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Die Bibel in einem Jahr · Tag 249 von 365

Baruch 1–3

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Baruch 1

1Dies sind die Worte des Buches, welches Baruch, der Sohn Nerias, des Sohnes Maasias, des Sohnes Sedekias, des Sohnes Sedeis, des Sohnes Helkias, in Babylon geschrieben hat, 2im fünften Jahr, am siebenten Tage des Monats, zur Zeit, als die Chaldäer Jerusalem erobert und niedergebrannt hatten. 3Und Baruch las die Worte dieses Buches vor den Ohren Jechonias, des Sohnes Joakims, des Königs von Juda, und vor den Ohren des ganzen Volkes, welches gekommen war, das Buch zu hören, 4und vor den Ohren der Mächtigen, der Königssöhne, und vor den Ohren der Ältesten und vor den Ohren des Volkes, vom Kleinsten bis zum Größten, vor allen, die in Babylon, am Fluße Sodi, wohnten. 5Und da sie es hörten, weinten sie und fasteten und beteten vor dem Herrn. 6Und sie legten Geld zusammen, wie die Hand eines jeden zu geben vermochte, 7und sandten es nach Jerusalem an Joakim, den Sohn des Helkias, des Sohnes Saloms, den Priester, und an die Priester und das ganze Volk, das sich bei ihm zu Jerusalem befand, 8damals, als Baruch die Gefäße des Tempels des Herrn, die aus dem Tempel weggeschleppt waren, erhalten hatte, am zehnten Tage des Monats Sivan, um sie in das Land Juda zurückzubringen, nämlich die silbernen Gefäße, welche Sedekias, der Sohn Josias, der König von Juda, hatte machen lassen, 9nachdem Nabuchodonosor, der König von Babylon, den Jechonias und die Fürsten und alle Mächtigen und das Volk des Landes von Jerusalem weggeführt und sie gefangen nach Babylon gebracht hatte. 10Und sie sprachen: Sehet, wir senden euch Geld; kaufet dafür Brandopfer und Weihrauch und bereitet Speiseopfer und bringet Sündopfer auf dem Altare des Herrn, unseres Gottes, dar. 11und betet für das Leben Nabuchodonosors, des Königs von Babylon, und für das Leben Balthasars, seines Sohnes, dass ihre Tage den Tagen des Himmels gleich seien auf Erden 12und dass der Herr uns Stärke verleihe und unsere Augen erleuchte, damit wir unter dem Schatten Nabuchodonosors, des Königs von Babylon, und unter dem Schatten Balthasars, seines Sohnes, leben mögen und wir denselben dienen viele Tage und Gnade finden vor ihnen. 13Auch betet für uns selbst zu dem Herrn, unserm Gotte; denn wir haben wider den Herrn, unsern Gott, gesündigt und sein Grimm hat sich von uns nicht abgewendet bis auf diesen Tag. 14Und leset die Schrift, welche wir euch senden, dass sie im Tempel des Herrn an den Festtagen an geeigneten Tagen vorgetragen werde, 15und sprechet: Des Herrn, unsers Gottes ist die Gerechtigkeit, uns aber gebührt Beschämung unseres Angesichtes, wie es heute der Fall ist an ganz Juda und den Bewohnern von Jerusalem, 16an unsern Königen und unsern Fürsten, unsern Priestern und unsern Propheten und unsern Vätern. 17Wir haben gesündigt vor dem Herrn, unserm Gott, und haben nicht geglaubt und nicht auf ihn vertraut 18und wir sind ihm nicht untertänig gewesen und haben nicht auf die Stimme des Herrn, unseres Gottes, gehört, dass wir nach seinen Geboten gewandelt wären, welche er uns gegeben. 19Von dem Tage an, da er unsere Väter aus dem Lande Ägypten führte, bis auf diesen Tag waren wir ungelehrig gegen den Herrn, unsern Gott, und säumig und hielten uns fern, um seine Stimme nicht zu hören. 20So heftete sich denn viel Unglück und Fluch an unsere Füße, wie der Herr es durch Moses, seinen Diener, bestimmt, der unsere Väter aus dem Lande Ägypten führte, um uns ein Land zu geben, das von Milch und Honig fließt, wie es heutigestags der Fall ist. 21Und wir haben nicht auf die Stimme des Herrn, unseres Gottes, gehört, auf alles, was die Propheten, die er zu uns gesandt hat, gesprochen haben; 22sondern sind hingegangen, ein jeder nach dem Sinne seines bösen Herzens, um fremden Göttern zu dienen und zu tun, was böse ist in den Augen des Herrn, unsers Gottes.

