Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).
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Sacharja 1
1Im achten Monat im zweiten Jahre des Königs Darius erging das Wort des Herrn an Zacharias, den Sohn Barachias, des Sohnes Addos, den Propheten, also: 2Von gewaltigem Zorne ist der Herr entbrannt über eure Väter. 3Doch sprich zu ihnen: So spricht der Herr der Heerscharen: Kehret um zu mir, spricht der Herr der Heerscharen, so werde ich mich zu euch kehren, spricht der Herr der Heerscharen. 4Seid nicht wie eure Väter, welche die früheren Propheten zugerufen haben: So spricht der Herr der Heerscharen: Kehret um von eurem bösen Wandel und von euren schlimmen Anschlägen, aber sie hörten nicht und achteten nicht auf mich, spricht der Herr. 5Wo sind nun eure Väter? Und die Propheten, können sie wohl ewig leben? 6Aber meine Worte und meine Satzungen, die ich meinen Dienern, den Propheten, aufgetragen habe, haben sie nicht eure Väter ereilt? Da bekehrten sie sich und sprachen: Wie der Herr der Heerscharen beschlossen, uns nach unserm Wandel und nach unsern Bestrebungen zu tun, so hat er uns getan. 7Am vierundzwanzigsten Tage des elften Monats Sabath im zweiten Jahre des Darius erging das Wort des Herrn an Zacharias, den Sohn Barachias, des Sohnes Addos, den Propheten, also lautend: 8Ich hatte zur Nacht ein Gesicht und siehe, ein Mann, der auf einem roten Rosse saß, erschien zwischen Myrten in einem tiefen Talgrunde und hinter ihm waren Rosse, rote, gescheckte und weiße. 9Da sprach ich: Wer sind diese, Herr? Der Engel, der mit mir redete, sprach zu mir: Ich will dir zeigen, wer diese sind. 10Da begann der Mann, der zwischen den Myrten stand, und sprach: Dies sind die, welche der Herr ausgesandt hat, die Erde zu durchziehen. 11Sie nun redeten zu dem Engel des Herrn, der zwischen den Myrten stand, und sprachen: Wir haben die Erde durchzogen und siehe, die ganze Erde wird friedlich bewohnt und ist in Ruhe. 12Da begann der Engel des Herrn und sprach: Herr der Heerscharen! Wie lange noch willst du dich nicht über Jerusalem und die Städte Judas erbarmen, auf welche du zürnst? Dies ist schon das siebenzigste Jahr. 13Da entgegnete der Herr dem Engel, der mit mir redete, gute Worte, trostreiche Worte. 14Und der Engel, der mit mir redete, sprach zu mir: Verkünde also: So spricht der Herr der Heerscharen: Ich eifere für Jerusalem und Sion mit großem Eifer 15und bin von heftigem Zorne entbrannt wider die üppigen Völker; denn als ich ein wenig zürnte, halfen sie zum Unheil. 16Darum spricht der Herr also: Ich werde mich Jerusalem in Erbarmen zuwenden und mein Haus soll in ihm wieder aufgebaut werden, spricht der Herr der Heerscharen, und die Meßschnur soll über Jerusalem ausgespannt werden. 17Weiter verkünde also: So spricht der Herr der Heerscharen: Meine Städte werden noch von Gütern überfließen und noch wird der Herr Sion trösten und er wird Jerusalem noch auserwählen. 18Und ich erhob meine Augen und schaute: siehe, da waren vier Hörner. 19Da sprach ich zu dem Engel, der mit mir redete: Was haben diese zu bedeuten? Er sprach zu mir: Das sind die Hörner, welche Juda und Israel und Jerusalem geworfelt haben. 20Sodann zeigte der Herr mir vier Schmiede. 21Da sprach ich: Was wollen diese tun? Er aber antwortete mir: Dies sind die Hörner, welche Juda Mann für Mann geworfelt haben, so dass niemand von ihnen sein Haupt erhob; diese aber sind gekommen, um sie in Schrecken zu setzen und die Hörner der Völker niederzuschlagen, welche das Horn wider das Land Juda erhoben, um es zu zerstreuen.
