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Die Bibel in einem Jahr · Tag 253 von 365

Ezechiel 7–12

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Ezechiel 7

1Und es erging an mich das Wort des Herrn also: 2Menschensohn! So spricht der Herr, Gott, zu dem Lande Israel: Das Ende kommt, es kommt das Ende über die vier Seiten des Landes. 3Nunmehr kommt das Ende über dich und ich will meinen Zorn wider dich entsenden und ich will dich nach deinem Wandel richten und dir alle deine Greuel gegenüberstellen. 4Mein Auge soll deiner nicht schonen und ich will mich nicht erbarmen, sondern werde dir Strafe für deinen Wandel auferlegen und deine Greuel werden in deiner Mitte sein, und ihr sollt erkennen, dass ich der Herr bin. 5So spricht der Herr, Gott: Eine Züchtigung, siehe, eine Züchtigung kommt! 6Das Ende kommt, es kommt das Ende, es ist gegen dich aufgestanden, siehe, es kommt! 7Es kommt die Vernichtung über dich, Bewohner des Landes, es kommt die Zeit, nahe ist der Tag des Mordens und nicht des Jauchzens auf den Bergen. 8Nun werde ich bald meinen Zorn über dich ausschütten und meinen ganzen Grimm an dir ausüben und ich werde dich richten nach deinem Wandel und dir alle deine Missetaten auflegen. 9Mein Auge wird nicht schonen, sondern ich werde deinen Wandel auf dich legen und deine Greuel sollen in deiner Mitte sein und ihr sollt erkennen, dass ich der Herr bin, der schlägt. 10Siehe, der Tag, siehe, er kommt! Die Vernichtung ist hervorgebrochen, aufgeblüht ist die Rute, aufgesproßt der Übermut. 11Die Gewalttätigkeit ist zur Rute für die Gottlosigkeit emporgewachsen; niemand von ihnen bleibt übrig, keiner aus dem Volke, keiner von ihrem Getümmel, und sie haben keine Ruhe. 12Gekommen ist die Zeit, genaht der Tag; wer kauft, freue sich nicht; und wer verkauft, traure nicht; denn Zorn kommt über all ihr Volk. 13Denn wer verkauft, wird nicht zu dem, was er verkauft hat, zurückgelangen, wenn er auch unter den Lebenden fortlebte; denn auch die Weissagung, welche gegen sein ganzes Volk ergangen, wird nicht zurückgenommen werden, und keiner wird im Frevel seines Lebens sicher sein. 14Blaset die Posaune, alles rüste sich! Aber niemand zieht in den Kampf, denn mein Zorn ist entbrannt über all ihr Volk. 15Draußen das Schwert, drinnen die Seuche und der Hunger; wer auf dem Felde ist, wird durch das Schwert sterben, und wer in der Stadt ist, wird von Seuche und Hunger aufgezehrt werden. 16Wenn einige aus ihnen entrinnen und sich retten, so werden sie auf den Bergen gleich den Tauben der Täler sein, insgesamt zitternd, ein jeder um seiner Verschuldung willen. 17Alle Hände werden kraftlos werden und alle Knie von Wasser fließen. 18Sie werden Trauerkleider anlegen und Entsetzen wird sie umhüllen, auf allen Angesichtern wird Beschämung sein und auf allen ihren Häuptern Kahlheit. 19Ihr Silber wird hinausgeworfen werden, Gold wie Kot gelten; ihr Silber und ihr Gold wird sie nicht zu befreien vermögen am Tage des Grimmes des Herrn, ihre Seele werden sie nicht damit sättigen und ihren Bauch nicht damit füllen können, denn es ward ihnen ein Anstoß zur Verschuldung. 20Und den Schmuck ihrer Kleinode gebrauchten sie zu stolzem Prunken und machten daraus die Bilder ihrer greuelhaften Götzen, darum habe ich es für sie zur Unreinigkeit gewandelt. 21und werde es in die Hände der Fremden zur Plünderung überliefern und den Ruchlosen der Erde zur Beute, dass sie es entweihen. 22Und ich werde mein Angesicht von ihnen abwenden, dass sie mein innerstes Heiligtum entweihen, und Räuber werden in dasselbe eindringen und es schänden! 23Mache den Schluss, denn das Land ist voll von Blutschuld und die Stadt voll von Gewalttat. 24Und ich werde die Schlimmsten unter den Völkern herbeiführen, dass diese ihre Häuser in Besitz nehmen; ich werde dem Hochmute der Mächtigen ein Ende machen und ihre Feinde sollen ihre Heiligtümer in Besitz nehmen. 25Wenn die Bedrängnis hereinbricht, werden sie Frieden suchen, aber er wird nicht gewährt werden. 26Bedrängnis über Bedrängnis wird kommen und Kunde über Kunde, da werden sie Gesichte begehren von den Propheten, doch das Gesetz wird dem Priester abhanden kommen und der Rat den Ältesten. 27Der König wird trauern, der Fürst sich in Gram kleiden und die Hände des Volkes im Lande werden vor Schrecken verzagen. Ihrem Wandel gemäß will ich ihnen tun und sie ihren Rechten gemäß richten und sie sollen erkennen, dass ich der Herr bin.

