Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).
Psalmen 21
1Zum Ende, für Hilfe am Morgen, ein Psalm Davids. 2O Gott, mein Gott! schaue her auf mich, warum hast du mich verlassen? Fern von Hilfe für mich rufe ich ob meiner Sünden. 3Mein Gott! ich rufe des Tages und du erhörst mich nicht; des Nachts, doch nicht soll es mir zur Torheit gereichen. 4Du aber wohnst im Heiligtume, du, der Lobpreis Israels! 5Auf dich hofften unsere Väter, sie hofften und du hat sie gerettet. 6Sie riefen zu dir und wurden errettet, sie hofften auf dich und wurden nicht zuschanden. 7Ich aber bin ein Wurm und nicht ein Mensch, der Leute Spott und die Verachtung des Volkes. 8Alle, die mich sehen, spotten über mich, verziehen die Lippen und schütteln das Haupt. 9Er hat auf den Herrn gehofft, er rette ihn, er helfe ihm, denn er hat sein Wohlgefallen an ihm. 10Ja, du bist es, der mich aus dem Mutterleibe hervorgezogen; du meine Hoffnung von den Brüsten meiner Mutter her. 11Dir ward ich zugewiesen vom Mutterschoße an, von Mutterleib an warst du mein Gott. 12Verlasse mich nicht, denn die Drangsal ist nahe und niemand ist, der helfe. 13Viele Farren haben mich umringt, fette Stiere mich umlagert. 14Sie sperren ihren Rachen wider mich auf, wie ein reißender, brüllender Löwe. 15Wie Wasser bin ich hingegossen und aufgelöst sind all meine Gebeine. Mein Herz ist wie zu Wachs zerflossen in meinem Innern. 16Vertrocknet wie eine Scherbe ist meine Kraft und meine Zunge klebt an meinem Gaumen und in den Staub des Todes ließest du mich hinabsinken. 17Denn viele Hunde haben mich umringt, die Rotte der Bösewichter hat mich umlagert. Sie haben meine Hände und meine Füße durchbohrt, 18gezählt all meine Gebeine und schauen mich nun an und betrachten mich. 19Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und das Los über mein Gewand geworfen. 20Du aber, Herr! lass deine Hilfe nicht fern sein von mir, sei bedacht auf meinen Schutz. 21Errette meine Seele von dem Schwerte, o Gott! und aus der Gewalt des Hundes meine Einzige. 22Rette mich aus dem Rachen des Löwen, mich Erniedrigten von den Hörnern der Einhorne. 23Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden, inmitten der Versammlung dich lobpreisen. 24Ihr, die ihr den Herrn fürchtet, lobpreiset ihn; alle Kinder Jakobs verherrlichet ihn! 25Es mögen ihn fürchten alle Nachkommen Israels; denn er hat nicht verachtet noch verschmäht er das Flehen des Armen und hat sein Angesicht nicht von mir abgewendet und mich erhört, da ich zu ihm rief. 26Dich preise ich in zahlreicher Versammlung; im Angesichte derer, die ihn fürchten, will ich meine Gelübde erfüllen. 27Arme werden essen und satt werden und den Herrn loben, die ihn suchen; ihre Herzen leben auf ewig. 28Alle Enden der Erde werden des Herrn gedenken und zu ihm zurückkehren und vor ihm werden alle Geschlechter der Heiden niederfallen. 29Ist ja des Herrn das Königtum und er herrscht über alle Völker. 30Es essen und beten an alle Mächtigen der Erde; vor seinem Angesichte fallen alle nieder, die in den Staub sinken. 31Und meine Seele wird ihm leben und meine Nachkommenschaft ihm dienen. 32dem Herrn wird angekündigt werden das künftige Geschlecht und die Himmel werden seine Gerechtigkeit dem Volke kundtun, das geboren werden wird, das der Herr erschaffen hat.
