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Die Bibel in einem Jahr · Tag 188 von 365

Sprichwörter 9–12

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Sprichwörter 9

1Die Weisheit hat sich ein Haus gebaut, sich sieben Säulen ausgehauen. 2Sie hat ihre Opfertiere geschlachtet, den Wein gemischt und ihren Tisch zugerichtet. 3Sie sendet ihre Dienerinnen aus, dass sie rufen bei der Burg und bei den Mauern der Stadt: 4„Ist jemand klein, er komme zu mir!“ Und den Unweisen ließ sie sagen: 5„Kommet, esset mein Brot und trinket den Wein, den ich für euch gemischt habe! 6Lasset von der Einfalt und lebet und wandelt auf den Wegen der Klugheit!“ 7Wer einen Spötter zurechtweist, zieht sich selber Unbilden zu; und wer einen Gottlosen tadelt, bereitet sich selbst eine Unzier. 8Weise den Spötter nicht zurecht, dass er dich nicht hasse; weise den Weisen zurecht, und er wird dich lieben. 9Gib dem Weisen Gelegenheit, so wird er in der Weisheit zunehmen; belehre den Gerechten, so wird er es schnell annehmen. 10Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang und den Heiligen erkennen ist Einsicht. 11Denn durch mich werden deiner Tage viele werden und die Jahre des Lebens sich dir mehren. 12Wenn du weise bist, bist du für dich selbst weise; und bist du ein Spötter, so wirst du das Unheil allein tragen. 13Eine Frau, töricht, geschwätzig, voll der Lockungen und gänzlich unverständig, 14setzt sich an der Türe ihres Hauses auf einen Sessel, auf erhöhtem Platze der Stadt, 15um denen, welche des Weges vorüberkommen, und den Dahinwandelnden zuzurufen: 16"Wer einfältig ist, wende sich zu mir!“ Und zu dem Unverständigen sagt sie: 17„Gestohlene Wasser schmecken süßer, und heimlich zugestecktes Brot ist schmackhafter.“ 18Und er weiß nicht, dass dort Ungeheuer sind und in den Abgründen der Unterwelt ihre Gäste.

Sprichwörter 10

1Ein weiser Sohn macht seinem Vater Freude, aber ein törichter Sohn ist der Kummer seiner Mutter. 2Durch Unrecht erworbene Schätze bringen keinen Nutzen, Gerechtigkeit aber befreit vom Tode. 3Der Herr lässt die Seele des Gerechten nicht von Hunger heimsuchen und die Nachstellungen der Gottlosen vereitelt er. 4Eine lässige Hand schafft Armut, aber die Hand der Starken erwirbt Reichtümer. Wer sich auf Lügen verlässt, weidet Winde und er selbst läuft fliegenden Vögeln nach. 5Wer in der Ernte sammelt, ist ein weiser Sohn; wer aber im Sommer schläft, ist ein Sohn der Schande. 6Der Segen des Herrn kommt auf das Haupt des Gerechten, der Mund der Bösen aber birgt Unrecht. 7Das Andenken des Gerechten bleibt ruhmvoll, aber der Name der Gottlosen verwest. 8Wer weisen Herzens ist, nimmt Belehrungen an, ein törichter Schwätzer schlägt sich selbst. 9Wer in Unschuld wandelt, wandelt sicher; wer aber verkehrte Wege einschlägt wird offenbar. 10Wer mit den Augen blinzelt, verursacht Schmerzen, und der törichte Schwätzer schlägt sich selbst. 11Ein Quell des Lebens ist der Mund des Gerechten, aber der Mund des Gottlosen birgt Unrecht. 12Hass erregt Zänkereien, aber Liebe deckt alle Verfehlungen zu. 13Auf den Lippen des Weisen findet sich Weisheit; aber die Rute ist für den Rücken besser, dem es an Verstand fehlt. 14Die Weisen verbergen die Erkenntnis, aber der Mund des Toren ist der Beschämung nahe. 15Die Habe des Reichen ist seine feste Stadt, der Schrecken der Armen ist ihre Dürftigkeit. 16Das Wirken des Gerechten gereicht zum Leben, aber der Erwerb des Bösen zur Sünde. 17Den Weg des Lebens geht, wer Zucht bewahrt; wer aber Zurechtweisung hintansetzt, geht irre. 18Lügenhafte Lippen verbergen den Hass; wer Schmähworte ausspricht, ist ein Tor. 19Geschwätzigkeit geht nicht ohne Sünde ab; wer aber seine Lippen zügelt, ist weise. 20Auserlesenes Silber ist die Zunge des Gerechten, aber das Herz der Gottlosen ist nichtig. 21Die Lippen des Gerechten belehren viele; die aber, welche ungelehrig sind, sterben in der Verarmung des Geistes dahin. 22Der Segen des Herrn macht die Menschen reich und keine Trübsal wird solche treffen. 23Wie zum Scherze begeht der Tor eine Schandtat, aber der weise Mann ist bedächtig. 24Was der Böse fürchtet, das kommt über ihn; den Gerechten wird zuteil, was sie begehren. 25Wie ein Ungewitter dahinfährt, so wird der Gottlose nicht mehr sein, der Gerechte aber ist wie ein fester Bau für die Ewigkeit. 26Was Essig für die Zähne und Rauch für die Augen, das ist der Faule für die, welche ihn absenden. 27Die Furcht des Herrn mehrt die Lebenstage und die Jahre der Gottlosen werden verkürzt. 28Die Erwartung des Gerechten ist Freude, aber die Hoffnung der Gottlosen wird zunichte. 29Der Weg des Herrn ist die Stärke des Unschuldigen, aber Schrecken für die, welche Böses tun. 30Der Gerechte wird nimmer wanken, die Gottlosen aber werden nicht im Lande wohnen bleiben. 31Der Mund des Gerechten bringt Weisheit hervor, die Zunge der Verkehrten geht zugrunde. 32Die Lippen des Gerechten merken auf das, was wohlgefällig ist, und der Mund des Gottlosen auf das, was verkehrt ist.

