Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).
Exodus 9
1Der Herr aber befahl Moses: Gehe hin zu Pharao und sage zu ihm: So spricht der Herr, der Gott der Hebräer: Lass mein Volk ziehen, damit es mir Opfer bringe! 2Wenn du dich aber noch weigerst und sie zurückhältst, 3siehe, so soll meine Hand über deine Äcker kommen und deine Pferde und Esel, und Kamele, und Rinder und Schafe, eine sehr schwere Pest befallen. 4Und der Herr wird wunderbar scheiden zwischen dem, was Israel gehört, und dem Eigentume der Ägypter, so dass von allem, was den Söhnen Israels gehört, durchaus nichts zu Grunde gehen wird. 5Und der Herr setzte eine Frist und sprach: Morgen wird der Herr dies an dem Lande tun. 6Der Herr also erfüllte diese Drohung am folgenden Tage, und alles Vieh der Ägypter fiel; aber von dem Viehe der Söhne Israels ging nicht ein Stück zu Grunde. 7Da sandte Pharao Boten hin, um nachzusehen; da war kein Stück von dem gefallen, was Israel gehörte. Aber Pharaos Herz verstockte sich und er ließ das Volk nicht ziehen. 8Hierauf sprach der Herr zu Moses und Aaron: Nehmet beide Hände voll Asche aus dem Ofen, und Moses streue sie vor den Augen Pharaos zum Himmel empor, 9und Staub falle über das ganze Land Ägypten; denn es sollen Geschwüre entstehen an Menschen und Vieh, und aufbrechende Beulen, im ganzen Lande Ägypten. 10Da nahmen sie Asche aus dem Ofen und traten vor Pharao hin, und Moses streute sie gegen den Himmel; und es entstanden aufbrechende Beulen mit Geschwüren an Menschen und an Tieren. 11Selbst die Zauberer konnten nicht vor Moses erscheinen wegen der Geschwüre, mit denen sie behaftet waren, wie das ganze Land Ägypten. 12Doch der Herr verhärtete das Herz Pharaos, und er hörte nicht auf sie, wie es der Herr zu Moses gesagt hatte. 13Da sprach der Herr zu Moses: Mache dich auf des Morgens und tritt vor Pharao, und sage zu ihm: So spricht der Herr, der Gott der Hebräer: Lass mein Volk ziehen, dass es mir Opfer bringe! 14Denn dieses Mal werde ich alle meine Plagen über dein Herz, und über deine Diener, und über dein Volk kommen lassen, damit du erkennest, dass meines Gleichen nicht ist auf der ganzen Erde. 15Denn würde ich jetzt meine Hand ausstrecken und dich und dein Volk mit der Pest schlagen, so würdest du von der Erde vertilgt werden. 16Aber dazu habe ich dich bestimmt, dass ich meine Macht an dir erweise, und dass mein Name auf der ganzen Erde gepriesen werde. 17Hältst du mein Volk noch zurück und willst es nicht ziehen lassen? 18Siehe, morgen zu eben dieser Stunde werde ich einen sehr schweren Hagelschlag niederfallen lassen, wie ein solcher in Ägypten nicht dagewesen ist, seit dem Tage, an dem es gegründet ward, bis jetzt. 19Schicke daher sogleich hin und lasse dein Vieh und alles, was du auf dem Felde hast, hereinbringen; denn Menschen, und Vieh, und alles, was im Freien getroffen wird und nicht von dem Felde hereingeholt ist, wird dieser Hagel treffen und es wird sterben. 20Wer nun unter den Dienern Pharaos diese Drohung des Herrn fürchtete, ließ seine Knechte und sein Vieh in die Häuser flüchten; 21wer aber die Drohung des Herrn nicht beachtete, ließ seine Knechte und sein Vieh auf dem Felde. 