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Die Bibel in einem Jahr · Tag 230 von 365

Jesaja 53–56

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Jesaja 53

1Wer glaubte unserer Verkündigung? Und der Arm des Herrn, wem ist er offenbar geworden? 2Er steigt empor wie ein Reis vor ihm und wie eine Wurzel aus dürstendem Lande, nicht ist ihm Gestalt und nicht Schmuck; wir sahen ihn und es war kein Anblick, so dass wir Wohlgefallen an ihm fänden, 3dem Verachteten und Mindesten der Menschen, dem Manne der Schmerzen, der Krankheit erfahren; und sein Antlitz war wie verhüllt und verachtet, weshalb wir sein nicht achteten. 4Wahrlich, er hat unsere Leiden getragen und unsere Schmerzen hat er auf sich genommen. Und wir hielten ihn für einen Aussätzigen, einen von Gott Geschlagenen und Gebeugten. 5Er aber ist verwundet worden um unserer Frevel willen, zerschlagen um unserer Missetaten willen; die Züchtigung liegt unseres Friedens wegen auf ihm und durch seine Wunden sind wir geheilt worden. 6Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, ein jeder wich ab auf seinen Weg, und der Herr hat auf ihn unser aller Missetat gelegt. 7Er ward geopfert, weil er selbst wollte, und er öffnete seinen Mund nicht; wie ein Schaf zur Schlachtung geführt wird und wie ein Lamm vor seinem Scherer verstummt, und er öffnet seinen Mund nicht. 8Aus der Bedrängnis und aus dem Gerichte ward er weggerafft, wer wird sein Geschlecht begreifen? denn er ward hinweggerissen aus dem Lande der Lebenden, um der Sünde meines Volkes willen habe ich ihn geschlagen! 9Er wird Gottlose für sein Grab und den Reichen für seinen Tod geben, weil er kein Unrecht getan noch in seinem Munde Trug war. 10Und dem Herrn gefiel es, ihn durch Leiden zu zermalmen; wenn er sein Leben zum Schuldopfer hingegeben, wird er langdauernde Nachkommenschaft schauen und der Plan des Herrn wird durch seine Hand ausgeführt werden. 11Dafür dass seine Seele Mühsal litt, wird er schauen und sich erlaben; durch seine Kenntnis wird mein gerechter Knecht viele gerecht machen und ihre Missetaten wird er tragen. 12Darum teile ich ihm sehr viele zu und die Beute der Starken wird er teilen, dafür dass er seine Seele in den Tod hingab und sich unter die Übeltäter rechnen ließ und die Sünden vieler trug und für die Übertreter Fürbitte einlegte.

Jesaja 54

1Lobsinge, Unfruchtbare, die du nicht gebarst; juble in Lobliedern und jauchze, die du nicht gebarst! Denn die Verlassene hat mehr Söhne als die, welche einen Mann hat, spricht der Herr. 2Erweitere den Raum deines Zeltes und die Decken deiner Zelte breite aus, spare nicht, mache deine Zeltfeile lang und deine Pflöcke fest! 3Denn nach rechts und nach links wirst du vordringen und deine Nachkommenschaft wird die Völker erben und verwüstete Städte bewohnen. 4Fürchte dich nicht, denn du wirst nicht beschämt werden noch erröten müssen; denn nicht wirst du Scham auszustehen haben, weil du der Schmach deiner Jugend vergessen und der Schande deiner Witwenschaft nicht mehr gedenken wirst! 5Denn dein Schöpfer wird über dich herrschen, Herr der Heerscharen ist sein Name und dein Erlöser ist der Heilige Israels, Gott der ganzen Erde wird er heißen. 6Denn wie ein verlassenes und tiefbetrübtes Weib ruft dich der Herr und wie eine nach ihrer Jugend verstoßene Gattin, spricht dein Gott. 7Auf einen Augenblick, auf kurze Zeit habe ich dich verlassen und mit großen Erweisen von Erbarmung sammle ich dich ein. 8Im Augenblicke meines Zornes habe ich mein Angesicht auf kurze Zeit vor dir verborgen und in ewiger Barmherzigkeit erbarme ich mich deiner, spricht dein Erlöser, der Herr! 9Wie in Noes Tagen gilt mir dies, dem ich schwur, dass ich Noes Wasser nicht mehr über die Erde kommen lassen werde, so schwöre ich, dir nicht zu zürnen und dich nicht zu züchtigen. 10Denn die Berge werden erschüttert werden und die Hügel wanken, meine Barmherzigkeit aber wird nicht von dir weichen und mein Friedensbund nicht wanken, spricht dein Erbarmer, der Herr. 11Du Arme, vom Wettersturme Verstörte, ganz Trostlose! Siehe, ich werde deine Steine kunstgerecht legen und dich auf Saphire gründen, 12Jaspis will ich als deine Vorwerke setzen und als deine Tore geschnittene Steine und als alle deine Grenzen kostbare Steine. 13Alle deine Söhne mache ich zu Belehrten vom Herrn und gebe deinen Söhne Fülle des Friedens. 14Und auf Gerechtigkeit wirst du gegründet werden, von Beängstigung sollst du fern sein, denn du hast nichts zu fürchten, und fern von Schrecken, denn er wird dir nicht nahen. 15Siehe, als Anwohner kommt der, welcher nicht mit mir war; der einst dir fremd war, schließt sich dir an. 16Siehe, ich schaffe den Schmied, der die Kohlen zur Feuersglut anfacht und die Waffe anfertigt zu seinem Werk, und ich schaffe den Verderber zum Vertilgen. 17Keine Waffe, die gegen dich geschmiedet ist, wird Erfolg haben und jede Zunge, die dir im Gerichte widersteht, wirst du richten. Das ist das Erbe der Knechte des Herrn und ihr Rechtsbestand bei mir, spricht der Herr.

