Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).
Ezechiel 1
1Und es geschah im dreißigsten Jahre, am fünften des vierten Monats, während ich mich unter den Gefangenen am Flusse Chobar befand, öffnete sich der Himmel und ich sah Gesichte von Gott. 2Am fünften des Monats, es war das fünfte Jahr nach der Wegführung des Königs Joachin, 3erging das Wort des Herrn an Ezechiel, den Sohn Buzis, den Priester, im Lande der Chaldäer, am Flusse Chobar, und die Hand des Herrn kam daselbst über ihn. 4Und ich schaute: siehe, da kam ein Sturmwind von Mitternacht her, eine mächtige Wolke und wirbelndes Feuer und Lichtglanz um dieselbe her und aus seiner Mitte, das ist aus dem Feuer heraus, leuchtete es wie Glanzerz. 5Und mitten darin war die Erscheinung von vier Wesen und dies war ihr Aussehen: Sie hatten Menschenähnlichkeit. 6Ein jedes hat vier Angesichter und ein jedes vier Flügel. 7Ihre Füße waren gerade und ihre Fußsohle wie eines Rindes und sie funkelten, wie glühendes Erz leuchtet. 8Und Menschenhände waren unter ihren Flügeln an den vier Seiten, auch hatten sie Gesichter und Flügel an den vier Seiten. 9Ihre Flügel waren gegeneinander ausgestreckt, sich berührend. Sie wendeten sich nicht um, wenn sie gingen, sondern ein jedes ging gerade vor sich hin. 10Ihre Gesichter aber waren so gestaltet: Vorn ein Menschenangesicht, auf der rechten bei allen vieren ein Löwenangesicht, auf der Linken ein Stierangesicht bei allen vieren und nach oben ein Adlerangesicht bei allen vieren. 11Ihre Gesichter waren nach oben gewendet und ihre Flügel ebendahin ausgebreitet, je zwei ihrer Flügel berührten einander und zwei Flügel bedeckten die Leiber. 12Ein jedes von ihnen ging gerade vor sich hin; wohin sie der Geist zu gehen trieb, dahin gingen sie und sie wendeten sich nicht um im Gehen. 13Die Gestalt der Wesen war anzusehen wie die Glut feuriger Kohlen und es war, wie wenn Fackeln glühten. Zwischen den Wesen sah man glänzendes Feuer hin- und herfahren und aus dem Feuer Blitze zucken. 14Und die Wesen gingen hin und zurück wie das Leuchten des Blitzes. 15Als ich so die Wesen anschaute, erschien auch ein Rad auf dem Boden neben den Wesen an allen vier Vorderseiten. 16Die Räder und ihre Gebilde waren anzusehen wie das Meer, alle vier hatten eine Gestalt und ihr Aussehen und ihre Bildung war, als wäre ein Rad innerhalb des anderen. 17Nach ihren vier Seiten gingen sie, wenn sie sich bewegten, ohne sich beim Gehen zu wenden. 18Die Größe und Höhe der Räder war schrecklich anzusehen und ihr ganzer Umfang war voll Augen um und um bei allen vieren. 19Wenn die Wesen gingen, gingen auch die Räder neben ihnen, und wenn die Wesen sich vom Boden erhoben, erhoben sich auch die Räder. 20Wohin immer der Geist ging, dahin erhoben sich auch die Räder, dem Geist im Gehen folgend; denn Geist des Lebens war in den Rädern. 21Wenn jene Wesen gingen, so gingen sie auch mit, auch wenn jene standen, so standen sie auch; und wenn jene sich vom Boden erhoben, erhoben sich auch die Räder und folgten ihnen; denn Geist des Lebens war in den Rädern. 22Über den Häuptern der Wesen war ein Gebilde wie das Firmament, das wie furchtgebietender Kristall aussah und über ihren Häuptern ausgebreitet war. 23Unter dem Firmamente aber waren ihre Flügel ausgebreitet, von einem gegen den anderen, und ein jedes Wesen verhüllte mit zwei Flügeln seinen Leib und das andere verhüllte sich ebenso. 24Und ich vernahm das Rauschen ihrer Flügel wie das Rauschen gewaltiger Wasser, gleich dem Hall des höchsten Gottes; wenn sie gingen, war es wie das Getöse eines Heeres, wie das Getöse eines Heerlagers; und wenn sie standen, ließen sie ihre Flügel sinken. 25Denn wenn eine Stimme über dem Firmamente, das über ihren Häuptern war, erschallte, standen sie still und ließen ihre Fluten herabsinken. 26Und oberhalb des Firmamentes, das sich über ihren Häuptern ausbreitete, erschien wie Saphirstein das Gebilde eines Thrones und oben auf diesem Throngebilde eine Gestalt wie ein Mensch, 27Und ich sah etwas leuchten wie Glanzerz, wie der Schein eines Feuers, innerhalb desselben ringsum, von seinen Lenden aufwärts und von seinen Lenden abwärts sah ich etwas wie Feuer, das ringsum leuchtete, 28wie der Regenbogen anzusehen, wenn er sich in den Wolken zur Zeit des Regens zeigt, so war der Glanz ringsum anzuschauen!
