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Die Bibel in einem Jahr · Tag 276 von 365

Nahum 1–3

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Das Video zu diesem Tag erscheint in der Playlist auf YouTube, sobald es fertig ist.

Nahum 1

1Last über Ninive: Buch des Gesichtes Nahums, des Elkesiten. 2Ein eifernder Gott und Rächer ist der Herr, ein Rächer ist der Herr und voller Grimm, ein Rächer ist der Herr an seinen Feinden und zürnt seinen Widersachern. 3Der Herr ist langmütig und groß an Macht, aber er lässt den Schuldigen nicht rein ausgehen und straflos. Im Sturm und Wetter wandelt der Herr einher und Gewölk ist der Staub unter seinen Füßen. 4Er bedräut das Meer und legt es trocken und last die Ströme allzumal bis zum Grunde austrocknen. Basan und Karmel verschmachten und die Blüte des Libanon verwelkt. 5Die Berge erbeben vor ihm und die Hügel werden wüste, die Erde erzittert vor seinem Antlitze, der Weltkreis und alle seine Bewohner. 6Wer wird vor seinem Unwillen standhalten? Und wer widerstehen vor der Glut seines Zornes? Sein Grimm ergießt sich wie Feuer und die Felsen spalten sich vor ihm. 7Gütig ist der Herr und kräftigt am Tage der Drangsal, er kennt, die auf ihn vertrauen. 8Doch mit überströmender Flut macht er ihrer Stätte ein Ende und Finsternis verfolgt seine Feinde. 9Was sinnt ihr wider den Herrn? Er wird ein Ende schaffen, nicht zum zweitenmal wir Drangsal hereinbrechen. 10Denn wie Dornen sich ineinander verschlingen, so ist das Gelage der Zechgenossen; sie werden verzehrt wie Stoppeln, die völlig verdorrt sind. 11Aus dir ging hervor, der Böses sinnt wider den Herrn, der sein Herz auf Frevel richtet. 12So spricht der Herr: Mögen sie auch voll der Kraft und ihrer noch so viele sein, so sollen sie doch hinweggemäht werden und vergehen; und habe ich dich gezüchtigt, so will ich dich nicht mehr züchtigen! 13Denn jetzt will ich seine Rute von deinem Rücken nehmen und zerbrechen und deine Fesseln werde ich zerreißen. 14Wider dich aber wird des Herrn Machtspruch ergehen, nicht ferner mehr wird Zeugung denen Namen fortpflanzen; aus deines Gottes Hause will ich Schnitz- und Gußbilder austilgen, will dir ein Grab bereiten, den du bist der Ehre bar. 15Siehe auf den Bergen die Füße des Freudenboten, des Friedensverkünders; feiere, Juda! Deine Feste und bringe deine Gelübde dar; denn nicht mehr soll Belial durch dich hinziehen, gänzlich ist er vernichtet.

Nahum 2

1Es zieht herauf vor dir der Zerstörer, der Wache halt und dich einschließt; spähe aus auf den Weg, gürte die Lenden, strenge deine ganze Kraft an. 2Denn der Herr stellt Jakobs Hoheit her, gleich der Hoheit Israels, weil die Verwüster sie verweht und ihre Zweige vernichtet haben. 3Die Schilde seiner Tapferen sind flammend, in Scharlach prunken die Krieger; feurig blitzen des Wagens Zügel am Tage, da er sie aufstellt, die Wagenlenker taumeln. 4Auf den Straßen verwirren sich die Wagen, sie stoßen aneinander auf den Plätzen, ihr Aussehen ist Feuerflammen gleich, zuckenden Blitzen. 5Da gedenkt er seiner Tapferen, sie stürzen hin auf ihren Wegen, schnell eilen sie auf seine Mauern, da wird ein Schirmdach aufgerichtet. 6Die Pforten der Ströme werden gesprengt und der Tempelpalast zerstört bis auf den Grund. 7Das Heer wird gefangen fortgeführt, ihre Mägde weggeschleppt, seufzend wie die Tauben, wehklagend in ihren Herzen. 8Ninive, seine Wasser waren wie die eines Wasserteiches, aber sie sind geflohen; stehet, stehet! doch niemand wendet sich um. 9Erbeutet Silber, erbeutet Gold; der Schätze aller Art kostbaren Gefäßen ist kein Ende. 10Sie ist zerrissen, zerfetzt, zerfleischt, das Herz verzagt, es schlottern die Kniee, alle Lenden werden kraftlos und aller Antlitz ist entstellt wie ein geschwärzter Topf. 11Wo ist nun die Wohnung der Löwen, die Weide der jungen Löwen, wohin der Löwe, der junge Löwe ging, sie zu durchschreiten, ohne dass jemand ihn wegscheuchte? 12Der Löwe raubte, bis seine Jungen genug hatten, und zerriss für seine Löwinnen, er füllte seine Höhlen mit Beute und sein Lager mit Geraubtem. 13Siehe, ich will an dich, spricht der Herr der Heerscharen, ich will deine Streitwagen in Rauch aufgehen lassen, deine jungen Löwen soll das Schwert fressen und deinen Raub will ich von der Erde vertilgen und der Ruf deiner Boten soll fortan nicht mehr vernommen werden.