Sacharja 2
1Und ich erhob meine Augen und schaute: siehe, da war ein Mann, der hatte in seiner Hand eine Meßschnur. 2Da sprach ich: Wohin gehst du? Er sprach zu mir: Jerusalem zu messen, um zu sehen, wie groß seine Breite und wie groß seine Länge ist. 3Siehe, da schritt der Engel, der mit mir redete, vor und ein anderer Engel trat ihm entgegen. 4Dieser sprach zu dem ersteren: Lauf, sprich zu dem Jüngling dort also: Ohne Mauern wird Jerusalem bewohnt werden vor der Menge von Menschen und Vieh in seiner Mitte. 5Und ich selbst, spricht der Herr, will ihm ringsum zu einer feurigen Mauer sein und will mich in seiner Mitte herrlich erzeigen. 6Fliehet aus dem Lande gegen Mitternacht, spricht der Herr; denn in die vier Winde des Himmels habe ich euch zerstreut, spricht der Herr. 7Ach, Sion! Fliehe, die du bei der Tochter Babylon wohnst; 8denn so spricht der Herr der Heerscharen: In Ehre hat er mich an die Völker gesendet, welche euch beraubten; denn wer euch antastet, tastet meinen Augapfel an. 9Denn sehet, ich hebe meine Hand wider sie auf und sie sollen denen zur Beute werden, die ihnen dienten; da werdet ihr erkennen, dass der Herr der Heerscharen mich gesandt hat. 10Lobsinge und freue dich, Tochter Sion! Denn siehe, ich komme und werde in deiner Mitte wohnen, spricht der Herr. 11Da werden sich an jenem Tage viele Völker an den Herrn anschließen und werden mir zum Volke sein und ich werde in deiner Mitte wohnen und du wirst erkennen, dass der Herr der Heerscharen mich zu dir gesandt hat. 12Und der Herr wird Juda in Besitz nehmen als sein Erbe in geheiligten Lande und er wird Jerusalem wieder erwählen. 13Still, alles Fleisch, vor dem Herrn! denn er hat sich aus seiner heiligen Wohnung erhoben.
Sacharja 3
1Und der Herr ließ mich Jesus, den Hohenpriester, schauen, wie er vor dem Engel des Herrn stand, und zu seiner Rechten stand Satan, ihn anzufeinden. 2Der Herr aber sprach zu Satan: Der Herr bedräue dich, Satan! ja, es bedräue dich der Herr, welcher Jerusalem auserwählt hat! Ist jener nicht ein aus dem Feuer herausgerissener Brand? 3Jesus aber war mit schmutzigen Kleidern angetan und stand vor dem Engel. 4Da hob dieser an und sprach zu denen, die vor ihm standen, also: Ziehet ihm die schmutzigen Gewande aus! Alsdann sprach er zu ihm: Siehe, ich nehme deine Schuld von dir und bekleide dich mit Feierkleidern. 5Dann sprach er: setzet ihm einen reinen Kopfbund auf das Haupt! Da setzten sie einen reinen Bund auf sein Haupt und legten ihm Gewänder an, der Engel des Herrn aber stand dabei. 6Da beschwor der Engel des Herrn Jesus und sprach: 7So spricht der Herr der Heerscharen: Wenn du auf meinen Wegen wandelst und meine Gebote beobachtest, so sollst du mein Haus richten und meine Vorhöfe hüten und ich will dir Geleiter von denen geben, welche jetzt hier stehen. 8Höre, Jesus, Hoherpriester, du und deine Genossen, die vor dir sitzen! denn diese Männer sind Vorbilder; denn siehe, ich will meinen Knecht, den Spross, kommen lassen. 9Denn siehe, den Stein, welchen ich Jesus vorgelegt, über dem einen Stein sind sieben Augen; siehe, ich will sein Bildwerk ausmeißeln, spricht der Herr der Heerscharen, und die Schuld jenes Landes an einem Tage hinwegnehmen. 10An jenem Tage, spricht der Herr der Heerscharen, wird ein Freund den andern einladen unter seinen Weinstock und unter seinen Feigenbaum.
