Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).
Jesaja 45
1So spricht der Herr zu meinem Gesalbten, Cyrus, dessen Rechte ich erfasse, um Völker vor ihm niederzuwerfen und die Rücken der Könige zu beugen und Pforten vor ihm zu öffnen, und die Tore sollen nicht geschlossen werden. 2Ich werde vor dir hergehen und die Ruhmreichen der Erde demütigen, eherne Pforten werde ich sprengen und eiserne Riegel brechen. 3Ich werde dir verborgene Schätze geben und die Geheimnisse der Verstecke, auf das du wissest, dass ich der Herr bin, der dich beim Namen gerufen, der Gott Israels. 4Um meines Dieners Jakob und Israels, meines Auserwählte, willen habe ich dich bei deinem Namen gerufen; ich gab dir einen vorbedeutungsvollen Namen, ehe du mich noch kanntest. 5Ich bin der Herr und es ist kein anderer, außer mir ist kein Gott. Ich habe dich ausgerüstet, ehe du mich noch kanntest, 6damit die vom Sonnenaufgang und die vom Niedergang erkennen, dass außer mir keiner ist. Ich bin der Herr und es ist kein anderer; 7der Licht bildet und Finsternis schafft, Frieden bringt und Übles wirkt; ich bin der Herr, der all dies vollbringt! 8Tauet hernieder, ihr Himmel, und die Wolken mögen den Gerechten regnen; es öffne sich die Erde und sprosse den Heiland hervor und Gerechtigkeit erstehe zumal! Ich, der Herr, schaffe ihn! 9Wehe dem, der seinem Bildner widerspricht, eine Scherbe von den Scherben der Erde! Spricht etwa der Ton zu seinem Bildner: Was tust du? Und dein Werk: Er hat keine Hände? 10Wehe dem, der zu seinem Vater spricht: Was zeugst du? Und zum Weibe: Was gebärest du? 11So spricht der Herr, der Heilige Israels, dein Bildner: Fraget mich um das Zukünftige, wegen meiner Söhne und des Werkes meiner Hände lasset es mir befohlen sein! 12Ich habe die Erde gebildet und den Menschen auf ihr geschaffen, meine Hände haben die Himmel ausgedehnt und all ihr Heer habe ich entboten. 13Ich habe ihn zur Gerechtigkeit erweckt und alle seine Wege lenke ich; er wird meine Stadt erbauen und meine Gefangenen freigeben, nicht um Geld und nicht um Geschenke, spricht der Herr, der Gott der Heerscharen. 14So spricht der Herr: Der Erwerb Ägyptens, der Handelsgewinn Äthiopiens und die Sabäer, Männer hohen Wuchses, werden zu dir übergehen und dir gehören. Hinter dir werden sie einhergehen, in Fesseln daher schreiten, vor dir sich beugen und dich anflehen: Nur in dir ist Gott und außer dir ist kein Gott! 15Wahrlich, du bist ein verborgener Gott, du Gott Israels, Heiland! 16Beschämt werden alle und stehen schamrot da; mit Schanden weichen die Schmiede der Irrtümer allzumal zurück. 17Israel ist gerettet in dem Herrn durch ewiges Heil; ihr werdet nicht zuschanden noch schamrot werden in alle Ewigkeit. 18Denn also spricht der Herr, der die Himmel schuf, der Gott, der die Erde bildete und formte, ihr Bildner; nicht zur Einöde schuf er sie, sondern damit sie bewohnt würde, bildete er sie: Ich bin der Herr und es ist keiner sonst! 19Nicht im Verborgenen habe ich geredet, an dunkler Stätte der Erde; nicht sprach ich zur Nachkommenschaft Jakobs: Ohne Erfolg suchet mich! Ich bin der Herr, der Gerechtigkeit redet und verkündet, was recht ist. 20Versammelt euch und kommet und tretet herzu insgesamt, die ihr gerettet seid aus den Heiden! Töricht sind, die das Holz ihres Schnitzbildes schleppen und einen Gott anflehen, der nicht helfen kann. 21Verkündiget und kommet und beratet euch zumal! Wer hat dies von Anbeginn an kundgetan, vorlängst es vorhergesagt? Nicht ich, der Herr, und ist etwa ein Gott außer mir? Ein gerechter und ein helfender Gott ist nicht außer mir! 22Bekehret euch zu mir, so werdet ihr gerettet werden, alle Enden der Erde! Denn ich bin Gott und es ist sonst keiner. 23Ich habe bei mir selbst geschworen, das Wort der Gerechtigkeit geht aus meinem Munde aus und wird nicht rückgängig: 24dass sich mir jedes Knie beugen soll und jede Zunge mir schwören! 25Also bei dem Herrn, wird man sprechen, ist Gerechtigkeit für mich und Macht; zu ihm kommt man und beschämt werden alle, die sich ihm widersetzen. 26Im Herrn wird gerechtfertigt und verherrlicht werden alle Nachkommenschaft Israels.
