steige auf den Gipfel des Phasga, und wende deine Blicke gegen Abend und gegen Mitternacht, und gegen Mittag und gegen Morgen, und schaue; den du wirst den Jordan hier nicht überschreiten. 28Beauftrage Josue, und ermutige ihn, und kräftige ihn; denn er soll dieses Volk führen und das Land, das du sehen wirst, unter sie verteilen. 29Und so blieben wir im Tale, dem Götzentempel Phogors gegenüber.

Deuteronomium 4

1Und nun Israel, höre die Gebote und die Rechte, welche ich dich lehre, dass du sie übest, und lebest, und in das Land hineinziehest, und es in Besitz nehmest, das der Herr, der Gott eurer Väter, euch geben will. 2Füget nichts zu dem Worte, das ich zu euch spreche, hinzu, noch nehmet etwas davon weg; haltet die Gebote des Herrn, eures Gottes, die ich euch gebe. 3Eure eigenen Augen haben alles gesehen, was der Herr gegen Beelphegor getan hat; wie er alle, die denselben verehrten, aus eurer Mitte weggetilgt hat. 4Ihr dagegen, die ihr dem Herrn, euerm Gott, anhanget, seid noch alle bis auf den gegenwärtigen Tag am Leben. 5Ihr wisset, dass ich euch die Gebote und Rechte gelehrt habe, wie mir der Herr, mein Gott, aufgetragen hat; übet sie so in dem Lande, das ihr in Besitz nehmen werdet, 6und beobachtet und erfüllet sie im Werke. Denn dies ist eure Weisheit und eure Einsicht vor den Völkern, damit sie, wenn sie alle diese Gebote hören werden, sagen mögen: Sehet, welch weises und verständiges Volk, welch großes Volk! 7Auch ist kein anderes Volk so groß, dass es Götter hätte, die ihm so nahe wären, wie unser Gott nahe ist, so oft wir zu ihm rufen. 8Denn wo ist ein anderes Volk so erhaben, dass es solche Gebräuche und so gerechte Satzungen hätte, und das ganze Gesetz, das ich euch heute vor Augen stelle? 9Darum habe sorgfältig auf dich und deine Seele Acht. Vergiss die Dinge nicht, die deine Augen gesehen haben, und lass sie deinem Herzen Zeit deines Lebens nicht entfallen. Und lehre sie deine Söhne und Enkel, 10von dem Tage an, da du vor dem Herrn, deinem Gott, am Horeb standest, als der Herr zu mir redete und sprach: Versammle das Volk zu mir, dass sie meine Worte hören und mich fürchten lernen, so lange sie auf Erden leben, und ihre Söhne lehren. 11Da tratet ihr hin zum Fuße des Berges, der bis zum Himmel hin im Feuer stand, während auf ihm Finsternis, und Wolken, und Dunkelheit waren. 12Und der Herr redete zu euch mitten aus dem Feuer heraus. Den Schall seiner Worte hörtet ihr, aber eine Gestalt habt ihr nicht wahrgenommen. 13Und er verkündete euch seinen Bund, den er euch zu halten gebot, und die zehn Worte, die er auf zwei steinerne Tafeln schrieb. 14Und mir trug er zu jener Zeit auf, euch die Satzungen und Rechte zu lehren, die ihr in dem Lande, das ihr in Besitz nehmen werdet, beobachten sollt. 15Bewahret denn eure Seelen sorgfältig. Ihr habt an dem Tage, da der Herr zu euch auf dem Horeb mitten aus dem Feuer heraus redete, kein Bild gesehen, 16damit ihr nicht etwa in falschem Wahne euch ein geschnitztes Abbild, oder das Bild eines Mannes oder eines Weibes machet, 17das Bild irgend eines Tieres, das auf Erden ist, oder eines Vogels, der unter dem Himmel fliegt, 18oder eines Gewürmes, das auf dem Boden kriecht, oder eines Fisches, der unter der Erde im Wasser lebt; 19und dass du nicht etwa, wenn du deine Augen zum Himmel erhebest und die Sonne und den Mond, und alle Sterne des Himmels schaust, von Trug befangen, sie anbetest und sie verehrtest, da sie doch der Herr, dein Gott, geschaffen hat, dass sie allen Völkern dienen, die unter dem Himmel sind. 20Euch aber hat der Herr genommen und aus dem eisernen Ofen Ägyptens herausgeführt, dass er ein Volk habe, das ihm erbeigen sei, so wie es heute ist. 21Und der Herr zürnte über mich, um eurer Reden willen, und schwor, dass ich nicht den Jordan überschreiten, noch in das gute Land kommen soll, das er euch geben wird. 22Sehet, ich sterbe in diesem Lande, ich werde den Jordan nicht überschreiten; ihr werdet hinüberziehen und das vortreffliche Land in Besitz nehmen. 