Ezechiel 8

1Und es geschah im sechsten Jahre, im sechsten Monat, am fünften des Monats, als ich in meinem Hause saß und die Ältesten Judas vor mir saßen, kam daselbst die Hand des Herrn, über mich. 2und ich schaute und siehe da! Eine Gestalt, wie Feuer anzusehen; von seinen Lenden an abwärts war es wie Feuer anzusehen und von seinen Lenden aufwärts wie Schimmer von Glanzerz. 3Da streckte sich am Gebilde etwas wie eine Hand aus und ergriff mich bei den Haaren meines Hauptes und der Geist hob mich empor zwischen Himmel und Erde und brachte mich nach Jerusalem in einem Gottes-Gesichte an das innere Tor, das gegen Mitternacht zu liegt, wo der Götze der Eifersucht war, der zur Eifersucht reizte. 4Und siehe, daselbst war die Herrlichkeit des Gottes Israels, ganz wie das Gesicht, welches ich in der Ebene gesehen. 5Und er sprach zu mir: Menschensohn! Erhebe deine Augen in der Richtung nach Mitternacht. Als ich nun meine Augen gegen Mitternacht gegen Mitternacht erhob, siehe, da stand gegen Mitternacht bei dem Tore des Altares der Götze der Eifersucht gleich am Eingange. 6Und er sprach zu mir: Menschensohn! Siehst du wohl, was sie da tun, die großen Greuel, welche das Haus Israel hier verübt, dass ich mich weit entfernen muss von meinem Heiligtume? Aber du wirst noch größere Greuel sehen. 7Alsdann führte er mich zu dem Tore des Vorhofes, da schaute ich und siehe: eine Spalte war in der Wand. 8Und er sprach zu mir: Menschensohn! Durchbrich die Wand. Als ich nun die Wand durchbrach, zeigte sich eine Tür. 9Er sprach zu mir: Tritt ein und sieh die schlimmen Greuel, welche sie hier verüben! 10Da trat ich ein und schaute und siehe, da waren allerlei Gebilde von Gewürm und anderen Tieren, Greuel und allerlei Götzenbilder des Hauses Israel waren da an der Wand allenthalben ringsum abgemalt. 11Und siebzig Männer von den Ältesten des Hauses Israel und Jezonias, der Sohn Saphans, in ihrer Mitte, standen vor den Bildnissen und ein jeder hatte ein Rauchfass in seiner Hand und der Duft einer Wolke von Weihrauch stieg empor. 12Da sprach er zu mir: Du siehst doch, Menschensohn! Was die Ältesten des Hauses Israel im Finstern begehen, ein jeder im Dunkel seiner Kammer; denn sie sagen: Der Herr sieht uns nicht, der Herr hat das Land verlassen. 13Alsdann sprach er zu mir: Du wirst noch größere Greuel sehen, welche jene verüben. 14Und er führte mich zum Eingang des Tores am Hause des Herrn, welches gegen Mitternacht lag; siehe, da saßen Frauen, welche den Adonis beweinten. 15Da sprach er zu mir: Du hast es doch gesehen, Menschensohn? Du wirst noch größere Greuel sehen als diese. 16Und er führte mich in den inneren Vorhof des Hauses des Herrn; siehe, da waren am Eingange zum Tempel des Herrn. zwischen der Vorhalle und dem Altare, etwa fünfundzwanzig Männer, die mit dem Rücken gegen den Tempel des Herrn, mit dem Gesicht aber gegen Aufgang gewendet waren; diese beteten gegen Aufgang der Sonne zu an. 17Da sprach er zu mir: Du hast es doch gesehen, Menschensohn? Ist es dem Hause Juda zu wenig, diese Greuel zu verüben, die sie hier begehen, dass sie auch das Land mit Gewalttat erfüllten und mich immer wieder zum Zorne reizten? Siehe nur, wie sie den Zweig an ihre Nase halten. 18So will auch ich denn im Grimme handeln; mein Auge soll nicht schonen und ich werde kein Erbarmen haben, und wenn sie noch so laut zu meinen Ohren rufen, werde ich sie nicht erhören.