Jesaja 55

1Alle, die ihr dürstet, kommet zu den Wassern, und die ihr kein Silber habt, eilet, kaufet und esset; kommet, kaufet ohne Silber und ohne allen Entgelt Wein und Milch! 2Warum wägt ihr das Silber dar für Nichtbrot und eure Mühe für Nichtsättigung? Höret, höret mich und genießet das Gute, so wird eure Seele sich an der Fülle der Güter erfreuen. 3Neiget euer Ohr und kommet zu mir; höret und eure Seele wird leben und ich will mit euch einen ewigen Bund schließen, die treuen Gnadenerweise Davids. 4Sehet, zum Zeugen gebe ich ihn den Völkern, zum Führer und Lehrer den Nationen. 5Sehet, ein Volk, das du nicht kennst, wirst du herbeirufen und Nationen, die dich nicht kannten, werden zu dir eilen um des Herrn, deines Gottes und des Heiligen in Israel willen; denn er hat dich verherrlicht. 6Suchet den Herrn, während er zu finden ist; rufet ihn an, während er nahe ist! 7Der Gottlose verlasse seinen Weg und der Frevler seine Gedanken und er kehre zu dem Herrn zurück, so wird er sich seiner erbarmen und zu unserm Gott; denn er ist vielbereit zum Verzeihen. 8Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken noch meine Wege eure Wege, spricht der Herr. 9Denn wie der Himmel erhaben ist über die Erde, so sind meine Wege erhaben über eure Wege und meine Gedanken über eure Gedanken. 10Und wie Regen und Schnee vom Himmel niedersteigt und nicht mehr dorthin zurückkehrt, sondern die Erde tränkt und bewässert und fruchtbar macht und Samen dem Säenden gibt und Brot dem Essenden, 11so wird mein Wort sein, das aus meinem Munde ausgeht. Es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern alles vollbringen, was ich will, und Gelingen haben in allem, wozu ich es sende. 12Denn mit Frohlocken werdet ihr ausziehen und in Frieden geleitet werden, Berge und Hügel werden vor euch lobsingen und alle Bäume der Landschaft Beifall klatschen. 13Statt Gestrüpp werden Tannen aufwachsen, statt der Brennesseln wird Myrte wachsen und der Herr wird genannt werden zum ewigen Zeichen, das nicht weggenommen wird.

Jesaja 56

1So spricht der Herr: Beobachtet das Recht und übet Gerechtigkeit; denn nahe ist mein Heil, dass es komme, und meine Gerechtigkeit, dass sie enthüllt werde. 2Selig der Mann, der dies tut, was der Menschensohn, der daran festhält; den Sabbat bewahrend, dass er ihn nicht entheilige, und seine Hände bewahrend, auf dass er nichts Böses tue! 3Und nicht sage der Sohn des Fremdlings, der dem Herrn anhängt: Der Herr wird mich scheiden und trennen von seinem Volke, und nicht spreche der Verschnittene: Siehe, ich bin ein dürrer Baum! 4Denn so spricht der Herr zu den Verschnittenen: Die meine Sabbate halten und erwählen, was mir wohlgefällt, und an meinem Bunde festhalten, 5denen gebe ich in meinem Hause und in meinen Mauern einen Platz und einen Namen, besser als den von Söhnen und Töchtern, einen ewigen Namen gebe ich ihnen, der nicht entschwinden wird. 6Und die Söhne der Fremdlinge, die dem Herrn anhängen, und ihm zu dienen und seinen Namen zu lieben und seine Knechte zu sein, die den Sabbat halten, dass sie ihn nicht entweihen und an meinem Bunde festhalten, 7diese werde ich auf meinen heiligen Berg führen und sie in meinem Gebetshause erfreuen; ihre Brandopfer und ihre Schlachtopfer sind mir wohlgefällig auf meinem Altare, denn mein Haus wird ein Haus des Gebetes genannt werden für alle Völker. 8Gott, der Herr, der die Zerstreuten Israels sammelt, spricht: Weiterhin werde ich zu ihm sammeln, zu seinen Gesammelten. 9Alle Tiere des Feldes, kommet, um zu verschlingen, alle Tiere des Waldes! 10Seine Späher sind blind, einsichtslos insgesamt, stumme Hunde, die nicht vermögen zu bellen; sie schauen Eitles, schlafen und lieben Träume. 11Und ganz unverschämte Hunde sind sie, die nicht satt werden; die Hirten selbst kennen kein Verständnis, alle sind auf ihren Weg abgewichen, ein jeder hin zu seiner Habsucht, vom Höchsten bis zum Niedrigsten. 12Kommet, lasst uns Wein holen und vollauf trunken werden; und wie heute, so sei es auch morgen und noch viel mehr!

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