Zum Inhalt springen

Die Bibel in einem Jahr · Tag 115 von 365

Nehemia 1–4

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Nehemia 1

1Worte des Nehemias, des Sohnes Helchias. Es geschah im Monat Kasleu, in zwanzigsten Jahr, dass ich zu Susan auf der Burg war. 2Da kam Hanani, einer von meinen Brüdern, mit Männern aus Juda und ich befragte sie über die Juden, die zurückgeblieben und aus der Gefangenschaft und aus Jerusalem übriggeblieben waren. 3Sie sprachen zu mir: Die zurückgeblieben und aus der Gefangenschaft daselbst im Lande übriggeblieben sind, sind in großem Elende und in Schmach; und die Mauer Jerusalems ist zerstört und seine Tore sind vom Feuer verzehrt. 4Als ich solche Worte vernahm, setzte ich mich nieder und weinte und trauerte viele Tage hindurch und fastete und betete vor dem Angesichte des Gottes des Himmels. 5Und ich sprach: Ach, Herr! du starker Gott des Himmels, du großer und furchtbarer, der du Bund und Barmherzigkeit denen bewahrst, die dich lieben und deine Gebote halten, 6lass deine Ohren aufmerken und deine Augen offen sein, dass du auf das Gebet deines Dieners hörest, das ich dir jetzt Tag und Nacht für die Söhne Israels, deine Diener, darbringe; und ich bekenne die Sünden der Söhne Israels, mit denen sie gegen dich gefehlt haben; ich und das Haus meines Vaters, wir haben uns versündigt. 7Wir sind durch Eitelkeit verführt worden und haben deine Gebote und Satzungen und Rechte, welche du Moses, deinem Diener, gegeben, nicht beobachtet. 8Gedenke des Wortes, welches du deinem Diener Moses geboten hast, da du sprachst: Wenn ihr euch versündigt, so werde ich euch unter die Völker zerstreuen; 9aber wenn ihr euch wieder zu mir bekehret und meine Gebote haltet und sie beobachtet, so werde ich, auch wenn ihr bis an das Ende des Himmels weggeführt wäret, euch von dorther sammeln und an den Ort zurückführen, welchen ich erwählt habe, meinen Namen daselbst wohnen zu lassen. 10Sie sind ja deine Diener und dein Volk, die du durch deine große Kraft und deine mächtige Hand erlöst hast! 11Ich bitte dich, Herr! lass dein Ohr aufmerksam auf das Gebet deines Dieners und auf das Gebet deiner Diener, welche deinen Namen fürchten wollen, und leite deinen Diener heute und lass ihn Gnade finden vor diesem Manne. Ich war nämlich der Mundschenk des Königs.

