Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).
Sprichwörter 13
1Ein weiser Sohn ist die Lehre seines Vaters, aber ein Spötter hört nicht, wenn er gewarnt wird. 2Von der Frucht seines Mundes sättigt sich der Mensch an Gutem, die Seele der Frevler aber ist ungerecht. 3Wer seinen Mund hütet, bewahrt sein Leben; wer aber unbedachtsam im Reden ist, dem ergeht es übel. 4Der Faule will und will doch nicht, aber die Seele der Arbeitsamen wird reichlich gesättigt. 5Der Gerechte verabscheut lügenhafte Reden, doch der Gottlose macht andere zuschanden und wird selbst zuschanden. 6Die Gerechtigkeit behütet den Weg des Unschuldigen, aber die Gottlosigkeit bringt den Sünder zum Falle. 7Mancher scheint reich und hat doch nichts, ein anderer scheint arm und hat doch großen Reichtum. 8Mancher kauft mit seinem Reichtum sein Leben los; wer aber arm ist, hat keine Drohung zu erleiden. 9Das Licht der Gerechten erfreut, aber die Leuchte der Gottlosen erlischt. 10Unter den Hoffärtigen ist immer Hader; die sich aber raten lassen, werden von der Weisheit geleitet. 11In Eile zusammengeraffter Reichtum nimmt ab, der aber nach und nach mit Fleiß erworbene mehrt sich. 12Hoffnung, die hingehalten wird, macht der Seele Pein, ein Baum des Lebens ist erfüllter Wunsch. 13Wer eine Sache schmäht, bindet sich für die Zukunft; wer aber das Gebot fürchtet, wird im Frieden wandeln. Ränkevolle Seelen irren in Sünden umher, Gerechte aber sind barmherzig und haben Mitleid. 14Die Unterweisung des Weisen ist eine Quelle des Lebens, um dem Verderben des Todes zu entgehen. 15Gute Lehre verschafft Gunst, der Weg der Verächter führt in den Abgrund. 16Ein kluger Mann tut alles mit Überlegung; wer aber ein Tor ist, gibt seine Torheit kund. 17Der Bote des Gottlosen fällt ins Unglück, aber ein treuer Bote bringt Heilung. 18Armut und Schmach treffen den, der sich der Zucht entzieht; wer aber Zurechtweisung annimmt, kommt zu Ehren. 19Wird ein Begehren erfüllt, so freut sich die Seele; Toren verabscheuen jene, welche das Böse fliehen. 20Wer mit Weisen umgeht, wird weise; der Freund der Toren wird ihnen gleich. 21Die Sünder verfolgt Unglück, aber den Gerechten wird mit Gutem vergolten. 22Der Gute hinterlässt als Erben seine Söhne und Enkel, und für den Gerechten wird die Habe des Sünders aufbewahrt. 23Speise in Fülle bringt das neue Ackerland der Väter, aber für andere wird sie ohne Recht gesammelt. 24Wer die Rute spart, haßt seinen Sohn; wer ihn aber lieb hat, hält ihn beständig in der Zucht. 25Der Gerechte isst, bis er satt ist; der Gottlosen Bauch aber kennt kein Genügen.
Sprichwörter 14
1Eine weise Frau bringt ihr Haus empor, eine Törin reißt das emporgebrachte mit ihren eigenen Händen wieder ein. 2Wer den rechten Weg wandelt und Gott fürchtet, wird von dem verachtet, der auf schändlichem Pfade geht. 3Im Munde des Toren ist der Hochmut zur Rute, aber die Lippen der Weisen schützen diese. 4Wo keine Rinder sind, ist die Krippe leer; wo aber sehr viel Ertrag ist, da zeigt sich des Stieres Stärke. 5Ein wahrhafter Zeuge lügt nicht, aber ein falscher Zeuge bringt Lügen vor. 6Der Spötter sucht Weisheit und findet sie nicht, für die verständigen ist die Erkenntnis leicht. 7Tritt dem Toren entgegen, so wird er von Lippen der Klugheit nichts wissen. 8Die Weisheit des Klugen ist es, seinen Weg zu kennen, aber die Unklugheit der Toren geht irre. 9Der Tor treibt Spott mit der Sünde, aber Wohlgefallen weilt unter den Gerechten. 10Ein Herz, das die Bitterkeit seiner eigenen Seele kennen gelernt hat, in dessen Freude kann sich kein Fremder mischen. 11Das Haus der Gottlosen wird vertilgt, aber die Wohnungen der Gerechten werden aufblühen. 12Mancher Weg, welcher dem Menschen der rechte scheint, führt doch am Ende zum Tode. 13Das Lachen ist mit Schmerz gemischt und auf die Freude folgt zuletzt Traurigkeit. 14An seinen Wegen wird der Tor satt, über ihm aber steht der Gute. 15Der Einfältige glaubt jedem Worte; der Kluge gibt acht, wohin er schreitet. Ein arglistiger Sohn hat nichts Gutes zu hoffen, aber einem weisen Knechte werden seine Arbeiten gelingen und sein Weg wird recht sein. 16Der Weise fürchtet und meidet das Böse, der Tor setzt sich darüber hinweg und fühlt sich sicher. 17Der Ungeduldige begeht Torheit und ein ränkesüchtiger Mensch ist verhasst. 18Die Einfältigen werden Torheit besitzen, aber die Klugen haben Weisheit zu erwarten. 19Die Bösen müssen sich vor den Guten beugen und die Gottlosen vor den Pforten der Gerechten. 20Auch seinem Nächsten ist der Arme verhasst, aber die Reichen haben viele Freunde. 