Nahum 3

1Wehe der Stadt der Blutschuld, ganz angefüllt von Trug und Gewalttat, nicht hört in dir das Rauben auf. 2Horch! Peitschenknall und Rädergerassel, der Rosse Wiehern, der Wagen Rollen, anstürmende Reiter, 3blinkende Schwerter, Blitzen der Speere, viele Erschlagene und schwere Niederlagen; zahllos sind die Leichen, so dass sie über ihre Leiber dahinstürzen. 4Wegen der vielen Buhlereien der schönen, holden, zauberkundigen Buhlerin, welche die Völker durch ihre Buhlkünste verhandelte, die Geschlechter durch ihre Zauberkünste; 5siehe, ich will an dich, spricht der Herr der Heerscharen; ich will deine Blöße vor deinem Angesichte aufdecken und den Völkern deine Nacktheit zeigen und den Königreichen deine Schande. 6Ich will Greuel auf dich werfen, dir Schmach antun und dich zum Schauspiele machen. 7Und es wird geschehen, jeder, der dich erblickt, wird zurückbeben vor dir und sprechen: Zerstört ist Ninive! Wer wird über dich das Haupt schütteln? Wo soll ich einen Tröster für dich suchen? 8Bist du etwa besser als Alexandria, die volkreiche, die an Strömen liegt, um die ringsum Wasser, deren Reichtum das Meer, deren Mauern Wasser? 9Äthiopien und Ägypten waren ihre Stärke endlos hin, Afrika und Libyen waren deine Hilfe. 10Doch auch sie ist in die Verbannung, in die Gefangenschaft weggeführt, ihre Kinder wurden zerschmettert an allen Straßenecken, über ihren Edlen warf man das Los und alle ihre Großen sind in Fesseln geschlagen. 11So sollst auch du trunken und verachtet sein, sollst auch du Hilfe suchen vor dem Feinde. 12Alle deine Burgen werden wie Feigenbäume sein mit Frühfrüchten; wenn sie geschüttelt werden, fallen diese dem, der essen will, in den Mund. 13Siehe, dein Volk, Weiber sind sie in deiner Mitte, weit stehen die Tore deines Landes deinen Feinden offen, Feuer verzehrt deine Riegel. 14Schöpfe dir Wasser für die Belagerung, baue dir Bollwerke, tritt Lehm und stampfe ihn tretend und handhabe den Ziegelstein! 15Dort wird dich das Feuer fressen, das Schwert dich vertilgen, es wird dich verzehren wie die Heuschrecken; magst du auch in Haufen sein wie Käfer, zahlreich wie Heuschrecken. 16Deiner Handelschaften waren mehr als die Sterne des Himmels, doch die Käfer entwickeln sich und fliegen davon. 17Deine Hüter gleichen Heuschrecken und deine Geringen den Heuschreckenschwärmen, welche sich zur Zeit des Trostes auf die Hecken niederlassen; geht die Sonne auf, so fliegen sie davon und man erkennt den Ort nicht mehr, wo sie gewesen sind. 18Es schlummern deine Hirten, König von Assur! Begraben sind deine Fürsten, dein Volk hält sich in den Bergen versteckt und niemand sammelt es. 19Nicht ist deine Wunde zugedeckt, überaus schlimm dein Schaden; alle, die von dir vernehmen, schlagen die Hände über dich zusammen, den über wen erging deine Bosheit nicht allezeit?

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