Nehemia 2

1Es begab sich aber im Monat Nisan, in zwanzigsten Jahre des König Artaxerxes, dass Wein vor ihm stand; und ich nahm den Wein und reichte ihn dem Könige, ich war aber beinahe ohnmächtig vor seinem Angesichte. 2Da sprach der König zu mir: Warum ist dein Angesicht traurig, während ich doch nicht sehe, dass du krank bist? Ohne Ursache ist dies nicht, sondern irgend ein Kummer ist in deinem Herzen. Da geriet ich in großen Schrecken 3und sprach zu dem Könige: O König, mögest du immerdar leben! Wie sollte mein Angesicht nicht trauern, da die Stadt, wo das Grab meines Vaters ist verwüstet liegt und ihre Tore vom Feuer verzehrt sind? 4Der König sprach zu mir: Was begehrst du? Da betete ich zu dem Gott des Himmels 5und sprach sodann zu dem Könige: Wenn es dem Könige gut scheint und dein Diener vor deinem Angesichte Wohlgefallen findet, so mögest du mich nach Judäa, in die Stadt, wo das Grab meines Vaters ist, senden, dass ich sie aufbaue. 6Da sprach der König und die Königin, die ihm zur Seite saß, zu mir: Bis wie lange wird deine Reise dauern und wann wirst du zurückkehren? Es war also dem Könige wohlgefällig, mich zu senden, und ich gab ihm eine Zeit an. 7Und ich sprach zu dem Könige: Wenn es dem Könige gut scheint, so möge er mir Briefe an die Statthalter des Landes jenseits des Stromes geben, dass sie mich hinübergeleiten, bis ich nach Judäa komme, 8und einen Brief an Asaph, den Aufseher des königlichen Waldes, dass er mir Holz gebe, um die Tore am Turme des Hauses und die Mauern der Stadt decken zu können, und für das Haus, in das ich ziehen werde. Und der König bewilligte es mir, da die Hand meines Gottes gnädig über mir waltete. 9So kam ich zu den Statthaltern des Landes jenseits des Stromes und gab ihnen die Schreiben des Königs. Der König hatte aber Befehlshaber des Heeres und Reiter mit mir geschickt. 10Als dies Sanaballat, der Horoniter, und Tobias, der Knecht, der Ammaniter, hörten, war es ihnen ein großer Verdruss, dass ein Mann kam, das Wohl der Söhne Israels zu suchen. 11Als ich nach Jerusalem gekommen war und daselbst drei Tage weilte, 12machte ich mich bei Nacht mit wenigen Männern auf, ohne jemand zu sagen, was Gott mir in das Herz gegeben hatte, in Jerusalem zu tun; auch war kein Tier bei mir als das Tier, auf dem ich saß. 13Und ich zog des Nachts durch das Taltor hinaus, bei der Drachenquelle vorbei bis zum Misttore und betrachtete die zerstörte Mauer Jerusalems und ihre vom Feuer verzehrten Tore. 14Hierauf zog ich weiter zum Quelltore und zur Wasserleitung des Königs; dort war für das Tier, auf dem ich saß, kein Raum, um durchzukommen. 15So zog ich denn nachts das Tal hinauf und betrachtete die Mauer und kehrte wieder um und kam zum Taltore und nach Hause zurück. 16Die Vorsteher aber wussten nicht, wohin ich gegangen war, oder was ich tun wollte, denn auch den Juden und Priestern und Vornehmen und Vorstehern und den übrigen, welche am Baue tätig waren, hatte ich bis dahin nichts mitgeteilt. 17Da sprach ich zu ihnen: Ihr kennt das Elend, in dem wir uns befinden; denn Jerusalem liegt sich verwüstet und seine Tore sind vom Feuer verzehrt; kommet und lasset uns die Mauern Jerusalems aufbauen, dass wir nicht länger ein Gegenstand der Verhöhnung seien! 18Alsdann zeigte ich ihnen an, wie gütig die Hand meines Gottes über mir gewaltet, und die Worte des Königs, die er zu mir gesprochen, und sagte: Wir wollen uns aufmachen und bauen! So wurden ihre Hände zum Guten gestärkt. 19Als aber Sanaballat, der Horoniter, und Tobias, der Knecht, der Ammaniter, und Gosem, der Araber, es hörten, spotteten sie unser und verachteten uns und sprachen: Was ist das, was ihr da tut? Wollt ihr euch gegen den König empören? 20Da gab ich ihnen zur Antwort und sprach zu ihnen: Der Gott des Himmels hilft uns und wir sind seine Diener; wir wollen uns aufmachen und bauen, ihr aber habt keinen Anteil noch Anrecht noch Andenken in Jerusalem.

