Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).
Psalmen 65
1Zum Ende, ein Lobpsalm auf die Auferstehung. Jauchzet Gott zu, alle Lande, 2lobsinget seinem Namen, lasset sein Lob herrlich erschallen! 3Sprechet zu Gott: Wie furchtbar sind deine Werke, o Herr! Ob der Fülle deiner Macht schmeicheln dir deine Feinde. 4Alle Länder mögen dich anbeten und dir singen, deinem Namen ein Loblied darbringen. 5Kommet und schauet die Taten Gottes, furchtbar ist er in seinen Ratschlüssen über die Menschenkinder! 6Er wandelte das Meer in trockenes Land, durch den Strom zogen sie zu Fuß; dort freuten wir uns seiner. 7Er herrscht in seiner Stärke für und für, seine Augen schauen auf die Völker. Die gegen ihn widerspenstig sind, mögen sich nicht erheben bei sich! 8Preiset, ihr Völker! Unsern Gott und lasset die Stimme seines Lobes hören, 9der meiner Seele Leben verlieh und meine Füße nicht hat straucheln lassen. 10Denn du hast uns geprüft, o Gott! hat uns im Feuer geläutert, wie man Silber läutert. 11Du hast uns in einen Fallstrick geführt, auf unsern Rücken Trübsal gelegt, 12hast Menschen über unsere Häupter gesetzt. Wir gingen durch Feuer und Wasser, aber du führtest uns heraus zur Erquickung. 13Ich will in dein Haus mit Brandopfern kommen, dir meine Gelübde lösen, 14die meine Lippen ausgesprochen und mein Mund in meiner Trübsal verheißen hat. 15Fette Brandopfer will ich dir darbringen mit dem Opferduft von Widdern, Rinder dir opfern samt Böcken. 16Kommet, höret, ihr alle, die ihr Gott fürchtet, so will ich erzählen, was er meiner Seele Großes getan! 17Ich rief zu ihm mit meinem Munde und pries ihn mit meiner Zunge. 18Hätte ich Unrecht ersehen in meinem Herzen, nicht würde der Herr mich erhören. 19Aber Gott hat mich erhört und hat auf die Stimme meines Flehens geachtet. 20Gepriesen sei Gott, der mein Gebet nicht abwies, noch mir sein Erbarmen entzog.
Psalmen 66
1Zum Ende, unter den Liedern, ein Loblied Davids. 2Gott erbarme sich unser und segne uns, er lasse sein Angesicht über uns leuchten und erbarme sich unser; 3damit wir auf Erden deinen Weg, unter allen Völkern dein Heil erkennen. 4Es sollen dich die Völker preisen, o Gott! alle Völker sollen dich preisen. 5Es sollen sich freuen und jubeln die Völker, denn du richtest die Völker in Gerechtigkeit und leitest die Nationen auf Erden. 6Es sollen dich die Völker preisen, o Gott! alle Völker sollen dich preisen. 7Das Land bringt seine Frucht. Es segne uns Gott, unser Gott, 8es segne uns Gott, und alle Enden der Erde sollen ihn fürchten!