Psalmen 22
1Ein Psalm Davids. Der Herr ist mein Hirt, mir wird nichts mangeln; 2auf einem Weideplatze lässt er mich lagern, an Wasser der Erquickung leitet er mich; 3er erquickt meine Seele, führt mich auf Pfaden der Gerechtigkeit, um seines Namens willen. 4Denn ob ich auch mitten durch Todesschatten wandelte, fürchte ich doch kein Unglück; bist du doch bei mir. Dein Stecken und dein Stab trösten mich. 5Du deckst vor meinem Angesichte einen Tisch im Angesichte meiner Bedränger, salbst mein Haupt mit Öl, und mein überströmender Becher, wie herrlich ist er! 6Deine Gnade geleitet mich alle Tage meines Lebens und ich darf wohnen im Hause des Herrn immerdar.
Psalmen 23
1Am ersten Tage der Woche, ein Psalm Davids. Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt; der Erdkreis und alle, die auf demselben wohnen. 2Denn er hat ihn auf die Meere gegründet und über Ströme ihn festgestellt. 3Wer darf den Berg des Herrn betreten? Oder wer darf an seiner heiligen Stätte stehen? 4Wer unschuldige Hände hat und reinen Herzens ist, wer seine Seele nicht an Eitles hängt und seinem Nächsten nicht trüglich schwört. 5Dieser wird Segen von dem Herrn empfangen und Erbarmen von Gott, seinem Retter. 6Dies ist das Geschlecht, das nach ihm verlangt, die das Angesicht des Gottes Jakobs suchen. 7Erhöhet, ihr Fürsten, eure Tore, hoch wölbet euch, ihr ewigen Tore, und der König der Herrlichkeit wird einziehen. 8Wer ist dieser König der Herrlichkeit? Der Herr, der Starke du Gewaltige, der Herr, mächtig im Streite. 9Erhöhet, ihr Fürsten, eure Tore, hoch wölbet euch, ihr ewigen Tore, und der König der Herrlichkeit wird einziehen! 10Wer ist dieser König der Herrlichkeit? Der Herr der Heerscharen ist der König der Herrlichkeit!
Psalmen 24
1Zum Ende, ein Psalm Davids. Zu dir, Herr! erhebe ich meine Seele, 2auf dich vertraue ich, mein Gott! lass mich nicht zuschanden werden 3und lass meine Feinde mich nicht verhöhnen; denn alle, welche auf dich harren, werden nicht zuschanden. 4Zuschanden mögen alle werden, die Böses tun freventlich. Deine Wege, Herr! zeige mir und deine Pfade lehre mich. 5Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich, denn du bist, o Gott! mein Erretter und auf dich harre ich alle Zeit. 6Gedenke, o Herr! deiner Erbarmungen und deiner Gnaden, die von Ewigkeit her sind. 7Der Sünden meiner Jugend und meiner Verirrungen gedenke nicht. Nach deiner Barmherzigkeit gedenke meiner um deiner Güte willen, o Herr! 8Gütig und wahrhaft ist der Herr, darum weist er den Flehenden den Weg. 9Er führt die Sanftmütigen mit Gerechtigkeit, er lehrt die Milden seine Wege. 10Alle Wege des Herrn sind Erbarmen und Wahrhaftigkeit für die, welche seinen Bund und seine Zeugnisse bewahren. 11Um deines Namens willen, o Herr, vergib mir meine Sünden; denn ihrer sind viele. 12Wer ist der Mann, der den Herrn fürchtet? Er unterweist ihn über den Weg, den er erwählen soll. 13Seine Seele wird im Glücke weilen und seine Nachkommen werden das Land ererben. 14Eine feste Stütze ist der Herr denen, die ihn fürchten, und sein Bund wird ihnen offenbar. 15meine Augen sind stets auf den Herrn gerichtet, denn er wird meine Füße aus der Schlinge ziehen. 16Blicke auf mich und erbarme dich meiner, denn ich bin einsam und elend. 17Die Bedrängnisse meines Herzens haben sich gemehrt, aus meinen Nöten rette mich. 18Siehe meine Demütigung und meine Mühsal an und vergib alle meine Sünden. 19Siehe an meine Feinde, wie ihrer viele sind, sie hassen mich mit ungerechtem Hasse. 20Bewahre meine Seele und errette mich, nicht möge ich zuschanden werden, denn auf dich hoffe ich. 21Unschuldige und Redliche hangen mir an, denn ich harre auf dich. 22O Gott! erlöse Israel aus allen seinen Drangsalen.