22Da sprach der Herr zu Moses: Strecke deine Hand zum Himmel empor, dass Hagel falle im ganzen Lande Ägypten auf die Menschen und auf die Tiere, und auf alles, was im Lande Ägypten auf dem Felde gewachsen ist. 23Da streckte Moses seinen Stab zum Himmel empor, und der Herr ließ Donner und Hagel entstehen, und Blitze zur Erde niederfahren; und der Herr ließ Hagel auf das Land Ägypten fallen. 24Hagel mit Feuer gemischt kam zugleich herab, und zwar von solcher Größe, wie seines Gleichen zuvor nie im ganzen Lande Ägypten gesehen ward, seit jenes Land besteht. 25Und der Hagel schlug im ganzen Lande Ägypten alles nieder, was auf dem Felde war, Menschen wie Tiere; alles, was auf dem Felde gewachsen war, schlug der Hagel nieder, und alle Bäume des Landes zerbrach er. 26Nur im Lande Gessen, wo die Söhne Israels waren, fiel kein Hagel. 27Da sandte Pharao hin, und ließ Moses und Aaron rufen, und sprach zu ihnen: Ich habe auch dieses Mal gefehlt. Der Herr ist gerecht, ich und mein Volk aber Gottlose. 28Betet zu dem Herrn, dass Gott die Donner und den Hagel aufhören lasse, so will ich euch ziehen lassen, und ihr sollt nicht länger hier bleiben. 29Moses sprach: Wenn ich zur Stadt hinausgegangen bin, will ich meine Hände zu dem Herrn ausstrecken, und dann werden die Donner aufhören und der Hagel wird nicht mehr fallen, damit du erkennest, dass die Erde dem Herrn gehört. 30Aber ich weiß, du und deine Diener, ihr fürchtet euch noch nicht vor Gott, dem Herrn. 31So wurden denn Flachs und Gerste vernichtet, denn die Gerste stand schon in Ähren und der Flachs trieb schon Knospen; 32der Weizen und der Spelt aber wurden nicht beschädigt, weil sie erst später kommen. 33Hierauf ging Moses von Pharao hinweg aus der Stadt und streckte seine Hände aus zu dem Herrn; und alsbald hörte der Donner und der Hagel auf, und es fiel kein Tropfen Regen mehr auf die Erde. 34Als aber Pharao sah, dass Regen und Hagel und Donner aufgehört hatten, fuhr er fort zu sündigen; 35denn sein und seiner Diener Herz ward verstockt und überaus hart; und er ließ die Söhne Israels nicht ziehen, wie der Herr es durch Moses vorausgesagt hatte.
Exodus 10
1Da sprach der Herr zu Moses: gehe zu Pharao; denn ich habe sein und seiner Diener Herz verhärtet, dass ich an ihm diese meine Wunderzeichen tue 2und du vor deinen Söhnen und deinen Enkeln erzählest, wie oft ich die Ägypter geschlagen und meine Wunderzeichen an ihnen getan habe, und dass ihr erkennet, dass ich der Herr bin. 3Moses also und Aaron begaben sich zu Pharao und sagten zu ihm: So spricht der Herr, der Gott der Hebräer: Wie lange weigerst du dich, dich mir zu unterwerfen? Lass mein Volk ziehen, dass es mir Opfer bringe! 4Wenn du aber widerstrebst und es nicht ziehen lassen willst, siehe, so werde ich morgen Heuschrecken in dein Land einfallen lassen, 5und sie sollen das ganze Land bedecken, dass man vom Boden nichts mehr sehen kann, und verzehren, was noch vom Hagel übrig gelassen ist; denn sie werden alle Bäume, die auf dem Felde grünen, zernagen 6und werden deine Häuser, und die Häuser deiner Diener und aller Ägypter in einer Menge erfüllen, wie sie deine Väter und deine Ahnen nicht gesehen haben, seit sie zur Welt geboren worden, bis auf den heutigen Tag. Und er wandte sich und ging von Pharao hinaus. 7Da sprachen die Diener Pharaos zu ihm: Wie lange sollen wir dies Ärgernis dulden? Lass doch die Leute ziehen, dass sie dem Herrn, ihrem Gott, Opfer bringen; siehst du denn nicht, dass Ägypten zu Grunde geht? 8Und sie riefen den Moses und Aaron zu Pharao zurück. Er sprach zu ihnen: Ziehet hin, bringet dem Herrn, eurem Gott, Opfer; wer sind denn die, welche hingehen sollen? 