Ezechiel 2
1Dies war die Erscheinung des Bildes der Herrlichkeit des Herrn. Und da ich es erblickte, fiel ich auf mein Angesicht und hörte die Stimme eines Redenden. Er sprach zu mir: Menschensohn! stelle dich auf deine Füße, so will ich mit dir reden. 2Da kam der Geist in mich, nachdem er zu mir gesprochen, und stellte mich aufrecht auf meine Füße und ich hörte den, der zu mir redete, 3sagen: Menschensohn! Ich sende dich zu den Söhnen Israels, zu den abtrünnigen Völkern, welche von mir abgefallen sind; sie und ihre Väter haben meinen Bund gebrochen bis zu diesem Tage. 4Die Söhne, zu denen ich dich sende, sind verhärteten Angesichts und unbeugsamen Herzens und du sollst zu ihnen sagen: So spricht der Herr, Gott: 5Ob sie nun hören oder ob sie es bewenden lassen, denn es ist ein widerspenstiges Haus, so sollen sie wissen, dass ein Prophet in ihrer Mitte gewesen ist. 6Du aber, o Menschensohn! Fürchte dich nicht vor ihnen und lass dich nicht schrecken von ihren Worten, denn Ungläubige und Verderbenschaffende sind dir zur Seite und unter Skorpionen wohnst du. Fürchte dich nicht vor ihrem Angesichte, denn es ist ein widerspenstiges Haus. 7Rede also meine Worte zu ihnen, ob sie hören oder es bewenden lassen; denn es sind Menschen, die zum Zorne reizen. 8Du aber, o Menschensohn! Höre auf das, was ich dir sage, und sei nicht widerspenstig, wie das widerspenstige Haus ist; tue auf deinen Mund und iss, was ich immer dir darreiche. 9Da schaute ich und siehe, eine Hand war gegen mich ausgestreckt, in der eine Buchrolle lag; und er breitete sie vor mir aus: sie war innen und außen beschrieben und Klagen, Trauerlieder und Weh waren darin geschrieben.
Ezechiel 3
1Und er sprach zu mir: Menschensohn! Alles, was du vorfindest, iss! Iss diese Rolle und alsdann gehe hin und rede zu den Söhnen Israels. 2Da öffnete ich meinen Mund und er gab mir jene Rolle zu essen 3und sprach zu mir: Menschensohn! Dein Bauch esse und dein Inneres fülle sich mit dieser Rolle, die ich dir darreiche. Und ich aß und sie war in meinem Munde so süß wie Honig. 4Hierauf sprach er zu mir: Menschensohn! Gehe hin zum Hause Israel und rede meine Worte zu ihnen. 5Denn nicht zu einem Volke von unverständlicher Rede und unbekannter Sprache wirst du gesandt, sondern zum Hause Israel; 6und nicht zu vielen Völkern von unverständlicher Rede und unbekannter Sprache, deren Worte du nicht verstehen könntest; ja, wenn du zu solchen gesendet würdest, so würden sie auf dich hören. 7Aber das Haus Israel will nicht auf dich hören, weil sie auch auf mich nicht hören wollen, denn das ganze Haus Israel hat eine eherne Stirn und ein verstocktes Herz. 8Doch siehe, ich will dein Angesicht stärker machen als ihr Angesicht und deine Stirne härter als ihre Stirn. 9Wie Diamant und wie Kiesel mache ich dein Angesicht, fürchte dich nicht vor ihnen und erschrick nicht vor ihrem Angesichte; denn sie sind ein widerspenstiges Haus. 10Weiter sprach er zu mir: Menschensohn! Alle meine Worte, die ich zu dir rede, nimm dir zu Herzen und höre sie mit deinen Ohren! 