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Die Bibel in einem Jahr · Tag 155 von 365

Psalmen 29–32

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Psalmen 29

1Ein Lobpsalm bei der Einweihung des Hauses, von David. 2Ich will dich erheben, o Herr! denn du hast mich beschirmt und hast meine Feinde sich nicht freuen lassen über mich. 3O Herr, mein Gott! zu dir rief ich und du heiltest mich. 4Herr! du hast meine Seele aus dem Totenreiche emporgeführt, hast mich von denen, die in die Grube hinabfahren, gerettet. 5Lobsinget dem Herrn, ihr seine Heiligen! und preiset sein geheiligtes Andenken. 6Denn er straft in seinem Grimme und gibt Leben durch sein Wohlwollen. Am Abende kehrt Weinen ein und am Morgen Freude. 7Ich aber sprach in meines Glückes Fülle: Nimmermehr werde ich wanken! 8O Herr! durch dein Wohlwollen hattest du meiner Herrlichkeit Kraft verliehen. Du wandtest dein Angesicht von mir ab und ich ward bestürzt. 9Zu dir, o Herr! rief ich und zu meinem Gott flehte ich: 10Welchen Nutzen hast du von meinem Blute, wenn ich zur Verwesung hinabfahre? Wird wohl der Staub dich loben oder deine Treue verkünden? 11Der Herr hat es gehört und sich meiner erbarmt, der Herr ist mein Helfer geworden! 12Du hast mir meine Klagen in Freude verwandelt, mein Trauerkleid gelöst und mich mit Freude umgürtet, 13auf dass dir meine Herrlichkeit lobsinge und ich kein Leid habe; o Herr, mein Gott immerdar will ich dich preisen!

Psalmen 30

1Zum Ende, ein Psalm Davids, auf die Bestürzung. 2Auf dich, o Herr! vertraue ich, lass mich nimmermehr zuschanden werden; nach deiner Gerechtigkiet befreie mich! 3Neige dein Ohr zu mir, eile, mich zu retten! Sei mir ein schirmender Gott und eine Stätte der Zuflucht, dass du mich errettest! 4Denn du bist meine Stärke und meine Zuflucht, und um deines Namens willen wirst du mich leiten und nähren. 5Du wirst mich aus der Schlinge ziehen, die sie mir heimlich gelegt haben; denn du bist mein Beschirmer. 6In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, o Herr, Gott der Wahrhaftigkeit! 7Du hassest die, welche vergeblich sich an Nichtiges halten; ich aber vertraue auf den Herrn. 8Ich will frohlocken und mich freuen deines Erbarmens, denn du hast meine Erniedrigung angesehen und meine Seele aus den Nöten errettet. 9Du hast mich nicht gänzlich in die Hände des Feindes übergeben, hast meine Füße auf weiten Raum gestellt. 10Erbarme dich meiner, o Herr! denn ich bin bedrängt; verstört ist vom Grame mein Auge, meine Seele und mein Leib. 11Denn mein Leben ist im Schmerze dahingeschwunden und meine Jahre im Seufzen. Geschwächt ist durch Elend meine Kraft und meine Gebeine sind erschüttert. 12Um aller meiner Feinde willen bin ich eine Schmach geworden für meine Nachbarn gar sehr und ein Schrecken meinen Bekannten. Die mich sahen, flohen vor mir davon. 13Vergessen bin ich, einem Toten gleich, aus dem Herzen geschwunden; einem zerbrochenen Gefäße gleichgeworden. 14Denn ich muss die Schmähung vieler hören, die mich ringsum umgeben. Indem sie zumal wider mich zusammenkamen, hielten sie Rat, mir das Leben zu rauben. 15Ich aber vertraue auf dich, o Herr! ich spreche: Mein Gott bist du! 16In deiner Hand steht mein Geschick. Errette mich aus der Gewalt meiner Feinde und von meinen Verfolgern! 17Lass dein Angesicht über deinen Diener leuchten, errette mich durch deine Erbarmung. 18O Herr! Lass mich nicht zuschanden werden, denn ich rufe dich an. Mögen die Gottlosen zuschanden werden und mögen sie in das Totenreich hinabgestoßen werden; 19mögen die trügerischen Lippen verstummen, die wider den Gerechten Unrecht reden in Hochmut und Verachtung. 20Wie groß ist die Fülle deiner Güte, o Herr! die du denen, die dich fürchten, aufbewahrst. Du erweisest sie denen, die auf dich vertrauen, vor den Menschenkindern. 21Du verbirgst sie mit dem Schirme deines Angesichts vor dem Schrecken der Menschen. Du schirmst sie wie in deinem Gezelte vor dem Hader ihrer Zungen. 22Gepriesen sei der Herr! denn er hat mir seine Barmherzigkeit wunderbar erwiesen in einer festen Stadt. 23In der Bestürzung meines Geistes zwar sprach ich: Ich bin verstossen aus deinen Augen! Doch darum hast du mein lautes Flehen erhört, als ich zu dir rief. 24Liebet den Herrn, ihr seine Heiligen alle! Denn Wahrhaftigkeit sucht der Herr, und vergilt in vollem Maße denen, die Hochmut üben. 25Handelt mannhaft und lasset euer Herz stark sein, ihr alle, die ihr auf den Herrn hoffet!