Sprichwörter 11

1Eine betrügerische Waage ist vor dem Herrn ein Greuel, aber ein rechtes Gewicht sein Wohlgefallen. 2Wo Hochmut ist, da wird auch Schande sein; wo aber Demut ist, da auch Weisheit. 3Die Lauterkeit der Gerechten leitet dieselben, die Hinterlist der Verkehrten aber stürzt diese ins Verderben. 4Nichts nützt Reichtum am Tage des Strafgerichts, aber Gerechtigkeit rettet vor dem Tode. 5Die Gerechtigkeit des Schuldlosen ebnet dessen Weg, aber der Frevler fällt durch seine eigene Bosheit. 6Die Gerechtigkeit des Rechtschaffenen rettet diese, aber die Gottlosen werden in ihren eigenen Anschlägen gefangen. 7Stirbt ein böser Mensch, so ist alle Hoffnung dahin und die Erwartung der ängstlich Besorgten wird zunichte. 8Der Gerechte wird aus der Bedrängnis befreit und der Gottlose wird an seiner Statt preisgegeben. 9Der Heuchler bereitet mit dem Munde seinem Freunde Trug, aber die Gerechten werden durch ihre Weisheit befreit. 10Über das Glück der Gerechten freut sich die Stadt und beim Untergange der Gottlosen ertönt Frohlocken. 11Durch den Segen der Gerechten kommt eine Stadt empor, aber durch den Mund der Gottlosen wird ihr Untergang bereitet. 12Wer seinen Freund verachtet, ist ohne Verstand; aber der Kluge schweigt still. 13Wer trügerisch wandelt, deckt Geheimnisse auf; aber wer ein zuverlässiges Herz hat, verbirgt, was der Freund ihm anvertraut hat. 14Wo kein Herrscher ist, geht das Volk zugrunde; aber wohl steht es, wo viel Beratung statthat. 15Von Unglück wird getroffen, wer für einen Fremden Bürgschaft leistet; wer aber Verbindlichkeiten meidet, lebt sicher. 16Eine holdselige Frau erlangt Ehre und die Mächtigen erhalten Reichtum. 17Der erweist sich selbst Gutes, der barmherzig ist; wer aber grausam ist, stößt auch die Nächsten von sich. 18Was der Böse tut, hat keinen Bestand; wer aber Gerechtigkeit sät, dem wird dauernde Vergeltung zuteil. 19Die Güte führt zum Leben, aber dem Bösen nachjagen, bringt den Tod. 20Ein Greuel für den Herrn ist ein verkehrtes Herz, aber sein Wohlgefallen hat er an denen, deren Wandel lauter ist. 21Hand an Hand! Der Böse bleibt nicht ungestraft, doch das Geschlecht der Gerechten wird gerettet. 22Wie ein Ring von Gold in der Nase eines Schweines ist ein schönes, doch törichtes Weib. 23Das Verlangen der Gerechten ist lauter Gutes, das Hoffen der Gottlosen Zorn. 24Manche teilen das Ihrige aus und werden dabei reicher; andere rauben, was ihnen nicht gehört, und sind doch stets in Not. 25Eine Seele, die segnet, wird reichlich gesättigt werden; und wer reichlich labt, wird auch selbst reichlich gelabt werden. 26Wer Korn verbirgt, wird von dem Volke verflucht werden; aber Segen kommt auf das Haupt derer, die es verkaufen. 27Gut steht auf am Morgen, wer dem Guten nachstrebt; wer aber nach Bösem trachtet, wird von diesem erdrückt werden. 28Wer sich auf seinen Reichtum verlässt, wird fallen; aber wie ein grünendes Laub werden die Gerechten sprossen. 29Wer sein Haus in Verwirrung bringt, wird Wind erben und ein Tor wird des Weisen Knecht. 30Die Frucht des Gerechten ist ein Baum des Lebens, und wer Seelen aufnimmt, ist weise. 31Wenn den Gerechten auf Erden vergolten wird, um wieviel mehr den Gottlosen und Sündern!

