Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).
Exodus 17
1Die ganze Schar der Söhne Israels zog also aus der Wüste Sin durch ihre Standorte, wie der Herr es befohlen, und sie lagerten sich in Raphidim, dort war aber kein Wasser für das Volk zu trinken. 2Da haderte es mit Moses und sprach: Gib uns Wasser, dass wir trinken. Moses antwortete ihnen: Was hadert ihr mit mir? Warum versucht ihr den Herrn? 3Das Volk also litt daselbst Durst aus Mangel an Wasser, und murrte wider Moses, und sprach: Warum hast du uns aus Ägypten fortgeführt, um uns, und unsere Kinder, und unser Vieh vor Durst sterben zu lassen? 4Da rief Moses zum Herrn und sprach: Was soll ich mit diesem Volke tun? Wenig fehlt, so wird es mich steinigen. 5Der Herr sprach zu Moses: Gehe dem Volke voraus, und nimm einige von den Ältesten Israels mit dir, und nimm den Stab, mit dem du in den Fluss geschlagen hast, in deine Hand, und so gehe. 6Siehe, ich will daselbst vor dir auf dem Felsen Horeb stehen; schlage an den Felsen, so wird Wasser herausfließen, dass das Volk trinke. Da tat Moses so, vor den Augen der Ältesten Israels. 7Und er nannte den Namen dieses Ortes Versuchung wegen des Haderns der Söhne Israels, und weil sie den Herrn versuchten und sprachen: Ist der Herr in unserer Mitte, oder nicht? 8Da kam aber Amalek heran und stritt mit Israel in Raphidim. 9Und Moses sprach zu Josue: Wähle Männer aus, und ziehe hin, kämpfe mit Amalek; ich aber will morgen auf dem Gipfel des Hügels stehen, den Stab Gottes in meiner Hand. 10Josue tat, wie Moses gesprochen hatte, und kämpfte gegen Amalek; Moses aber und Aaron und Hur stiegen auf den Gipfel des Hügels. 11So lange nun Moses die Hände aufhob, war Israel siegreich; ließ er sie aber ein wenig sinken, so gewann Amalek die Oberhand. 12Aber allmählich wurden Moses Hände schwer; deshalb nahmen sie einen Stein und legten ihm denselben unter, und er setzte sich darauf; Aaron aber und Hur unterstützten seine Hände von beiden Seiten. So geschah es, dass seine Hände nicht lass wurden bis zum Untergang der Sonne. 13Und Josue schlug Amalek und dessen Volk mit der Schärfe des Schwertes. 14Der Herr aber sprach zu Moses: Schreibe dies zum Angedenken in ein Buch und lies es vor den Ohren Josues; denn ich werde das Andenken Amaleks unter dem Himmel austilgen. 15Und Moses baute einen Altar, und hieß seinen Namen: der Herr meine Erhöhung, und sprach: 16Die Hand vom Throne des Herrn und der Kampf des Herrn wird gegen Amalek sein von Geschlecht zu Geschlecht.