Psalmen 31

1Eine Unterweisung von David. Glückselig diejenigen, deren Missetaten vergeben und deren Sünden bedeckt sind! 2Glückselig der Mann, dem der Herr seine Verschuldung nicht zurechnet und in dessen Geist kein Falsch ist! 3Weil ich schwieg, welkten meine Gebeine, während ich den ganzen Tag schrie. 4Denn Tag und Nacht lag deine Hand schwer auf ihr; in meinem Elende kehrte ich mich zu dir, während der Stachel in mir haftete. 5Ich bekannte dir mein Vergehen und verbarg meine Ungerechtigkeit nicht. Ich sprach: Ich will wider mich dem Herrn mein Unrecht bekennen, und du vergabst mir den Frevel meiner Sünde. 6Darum soll jeder Heilige zu dir flehen zu günstiger Zeit, und ob auch viele Wasser einherfluten, werden sie ihn doch nicht erreichen. 7Du bist meine Zuflucht in der Bedrängnis, die mich umgibt; du mein Frohlocken, rette mich vor denen, die mich umlagern. 8Ich will dir Einsicht geben und dich unterweisen über den Weg, den du wandeln sollst; ich will meine Augen auf dir ruhen lassen. 9Werdet nicht wie Pferd und Maultier, welche keinen Verstand haben. Mit Zaum und Gebiss schnüre die Backen derer zusammen, die dir sonst nicht nahen. 10Viele Geißeln kommen über den Sünder; wer aber auf den Herrn vertraut, den umgibt er mit Gnade. 11Freuet euch in dem Herrn und frohlocket, ihr Gerechten, und jubelt alle, die ihr aufrichtigen Herzens seid!

Psalmen 32

1Ein Psalm Davids. Frohlocket, ihr Gerechten, im Herrn! den Rechtschaffenen ziemt Lobgesang. 2Preiset den Herrn mit Zitherspiel, lobsinget ihm auf zehnsaitiger Harfe! 3Singet ihm ein neues Lied, lobsinget ihm lieblich mit Jubelschall! 4Ist ja das Wort des Herrn wahrhaftig und all sein Tun in Treue. 5Er liebt Barmherzigkeit und Recht, die Erde ist voll der Huld des Herrn. 6Durch des Herrn Wort sind die Himmel gefestigt und durch den Hauch seines Mundes all ihr Heer. 7Er sammelt die Wasser des Meeres wie in einem Schlauche, er legt Fluten in Vorratskammern. 8Es fürchte die ganze Erde den Herrn, vor ihm sollen alle Bewohner des Erdkreises erbeben! 9Denn er sprach und es ward, er befahl und es war geschaffen. 10Der Herr macht die Anschläge der Heiden zunichte, vereitelt die Gedanken der Völker und vereitelt die Ratschlüsse der Fürsten. 11Der Ratschluß des Herrn aber bleibt ewig bestehen, die Gedanken seines Herzens von Geschlecht zu Geschlecht. 12Glückselig das Volk, dessen Gott der Herr ist; das Volk, das er sich zum Erbe erwählt hat. 13Vom Himmel schaut der Herr herab, sieht auf die Menschenkinder alle. 14Von seiner wohlbereiteten Wohnung schaut er auf alle, welche die Erde bewohnen. 15Er bildete eines jeden Herz, kennt alle ihre Taten. 16Nicht wird ein König durch seine große Macht geschützt und nicht ein Riese durch die Fülle seiner Kraft. 17Unzuverlässig ist das Roß zum Siege, durch die Fülle seiner Kraft wird er sich nicht retten. 18Siehe, des Herrn Augen sehen auf die, die ihn fürchten, und auf die, welche auf sein Erbarmen hoffen, 19dass er vom Tode ihre Seelen rette und sie bei Hungersnot nähre. 20Unsere Seele harrt auf den Herrn, denn er ist unser Helfer und Beschirmer. 21Ja, in ihm freut sich unser Herz und wir vertrauen auf seinen heiligen Namen. 22Deine Huld, o Herr! komme über uns, wie wir auf dich unsere Hoffnung setzen.

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