Ezechiel 9

1Dann rief er vor meinen Ohren mit lauter Stimme also: Es nahen die Heimsuchungen der Stadt und ein jeder hat eine Mordwaffe in seiner Hand. 2Siehe, da kamen sechs Männer den Weg vom oberen Tore herab, das nach Mitternacht zu liegt, und jeder hatte eine Waffe des Verderbens in seiner Hand; ein Mann aber war in ihrer Mitte, in Linnen gekleidet und ein Schreibzeug an seiner Seite; diese trafen ein und stellten sich neben den ehernen Altar. 3Und die Herrlichkeit des Herrn Israels erhob sich von dem Cherub, auf dem sie gewesen, nach der Schwelle des Hauses hin und rief den Mann, der in Linnen gekleidet war und das Schreibzeug an der Seite hatte. 4Und der Herr sprach zu ihm: Gehe mitten durch die Stadt, mitten durch Jerusalem hindurch und zeichne ein Tau auf die Stirne der Männer, welche über alle Greuel seufzen und wehklagen, die in ihrer Mitte begangen werden. 5Zu jenen aber sprach er, so dass ich es hörte: Gehet durch die Städte hinter ihm her und erschlaget, euer Auge schone nicht und habe kein Erbarmen! 6Greise, Jünglinge, Jungfrauen, Kinder und Weiber tötet, bis sie vernichtet sind; aber niemand, an dem ihr das Tau sehet, tötet und bei meinem Heiligtum machet den Anfang! So begannen sie bei den Ältesten, welche vor dem Hause waren. 7Und er sprach zu ihnen: Verunreiniget das Haus und füllet die Vorhöfe mit Erschlagenen an, dann ziehet fort! Da zogen sie aus und erschlugen die, welche in der Stadt waren. 8Als nun das Morden zu Ende war und ich allein zurückblieb, fiel ich auf mein Angesicht nieder und rief mit lauter Stimme: Wehe, wehe, wehe, Herr, Gott! willst du denn den ganzen Überrest Israels vertilgen, indem du deinen Grimm vollends über Jerusalem ausgießest? 9Da sprach er zu mir: Die Verschuldung des Hauses Israel und Juda ist überaus groß, das Land ist voll von Blutschuld und die Stadt voll von Abtrünnigkeit, denn sie sagen: Der Herr hat das Land verlassen und der Herr sieht nicht! 10So soll denn auch mein Auge nicht schonen und ich will kein Erbarmen üben, ihren Wandel will ich auf ihr Haupt zurückbringen. 11Und siehe, der Mann, der in Linnen gekleidet war und das Schreibzeug an seiner Seite hatte, brachte Bescheid, indem er sprach: Ich habe getan, wie du mir befohlen hast!