Exodus 18
1Als aber Jethro, der Priester von Madian, der Schwiegervater des Moses, alles gehört hatte, was Gott an Moses und seinem Volke Israel getan, und dass der Herr Israel aus Ägypten geführt hatte, 2nahm er Sephora, das Weib des Moses, welches dieser zurückgeschickt hatte, 3und ihre zwei Söhne; der eine von ihnen hieß Gersam, denn sein Vater sprach: Ich bin ein Fremdling in einem fremden Lande gewesen: 4der andere aber Eliezer; denn, sprach er, der Gott meines Vaters war mein Helfer und rettete mich vor dem Schwerte Pharaos. 5Jethro also, der Schwiegervater des Moses, kam mit dessen Söhnen und dessen Weibe zu Moses in die Wüste, wo er am Berge Gottes das Lager aufgeschlagen hatte. 6Und er ließ dem Moses sagen: ich, Jethro, dein Schwiegervater, komme zu dir, und dein Weib, und deine zwei Söhne mit ihr. 7Da machte sich Moses auf, und ging seinem Schwiegervater entgegen, verneigte sich vor ihm, und küsste ihn; und sie grüßten einander mit friedlichen Worten. Als er nun in das Zelt getreten war, 8erzählte Moses seinem Schwiegervater alles, was der Herr dem Pharao und den Ägyptern um Israels willen getan hatte, und alle Mühsal, welche sie auf dem Wege betroffen, und wie der Herr sie errettet hatte. 9Und Jethro freute sich über alles Gute, das der Herr Israel erwiesen, dass er es aus der Gewalt der Ägypter gerettet hatte. 10und sprach: Gepriesen sei der Herr, der euch aus der Gewalt der Ägypter und aus der Hand Pharaos befreit, der sein Volk aus der Gewalt Ägyptens errettet hat! 11Nun erkenne ich, dass der Herr erhaben ist über alle Götter; weil sie stolz gegen sie verfuhren. 12Jethro also, der Schwiegervater Moses, brachte Gott Brandopfer und Schlachtopfer dar, und Aaron und alle Ältesten Israels kamen, um mit ihm Mahlzeit zu halten vor Gott. 13Des andern Tages aber setzte sich Moses hin, um dem Volke Recht zu sprechen, und es trat ihm vom Morgen bis zum Abend heran. 14Als dies sein Schwiegervater sah, nämlich alles, was er für das Volk tat, sprach er: Was machst du dir da mit dem Volke zu tun? Warum sitzest du allein, und warum wird das ganze Volk vom Morgen bis zum Abend hingehalten? 15Moses antwortete ihm: Das Volk kommt zu mir, um Gottes Entscheidungen zu erhalten. 16Wenn ein Streit unter ihnen entsteht, kommen sie zu mir, damit ich zwischen ihnen entscheide und ihnen die Gebote Gottes und seine Gesetze kundtue. 17Er aber sprach: So machst du es nicht gut; 18durch ungemessene Anstrengung wirst sowohl du wie dieses Volk, das mit dir ist, erschöpft werden; diese Arbeit geht über deine Kräfte, allein kannst du sie nicht ertragen. 19Aber höre meine Worte und was ich dir rate, und Gott wird mit dir sein. Sei du des Volkes Sachwalter bei Gott, indem du vor ihn bringst, was an ihn gerichtet ist, 20und zeige dem Volke die Gebräuche und die Ordnung des Gottesdienstes, und den Weg, auf dem es wandeln soll, und die Werke, die es tun soll. 21Aber bestelle dir aus dem ganzen Volke tüchtige Männer, die gottesfürchtig, wahrhaftig und jeder Habsucht feind sind, und stelle aus ihnen Vorgesetzte auf über je tausend, und über je hundert, und über je fünfzig, und über je zehn. 22Sie mögen dem Volke jederzeit Recht sprechen; jede wichtigere Sache aber sollen sie dir vorlegen und nur minder wichtige Sachen entscheiden; so wird es dir leichter werden, wenn die Last unter andere verteilt ist. 23Wenn du das tust, wirst du Gottes Befehl erfüllen und seine Gebote aufrecht halten können; und dies ganze Volk wird in Frieden an seinen Ort gelangen. 24Als Moses dies hörte, tat er alles, was jener geraten hatte. 25Und er wählte tüchtige Männer aus ganz Israel aus und bestellte sie zu Oberhäuptern des Volkes, zu Vorgesetzten über je tausend, je hundert, je fünfzig, und je zehn. 26Diese sprachen dem Volke allezeit Recht; alles aber, was wichtiger war, brachten sie vor ihn, und nur minder wichtiges entschieden sie. 27Hierauf entließ er seinen Schwiegervater, der in seine Heimat zurückkehrte.