Baruch 2

1Darum hat der Herr, unser Gott, sein Wort in Erfüllung gehen lassen, das er wider uns und wider unsere Richter, welche Israel richteten, und wider unsere Könige und wider unsere Fürsten und wider ganz Israel und Juda gesprochen, 2so dass er ein großes Unheil über uns kommen ließ, wie es unter dem Himmel noch nicht geschehen, nun aber Jerusalem betroffen hat, wie es im Gesetze Moses geschrieben ist, 3dass man das Fleisch seines Sohnes und das Fleisch seiner Tochter essen würde. 4Und er unterwarf sie der Macht aller Könige ringsum uns her, zur Schmach und zur Misshandlung unter allen Völkern, unter welche uns der Herr zerstreut hat. 5Wir sind unterdrückt und nicht Herren, denn wir haben wider den Herrn, unsern Gott, gesündigt und seiner Stimme nicht gehorcht. 6Des Herrn, unseres Gottes, ist die Gerechtigkeit; uns aber und unseren Vätern gebührt Beschämung des Antlitzes, wie es denn jetzt der Fall ist. 7Der Herr hat all dieses Übel, das über uns gekommen, über uns ausgesprochen 8und wir flehten nicht zu dem Herrn, unserm Gott, dass sich ein jeder von uns von seinen schlimmen Wegen bekehrt hätte. 9Darum wachte der Herr über unser Unheil und ließ es über uns kommen, denn der Herr ist gerecht in all seinem Tun, auf das hin er uns Gebote gegeben; 10und wir hörten nicht auf seine Stimme, dass wir nach den Geboten des Herrn gewandelt wären, die er uns vor Auge gestellt. 11Und nun, o Herr, Gott Israels! der du dein Volk aus dem Lande Ägypten mit starker Hand geführt hast, mit Zeichen und Wundern, in deiner großen Kraft und mit erhobenem Arme, und dir einen Namen gemacht hast, wie es an diesem Tage der Fall ist; 12wir haben gesündigt, haben gottlos gehandelt, haben Unrecht getan, o Herr, unser Gott! wider alle deine Gebote. 13Es wende sich dein Zorn von uns ab, denn wenige sind wir übriggelassen unter den Völkern, unter die uns zerstreut hast. 14Erhöre, Herr! unser Flehen und unser Gebet und rette uns um deinetwillen; lass uns Gnade finden vor dem Angesichte derer, die uns weggeführt haben, 15auf dass die ganze Erde inne werde, dass du der Herr, unser Gott, bist, und dass dein Name über Israel und dessen Geschlecht angerufen ist. 16Blicke auf uns, o Herr! von deinem heiligen Hause her und neige dein Ohr und erhöre uns. 17Tue deine Augen auf und siehe; denn nicht die Toten in der Unterwelt, deren Geist aus ihrem Leibe genommen, werden der Gerechtigkeit des Herrn Preis und Ehre darbringen; 18sondern die Seele, welche über die Größe des Unglücks betrübt ist und gebeugt und kraftlos einhergeht, und die ermatteten Augen und die Mangel leidende Seele, sie werden dir, dem Herrn, Ehre und Rechtfertigung darbringen. 