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Die Bibel in einem Jahr · Tag 233 von 365

Jesaja 65–66

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Jesaja 65

1Mich suchen, die vorher nicht nach mir fragten, es finden mich, die mich nicht suchten. Ich spreche: Hier bin ich, hier bin ich, zu einem Volke, das meinen Namen nicht anrief. 2Ich breite meine Hände den ganzen Tag aus nach einem ungläubigen Volke, das auf einem Wege wandelt, der nicht gut ist, nach seinen Gelüsten. 3Ein Volk ist es, das mich vor meinem Antlitze fort und fort zum Zorne reizt, sie schlachten in den Gärten und opfern auf den Ziegelsteinen, 4sitzen in Grabesgrüften und schlafen in Götzentempeln, essen Schweinefleisch und haben unreine Brühe in ihren Schüsseln 5und sie sagen: Weg von mir und komm mir nicht nahe, denn du bist unrein! Diese sind ein Rauch in meiner Zornesglut, ein loderndes Feuer, das fort und fort brennt. 6Sehet, es steht geschrieben vor mir: Ich werde nicht schweigen, sondern ich werde zurückgeben und vergelten in ihren Schoß 7eure Vergehungen und die Vergehungen eurer Väter zumal, spricht der Herr; die auf den Bergen opferten und auf den Hügeln mich lästerten, und ich werde ihr voriges Tun in ihren Schoß zurückmessen. 8Also spricht der Herr: Wie wenn eine Beere sich an einer Traube findet und man sagt: Verdirb sie nicht, denn es ist ein Segen, so will ich handeln um meiner Knechte willen, so dass ich nicht das Ganze vernichte! 9Und ich werde aus Jakob einen Samen hervorführen und aus Juda einen Erben meiner Berge und meine Auserwählten sollen das Land ererben und meine Knechte daselbst wohnen. 10Das flache Land wird zu Schafhürden und das Tal Achor zu einer Lagerstätte der Rinder werden für mein Volk, das mich gesucht hat. 11Und ihr, die ihr den Herrn verließet, die ihr meinen heiligen Berg vergaßet, die ihr dem Glück einen Tisch herrichtet und über ihn Trankopfer ausgießt, 12euch will ich dem Schwerte hingeben und ihr sollt alle im Gemetzel stürzen; Deswegen weil ich rief und ihr antwortet nicht; ich sprach und ihr hörtet nicht und verübtet Böses unter meinen Augen, und was ich nicht wollte, erwähltet ihr. 13Deswegen spricht der Herr, Gott, also: Sehet, meine Knechte werden essen und ihr werdet hungern; sehet, meine Knechte werden trinken und ihr werdet dürsten. 14Sehet, meine Knechte werden sich freuen und ihr werdet zuschanden werden; sehet, meine Knechte werden aufjubeln vor Herzenswonne und ihr werdet schreien vor Schmerz des Herzens und heulen vor Herzensbetrübnis! 15Und ihr werdet euren Namen meinen Auserwählten zum Schwure hinterlassen; der Herr, Gott, wird dich töten und seine Diener wird er mit einem andern Namen nennen. 16Daher wird, wer auf Erden sich segnet bei dem wahrhaftigen Gott; und wer auf Erden schwört, wird bei dem wahrhaftigen Gott schwören; denn die früheren Drangsale sind vergessen und sind verborgen vor meinen Augen. 17Denn siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde und dessen, was vorher war, wird man nicht mehr gedenken noch wird es mehr in den Sinn kommen. 18Vielmehr werdet ihr euch freuen und frohlocken auf ewig über das, was ich schaffe; denn siehe, ich schaffe Jerusalem um zu Jubel und sein Volk zu Freude. 19Und ich will frohlocken über Jerusalem und mich freuen an meinem Volke und nicht wird ferner unter ihnen die Stimme des Klageschreies gehört werden. 20Fernerhin wird dort nicht mehr ein Kind sein, das nur Tage lebt, kein Greis, der seine Tage nicht vollendet; denn der Knabe wird hundert Jahre alt sterben und der Sünder hundert Jahre alt dem Fluche anheimfallen. 21Und sie werden Häuser bauen und bewohnen, Weinberge pflanzen und deren Früchte genießen. 22Sie werden nicht bauen und ein anderer wird bewohnen, nicht pflanzen und ein anderer wir genießen, denn die Tage meines Volkes werden wie die Tage des Baumes und die Werke ihrer Hände werden dauernd sein. 23Meine Auserwählten arbeiten nicht vergebens noch zeugen sie Kinder in Bedrängnis, denn sie sind die Nachkommenschaft der gesegneten des Herrn und ihre Enkel mit ihnen. 24Und es geschieht, bevor sie rufen, werde ich sie erhören; und während sie noch reden, bin ich willfährig. 25Wolf und Lamm werden miteinander weiden, Löwe und Rind werden Stroh fressen und der Schlange Nahrung wird Staub sein; sie werden nicht schaden noch töten auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der Herr.