Exodus 19
1Im dritten Monat nach dem Auszuge Israels aus dem Lande Ägypten, an demselben Tage kamen sie in die Wüste Sinai. 2Denn als sie von Raphidim aufgebrochen waren, kamen sie in die Wüste Sinai und lagerten sich ebendaselbst, und hier schlug Israel seine Zelte auf, dem Berge gegenüber. 3Moses aber stieg hinauf zu Gott, und der Herr rief ihm vom Berge herab zu und sprach: Also sprich zum Hause Jakobs und dies verkünde den Söhnen Israels. 4Ihr habt selbst gesehen, was ich an den Ägyptern getan habe, wie ich euch auf Adlersflügeln getragen und an mich genommen habe. 5Wenn ihr nun auf meine Stimme hört und meinen Bund haltet, so sollt ihr mir unter allen Völkern ein besonderes Eigentum sein; denn die ganze Erde ist ja mein. 6Und ihr sollt mir ein priesterliches Königtum und ein heiliges Volk sein. Dies sind die Worte, welche du zu den Söhnen Israels reden sollst. 7Da ging Moses hin, und rief die Ältesten des Volkes zusammen, und legte ihnen alle Aufträge vor, welche der Herr ihm gegeben hatte. 8Und das ganze Volk antwortete mit einer Stimme: Alles, was der Herr geredet hat, wollen wir tun. Als nun Moses die Worte des Volkes dem Herrn überbrachte, 9sprach der Herr zu ihm: Allsogleich werde ich in dunklem Gewölke zu dir kommen, dass mich das Volk zu dir reden höre und dir auf immer glaube. Und Moses berichtete dem Herrn die Worte des Volkes. 10Er aber sprach zu ihm: Gehe hin zum Volke, und lasse sie sich heiligen heute und morgen, und lasse sie ihre Kleider waschen. 11Und auf den dritten Tag sollen sie bereit sein; den am dritten Tag wird der Herr vor den Augen des ganzen Volkes auf den Berg Sinai herniedersteigen. 12Bezeichne dem Volke ringsherum eine Grenze und sage zu ihnen: Hütet euch, den Berg zu besteigen, oder nur den Saum desselben zu berühren; jeder, der den Berg berühret, soll des Todes sterben! 13Keines Hand soll ihn berühren, sondern er soll gesteinigt oder mit Pfeilen durchbohrt werden; ob Tier, ob Mensch, er soll nicht am Leben bleiben. Wenn die Posaune zu erschallen anfängt, dann sollen sie an den Berg heranziehen. 14Da stieg Moses von dem Berge herab zu dem Volke und befahl ihm, sich zu heiligen. Und als sie ihre Kleider gewaschen hatten, 15sprach er zu ihnen: Seid bereit auf den dritten Tag und nahet euch euren Frauen nicht! 16Als nun der dritte Tag kam und der Morgen anbrach, siehe, da begannen Donner zu rollen und Blitze zu leuchten, und dichtes Gewölk verhüllte den Berg, und der Schall der Posaunen ertönte immer starker, und das Volk, das im Lager war, überkam Bangen. 17Da führte Moses sie aus dem Lager Gott entgegen, und sie stellten sich am Fuße des Berges auf. 18Der ganze Berg Israel aber rauchte, weil der Herr im Feuer auf ihn herabgestiegen war und Rauch von ihm wie aus einem Ofen aufstieg; und der ganze Berg war furchterregend. 19Nun ward der Posaunenschall allmählich starker und starker und drang in immer weitere Fernen; Moses redete, und Gott antwortete ihm. 20Der Herr also kam auf den Berg Sinai, und auf den Gipfel des Berges herab und rief den Moses auf die höchste Höhe desselben. Als dieser nun dorthin hinaufgestiegen war, 21sprach er zu ihm: Steige hinab und warne das Volk, dass es nicht etwa gelüste, die Grenzen zu überschreiten, um den Herrn zu sehen, und eine sehr große Menge von ihnen umkomme. 22Auch die Priester, welche sich dem Herrn nahen, sollen sich heiligen, damit er sie nicht schlage. 23Und Moses sprach zu dem Herrn: Unmöglich wird das Volk den Berg Sinai betreten können; denn du hast es gewarnt und geheißen mit den Worten: Bestimme Grenzen um den Berg und erkläre ihn als heilig! 24Der Herr sprach zu ihm: Gehe, steige hinab; und komm dann herauf, du und Aaron mit dir! Die Priester aber und das Volk sollen die Grenzen nicht überschreiten und nicht zum Herrn emporsteigen, dass er sie nicht töte. 25Da stieg Moses zum Volke hinab und berichtete ihnen alles.