Sprichwörter 12

1Wer Zucht liebt, liebt Erkenntnis; wer aber Rüge haßt, ist ein Tor. 2Wer gut ist, wird von dem Herrn Gnade erlangen; wer aber auf seine eigenen Gedanken baut, handelt gottlos. 3Niemand hat durch Frevel Bestand, aber die Wurzel der Gerechten bleibt unerschütterlich. 4Eine fleißige Frau ist die Krone ihres Mannes; aber die, welche Schmachwürdiges tut, ist wie Fäulnis in seinen Gebeinen. 5Die Gedanken der Gerechten gehen auf Recht, aber die Pläne der Bösen auf Betrug. 6Die Reden der Bösen lauern auf Blut, der Mund der Gerechten befreit diese. 7Wende die Gottlosen um, und sie sind nicht mehr; aber das Haus der Gerechten hat Bestand. 8Man kennt den Mann aus seiner Lehre; wer aber eitel und töricht ist, setzt sich der Verachtung aus. 9Besser ist es, arm und genügsam zu sein, als groß zu tun und kein Brot zu haben. 10Der Gerechte kennt auch das Begehren seines Viehes, aber das Herz der Gottlosen ist unbarmherzig. 11Wer sein Land baut, sättigt sich mit Brot; wer aber dem Müßiggange nachhängt, ist ein großer Tor. Wer seine Zeit gern bei Weingelagen verbringt, hinterlässt Schmach in seiner Wohnung. 12Das Verlangen des Gottlosen ist ein Bollwerk für die Bösen, aber die Wurzel der Gerechten gedeiht. 13Wegen der Sünden der Lippen naht der Fall für den Bösen, der Gerechte aber entgeht der Bedrängnis. 14Von der Frucht, die eines jeden Mund gibt, sättigt er sich am Guten und nach dem, was seine Hände vollbringen, wird ihm vergolten. 15Der Weg des Toren ist der rechte in seinen Augen; wer aber weise ist, hört auf Rat. 16Der Tor lässt alsbald seinen Zorn merken; wer sich aber die Unbill nicht anmerken lässt, ist klug. 17Wer sagt, was er weiß, spricht, was recht ist; wer aber lügt, ist ein trügerischer Zeuge. 18Manche versprechen und werden darnach wie mit Schwertstreich des Gewissens durchbohrt, aber die Zunge der Weisen bringt Heilung. 19Wahrhaftige Lippen bestehen auf immer, ein vorschneller Zeuge aber spitzt die Zunge zu Lügen. 20Trug ist im Herzen derer, die auf Böses sinnen; denen aber, die zum Frieden raten, wird Freude zuteil. 21Den Gerechten beugt nichts nieder, was ihm auch widerfährt; die Gottlosen aber werden mit Unglück überhäuft. 22Lügenhafte Lippen sind dem Herrn ein Greuel; die aber Treue üben, gefallen ihm. 23Ein kluger Mann verbirgt seine Einsicht, aber der Toren Herz ruft Narrheit aus. 24Die Hand der Starken wird herrschen; die lässige aber muss zinsbar werden. 25Gram im Herzen des Mannes drückt ihn nieder, aber ein gutes Wort erfreut ihn. 26Wer um seines Freundes willen einen Schaden nicht achtet, ist gerecht, aber der Gottlosen Weg führt sie Irre. 27Ein Betrüger wird seinen Gewinn finden, aber die Habe des Mannes ist Goldes wert. 28Auf dem Pfade der Gerechtigkeit ist Leben, aber der Abweg führt zum Tode.

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