9Moses sprach: Wir wollen mit unsern Kindern und Greisen, den Söhnen und Töchtern, mit Schafen und Rindern ziehen; denn es ist ein Fest des Herrn, unseres Gottes. 10Da antwortete Pharao: der Herr sei so mit euch, wie ich euch und eure Kinder ziehen lassen will; wer soll noch zweifeln, das ihr Arges im Sinne habt? 11Nicht also! sondern ihr Männer allein gehet hin und bringet dem Herrn Opfer, denn das habt ihr ja selbst verlangt. Und sofort wies man sie hinaus vom Angesichte Pharaos. 12Der Herr aber sprach zu Moses: Strecke deine Hand über das Land Ägypten nach den Heuschrecken aus, dass sie heraufkommen und alle Gewächse wegfressen, welche der Hagel übriggelassen hat. 13Da streckte Moses seinen Stab über das Land Ägypten aus; und der Herr ließ einen heißen Wind den ganzen Tag und die ganze Nacht wehen; und als es Morgen ward, hob der heiße Wind die Heuschrecken auf. 14Diese kamen über das ganze Land Ägypten herauf, und ließen sich in allen Orten Ägyptens in solch ungeheurer Menge nieder, wie vorher nie dagewesen, noch künftighin je sein wird. 15Und sie bedeckten den ganzen Boden des Landes und verwüsteten alles. So ward alles Grün weggefressen, und was von Früchten an den Bäumen war, was der Hagel übrig gelassen hatte; und es blieb durchaus nichts Grünes an den Bäumen und an den anderen Pflanzen in ganz Ägypten. 16Darum berief Pharao eilig Moses und Aaron und sprach zu ihnen: ich habe gesündigt wider den Herrn, euren Gott, und wider euch. 17Aber vergebet mir die Sünde noch dieses Mal, und bittet den Herrn, euern Gott, dass er diesen Tod von mir abwende. 18Da verließ Moses den Pharao und betete zum Herrn. 19Dieser aber ließ einen sehr starken Wind von Westen her wehen, der hob die Heuschrecken auf und warf sie in das rote Meer; und es blieb nicht eine im ganzen Umkreise von Ägypten zurück. 20Aber der Herr verhärtete das Herz Pharaos, und er ließ die Söhne Israels nicht ziehen. 21Und der Herr gebot Moses: Strecke deine Hand aus zum Himmel empor, es soll Finsternis über das Land Ägypten kommen, so dicht, dass man sie greifen kann. 22Da streckte Moses seine Hand aus zum Himmel empor, und es entstand eine schreckenerregende Finsternis drei Tage lang im ganzen Lande Ägypten. 23Niemand sah seinen Nächsten, oder bewegte sich von der Stelle, an welcher er war; überall aber, wo die Söhne Israels wohnten, war es Licht. 24Da ließ Pharao Moses und Aaron rufen und sagte zu ihnen: Gehet hin, bringet dem Herrn Opfer; nur eure Schafe und Rinder mögen zurückbleiben, eure Kinder mögen mit euch gehen. 25Moses entgegnete: Du musst uns auch Schlachtopfer und Brandopfer mitgeben, damit wir sie dem Herrn, unserm Gott, darbringen können. 26Alle Herden müssen mit uns ziehen; nicht eine Klaue darf von dem zurückbleiben, was zum Dienste des Herrn unsers Gottes erfordert wird; besonders da wir nicht wissen, was zu opfern ist, bis wir an den Ort selbst kommen. 27Aber der Herr verhärtete das Herz Pharaos, und er wollte sie nicht ziehen lassen. 28Da sprach Pharao zu Moses: Gehe hinweg von mir, und hüte dich, ferner vor meine Augen zu kommen! Denn an dem Tage, an welchem du dich vor mir zeigst, bist du des Todes. 29Moses antwortete: Es geschehe, wie du gesagt hast; ich will fortan nicht mehr vor dein Angesicht treten.