11Und gehe hin, begib dich zu den Weggeführten, zu den Söhnen deines Volkes, und rede mit ihnen und sprich zu ihnen: So spricht der Herr, Gott: Ob sie hören oder es lassen! 12Da hob der Geist mich empor und ich vernahm hinter mir das Geräusch eines starken Getöses: Gepriesen sei die Herrlichkeit des Herrn von ihrer Stätte aus! 13und das Rauschen des Flügelschlages der lebenden Wesen, deren Flügel aneinander schlugen und das Getöse der Räder bei den lebenden Wesen und das Geräusch eines starken Getöses. 14Der Geist also hob mich empor und führte mich fort und ich ging im Unmute meines Geistes dahin, aber die Hand des Herrn war mit mir und stärkte mich. 15Und ich kam zu den Fortgeführten, zu dem Haufen der neuen Früchte, zu denen, welche am Flusse Chobar wohnten, und setzte mich dorthin, wo sie saßen, und blieb daselbst sieben Tage trauernd in ihrer Mitte. 16Als aber sieben Tage um waren, erging das Wort des Herrn an mich also: 17Menschensohn! Ich habe dich zum Wächter bestellt über das Haus Israel; wenn du aus meinem Munde ein Wort hörst, so verkünde es ihnen in meinem Namen. 18Wenn ich zum Gottlosen spreche: Du wirst des Todes sterben! und du verkündest es ihm nicht und sagst es ihm nicht, damit er sich von seinem bösen Wege bekehre und lebe, so soll er, der Gottlose, wegen seiner Verschuldung dahinsterben, sein Blut jedoch werde ich von deiner Hand fordern. 19Wenn du es aber dem Gottlosen verkündest und er hat sich nicht bekehrt von seinem Frevel und seinem gottlosen Wege, so wird er zwar durch seine Verschuldung dahinsterben, du aber hast deine Seele gerettet. 20Aber auch wenn der gerechte sich von seiner Gerechtigkeit abwendet und Böses tut, so will ich ihm einen Anstoß vor ihm bereiten; er selbst soll sterben, weil du es ihm nicht verkündet hast; er wird in seiner Sünde dahinsterben und seiner Gerechtigkeit, die er geübt, soll nicht mehr gedacht werden, aber sein Blut werde ich von deiner Hand fordern. 21Wenn du es aber dem Gerechten verkündet hast, dass der gerechte nicht sündigen soll, und dieser sündigt nicht, so wird er wahrlich leben; denn du hast es ihm verkündet und du hast deine Seele gerettet. 22Und es kam über mich die Hand des Herrn und er sprach zu mir: Stehe auf und gehe hinaus in die Ebene, dort will ich mit dir reden. 23Da machte ich mich auf und ging hinaus in die Ebene und siehe, dort stand die Herrlichkeit des Herrn, gleich jener Herrlichkeit, welche ich am Flusse Chobar gesehen, und ich fiel auf mein Angesicht nieder. 24Doch der Geist kam über mich und stellte mich auf meine Füße und redete mit mir und sprach zu mir: Gehe in dein Haus und schließe dich darin ein! 25Und du, Menschensohn! Siehe, Bande sind für dich bestimmt und man wird dich mit denselben binden und du sollst nicht aus ihrer Mitte frei hinweggehen. 26Und ich werde dir die Zunge an deinem Gaumen kleben lassen, dass du verstummest und nicht mehr zum Strafprediger werdest, denn es ist ein widerspenstiges Haus. 27Wenn ich aber zu dir reden werde, will ich deinen Mund öffnen und du sollst zu ihnen sprechen: So spricht der Herr, Gott: Wer hört, der höre: und wer es unterlässt, unterlasse es! denn es ist ein widerspenstiges Haus.