Psalmen 67
1Zum Ende, ein Loblied Davids. 2Es erhebe sich Gott, dass seine Feinde zerstreut werden, und die ihn hassen, vor seinem Angesichte fliehen! 3Wie der Rauch zergeht, so mögen sie zergehen, wie Wachs vor dem Feuer zerfließt. mögen die Sünder vor Gottes Angesichte vergehen. 4Die Gerechten aber mögen sich freuen und jauchzen vor Gottes Angesicht und in Wonne frohlocken. 5Lobsinget Gott, bringet seinem Namen ein Loblied, bereitet dem Bahn, der heraufzieht über den Sonnenuntergang! Herr ist sein Name! Frohlocket vor seinem Angesichte, vor seinem Angesichte mögen sie erzittern, 6der ein Vater den Waisen und Richter den Witwen ist, Gott in seiner heiligen Stätte, 7Gott, der Gleichgesinnte zusammenwohnen lässt in einem Hause; der die Gefesselten herausführt mit Macht, so wie die Widerspenstigen, die in den Gräbern ihre Stätte haben. 8O Gott! als du auszogst vor deinem Volke her, als du in der Wüste einherzogst, 9bebte die Erde und die Himmel trossen vor Gottes Angesichte, der Sinai vor dem Angesichte des Gottes Israels. 10Gnadenvoll spendetest du, o Gott! Deinem Erbe Regen; es war schwach geworden, doch du stärktest es. 11Deine Herde ließ sich darin nieder, du bereitetest es nach deiner Güte für den Armen, o Gott! 12Der Herr gibt Siegeswort den Freudenverkünderinnen mit großer Kraft. 13Er ist der Heere des Vielgeliebten König und der Zierde des Hauses gibt er Beute zu verteilen. 14Wenn ihr in euern Anteilen ruht, gleicht ihr den Silberflügeln der Taube, deren Hinterrücken im blaßgelben Golde schimmert. 15Als Gott im Himmel die Könige über das Land zerstreute, ward es auf dem Selmon schneeweiß. 16Der Berg Gottes ist ein fruchtbarer Berg, ein üppiger Berg, ein fruchtbarer Berg. 17Warum blickt ihr so scheel auf das üppige Gebirge? Es ist der Berg, auf dem es Gott wohlgefällt zu wohnen; ja, der Herr wohnt dort auf ewig. 18Der Kriegswagen Gottes sind viele zehntausend, Tausende sind, die jubeln. Der Herr ist unter ihnen auf Sina im Heiligtume. 19Du bist zur Höhe aufgestiegen, hast die Gefangenen fortgeführt, du hast Gaben unter den Menschen empfangen, sogar auch die nicht glauben, dass Gott, der Herr, hier wohnt. 20Gepriesen sei der Herr Tag für Tag Gott, in dem all unser Heil ist, er wird unsern Weg glücklich machen! 21Unser Gott ist ein Gott, der helfen kann; ja, Gott des Herrn ist es, dem Tode entrinnen zu lassen. 22Wahrlich, Gott zerschmettert die Häupter seiner Feinde, den Scheitel derer, die in ihren Sünden dahinwandeln. 23Der Herr sprach: Aus Basan werde ich sie herbringen, herbringen selbst aus Meerestiefen, 24damit dein Fuß sich in Blut tauche, die Zunge deiner Hunde das Blut der Feinde lecke. 25Man schaut dein Einherschreiten, o Gott! das Einherschreiten meines Gottes, meines Königs, der im Heiligtume thront. 26Voran gehen die Fürsten, es schließen sich die Sänger an, inmitten von paukenschlagenden Jungfrauen. 27In den Versammlungen preiset Gott, den Herrn ihr vom Quelle Israels! 28Dort ist Benjamin, der Jüngste, in Geistesentzückung, die Fürsten von Juda, ihre Heerführer, die Fürsten von Zabulon, die Fürsten von Nephthali. 29Entbiete, o Gott! deine Macht; bekräftige das, o Gott! was du unter uns gewirkt hast. 30Von deinem Tempel aus zu Jerusalem werden die Könige dir Geschenke bringen! 31Bedrohe die Tiere des Schilfs; es rottet sich zusammen die Schar der Stiere unter den Kühen der Völker, dass sie die verdrängen, die erprobt sind wie Silber. Zerstreue die Völker, welche die Kriege lieben! 32Gesandte werden aus Ägypten kommen, Äthiopien wird seine Hände eilends zu Gott erheben. 33Ihr Reiche der Erde, singet Gott! lobsinget dem Herrn, lobsinget Gott, 34der über den höchsten Himmel hinauffährt dem Aufgange zu! Sehet, er lässt seine Stimme, eine gewaltige Stimme, erschallen. 35Gebet Gott Ehre, dessen Herrlichkeit über Israel und dessen Macht in den Wolken ist! 36Wunderbar ist Gott in seinem Heiligtume, der Gott Israels verleiht seinem Volke Stärke und Kraft. Gepriesen sei Gott.