Exodus 11
1Und der Herr sprach zu Moses: Noch mit einer Plage will ich Pharao und Ägypten schlagen, alsdann wird er euch ziehen lassen, ja euch drängen, wegzuziehen. 2Sage daher dem ganzen Volke, dass die Männer von ihren Freunden, und die Weiber von ihren Nachbarinnen silberne und goldene Gefäße fordern. 3Der Herr aber wird sein Volk Gnade bei den Ägyptern finden lassen. Auch war Moses ein sehr angesehener Mann im Lande Ägypten, bei den Dienern Pharaos und bei dem ganzen Volke. 4Da sprach er: So spricht der Herr: Um Mitternacht werde ich durch Ägypten gehen; 5und alle Erstgeborenen im Lande der Ägypter sollen sterben, vom Erstgeborenen Pharaos an, der auf seinem Throne sitzt, bis zum Erstgeborenen der Magd, welche an der Mühle ist, sowie alle Erstgeburt des Viehes. 6Und es wird ein großes Jammergeschrei im ganzen Lande Ägypten entstehen, wie kein zweites zuvor gewesen ist, noch fernerhin sein wird. 7Bei allen Söhnen Israels hingegen wird kein Hund einen Laut geben, weder Mensch noch Vieh; damit ihr erkennet, wie wunderbar der Herr zwischen den Ägyptern und Israel scheidet. 8Dann werden alle diese deine Diener zu mir kommen, und vor mir niederfallen, und sagen: Ziehe hinweg mit allem Volke, das dir untergeben ist. Darnach werden wir ausziehen. 9Und er verließ Pharao in großem Zorne. Der Herr aber sprach zu Moses: Pharao wird nicht auf euch hören, damit viele Wunderzeichen im Lande Ägypten geschehen. 10Moses aber und Aaron taten vor Pharao alle diese Wunder, welche hier geschrieben sind. Aber der Herr verhärtete Pharaos Herz, und er ließ die Söhne Israels nicht aus seinem Land wegziehen.
Exodus 12
1Weiter sprach der Herr zu Moses und Aaron im Lande Ägypten: 2Dieser Monat soll für euch der Beginn der Monate sein; er soll der erste unter den Monaten des Jahres sein. 3Redet zu der ganzen Gemeinde der Söhne Israels und saget ihnen: Am zehnten Tage dieses Monats nehme ein jeder ein Lamm für seine Familie und sein Haus. 4Ist aber die Zahl zu klein, als dass sie hinreichen könnte, das Lamm aufzuzehren, so nehme er seinen Nachbar, der seinem Hause zunächst wohnt, hinzu, nach der Zahl der Seelen, welche ausreichen können, ein Lamm zu verzehren. 5Das Lamm aber soll fehlerfrei, männlich, einjährig sein, und nach dieser Vorschrift dürft ihr auch einen Ziegenbock nehmen. 6Dasselbe sollt ihr bis zum vierzehnten Tage dieses Monats aufbewahren; dann soll es die gesamte Gemeinde der Söhne Israels gegen Abend schlachten. 7Und sie sollen etwas von seinem Blute nehmen und an die beiden Türpfosten und an die Oberschwelle der Häuser streichen, in denen sie es verzehren werden. 8Und sie sollen in dieser Nacht das Fleisch am Feuer geröstet essen, dazu ungesäuertes Brot mit wildem Lattich. 9Ihr sollt davon nichts roh oder im Wasser gekocht essen, sondern nur am Feuer gebraten; auch den Kopf samt den Füßen und den inneren Teil sollt ihr essen. 10Auch soll nichts davon übrigbleiben bis zum Morgen; wenn aber etwas übrigbleibt, sollt ihr es im Feuer verbrennen. 11So aber sollt ihr es verzehren: Eure Lenden umgürtet, Schuhe an den Füßen, und Stäbe in der Hand, sollt ihr es in Eile essen; denn es ist das Phase (das ist der Vorübergang) des Herrn. 