23So hüte dich nun, des Bundes des Herrn, deines Gottes, jemals zu vergessen, den er mit dir geschlossen hat, und dir ein geschnitztes Bild von Dingen zu machen, die der Herr zu machen verboten hat; 24denn der Herr, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer, ein eifernder Gott. 25Wenn ihr nun Söhne und Enkel gezeugt, und in dem Lande lange gewohnt habt, und, betört, euch ein Bild machen und Böses vor dem Herrn, euerm Gott tun solltet, so dass ihr ihn zum Zorne reizen würdet: 26so rufe ich heute Himmel und Erde zu Zeugen an, dass ihr schnell aus dem Lande werdet vertilgt werden, dass ihr nach dem Übergange über den Jordan in Besitz nehmen werdet. Ihr werdet nicht lange darin wohnen, sondern der Herr wird euch vertilgen 27und euch unter alle Völker zerstreuen, und nur wenige werden übrigbleiben unter den Völkern, unter welche der Herr euch bringen wird. 28Dort werdet ihr Göttern dienen, die von Menschenhänden gemacht sind, Holz und Stein, die nicht sehen, noch hören, noch essen, noch riechen können. 29Und wenn du daselbst dem Herrn, deinen Gott, suchst, so wirst du ihn finden; wenn du ihn nur von ganzem Herzen suchst und in voller Zerknirschung deiner Seele. 30Nachdem dich alles betroffen hat, was vorhergesagt ist, wirst du in der letzten Zeit zu dem Herrn, deinem Gott, zurückkehren und auf seine Stimme hören. 31Denn der Herr, dein Gott, ist ein barmherziger Gott; er wird dich nicht ganz verlassen, und dich nicht völlig vertilgen, und seines Bundes, den er deinen Vätern geschworen hat, nicht vergessen. 32Frage die alten Zeiten, die vor dir waren, von dem Tage an, wo Gott den Menschen auf Erden schuf, von einem Ende des Himmels bis zum andern, ob einmal etwas derartiges geschehen, oder es je erhört worden ist, 33dass ein Volk die Stimme Gottes mitten aus dem Feuer heraus reden hörte, wie du sie gehört hast und am Leben geblieben bist; 34oder ob Gott sich herbeiließ, hinzugehen und sich ein Volk aus der Mitte der Völker herauszuholen durch Prüfungen, und Zeichen, und Wunder, durch Kampf, und starke Hand, und ausgestreckten Arm, und furchtbare Erscheinungen, wie das alles der Herr, euer Gott, für euch in Ägypten vor deinen Augen getan hat, 35damit du erkanntest, dass er, der Herr, Gott ist, und kein anderer außer ihm ist. 36Vom Himmel her ließ er dich seine Stimme hören, um dich zu unterweisen, und auf der Erde ließ er dich sein großes Feuer sehen, und du hörtest seine Worte mitten aus dem Feuer heraus, 37weil er deine Väter liebte und ihre Nachkommenschaft nach ihnen auserwählt hatte. Und er hat dich aus Ägypten herausgeführt und ist vor dir hergezogen in seiner großen Macht, 38um Völker bei deinem Einzuge zu vernichten, die größer und stärker waren als du, und um dich in ihr Land zu führen und es dir zum Eigentume zu geben, wie du am heutigen Tage siehst. 39So erkenne also heute und nimm es dir zu Herzen, dass der Herr Gott ist im Himmel droben und auf der Erde hier unten, und kein anderer Gott sonst ist. 40Halte seine Gebote und Satzungen, die ich dir gebiete, dass es dir und deinen Söhnen nach dir wohlergehe, und du in dem Lande, das der Herr, dein Gott, dir geben wird, lange bleiben mögest. 41Darauf bestimmte Moses drei Städte jenseits des Jordans in dem östlich gelegenen Gebiete, 42damit jeder, der seinen Nächsten unvorsätzlich erschlagen, ohne ihm von einem oder dem anderen Tage feind gewesen zu sein, in eine dieser Städte seine Zuflucht nehmen könnte: 43Bosor in der Wüste, welche in der Ebene liegt, in dem Stamme Ruben, und Ramoth in Galaad, im Stamme Gad, und Golan in Basan, im Stamme Manasse. 44Dies ist das Gesetz, welches Moses den Söhnen Israels vorlegte, 45und dies sind die Anordnungen und Satzungen und Rechte, welche er den Söhnen Israels verkündete, nachdem sie aus Ägypten ausgezogen waren, 46jenseits des Jordans im Tale, dem Tempel Phogors gegenüber, im Lande Sehons, des Königs der Amorrhiter, der in Hesebon wohnte, den Moses schlug. Und die Söhne Israels nahmen auf ihrem Zuge aus Ägypten 47sein Land und das Land Ogs, des Königs von Basan, der zwei Könige der Amorrhiter, jenseits des Jordans nach Sonnenaufgang, in Besitz, 48von Aroer, dass am Ufer des Baches Arnon liegt, bis an den Berg Sion, der auch Hermon heißt, 49die ganze Ebene jenseits des Jordans nach Osten hin, bis zum Meere der Wüste und bis an den Fuß des Berges Phasga.

Sie möchten selbst einen Tag einlesen? Zum Lesekalender