19Denn nicht ob der Gerechtigkeit unserer Väter bringen wir unser Flehen dar und bitten um Barmherzigkeit vor deinem Angesichte, Herr, unser Gott! 20sondern weil du deinen Zorn und deinen Grimm über uns gesandt hast, wie du durch deine Diener, die Propheten, gesprochen und gesagt hast: 21So spricht der Herr: Beuget eure Schulter und euren Nacken und seid dem Könige von Babylon untertan, so werdet ihr in dem Lande wohnen bleiben, welches ich euern Vätern gegeben habe. 22Wenn ihr aber nicht auf die Stimme des Herrn, eures Gottes, hört und dem Könige von Babylon nicht dienstbar sein wollt, so werde ich euch aus den Städten von Juda und aus Jerusalem verstoßen 23und werde den Ruf des Jubels und den Schall der Freude, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut bei euch verstummen machen und das ganze Land soll unwegsam werden ohne Bewohner! 24Doch sie hörten nicht auf deine Stimme, dass sie dem Könige von Babylon dienstbar geworden wären, und so hast du deine Worte erfüllt, die du durch deine Diener, die Propheten, gesprochen, dass die Gebeine unserer Könige und die Gebeine unserer Väter von ihrer Stätte weggenommen werden sollten: 25und siehe, sie liegen der Glut der Sonne und der Kälte der Nacht preisgegeben, nachdem jene unter peinigenden Schmerzen durch Hunger und Schwert und Vertreibung gestorben sind. 26Und den Tempel, in dem dein Name angerufen ward, hast du in den Stand versetzt, in dem er heute ist, ob der Verschuldung des Hauses Israel und des Hauses Juda. 27Gegen uns aber, Herr, unser Gott! hast du nach all deiner Güte und nach all deiner so großen Barmherzigkeit gehandelt, 28wie du durch deinen Diener Moses gesprochen an dem Tage, da du ihm befahlst, dein Gesetz vor den Söhnen Israels aufzuschreiben, 29indem du sprachst: Wenn ihr nicht auf meine Stimme hört, so soll diese große Menge zu einer winzigen Schar werden unter den Völkern, unter die ich sie zerstreuen werde; 30denn ich weiß, dass dies Volk nicht auf mich hört, da es ein halsstarriges Volk ist; dort im Lande seiner Gefangenschaft wird es in sich gehen 31und sie werden erkennen, dass ich der Herr, ihr Gott bin, und ich werde ihnen ein Herz geben, dass sie einsehen, und Ohren, dass sie hören, 32und sie werden mich preisen im Lande ihrer Gefangenschaft und meines Namens eingedenk sein. 33Und sie werden sich von ihrer Störrigkeit und ihren bösen Taten abwenden; weil sie sich erinnern werden, wie es ihren Vätern ergangen ist, die gegen mich gesündigt haben. 34Dann will ich sie zurückrufen in das Land, das ich ihren Vätern Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen habe, und sie sollen darin herrschen und ich will sie mehren und sie sollen nicht gering werden an Zahl. 35Und ich will mit ihnen einen anderen, ewigen Bund schließen, so dass ich ihr Gott und sie mein Volk sein werden, und nicht mehr will ich mein Volk, die Kinder Israels, aus dem Lande vertreiben, welches ich ihnen gegeben habe.