12Und ich werde in jener Nacht durch das Land Ägypten hindurchziehen und alle Erstgeburt im Lande Ägypten, sowohl unter den Menschen wie unter dem Vieh töten, und will an allen Göttern Ägyptens Gericht üben, ich, der Herr. 13Das Blut aber wird zum Zeichen für euch an den Häusern sein, in denen ihr seid; wenn ich das Blut sehe, werde ich vor euch vorübergehen, und die verderbenbringende Plage soll nicht über euch kommen, wenn ich das Land Ägypten schlage. 14Dieser Tag aber soll euch ein Gedächtnistag sein; und ihr sollt ihn als Fest des Herrn feiern von Geschlecht zu Geschlecht mit ewigem Gottesdienste. 15Sieben Tage sollt ihr ungesäuertes Brot essen; bereits am ersten Tag soll kein Sauerteig mehr in euren Häusern sein; wer etwas Gesäuertes ißt, diese Seele soll ausgetilgt werden aus Israel. 16Der erste Tag soll heilig und festlich sein, und der siebente Tag soll mit gleicher Festlichkeit gefeiert werden; keine Arbeit sollt ihr an diesen Tagen tun, außer die, welche zur Bereitung des Essens notwendig ist. 17Beobachtet auch die Vorschrift über das ungesäuerte Brot; denn an eben diesem Tage werde ich eure Heerscharen aus dem Lande Ägypten wegführen, so haltet den diesen Tag von Geschlecht zu Geschlecht als ewig gültige Feier. 18Im ersten Monate, vom Abend des vierzehnten Tage des Monats, sollt ihr ungesäuertes Brot essen, bis zum Abend des einundzwanzigsten Tages desselben Monats. 19Sieben Tage soll kein Sauerteig in euren Häusern zu finden sein; wer Gesäuertes ißt, dessen Seele soll weggetilgt werden aus der Gemeinde Israel, es sei ein Fremdling oder ein Eingeborner des Landes. 20Nichts Gesäuertes sollt ihr essen; in allen euren Wohnungen sollt ihr ungesäuertes Brot genießen. 21Da rief Moses alle Ältesten der Söhne Israels und gebot ihnen: Gehet hin, und nehmet je ein Tier für eure Familien, und opfert es als Phase. 22Tauchet auch einen Büschel Ysop in das Blut, das auf der Schwelle steht, und besprenget damit die Oberschwelle und die beiden Türpfosten; aber keiner von euch gehe bis zum Morgen zur Türe des Hauses hinaus. 23Denn der Herr wird vorübergehen und die Ägypter schlagen; und wenn er das Blut an der Oberschwelle und an den beiden Türpfosten erblickt, so wird er an der Tür des Hauses vorübergehen und dem Verderber nicht gestatten, in eure Häuser einzudringen und euch zu verletzen. 24Halte diese Vorschrift als ein Gesetz für dich und deine Söhne bis in Ewigkeit! 25Und wenn ihr in das Land gekommen seid, das der Herr euch geben wird, wie er verheißen hat, so sollt ihr diese Gebräuche beobachten. 26Wenn dann eure Kinder euch fragen: Was bedeutet dieser Gottesdienst? 27so saget ihnen: es ist das Opfer für den Vorübergang des Herrn, als er an den Häusern der Söhne Israels in Ägypten vorüberging und die Ägypter schlug, aber unsere Häuser verschonte. Da warf sich das Volk nieder und betete an. 28Und die Söhne Israels gingen hin und taten, wie der Herr dem Moses und Aaron geboten hatte. 