Jesaja 66

1So spricht der Herr: Der Himmel ist mein Thron, die Erde aber der Schemel meiner Füße; was ist das für ein Haus, welches ihr mir bauen wollt, und welches der Ort meiner Ruhestätte? 2Alles dies hat meine Hand gemacht und dies alles ward geschaffen, spricht der Herr; auf wen anders aber blicke ich, als auf den Armen und den, der zerknirschten Herzens ist, und den, der zittert bei meinen Worten? 3Wer einen Stier schlachtet, ist wie einer, der einen Menschen erschlägt; wer ein Schaf opfert, wie einer, der einen Hund erwürgt; wer eine Gabe darbringt, wie einer, der Schweineblut opfert; wer zum Gedenkopfer räuchert, ist wie einer, der einen Götzen preist. Dies alles haben sie erwählt auf ihren Wegen und ihre Seele hat sich an ihren Greueln ergötzt. 4Daher will auch ich für sie Beschimpfung erwählen und, was sie fürchten, über sie kommen lassen; denn ich rief und niemand antwortete, ich redete und sie hörten nicht und taten das Böse vor meinen Augen und erwählten, was ich nicht wollte. 5Höret das Wort des Herrn, die ihr bei seinem Worte zittert! Es sprachen eure Brüder, die euch hassen und um meines Namens willen von sich stoßen: Es möge sich doch der Herr verherrlichen und wir wollen Zeuge sein bei eurer Freude! Diese aber werden zuschanden werden. 6Stimme eines Volkshaufens von der Stadt her, Stimme vom Tempel her, Stimme des Herrn, der an seinen Feinden Vergeltung übt. 7Ehe sie kreißte, hat sie geboren; ehe ihre Geburtswehen kamen, hat sie ein Knäblein geboren. 8Wer hat jemals vergleichen gehört? Wer hat je dem Ähnliches gesehen? Gebiert denn ein Land an einem Tage? Oder wird ein Volk auf einmal geboren? Denn Sion kreißte und gebar ihre Söhne. 9Soll ich, der ich andere gebären mache, selbst nicht gebären? spricht der Herr; ich, der ich anderen Nachkommenschaft verleihe, unfruchtbar sein? spricht der Herr, dein Gott. 10Freuet euch mit Jerusalem und jubelt in ihm alle, die ihr es liebt; frohlocket mit ihm in Freuden alle, die ihr über dasselbe trauert, 11auf dass ihr lange sauget und gesättigt werdet an der Brust seiner Tröstung, auf dass ihr trinket und in Wonne überfließet von dem Übermaße seiner Herrlichkeit! 12Denn so spricht der Herr: Siehe, ich lenke zu ihr einem Strome gleich den Frieden hin und wie einen überflutenden Gießbach die Herrlichkeit der Völker, die ihr genießen sollt; an der Brust wird man euch tragen und auf den Knien euch liebkosen. 13Wie wenn eine Mutter liebkost, so will ich euch trösten und in Jerusalem werdet ihr getröstet werden. 14Ihr werdet es sehen und euer Herz wird sich freuen und eure Gebeine werden gleich dem Grün erblühen; erkannt werden wird die Hand des Herrn an seinen Dienern, aber seinen Frieden wird er zürnen. 15Denn sehet, der Herr wird im Feuer kommen, wie der Sturmwind sind seine Wagen, um im Grimm seinen Zorn auszuführen und seine Drohung in Feuerflamme. 16Denn mit Feuer wird der Herr richten und mit seinem Schwerte alles Fleisch, groß wird die Zahl sein der vom Herrn Getöteten. 17Die sich weihten und sich für rein hielten in den Hainen hinter der Türe im Innern, die Schweinefleisch aßen und Greuel und Mäuse, sollen zugleich hinweggerafft werden, spricht der Herr. 18Ich aber komme, um ihre Werke und ihre Gedanken zugleich mit allen Völkern und Zungen zu versammeln, und sie werden kommen und meine Herrlichkeit schauen. 19Und ich stelle in ihnen Zeichen auf und entsende aus denen, welche gerettet sind, zu den Völkern über das Meer hin, nach Afrika und Lydien, zu den Bogenspannern, nach Italien und Griechenland und den Inseln in der Ferne, zu denen, die nicht von mir gehört und meine Herrlichkeit nicht gesehen haben. Und sie werden den Völkern meine Herrlichkeit verkünden 20und werden alle eure Brüder herbeiführen aus allen Völkern als Weihegeschenk für den Herrn, auf Rossen und auf Wagen, in Sänften und auf Maultieren und in Prachtwagen, zu meinem heiligen Berge Jerusalem, spricht der Herr, gleichwie die Kinder Israels das Opfer im reinen Gefäße zum Hause des Herrn bringen. 21Und aus ihnen werde ich zu Priestern und Leviten nehmen, spricht der Herr. 22Denn wie der neue Himmel und die neue Erde, die ich vor mir stehen mache, spricht der Herr, so wird eure Nachkommenschaft und euer Name bestehen. 23Und es wird Monat um Monat und Sabbat um Sabbat sein, alles Fleisch wird kommen, um vor meinem Angesicht anzubeten, spricht der Herr. 24Und man wir hinausgehen und die Leichname der Männer schauen, die gegen mich gefrevelt haben; ihr Wurm wird nicht sterben und ihr Feuer nicht erlöschen und sie werden ein Abscheu sein allen Menschen.

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