21Wer seinen Nächsten verachtet, versündigt sich; wer sich aber des Armen erbarmt, ist glückselig. Wer an den Herrn glaubt, liebt die Barmherzigkeit. 22Es gehen irre, die Böses tun; Barmherzigkeit und Wahrheit stiften Gutes. 23Durch jede Arbeit entsteht Überfluss; wo aber viel Geschwätz ist, da ist insgemein Mangel. 24Die Krone der Weisen ist ihr Reichtum, die Albernheit der Toren ist Unverstand. 25Ein wahrhafter Zeuge rettet Leben, aber ein arglistiger bringt Lügen vor. 26In der Furcht des Herrn ist feste Zuversicht und seinen Söhnen wird Hoffnung zuteil. 27Die Furcht des Herrn ist ein Quell des Lebens, um dem Verderben des Todes zu entgehen. 28Auf der Menge des Volkes ruht das Ansehen des Königs und wenig Volk ist des Fürsten Schmach. 29Wer geduldig ist, den leitet viel Klugheit; wer aber ungeduldig ist, richtet seine Torheit auf. 30Das Leben des Leibes ist ein gesundes Herz, Knochenfäulnis ist der Neid. 31Wer einen Armen bedrückt, beschimpft dessen Schöpfer; der aber ehrt ihn, wer sich des Armen erbarmt. 32Der Gottlose wird um seiner Bosheit willen verworfen, aber der Gerechte hat Hoffnung selbst im Tode. 33Im Herzen des Klugen ruht die Weisheit und alle Ungelehrten unterweist er. 34Gerechtigkeit erhebt ein Volk, aber die Sünde macht die Völker elend. 35Ein verständiger Diener ist dem König angenehm, aber ein unnützer wird seinen Zorn fühlen.
Sprichwörter 15
1Eine sanfte Antwort bricht den Zorn, harte Rede erweckt Grimm. 2Die Zunge der Weisen ziert Erkenntnis, der Mund der Toren sprudelt Torheit aus. 3An jedem Orte schauen die Augen des Herrn auf Gute und Böse. 4Eine friedliebende Zunge ist ein Baum des Lebens, aber eine zügellose schlägt den Geist nieder. 5Ein Tor spottet der Zucht seines Vaters; wer aber die Rüge beachtet, wird klüger. In der Fülle der Gerechtigkeit ist sehr große Kraft, aber die Anschläge der Gottlosen werden zunichte. 6Das Haus des Gerechten ist eine starke Feste, aber bei dem Erwerb des Gottlosen herrscht Zerrüttung. 7Die Lippen der Weisen streuen Erkenntnis aus, aber das Herz der Toren ist nicht also. 8Die Opfer der Gottlosen sind dem Herrn ein Greuel, die Gelübde der Gerechten wohlgefällig. 9Ein Greuel ist dem Herrn der Weg des Gottlosen; wer der Gerechtigkeit nachgeht, den liebt er. 10Schlimme Züchtigung trifft den, der den Weg des Lebens verlässt, und wer die Rüge haßt, wird sterben. 11Unterwelt und Verderben liegen vor dem Herrn offen, wie viel mehr die Herzen der Menschenkinder? 12Der Verdorbene liebt den nicht, der ihn zurechtweist, und geht nicht mit den Weisen um. 13Ein fröhliches Herz erheitert das Angesicht, bei Kummer des Herzens ist der Geist niedergeschlagen. 14Das Herz des Weisen sucht Belehrung, aber der Mund der Toren nährt sich von Unverstand. 15Alle Tage des Armen sind schlimm, ein ruhiges Gemüt ist wie ein beständiges Freudenmahl. 16Besser ist weniges mit der Furcht des Herrn als große Schätze, die nicht sättigen. 17Besser ist es, zu Gemüse geladen zu werden, wobei Liebe, als zu einem gemästeten Kalbe, wobei Hass. 18Ein zornmütiger Mann erregt Streit; wer geduldig ist, beschwichtigt den ausgebrochenen. 19Der Weg der Trägen gleicht einem Dornenzaun, der Weg der Gerechten ist ohne Hindernis. 20Ein weiser Sohn erfreut den Vater, aber ein törichter Mensch verachtet seine Mutter. 21Torheit macht dem Toren Freude, aber der verständige Mann geht den geraden Weg. 22Vereitelt werden die Anschläge, wo Überlegung fehlt; wo aber viele Ratgeber sind, haben sie Bestand. 23Jeder freut sich an dem Ausspruche seines Mundes und ein Wort zur rechten Zeit ist sehr gut. 24Der Weg des Lebens geht aufwärts für den Einsichtsvollen, damit er der Hölle entgehe. 25Das Haus der Hoffärtigen zerstört der Herr, aber der Witwe Grenzen sichert er. 26Ein Greuel sind dem Herrn böse Anschläge, aber reine Rede besteht herrlich vor ihm. 27Sein eigenes Haus zerstört, wer der Habsucht folgt; wer aber Geschenke hasst, wird leben. Durch Barmherzigkeit und Treue wird man von Sünden rein; durch die Furcht des Herrn aber hält man sich fern vom Bösen. 28Das Herz des Gerechten sinnt auf Gehorsam, der Mund der Gottlosen fließt über vom Bösen. 29Fern ist der Herr von den Gottlosen, aber die Gebete der Gerechten erhört er. 30Der Lichtglanz der Augen erfreut die Seele, eine gute Nachricht labt die Gebeine. 31Ein Ohr, das auf die Rügen des Lebens hört, wird inmitten der Weisen weilen. 32Wer die Zurechtweisung verwirft, verachtet seine eigene Seele; wer aber der Warnung nachgibt, erwirbt Einsicht. 33Die Furcht des Herrn ist die Zuchtschule der Weisheit und Demut geht der Ehre voraus.