Psalmen 68
1Zum Ende, für die, welche umgewandelt werden, von David. 2Hilf mir, o Gott! denn die Wasser dringen bis an meine Seele. 3Ich versinke in tiefem Schlamme und kein Grund ist da, ich bin in die Tiefe des Meeres geraten und der Sturm hat mich versenkt. 4Ich habe mich müde gerufen, heiser ist meine Kehle geworden; meine Augen schmachten, während ich auf meinen Gott harre. 5Mehr denn meines Hauptes Haare sind, die mich ohne Ursache hassen; stark geworden sind meine Feinde, die mich ungerecht verfolgen; was ich nicht raubte, soll ich nun erstatten. 6O Gott! du kennst meine Torheit und meine Verschuldungen sind vor dir nicht verborgen. 7Lass nicht in mir zuschanden werden, die auf mich hoffen, o Herr, Herr der Heerscharen! Lass in mir nicht zuschanden werden, die dich suchen, o Gott Israels! 8Denn um deinetwillen trage ich Schmach, bedeckt Scham mein Angesicht. 9Ich bin meinen Brüdern fremd geworden und den Kindern meiner Mutter fernstehend. 10Denn der Eifer für dein Haus hat mich verzehrt und die Schmähungen derer, die dich schmähten, trafen mich. 11Ich hüllte meine Seele in Fasten und dies ward zur Schmach für mich. 12Ich machte ein Bußgewand zu meinem Kleide und ward ihnen zum Gespött. 13Es redeten wider mich, die am Tore sitzen, und die Zecher sangen Spottlieder auf mich. 14Ich aber, o Herr! richte mein Gebet zu dir, die Zeit des Wohlgefallens, o Gott! ist gekommen. Nach der Menge deiner Erbarmungen erhöre mich in deiner treuen Hilfe. 15Rette mich aus dem Schlamme, dass ich nicht versinke; befreie mich von denen, die mich hassen, und aus der Wassertiefe. 16Lass die Wasserflut mich nicht überströmen und die Tiefe mich nicht verschlingen noch den Abgrund seinen Rachen über mir schließen! 17Erhöre mich, o Herr! denn gütig ist dein Erbarmen, nach der Fülle deiner Erbarmungen schaue auf mich! 18Und wende dein Antlitz nicht ab von deinem Diener, denn ich bin in Drangsal, eilends erhöre mich! 19Habe acht auf meine Seele und befreie sie, um meiner Feinde willen rette mich! 20Du kennst meine Beschimpfung und meine Schande und meine Beschämung. 21Vor deinem Angesichte sind alle, die mich bedrängen. Mein Herz ist gewärtig der Schmach und des Elends. Ich wartete, ob jemand Mitleid hätte, und es fand sich keiner; ob einer Trost spendete, und ich fand keinen. 22Sie gaben mir Galle zur Speise und in meinem Durste tränkten sie mich mit Essig. 23Möge ihr Tisch vor ihnen zum Fallstricke werden und zur Vergeltung und zum Verderben! 24Ihre Augen mögen dunkel werden, dass sie nicht sehen, und ihren Rücken beuge immerdar! 25Gieße deinen Zorn über sie aus und der Grimm deines Zornes treffe sie! 26Möge ihre Wohnung wüst werden und in ihren Hütten niemand mehr wohnen! 27Denn den du geschlagen, verfolgten sie und zu dem Schmerz meiner Wunden haben sie neue hinzugefügt. 28Lass sie aus einer Sünde in die andere fallen und lass sie nicht zu deiner Gerechtigkeit gelangen! 29Sie mögen aus dem Buche der Lebendigen getilgt und mit den Gerechten nicht verzeichnet werden! 30Ich bin arm und voller Schmerzen, deine Hilfe, Gott, wird mich schirmen. 31Ich will den Namen Gottes in Liedern preisen und ihn verherrlichen mit Lobgesang. 32Das wird Gott mehr gefallen als ein junger Stier, dem Hörner und Klauen wachsen. 33Die Armen sollen es sehen und sich freuen; suchet Gott, so wird eure Seele aufleben. 34Denn der Herr hört auf die Armen und verachtet seine Gefangenen nicht. 35Es lobe ihn Himmel und Erde, das Meer und alles, was sich darin regt! 36Denn Gott wird Sion helfen und Judas Städte werden aufgebaut werden und sie werden daselbst wohnen und es als Erbe in Besitz nehmen. 37Und die Nachkommen seiner Diener werden es zum Besitze erhalten, und die seinen Namen lieben, werden darin wohnen.