Ezechiel 4
1Und du, o Menschensohn! Nimm dir einen Ziegelstein und lege ihn vor dich hin und zeichne auf denselben die Stadt Jerusalem. 2Und stelle eine Belagerung um dieselbe an und baue Bollwerke und wirf einen Damm auf und lass ein Heer sich wider sie lagern und stelle ringsum Sturmböcke auf! 3Nimm dann eine eiserne Pfanne und stelle sie als eiserne Mauer zwischen dich und zwischen diese Stadt und richte dein Angesicht auf diese und sie sei im Belagerungszustande und du belagere sie. Dies ist ein Zeichen für das Haus Israel. 4Hierauf lege dich auf deine linke Seite und lade die Verschuldungen des Hauses Israel auf dieselbe; so viele Tage, als du auf derselben liegst, sollst du ihre Verschuldung tragen. 5Ich gebe dir aber so viele Tage, als ihre Verschuldung Jahre zählt, dreihundert und neunzig Tage, dass du die Verschuldung Israel tragest. 6Und wenn du dies vollendet hast, so lege dich noch einmal auf deine rechte Seite und nimm die Verschuldung des Hauses Juda auf dich vierzig Tage lang; einen Tag für ein Jahr, einen Tag, sage ich, bestimme ich dir für ein Jahr. 7Auch richte dein Angesicht auf die Belagerung Jerusalems und dein Arm sei ausgestreckt und weissage wider dasselbe. 8Siehe, ich werde dir Fesseln anlegen, dass du dich nicht von einer Seite auf die andere wenden kannst, bis die Tage deiner Belagerung zu Ende sind. 9Nimm dir auch Weizen, Gerste, Bohnen, Linsen, Hirse und Spelt, und tue sie in ein Gefäß und bereite dir Brote daraus, der Zahl der Tage entsprechend, durch welche du auf deiner Seite liegst; dreihundert und neunzig Tage sollst du davon essen. 10Und zwar soll deine Speise, mit der du dich nährst, jeden Tag zwanzig Sekel Gewicht haben; von einer Zeit zur andern iss dieselbe. 11Auch trinke Wasser nach bestimmtem Maß, den sechsten Teil eines Hin, von einer Zeit zur andern sollst du es trinken. 12Und zwar sollst du es als einen Aschkuchen von Gerste essen und vor ihren Augen mit Menschenkot bedecken. 13Und der Herr sprach: So werden die Söhne Israels ihre Speise verunreinigt essen unter den Völkern, unter welche ich sie verstoßen werde. 14Da sprach ich: Ach, ach, ach, Herr, Gott! siehe, meine Seele ward nie verunreinigt, Gefallenes oder von wilden Tieren Zerrissenes habe ich nie gegessen von meiner Jugend an bis jetzt und nie kam in meinen Mund unreines Fleisch. 15Er aber sprach zu mir: Siehe, ich gestatte dir Rindermist statt des Menschenkotes, darauf magst du dein Brot bereiten. 16Alsdann sprach er zu mir: Menschensohn! Siehe, ich will die Stütze des Brotes in Jerusalem zerbrechen und sie sollen das Brot nach dem Gewicht und in Ängsten essen und das Wasser nach bestimmtem Maß und in Bangen trinken, 17dass sie aus Mangel an Brot und Wasser einer an des andern Seite hinstürzen und ob ihrer Verschuldungen verschmachten.
Ezechiel 5
1Und du, Menschensohn! nimm dir ein scharfes Schwert als Schermesser, dasselbe nimm und fahre damit über dein Haupt und über deinen Bart; sodann nimm eine Waagschale und teile die Haare ab. 2Ein Drittel davon verbrenne im Feuer inmitten der Stadt, wenn die Tage der Belagerung um sind; ein Drittel nimm und zerhaue es mit dem Schwerte ringsum sie her, das letzte Drittel aber streue in den Wind und ich will das Schwert hinter ihnen zücken. 3Sodann nimm eine kleine Anzahl davon und binde sie in den Zipfel deines Mantels, 4und von diesen nimm wiederum einige und wirf sie in das Feuer und verbrenne sie im Feuer, davon wird Feuer ausgehen über das ganze Haus Israel. 5So spricht der Herr, Gott: Dies ist Jerusalem, inmitten unter die Völker habe ich es gesetzt und ringsum dasselbe her die Länder. 6Aber es hat meine Rechte verachtet, so dass es noch gottloser war als die Völker; und hat meine Gebote verachtet, schlimmer als die Länder ringsum es her; denn meine Rechte haben sie verworfen und sind nicht nach meinen Geboten gewandelt. 7Darum spricht der Herr, Gott, also: Weil ihr schlimmer geworden seid als die Völker, welche um euch her sind, und nicht nach meinen Geboten gewandelt seid und meine Rechte nicht erfüllt habt, ja selbst nicht nach den Rechten der Völker, welche um euch her sind, gehandelt habt, 8deshalb spricht der Herr, Gott, also: Siehe, ich will über dich kommen, ich selbst will in deiner Mitte Gericht halten vor den Augen der Völker 9und ich werde an dir tun, was ich noch nie getan und wie ich auch nie wieder tun werde, wegen aller deiner Greuel. 