Ezechiel 10

1Und ich schaute, siehe, auf der Wölbung, welche über dem Haupte der Cherube war, erschien etwas, das wie ein Saphirstein aussah und die Gestalt eines Thrones hatte. 2Da sprach er zu dem Manne, der in Linnen gekleidet war, also: Tritt in die Mitte der Räder, welche unterhalb der Cherube sind, und fülle deine Hand mit glühenden Kohlen, welche zwischen den Cheruben sind, und streue sie über die Stadt! Da trat er vor meinen Augen hinein. 3Die Cherube aber standen auf der rechten Seite des Hauses, als der Mann eintrat, während die Wolke den inneren Vorhof erfüllte, 4denn die Herrlichkeit des Herrn hatte sich von dem Cherub erhoben gegen die Schwelle des Hauses hin und das Haus ward von der Wolke erfüllt und der Vorhof ward voll des Glanzes der Herrlichkeit des Herrn. 5Und das Rauschen der Flügel der Cherube ward bis in den äußeren Vorhof gehört, gleich der Stimme des allmächtigen Gottes, wenn er redet. 6Als er nun dem Manne, der in Linnen gekleidet war, geboten, indem er sprach: Nimm Feuer aus der Mitte zwischen den Rädern, welche zwischen den Cheruben sind, trat dieser hin und stellte sich neben das Rad. 7Dann streckte der Cherub seine Hand zwischen die Cherube nach dem Feuer aus, das zwischen den Cheruben war, nahm davon und gab es dem in Leinen Gekleideten in die Hand und dieser nahm es und ging hinaus. 8Und es erschien an den Cheruben etwas wie eine Menschenhand unter ihren Flügeln. 9Und ich schaute hin, siehe, da waren vier Räder neben den Cheruben, je ein Rad neben einem Cherub und wieder ein Rad zur Seite eines andern Cherub, und die Räder erschienen wie der Anblick von Chrysolith. 10Das Aussehen derselben war an allen vieren ein ganz gleiches, wie wenn ein Rad inmitten eines anderen wäre. 11Und wenn sie gingen, bewegten sie sich nach vier Seiten, ohne sich im Gehen umzuwenden; sondern an den Ort, nach dem das erste sich wendete, folgten auch die übrigen, ohne sich zu wenden. 12Ihr ganzer Leib, sowohl Hals als Hände und Flügel, sowie die Felgen waren voll Augen an den vier Rädern ringsum. 13Und er gab den Rädern den Namen Wirbel vor meinen Ohren. 14Jedes Wesen aber hatte vier Gesichter: das erste Gesicht war das Gesicht eines Cherubs, das andere das Gesicht eines Menschen, das dritte war das Gesicht eines Löwen und das vierte das Gesicht eines Adlers. 15Und die Cherube erhoben sich; dies ist das Wesen, welches ich am Flusse Chobar gesehen hatte. 16Wenn die Cherube gingen, so liefen auch die Räder neben ihnen her, und wenn die Cherube ihre Flügel schwangen, um sich von der Erde zu erheben, so blieben die Räder nicht zurück, sondern hielten sich neben ihnen. 17Wenn jene stehen blieben, so standen auch sie still; erhoben sich jene, so erhoben auch diese sich, denn der Geist des Lebens war in ihnen. 18Da verließ die Herrlichkeit des Herrn die Schwelle des Tempels und nahm ihren Stand über den Cheruben. 19Und die Cherube schwangen ihre Flügel und erhoben sich vor meinen Augen von der Erde, und da sie fortzogen, folgten ihnen auch die Räder. Und sie stellten sich an den Eingang des östlichen Tores am Hause des Herrn, die Herrlichkeit des Gottes Israels aber war oben über ihnen. 20Dies war das Wesen, welches ich am Flusse Chobar unter dem Gotte Israels sah, und ich erkannte, dass es Cherube seien. 21Ein jeder hatte vier Gesichter und ein jeder vier Flügel und etwas wie eine Menschenhand war unter ihren Flügeln. 22Und die Gestalt ihrer Gesichter war ganz wie die Gesichter, welche ich am Flusse Chobar gesehen hatte; so auch ihre Erscheinung und die Bewegung eines jeden gerade vor sich hin.