Sacharja 4
1Da kam der Engel, der mit mir redete, wieder und weckte mich wie einen Mann, der aus seinem Schlafe geweckt wird. 2Und er sprach zu mir: Was siehst du? Ich antwortete: Ich sehe da einen Leuchter, ganz von Gold, und oben darauf ist sein Ölgefäß und sieben Lampen sind an ihm und sieben Röhren für die Lampen, welche sich oben darauf befinden. 3daneben stehen zwei Ölbäume, einer zur Rechten des Ölgefäßes und einer zur Linken desselben. 4Hierauf hob ich an und sprach zu dem Engel, der mit mir redete, also: Was sind diese, Herr? 5Da antwortete der Engel, der mit mir redete, und sprach zu mir: Weißt du denn nicht, was diese sind? Ich antwortete: Nein, Herr! 6Da begann er und sprach zu mir also: Dies ist der Ausspruch des Herrn an Zorobabel, also lautend: Nicht durch Heeresmacht noch durch Stärke, sondern durch meinen Geist, spricht der Herr der Heerscharen! 7Wer bist du, du großer Berg vor Zorobabel? Du sollst zur Ebene werden! Er wird den Hauptstein aufsetzen und die Zierde der Zierde desselben gleichmachen. 8Und das Wort des Herrn erging an mich also: 9Die Hände Zorobabels haben den Grund zu diesem Hause gelegt und seine Hände werden es auch vollenden und ihr werdet erkennen, dass der Herr der Heerscharen mich zu euch gesandt hat. 10Denn wer wollte die Tage der kleinen Anfänge verachten? Vielmehr sollen sie sich freuen, in Zorobabels Hand das Senkblei zu sehen. Diese sieben aber sind die Augen des Herrn, welche die ganze Erde durchstreifen. 11Da begann ich und sprach zu ihm: Was sind diese zwei Ölbäume zur Rechten des Leuchters und zu seiner Linken? 12Und ich hob nochmals an und sprach zu ihm: Was sind diese beiden Ölzweige an den zwei goldenen Armen, unter denen sich die Röhren von Gold befinden? 13Er sprach zu mir: weißt du nicht, was diese sind? Ich entgegnete: Nein, Herr! 14Da sprach er: Dies sind die zwei Gesalbten, welche vor dem Herrn der ganzen Erde stehen.
Sacharja 5
1Und wieder erhob ich meine Augen und schaute: siehe, da war eine fliegende Schriftrolle. 2Da sprach er zu mir: Was siehst du? Ich sprach: Ich sehe eine fliegende Rolle, ihre Länge ist zwanzig Ellen und ihre Breite zehn Ellen. 3Er sprach zu mir: Dies ist der Fluch, der ausgeht über das ganze Land; denn jeder Dieb wird, wie darin geschrieben steht, gerichtet werden, und jeder Schwörende wird gleichfalls darnach gerichtet werden. 4Ich lasse ihn ausgehen, spricht der Herr der Heerscharen, dass er in das Haus des Diebes und in das Haus des bei meinem Namen Falschschwörenden eindringe, und er soll mitten in dessen Hause bleiben und es verzehren, das Holz desselben samt den Steinen. 5Wieder trat der Engel, der mit mir redete, hervor und sprach zu mir: Erhebe deine Augen und schaue, was dies ist, was erscheint. 6Ich sprach: Was ist es? Er erwiderte: Es ist ein Maß, das erscheint. Und er sprach: Dies ist ihr Aussehen über das ganze Land hin. 7Und siehe, eine schwere Scheibe von Blei schwebte herbei; siehe, ein Weib saß mitten in dem Maß. 8Da sprach er: Dies ist die Gottlosigkeit! Und er warf sie in das Maß hinein und tat die Bleimasse auf dessen Mündung. 9Als ich nun meine Augen erhob und schaute, siehe, da erschienen zwei Weiber. Der Wind hob ihre Schwingen, die wie Habichtsflügel gestaltet waren; diese erhoben das Maß zwischen Himmel und Erde. 10Da sprach ich zu dem Engel, der mit mir redete: Wohin bringen diese das Maß? 11Er antwortete mir: Dass ihm eine Wohnung gebaut werde im Lande Sennaar, dort wird es aufgerichtet und niedergelassen werden auf sein Gestell.