Jesaja 46
1Zerbrochen ist Bel, zertrümmert ist Nabo, ihre Götzenbilder lud man auf Tiere und Saumtiere; eure Lasten sind schwer an Bürde bis zur Ermüdung. 2Sie sind hingeschwunden und zusammengesunken allzumal, sie vermochten nicht ihren Träger zu retten und sie selbst wandern in die Gefangenschaft. 3Höret mich, Haus Jakob und du, ganzer Überrest des Hauses Israel! die ihr getragen werdet von meinem Schoße, getragen von meinem Mutterleibe. 4Bis ins Alter bin ich derselbe und bis ins graue Alter werde ich tragen, ich habe es getan und ich werde tragen und hegen und retten. 5Wem vergleicht ihr mich und wem stellt ihr mich gleich, wem setzt ihr mich gegenüber und macht mich ähnlich? 6Ihr, die ihr Gold aus dem Beutel zusammensammelt und Silber auf der Waage darwägt und einen Goldschmied dingt, dass er einen Gott mache! Und sie fallen nieder und beten ihn an. 7Sie tragen ihn, auf die Schultern nehmend und an seinen Ort stellend; da steht er nun und weiht nicht von seiner Stelle, und wenn sie auch zu ihm schreien, so hört er nicht und aus der Bedrängnis errettet er sie nicht. 8Gedenket dessen und schämet euch, ihr Abtrünnigen, nehmet es zu Herzen. 9Gedenket der vergangenen Zeit, dass ich Gott bin und sonst kein Gott ist und keiner mir gleich! 10Der ich von Anfang an das Späteste verkünde und von Anbeginn, was noch nicht geschehen, und spreche: Mein Ratschluss wird bestehen und all mein Wille wird geschehen! 11Der ich von Aufgang her den Aar rufe und aus fernem Lande den Mann meines Ratschlusses. Ich habe es gesprochen und werde es herbeiführen, ich habe es entworfen und werde es ausführen! 12Höret mich, ihr Hartherzigen! Die ihr fern seid von der Gerechtigkeit: 13Ich habe meine Gerechtigkeit nahe gebracht, sie wird nicht zurückweichen und mein Heil wir nicht säumen. In Sion gebe ich Heil und in Israel meine Herrlichkeit.
Jesaja 47
1Steige herunter, setze dich in den Staub, Jungfrau, Tochter Babylon! setze dich hin auf die Erde; kein Thron ist mehr für die Tochter der Chaldäer, denn fernerhin wird man dich nicht mehr Weichliche und Zarte heißen. 2Nimm die Mühle und mahle Mehl; entblöße deine Schande, decke auf deine Schultern, mache bloß die Füße, durchwate die Ströme! 3Aufgedeckt werden deine Schmach und gesehen deine Schande, ich will Rache nehmen und niemand soll mir Widerstand leisten. 4Unser Erlöser, Herr der Heerscharen ist sein Name, Heiliger Israels. 5Sitze schweigend und verkrieche dich in Finsternis, Tochter der Chaldäer! denn nicht wirst du fernerhin Herrin der Reiche genannt werden. 6Ich war erzürnt über mein Volk, hatte mein Erbe entweiht und sie in deine Hand gegeben, aber du ließest ihnen kein Erbarmen widerfahren, auf den Greis legtest du ein überschweres Joch. 7Und du sprachest: In Ewigkeit werde ich Herrin sein! Du nahmst solches nicht zu Herzen und gedachtest nicht deines Endes. 8Nun aber höre dieses, du Weichliche, die du in Zuversicht wohnst, die du in deinem Herzen sprichst: Ich bin und niemand ist außer mir! Ich werde nicht als Witwe dasitzen und Kinderlosigkeit nicht kennen lernen! 9Plötzlich an einem Tage sollen diese zwei über dich kommen, Kinderlosigkeit und Witwenschaft. Dies insgesamt bricht über dich herein und wegen der hartnäckigen Verstockung deiner Wahrsager. 10Du hattest Vertrauen bei deiner Bosheit und sprachest: Niemand sieht mich! Deine Weisheit und dein Wissen haben dich betrogen, die du in deinem Herzen sprachest: Ich bin und niemand ist außer mir! 11Es wird über dich Unglück kommen und du weißt nichts von seinem Herannahen, hereinbrechen wird Unheil über dich, das du nicht sühnen kannst, es wird plötzlich Verderben über dich kommen, das du nicht ahnst. 12Stelle dich denn auf mit deinen Beschwörern und mit der Menge deiner Zaubereien, mit denen du dich abmühtest von Jugend an, ob es dir etwa Nutzen bringt oder ob du stärker werden kannst. 13Du bist müde geworden trotz der Menge deiner Beratungen. Es mögen doch auftreten und dir helfen die Himmelsdeuter, welche nach den Sternen schauen und die Monde berechnen, um dir aus ihnen die Zukunft zu verkünden. 14Siehe, sie sind wie Stoppeln geworden, Feuer verzehrt sie; sie retten ihr Leben nicht aus der Gewalt der Flammen; das sind nicht Kohlen, an denen man sich wärmt, noch ein Herdfeuer, an dem man sitzt. 15So geht es dir mit allem, womit du dich abgemüht hast; deine Handelsgenossen von deiner Jugend an zerstreuen sich, ein jeder nach seiner Richtung hin, und es gibt keinen, der dich rettete.