Baruch 3

1Und nun, allmächtiger Herr, Gott Israels! Eine geängstigte Seele und ein bekümmerter Geist ruft zu dir. 2Höre, o Herr! und erbarme dich, du bist ja ein barmherziger Gott, erbarme dich unser, denn wir haben gesündigt vor dir. 3Denn du thronst in Ewigkeit und wir sollten auf immer verloren gehen? 4Allmächtiger Herr, Gott Israels! Erhöre nun das Gebet der Gestorbenen Israels und ihrer Kinder, die vor dir gesündigt und nicht auf die Stimme des Herrn, ihres Gottes, gehört haben, weshalb auch Unglück über Unglück über uns gekommen ist. 5Gedenke nicht der Missetaten unserer Väter, sondern gedenke deiner Hand und deines Namens zu dieser Zeit; 6denn du bist der Herr, unser Gott, und wir wollen dich preisen, Herr! 7Denn darum hast du uns die Furcht vor dir in das Herz gegeben, dass wir deinen Namen anrufen und dich preisen in unserer Gefangenschaft, weil wir uns von dem Unrecht unserer Väter abwenden, die vor dir gesündigt haben. 8Siehe, wir sind jetzt in unserer Gefangenschaft, in die du uns zerstreut hast zur Schmach, zum Fluch und zur Strafe für die Sünden, ob aller Missetaten unserer Väter, welche von dir abgefallen sind, Herr, unser Gott! 9Vernimm, Israel! die Gebote des Lebens, merke auf, damit du Einsicht lernest. 10Wie kommt es, Israel! dass du in dem Lande der Feinde bist? 11Du bist abgezehrt in fremdem Lande, verunreinigt bist du mit den Toten, wurdest zu denen gezählt, die in die Unterwelt hinabsteigen. 12Du hast die Quelle der Weisheit verlassen; 13denn wärest du Gottes Wege gewandelt, so würdest du in Frieden wohnen auf ewig. 14Lerne, wo Klugheit ist, wo Stärke, wo Einsicht, auf dass du zugleich erkennest, wo langes Leben und Bestand, wo Licht der Augen und Friede. 15Wer hat ihre Stätte gefunden und wer ist eingedrungen in ihre Schatzkammern? 16Wo sind die Herrscher der Völker und die, welche über die Tiere auf Erden gebieten, 17die sich an den Vögeln des Himmels spielend ergötzen, 18die Silber und Gold aufhäufen, auf welches die Menschen ihr Vertrauen setzen und das sie ruhelos zu erwerben trachten; die Silber verarbeiten und darum besorgt sind und deren Bemühungen unergründlich sind? 19Sie sind vertilgt, in die Unterwelt hinabgestiegen und andere sind an ihre Statt getreten! 20Jüngere schauten das Licht und wohnten auf Erden, aber den Weg der Zucht erkannten sie nicht 21und verstanden deren Pfade nicht; auch deren Söhne erfassten sie nicht, sondern sie blieb fern von ihnen. 22Nicht ward sie im Lande Chanaan gehört noch in Theman gesehen. 23Auch die Söhne der Agar, welche zwar die irdische Klugheit suchen, die Kaufleute von Merrha und Theman und die Erdichter von Fabeln und die Forscher nach Klugheit und Einsicht erkannten den Weg der Weisheit nicht noch gedachten sie an ihre Pfade. 24O Israel, wie groß ist das Haus Gottes, wie ungeheuer die Stätte seines Besitztums! 25Groß ist sie und endlos! Hoch und unermesslich! 26Dort waren die Riesen, jene vielgenannten, die in der Vorzeit lebten, gewaltigen Wuchses, kundig des Krieges. 27Nicht diese erwählte der Herr und sie fanden den Weg zur Erkenntnis nicht, deshalb kamen sie auch um. 28Weil sie die Weisheit nicht hatten, gingen sie durch ihre Torheit zugrunde. 29Wer ist in den Himmel aufgefahren und hat sie geholt und herabgebracht aus den Wolken? 30Wer hat das Meer durchschifft und sie gefunden? Wer hat sie herbeigebracht für auserlesenes Gold? 31Niemand vermag die Wege zu ihr zu erkennen noch die Pfade zu ihr zu erkunden, 32doch der Allwissende kennt sie und durch seine Einsicht hat er sie gefunden, der die Erde für ewige Zeit gegründet und sie mit allerlei Getier erfüllt hat, 33der das Licht entsendet und es wandelt, der es ruft und es gehorcht ihm mit Zittern. 34Die Sterne aber leuchteten auf ihren Warten und jauchzten, 35sie wurden gerufen und sprachen: Da sind wir! Und sie leuchteten mit Freuden vor ihrem Schöpfer! 36Dieser ist unser Gott, ein anderer ist ihm nicht zu vergleichen! 37Er erkundete alle Wege zur Weisheit und lehrte sie Jakob, seinen Diener, und Israel, seinen Geliebten. 38Darnach ward er auf Erden gesehen und ist unter den Menschen gewandelt.

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