Ezechiel 11

1Da hob mich der Geist empor und führte mich zum Osttor am Hause des Herrn, das gegen Sonnenaufgang liegt; siehe, da waren am Eingange des Tores fünfundzwanzig Männer; in ihrer Mitte sah ich Jezonias, den Sohn Azurs und Pheltias, den Sohn Banajas, die Fürsten des Volkes. 2Und er sprach zu mir: Menschensohn! Das sind die Männer, welche auf Unheil sinnen und bösen Ratschlag in dieser Stadt ausdenken, 3indem sie sprechen: Sind nicht seit langer Zeit unsere Häuser gebaut? Sie ist der Topf und wir sind das Fleisch. 4Darum weissage über sie, weissage, Menschensohn! 5Alsbald kam auf mich der Geist des Herrn und sprach zu mir: Verkünde: So spricht der Herr: So habt ihr geredet, Haus Israel! und die Gedanken eures Herzens kenne ich. 6Ihr habt sehr viele in dieser Stadt getötet und deren Straßen mit Erschlagenen angefüllt. 7Darum spricht der Herr, Gott, also: Die von euch Erschlagenen, die ihr in ihrer Mitte hingestreckt habt, diese sind das Fleisch und sie ist der Topf; euch aber werde ich aus derselben fortführen. 8Das Schwert fürchtet ihr und das Schwert will ich über euch bringen, spricht der Herr, Gott. 9Ich will euch aus ihrer Mitte hinauswerfen und euch in die Hand der Feinde überliefern und an euch Gericht vollziehen. 10Durch das Schwert sollt ihr fallen, an den Grenzen Israels werde ich euch richten und ihr sollt erkennen, dass ich der Herr bin. 11Sie soll euch nicht zum Topf werden und ihr sollt nicht in ihrer Mitte das Fleisch sein, an den Grenzen Israels will ich Gericht über euch halten. 12Da sollt ihr erkennen, dass ich der Herr bin, weil ihr nicht nach meinen Geboten gewandelt seid und meine Rechte nicht geübt habt, sondern nach den Rechten der Völker, die rings um euch her sind, gehandelt habt. 13Und es geschah, als ich so weissagte, ward Pheltias, der Sohn Banajas, vom Tode ereilt; da fiel ich auf mein Angesicht und rief mit lauter Stimme und sprach: Wehe, wehe, wehe, Herr, Gott! willst du denn ganz ein Ende machen mit dem Überreste Israels? 14Und das Wort des Herrn erging an mich also: 15Menschensohn! Deine Brüder, deine Brüder, deine Verwandten und das ganze Haus Israel, alle, zu welchen die Bewohner Jerusalems sagten: Entfernet euch weit von dem Herrn, uns ist das Land zum Besitze gegeben! 16Darum spricht der Herr, Gott also: Ja, ich habe sie fernhin unter die Völker gebracht und habe sie in die Länder zerstreut und werde ihnen ein wenig zur Heilung dienen in den Ländern, in die sie gekommen sind. 17Deshalb sprich: So spricht der Herr, Gott: Ich will euch aus den Völkern sammeln und euch zusammenbringen aus den Ländern, in die ihr zerstreut seid, und will euch das Land Israel verleihen. 18Und sie werden in dasselbe gelangen und alles Anstößige und alle seine Greuel daraus hinwegschaffen. 19Und ich werde ihnen ein einträchtiges Herz geben und werde einen neuen Geist in ihr Inneres legen, ich werde aus ihrem Leibe das Herz von Stein wegnehmen und ihnen ein Herz von Fleisch geben, 20damit sie nach meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und üben, dass sie mein Volk seien und ich ihr Gott. 21Denen aber, die nach den Ärgernissen und Greueln ihres Herzens wandeln, diesen werde ich ihr Tun auf ihr Haupt bringen, spricht der Herr, Gott. 22Da erhoben die Cherube ihre Flügel und die Räder bewegten sich mit ihnen und die Herrlichkeit des Gottes Israel war oben über ihnen. 23Und aus der Mitte der Stadt erhob sich die Herrlichkeit des Herrn und ließ sich auf dem Berge nieder, der gegen Aufgang der Stadt ist. 24Der Geist aber hob mich empor und führte mich im Gesicht, durch den Geist Gottes, nach Chaldäa zu den Weggeführten; das Gesicht aber, das ich geschaut, verschwand. 25Und ich sprach zu den Weggeführten alle Worte des Herrn, die er mir kundgegeben hatte.