Jesaja 48
1Höret dies, Haus Jakobs! die ihr genannt werdet nach dem Namen Israels und aus den Quellen Judas geflossen seid, die ihr schwöret bei dem Namen des Herrn und den des Gottes Israels bekennt, aber nicht in Wahrheit und Gerechtigkeit. 2Denn von der heiligen Stadt nennen sie sich und auf den Gott Israels sind sie gegründet, Herr der Heerscharen ist sein Name. 3Das Frühere habe ich vorlängst verkündet und aus meinem Munde ist es ergangen und ich gab es kund, plötzlich habe ich es vollzogen und es ist eingetroffen. 4Denn ich wusste, dass du hart bist und dein Nacken eine Eisenstange und deine Stirne von Erz ist. 5Darum sagte ich es dir vorlängst vorher; ehe es eintrat, machte ich es dir kund, dass du nicht etwa sagtest: Meine Götzen haben dies getan und meine Schnitz- und Gußbilder es angeordnet. 6Schaue nun alles, was du gehört hast! Ihr aber, habt ihr es angekündigt? Ich gebe dir Neues von nun an kund und verborgene Dinge sind es, die du nicht weißt. 7Nun wird es hervorgebracht und nicht vorlängst; und vor dem heutigen Tage hörtest du nichts davon, damit du nicht etwa sagest: Siehe, ich habe es gewusst! 8Du hörtest es nicht und wusstest es nicht, auch vorlängst war es nicht zu deinen Ohren gekommen; denn ich weiß, dass du treulos abtrünnig bist, und Übertreter nannte ich dich vom Mutterleibe an. 9Wegen meines Namens werde ich meinen Grimm entfernen und um meines Ruhmes willen dich am Zügel leiten, dass du nicht zugrunde gehest. 10Siehe, ich habe dich geläutert, aber nicht als Silber, dich ausgeschieden im Schmelzofen des Elendes. 11Um meinetwillen, um meinetwillen vollbringe ich es, dass ich nicht gelästert werde, und meine Ehre gebe ich keinem andern! 12Höre mich, Jakob und Israel, den ich rufe! Ich bin es, ich der Erste und ich der Letzte. 13Auch hat meine Hand die Erde gegründet und meine Rechte die Himmel gemessen, ich rufe sie und sie stehen zumal da. 14Versammelt euch ihr alle und höret: Wer von ihnen hat dies verkündet? Der Herr liebt ihn, er wird seinen Willen vollbringen an Babylon und seine Macht zeigen an den Chaldäern. 15Ich, ich habe geredet und ihn gerufen und habe ihn herbeigeführt und sein Weg ist geebnet. 16Tretet her zu mir und höret dies: Nicht habe ich von Anfang her im Verborgenen geredet; von der Zeit an, noch ehe es geschah, war ich dabei und jetzt hat der Herr, Gott, mich gesendet und sein Geist. 17So spricht der Herr, dein Erlöser, der Heilige Israels: Ich, der Herr, dein Gott, bin es, der dich Heilsames lehrt und dich leitet auf dem Wege, den du wandelst. 18O dass du doch meine Gebote wahrgenommen hättest! Wie ein Strom wäre dein Friede geworden und deine Gerechtigkeit wie Meereswogen 19und wie Sand deine Nachkommenschaft und die Kinder deines Leibes wie dessen Körner, nicht wäre dein Name untergegangen und nicht zertreten worden vor meinem Angesichte. 20Ziehet aus von Babylon, fliehet von den Chaldäern, verkündet es mit Jubelschalle, machet es kund und bringt es aus bis an die Enden der Erde! Sprechet: Der Herr hat seinen Knecht Jakob erlöst. 21Sie haben nicht Durst gelitten in der Wüste, da er sie herausführte; Wasser aus dem Felsen ließ er ihnen hervorströmen, er spaltete den Felsen und Wasser flossen hervor! 22Aber die Frevler haben keinen Frieden, spricht der Herr.