Sacharja 6
1Wiederum erhob ich meine Augen und schaute: siehe, da erschienen vier Wagen zwischen den beiden Bergen, die Berge aber waren Berge von Erz. 2Am ersten Wagen waren rote Rosse und am zweiten Wagen schwarze Rosse 3und am dritten Wagen weiße Rosse und am vierten Wagen gefleckte, starke Rosse. 4Da hob ich an und sprach zu dem Engel, der mit mir redete: Was ist dies, Herr? 5Der Engel antwortete und sprach zu mir: Dies sind die vier Winde des Himmels; sie ziehen aus, um sich vor dem Herrscher der ganzen Erde zu stellen. 6Woran die schwarzen Rosse waren, diese ziehen nach dem Lande gegen Mitternacht und die weißen folgen ihnen; die gefleckten zogen nach dem Lande gegen Mittag. 7Die aber die stärksten waren, zogen aus und schickten sich an zu gehen und die ganze Erde zu durchstreifen. Da sprach er: Gehet, durchstreifet die Erde! Und sie durchstreiften die Erde. 8Dann rief er mich und sprach zu mir also: Siehe, die, welche nach dem Lande gegen Mitternacht ausziehen, besänftigen meinen Zorn an dem Lande gegen Mitternacht. 9Und es erging das Wort des Herrn an mich also: 10Nimm von den Übergesiedelten, von Holdai, von Tobias und von Idajas; dann komm an jenem Tage und gehe in das Haus des Josias, des Sohnes Sophonias, welche von Babylon gekommen sind, 11und nimm Gold und Silber und mache Kronen, darauf setze sie Jesus, dem Sohne Josedeks, dem Hohenpriester, auf das Haupt 12und sprich zu ihm also: So spricht der Herr der Heerscharen: Siehe ein Mann, Spross ist sein Name, unter ihm wird es sprossen und er wird dem Herrn den Tempel bauen. 13Er wird dem Herrn den Tempel aufrichten, er wird die Herrlichkeit tragen und auf seinen Thron sich setzen und herrschen und er wird Priester sein auf seinem Throne und Ratschluss des Friedens wird zwischen ihnen beiden bestehen. 14Die Kronen aber sollen Helem, Tobias, Idajas und Hem, dem Sohne Sophonias, zum Andenken dienen im Tempel des Herrn. 15Da werden die, welche in der Ferne sind, kommen und an dem Tempel des Herrn bauen und ihr werdet erkennen, dass der Herr der Heerscharen mich zu euch gesandt hat. So wird es geschehen, wenn ihr der Stimme des Herrn, eures Gottes, Gehör gebt.
Sacharja 7
1Und es geschah im vierten Jahre des Königs Darius, erging das Wort des Herrn an Zacharias, am vierten des neunten Monats, des Kasleu. 2Es sandten nämlich Sarasar, Rogommelech und die Männer, welche bei ihm waren, zum Hause Gottes, um vor dem Angesichte des Herrn zu flehen 3und an die Priester des Hauses des Herrn der Heerscharen und die Propheten die Anfrage zu richten: Soll ich im fünften Monate weinen oder muss ich mich heiligen, wie ich nun schon so viele Jahre getan? 4Da erging das Wort des Herrn der Heerscharen an mich also: 5Sprich zu allem Volke des Landes und zu den Priestern also: Wenn ihr nun schon siebzig Jahre hindurch gefastet und getrauert habt im fünften und siebten Monate, habt ihr denn etwa für mich dies Fasten gehalten? 6Und wenn ihr aßet und tranket, habt ihr da nicht für euch gegessen und für euch selbst getrunken? 7Sind dies nicht die Worte, welche der Herr durch die früheren Propheten gesprochen, als Jerusalem noch bewohnt und wohlhabend war, samt den Städten rings umher, und als das Mittags- und das Flachland noch bewohnt war? 8Da erging das Wort des Herrn an Zacharias also: 9So spricht der Herr der Heerscharen: Fället gerechtes Urteil, übet Erbarmen und Milde, ein jeder gegen seinen Bruder. 10Und bedrücket nicht Witwen und Waisen, Fremdlinge und Arme und sinnet nicht Böses einer gegen den andern in seinem Herzen. 11Aber sie wollten nicht darauf achten und wandten in Widerspenstigkeit ihre Schulter von dem Joche und verhärteten ihre Ohren, um nicht zu hören, 12und machten ihr Herz dem Diamant gleich, um nicht das Gesetz und die Worte zu hören, welche der Herr der Heerscharen in seinem Geiste durch die früheren Propheten sandte. Da brach ein gewaltiges Zorngericht von dem Herrn der Heerscharen herein. 13Und es geschah, wie der Herr sprach, sie aber nicht hörten, ebenso sollen sie rufen und ich werde nicht hören, spricht der Herr der Heerscharen. 14Und ich habe sie in alle Reihe zerstreut, die sie nicht kannten; und das Land ward von ihnen verlassen, so dass niemand hin- und herzog, und sie wandelten das herrliche Land in eine Wüste.