Ezechiel 12

1Und das Wort des Herrn erging an mich also: 2Menschensohn! Du wohnst inmitten des widerspenstigen Hauses, die Augen haben, um zu sehen, und nicht sehen, Ohren, um zu hören, und nicht hören; denn sie sind ein widerspenstiges Haus. 3Deshalb, o Menschensohn! Bereite dir Reisegerät und wandere fort bei hellem Tage vor ihren Augen und wandere vor ihren Augen von deiner Stätte an einen anderen Ort, vielleicht dass sie darauf achten; denn sie sind ein widerspenstiges Haus. 4Und ich schaffe dein Gerät, wie Gerät zur Auswanderung, bei hellem Tage vor ihren Augen hinaus; du selbst aber ziehe am Abend vor ihren Augen fort, wie ein Wanderer auszuziehen pflegt. 5Vor ihren Augen durchbrich die Wand und gehe durch dieselbe hinaus. 6Vor ihren Augen hebe es auf die Schultern und im Dunkeln schaffe es hinaus, verhülle dein Angesicht und siehe das Land nicht; denn ich habe dich zum Wahrzeichen für das Haus Israel gemacht. 7Da tat ich also, wie der Herr mir befohlen hatte; ich brachte mein Gerät hinaus wie Wandergerät bei Tag und am Abend durchbrach ich mit der Hand die Wand und ich zog aus im Dunkeln, auf den Schultern tragend vor ihren Augen. 8Da erging am Morgen an mich das Wort des Herrn also: 9Menschensohn! Hat nicht das Haus Israel, das widerspenstige Haus, zu dir gesagt: Was tust du da? 10Sprich zu ihnen: So spricht der Herr, Gott: Diese Last gilt dem Fürsten zu Jerusalem und dem ganzen Hause Israel in dessen Mitte. 11Sprich: Ich bin ein Wahrzeichen für euch; wie ich getan, so wird ihnen geschehen, in die Verbannung und in die Gefangenschaft werden sie ziehen. 12Der Fürst aber in ihrer Mitte wird auf den Schultern tragen und wird im Dunkeln fortziehen; man wird die Mauer durchbrechen, um ihn hinauszuschaffen; sein Gesicht wird er verhüllen, dass er das Land nicht mit Augen sehe. 13Und ich werde mein Netz über ihn breiten und er wird in meinem Garn gefangen werden, ich werde ihn nach Babylon in das Land der Chaldäer bringen, doch soll er es nicht sehen, und daselbst wird er sterben. 14Und alle, die um ihn her sind, seinen Beistand und seine Kriegsscharen werde ich in alle Winde zerstreuen und hinter ihnen her das Schwert zücken. 15So sollen sie erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich sie unter die Völker versprenge und in die Länder zerstreue. 16Doch werde ich etliche wenige von ihnen vom Schwerte, vom Hunger und von der Seuche übrigbleiben lassen, damit sie alle Abscheulichkeiten jener unter den Völkern, wohin sie kommen, erzählen können, und sie sollen erkennen, dass ich der Herr bin. 17Und es erging an mich das Wort des Herrn also: 18Menschensohn! Iss dein Brot in Schrecken und trink dein Wasser in Eile und Trauer! 19Und sprich zu dem Volke des Landes: So spricht der Herr, Gott, zu den Bewohnern von Jerusalem im Lande Israel: Sie werden ihr Brot in Sorgen essen und ihr Wasser in Gram trinken, auf dass ihr Land wüste liege, seiner Fülle beraubt, um der Verschuldung aller seiner Bewohner willen. 20Und die Städte, welche jetzt bewohnt sind, sollen vereinsamt werden, das Land wird öde werden und ihr sollt erkennen, dass ich der Herr bin. 21Und es erging an mich das Wort des Herrn also: 22Menschensohn! Was habt ihr für eine Redeweise im Lande Israel, dass man sagt: „Die Tage ziehen sich in die Länge hin und jegliches Gesicht ist nichtig?“ 23Darum sprich zu ihnen: So spricht der Herr, Gott: Ich will dieser Redeweise ein Ende machen und das Volk soll sie nicht mehr im Munde führen in Israel, vielmehr sage ihnen, dass die Tage nahe sind und der Ausspruch jeglichen Schauens. 24Denn fortan soll kein Gesicht mehr eitel und keine Weissagung mehr zweifelhaft sein inmitten der Söhne Israels. 25Denn ich, der Herr, werde reden und jedes Wort, das ich spreche, soll in Erfüllung gehen und nicht weiter hinausgeschoben werden; sondern in euren Tagen, widerspenstiges Haus! will ich ein Wort reden und will es auch ausführen, spricht der Herr, Gott. 26Und es erging an mich das Wort des Herrn also: 27Menschensohn! Siehe, die vom Hause Israel sagen: Das Gesicht, welches er schaut, geht auf eine ferne Zukunft und er weissagt auf ferne Zeiten. 28Darum sprich zu ihnen: So spricht der Herr, Gott: Nicht werden sich alle meine Worte weit hinausziehen; das Wort, welches ich spreche, soll in Erfüllung gehen, spricht der Herr, Gott.

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