29Es geschah aber um Mitternacht, da schlug der Herr alle Erstgeburt im Lande Ägypten, vom Erstgebornen Pharaos an, welcher auf seinem Thron saß, bis zum Erstgebornen der Gefangenen, die im Kerker war, und alle Erstgeburt des Viehes. 30Da stand Pharao, und alle seine Diener, und ganz Ägypten des Nachts auf, und es erhob sich ein großes Geschrei in Ägypten; denn es war kein Haus, in dem nicht ein Toter lag. 31Und Pharao rief Moses und Aaron noch des Nachts und sprach: Machet euch auf und ziehet aus von meinem Volke, ihr und die Söhne Israels; gehet, bringet dem Herrn Opfer, wie ihr sagt. 32Auch eure Schafe und euer Vieh nehmet mit, wie ihr es verlangt habt, und bei eurem Abzuge segnet mich! 33Und die Ägypter drängten das Volk, eilends aus dem Lande zu ziehen, denn sie sagten: Wir werden alle des Todes sein! 34Da nahm das Volk den neubereiteten Teig, bevor er gesäuert war, und band ihn in Tücher, und nahm ihn auf die Schultern. 35Auch hatten die Söhne Israels getan, wie Moses befohlen, und sich von den Ägyptern silberne und goldene Gefäße und sehr viele Kleider erbeten. 36Der Herr aber hatte das Volk bei den Ägyptern Gnade finden lassen, dass sie ihnen liehen, und so beraubten sie die Ägypter. 37Da zogen die Söhne Israels von Ramesses nach Sokoth, bei sechshunderttausend streitbare Männer, nicht gerechnet die Kinder. 38Es zog auch eine große Menge von allerlei Volk mit ihnen, sowie Schafe und Rinder, und alle Arten Tiere in sehr großer Menge. 39Und sie bucken den Teig, den sie schon aus Ägypten vordem neubereitet mitgenommen hatten, zu ungesäuerten Aschenkuchen; den sie konnten dieselben nicht säuern, da die Ägypter sie drängten auszuziehen und keinen Verzug gestatteten; auch hatten sie keine Reisezehrung vorbereiten können. 40Die Zeit aber, welche die Söhne Israels sich in Ägypten aufgehalten hatten, war vierhundert und dreißig Jahre. 41Nach Ablauf derselben zog an demselben Tage die gesamte Heerschar des Herrn aus dem Lande Ägypten aus. 42Diese Nacht ist eine Nacht der Feier für den Herrn, in der er sie aus dem Lande Ägypten weggeführt hat; diese Nacht sollen alle Söhne Israels feiern, von Geschlecht zu Geschlecht. 43Und der Herr sprach zu Moses und Aaron: Dies ist das heilige Gesetz des Phase: Kein Fremdling soll davon essen. 44Aber jeder gekaufte Knecht soll beschnitten werden, und so darf er davon essen. 45Ankömmlinge und Mietlinge sollen nicht davon essen. 46In einem Hause soll es verzehrt werden, und ihr sollt nichts von seinem Fleische hinaustragen, noch ein Bein an ihm zerbrechen. 47Die ganze Gemeinde der Söhne Israels soll dies tun. 48Wenn aber ein Fremdling in euren Wohnort übersiedeln und das Phase des Herrn halten will, so soll er zuvor mit allen seinen männlichen Angehörigen beschnitten werden, alsdann mag er es der Vorschrift nach feiern, und er soll wie ein Landeseingeborner gelten; wer aber nicht beschnitten ist, soll nicht davon essen. 49Ein und dasselbe Gesetz soll für den Eingebornen und den Ansiedler gelten, der sich unter euch aufhält. 50Da taten alle Söhne Israels, wie der Herr dem Moses und Aaron geboten hatte. 51Und an demselben Tage führte der Herr die Söhne Israels scharenweise aus dem Lande Ägypten hinweg.