Sprichwörter 16
1Der Mensch mag wohl im Herzen planen, aber des Herrn ist es, die Zunge zu lenken. (vergl. V. 9) 2Alle Wege des Menschen liegen vor seinen Augen offen da, aber der Herr wägt die Geister. 3Offenbare dem Herrn dein Tun, so wird dein Vorhaben gelingen. 4Alles hat der Herr um seinetwillen gemacht, so auch den Gottlosen für den Tag des Unglücks. 5Ein Greuel ist für den Herrn jeder Hochmütige, liegt auch Hand an Hand, er bleibt nicht ungestraft. Der Anfang eines guten Wandels ist Gerechtigkeit üben, sie ist bei Gott angenehmer als Schlachtopfer darbringen. 6Durch Barmherzigkeit und Treue wird Schuld gesühnt und durch die Furcht des Herrn meidet man das Böse. 7Wenn der Wandel eines Menschen dem Herrn wohlgefällt, so wird er auch seine Feinde zum Frieden mit ihm bringen. 8Besser ist weniges mit Recht als viel Einkünfte mit Unrecht. 9Des Menschen Herz denkt sich seinen Weg aus, aber der Herr lenkt seine Schritte. (vergl. Vers 1) 10Weisheitsspruch ist auf den Lippen des Königs, sein Mund wird im Gerichte nicht irren. 11Gewicht und Waage unterliegen dem Gerichte des Herrn, und alle Gewichtsteine im Beutel sind sein Werk. 12Ein Greuel sind dem Könige alle, die gottlos handeln. Denn durch Gerechtigkeit hat der Thron Festigkeit. 13Der Könige Wohlgefallen sind gerechte Lippen; wer redet, was recht ist, wird geliebt. 14Der Zorn des Königs gleicht den Todesboten, doch ein weiser Mann besänftigt ihn. 15Im freundlichen Blicke des Königs ist Leben und sein Wohlwollen gleicht dem Spätregen. 16Erwirb dir Weisheit, denn sie ist besser als Gold; und verschaffe dir Klugheit, denn sie ist kostbarer als Silber. 17Der Weg der Gerechten meidet das Böse; wer seine Seele hütet, hat acht auf seinen Wandel. 18Stolz geht dem Sturze vorher und Hochmut dem Falle. 19Besser ist es, mit den Sanftmütigen gedemütigt zu werden als mit den Stolzen Beute zu teilen. 20Wer geschickt ist in einer Sache, wird Glück finden; und wer auf den Herrn hofft, ist glückselig. 21Wer ein weises Herz hat, wird ein Verständiger genannt, und wer annehmlich reden kann, gewinnt noch mehr. 22Ein Quell des Lebens ist die Klugheit für den, der sie besitzt; des Toren Lehre ist Torheit. 23Das Herz des Weisen macht seinen Mund einsichtig und mehrt die Anmut seiner Lippen. 24Honigseim sind wohlgeordnete Worte, süß für die Seele, Heilung dem Gebeine. 25Mancher Weg dünkt dem Menschen der rechte, aber das Ende davon führt zum Tode. 26Das Verlangen des Arbeiters lässt es ihm sauer werden, denn sein Mund drängt ihn. 27Ein böser Mensch gräbt Unheil und auf seinen Lippen brennt Feuer. 28Ein falscher Mensch richtet Hader an und ein Ohrenbläser entzweit Fürsten. 29Ein ungerechter Mensch lockt seinen Nächsten und führt ihn auf einen Weg, der nicht gut ist. 30Wer starren Auges denkt, beißt seine Lippen zusammen und führt das Böse aus. 31Eine Krone der Ehre ist das Greisenalter, die auf dem Wege der Gerechtigkeit erlangt wird. 32Besser ist ein Langmütiger als ein Starker, und wer sein Herz beherrscht besser als ein Städte-Eroberer. 33Die Lose werden in den Schoß geworfen, aber der Herr lenkt sie.