Exodus 20
1Und der Herr redete alle diese Worte: 2Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus dem Lande Ägypten, aus dem Hause der Knechtschaft, geführt hat. 3Du sollst keine andern Götter neben mir haben. 4Du sollst dir kein Bild machen, noch ein Gleichnis von etwas, was im Himmel oben, oder auf der Erde unten, oder was im Wasser unter der Erde ist. 5Du sollst sie nicht anbeten, noch verehren; ich der Herr, dein Gott, bin ein starker und eifernder Gott, der die Sünden der Väter an den Kindern heimsucht bis ins dritte und vierte Geschlecht derer, die mich hassen; 6und Barmherzigkeit bis ins tausendste Glied denen erweist, die mich lieben und meine Gebote halten. 7Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht eitel nennen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der den Namen des Herrn, seines Gottes, ohne Grund ausspricht. 8Gedenke daran, den Sabbattag heilig zu halten. 9Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke verrichten. 10Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes; an diesem sollst du keine Arbeit verrichten, weder du selber, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch der Fremdling, der innerhalb deiner Tore ist. 11Denn in sechs Tagen hat der Herr den Himmel und die Erde, das Meer, und alles, was in ihnen ist, gemacht, aber am siebenten Tage ruhte er; darum segnete Gott den Sabbattag und heiligte ihn. 12Ehre deinen Vater und deine Mutter, auf dass du lange lebest im Lande, welches dir der Herr, dein Gott, geben wird. 13Du sollst nicht töten. 14Du sollst nicht ehebrechen. 15Du sollst nicht stehlen. 16Du sollst kein falsches Zeugnis gegen deinen Nächsten reden. 17Du sollst nicht das Haus deines Nächsten begehren, du sollst nicht sein Weib, noch auch seinen Knecht, seine Magd, seinen Ochsen, seinen Esel, oder irgendetwas, was sein ist, begehren. 18Als das ganze Volk die Donnerschläge und die Blitze, den Schall der Posaunen, und den rauchenden Berg gewahrte, ward es von Schrecken und Entsetzen ergriffen, und blieb in der Ferne stehen, 19und sprach zu Moses: Sprich du mit uns, und wir werden hören; der Herr aber rede nicht mit uns, wir möchten sonst sterben. 20Da erwiderte Moses dem Volke: Fürchtet euch nicht! Denn um euch zu prüfen, ist Gott gekommen, und damit seine Furcht euch innewohne, dass er nicht sündiget. 21Das Volk blieb also in der Ferne stehen. Moses aber nahte sich dem Dunkel, in dem sich Gott befand. 22Da sprach der Herr weiter zu Moses: Also sprich zu den Söhnen Israels: Ihr habt gesehen, dass ich vom Himmel zu euch geredet habe. 23Machet euch keine Götter aus Silber und machet euch keine Götter aus Gold. 24Einen Altar von Erde sollt ihr mir machen und auf diesem eure Brandopfer und Friedopfer, eure Schafe und Rinder darbringen an jedem Orte, wo eine Gedenkstätte meines Namens sein wird. Dort werde ich zu dir kommen und dich segnen. 25Wenn du mir aber einen Altar aus Stein machen willst, so baue ihn nicht von gehauenen Steinen auf; denn wenn du ein Eisen darüber erhebst, so wird er entweiht sein. 26Du sollst auch nicht auf Stufen zu meinem Altare aufsteigen, damit deine Blöße nicht enthüllt werde.