10Darum sollen die Väter in deiner Mitte ihre Söhne, und die Söhne ihre Väter verzehren und ich will an dir Gericht halten und alle deine Überreste in alle Winde zerstreuen. 11Darum, so wahr ich lebe! Spricht der Herr, Gott, fürwahr, weil du mein Heiligtum durch alle deine Sünden und alle deine Greuel befleckt hast, will auch ich verheeren, mein Auge wird nicht schonen und ich werde kein Erbarmen zeigen. 12Ein Drittel von dir soll durch die Seuche sterben und in deiner Mitte durch Hunger aufgerieben werden, ein Drittel von dir soll durch das Schwert ringsum dich her fallen und ein Drittel von dir will ich in alle Winde zerstreuen und das Schwert hinter ihnen her zücken. 13So will ich meinen Grimm vollstrecken und meinen Zorn an ihnen stillen und daran Freude finden; sie sollen erfahren, dass ich, der Herr, es in meinem Eifer gesprochen habe, wenn ich meinen Zorn an ihnen vollziehe. 14Und ich will dich zur Wüstenei und zum Gespötte machen unter den Völkern, die ringsum dich her sind, vor den Augen eines jeden, der vorüberzieht. 15Du wirst ein Gegenstand der Schmach, des Fluches, der Warnung und des Entsetzens unter den Völkern werden, die dich umgeben, wenn ich an dir Gericht übe im Grimme, im Zorne und in grimmiger Züchtigung. 16Ich, der Herr, habe es gesprochen. Wenn ich die schlimmen todbringenden Pfeile des Hungers auf sie entsende, die ich senden werde, um euch zu verderben, so will ich den Hunger über euch häufen und die Stütze des Brotes bei euch zerbrechen. 17Ja, den Hunger und schlimme wilde Tiere werde ich wider euch senden, bis ihr vernichtet seid; und Seuche und Blut sollen bei dir hindurchziehen und ich will das Schwert über dich kommen lassen. Ich, der Herr, habe es geredet.
Ezechiel 6
1Und es erging an mich das Wort des Herrn also: 2Menschensohn! Richte dein Angesicht gegen die Berge Israels und weissage wider sie 3und sprich: Ihr Berge Israels, höret das Wort des Herrn, Gottes! So spricht der Herr, Gott, zu den Bergen und zu den Hügeln, zu den Felsen und zu den Tälern: Sehet, ich werde das Schwert über euch hinführen und werde eure Höhen zerstören 4und werde eure Altäre verwüsten und eure Bilder sollen zertrümmert werden und eure Erschlagenen werde ich vor eure Götzen hinsinken lassen. 5Ja, ich werde die Leichname der Söhne Israels vor eure Götzenbilder hinwerfen und eure Gebeine ringsum eure Altäre herstreuen, 6allenthalben, wo ihr wohnet. Die Städte sollen verödet, die Höhen verwüstet und zerstört werden, eure Altäre werden vernichtet und zerbrochen werden, eure Götzen zerschlagen, eure Tempel abgebrochen und eure Gebilde vertilgt werden. 7Und es sollen Erschlagene in eurer Mitte fallen und ihr sollt erfahren, dass ich der Herr bin. 8Doch will ich einige von euch unter den Völkern übriglassen, die dem Schwert entrinnen, wenn ich euch in die Länder zerstreue. 9Alsdann werden die von euch Geretteten meiner gedenken unter den Völkern, zu denen sie gefangen weggeführt sind; denn ich werde ihr Herz, das der Buhlerei ergeben und von mir fern war, brechen und ihre Augen, die buhlerisch an ihren Götzen hingen, und sie werden an sich selbst Missfallen haben wegen des Bösen, das sie mit allen Greueln verübt haben. 10Dann werden sie erkennen, dass ich, der Herr, nicht umsonst gedroht habe, ihnen solches Unheil zuzufügen. 11So spricht der Herr, Gott: Schlage in deine Hand und stampfe mit deinem Fuße und sprich: Wehe über alle Greuel der Frevel des Hauses Israel! denn durch Schwert, Hunger und Seuche sollen sie fallen! 12Wer fern ist, wird durch die Seuche sterben; wer nahe ist, wird durch das Schwert fallen; und wer übrigbleibt und belagert wird, soll durch Hunger umkommen, denn ich werde meinen ganzen Grimm an ihnen vollstrecken. 13Und ihr sollt erkennen, dass ich der Herr bin, wenn eure Erschlagenen inmitten eurer Götzen daliegen rings um eure Altäre her, auf allen hohen Hügeln, auf allen Gipfeln der Berge, auf jedem grünen Baume und unter jeder dichtbelaubten Eiche, an dem Orte, wo sie allen ihren Götzen wohlriechenden Weihrauch darbrachten. 14Und ich werde meine Hand wider sie ausstrecken und werde ihr Land zur Wüstenei und verlassen machen von der Wüste Deblatha an in allen ihren Wohnsitzen und sie sollen erkennen, dass ich der Herr bin.