Nehemia 3

1Da machten sich Eliasib, der Hohepriester, und seine Brüder, die Priester, auf und bauten das Schaftor; sie weihten es und setzten seine Torflügel ein und sie weihten es bis zum Turme der hundert Ellen, bis zum Turme Hananeel. 2Neben ihm bauten die Männer von Jericho und auf der andern Seite baute Zachur, der Sohn Amris. 3Das Fischtor aber bauten die Söhne Asnaas, sie statteten es mit Balken aus und setzten seine Pforten und Schlösser und Riegel ein. Neben ihnen baute Marimuth, der Sohn Urias, des Sohnes Akkus. 4Neben ihm baute Mosollam, der Sohn Barachias, des Sohnes Mesezebels; neben diesen baute Sadok, der Sohn Baanas. 5Neben ihnen bauten die Thekuiter, die Vornehmen unter ihnen aber boten ihre Nacken nicht zum Dienste für das Werk ihres Herrn. 6Und das alte Tor bauten Jojada, der Sohn Phaseas, und Mosollam, der Sohn Besodias; sie versahen es mit Balken und setzten seine Pforten und Schlösser und Riegel ein. 7Neben ihnen bauten Meltias, der Gabaoniter, und Jadon, der Meronathiter, die Männer von Gabaon und Maspha für den Statthalter, welcher in der Landschaft jenseits des Flusses war. 8Neben diesem baute Eziel, der Sohn Arajas, der Goldschmied, und neben ihm baute Ananias, der Sohn des Salbenmischers; sie ließen Jerusalem bis zur Mauer an der breiten Straße. 9Neben diesem baute Raphaja, der Sohn Hurs, der Oberste über einen Teil von Jerusalem. 10Neben diesem baute Jedaja, der Sohn Haromaphs, seinem Hause gegenüber; neben diesem baute Hattus, der Sohn Hasebonias. 11Die Hälfte eines Stadtteiles baute Melchias der Sohn Herems, und Hasub, der Sohn Phahath-Moabs, und den Ofenturm. 12Neben ihm baute Sellum, der Sohn Alohes, der Oberste der Hälfte eines Stadtteiles von Jerusalem, er und seine Töchter. 13Das Taltor bauten Hanun und die Einwohner von Zanoe, diese bauten es und setzten seine Pforten und Schlösser und Riegel ein und bauten tausend Ellen an der Mauer bis zum Misttore. 14Das Misttor baute Melchias, der Sohn Rechabs, der Oberste des Bezirkes von Bethacharam; er baute es und setzte seine Pforten und Schlösser und Riegel ein. 15Das Quelltor baute Sellum, der Sohn Cholhozas, der Oberste des Bezirkes von Maspha; er baute es und versah es mit Balken und setzte seine Pforten und Schlösser und Riegel ein, außerdem auch die Mauern am Teiche Siloe bei dem Garten des Königs bis an die Stufen, die von der Davidsstadt herabführen. 16Nach ihm baute Nehemias, der Sohn Azboks, der Oberste über die Hälfte des Bezirkes von Bethsur, bis gegen das Grab Davids und bis zu dem mit großer Mühe angelegten Teiche und bis an das Haus der Helden. 17Nach ihm bauten die Leviten: Rehum, der Sohn Bennis, nach diesem baute Hasebias, der Oberste über die Hälfte des Bezirkes von Keila in seinem Stadtteile. 18Nach ihm bauten ihre Brüder: Bavai, der Sohn Enadads, der Oberste über die Hälfte des Bezirkes von Keila; 19und neben ihm baute Azer, der Sohn Josues, der Fürst von Maspha, ein zweites Stück bei der Anhöhe des festen Winkels. 20Nach ihm baute auf dem Berge Baruch, der Sohn Zachais, ein zweites Stück von dem Winkel bis zum Tore des Hauses des Hohenpriesters Eliasib. 21Nach ihm baute Merimuth, der Sohn des Urias, des Sohnes Hakkus, das folgende Stück vom Tore des Hauses Eliasibs an, so weit sich das Haus Eliasibs erstreckte. 22Und nach ihm bauten die Priester aus der Ebene des Jordan. 23Darnach bauten Benjamin und Hasub, ihrem Hause gegenüber; und darnach baute Azarias, der Sohn Maasias, des Sohnes Ananias, seinem Hause gegenüber. 24Nach ihm baute Bennui, der Sohn Henadads, ein weiteres Stück vom Hause Azarias an bis an den Winkel und bis an die Beugung. 25Phalel, der Sohn Ozis, baute gegenüber dem Winkel und dem vom Königshause hervorragenden Türme, das ist am Kerkerhofe; nach ihm Phadaja, der Sohn Pharos. 26Die Nathinäer aber nahmen in Ophel Wohnung bis an das Wassertor gegen Aufgang und bis an den Turm, der hervorsprang. 27Darnach bauten die Thekuiter ein zweites Stück gegenüber, vom großen hervorspringenden Turme an bis zur Mauer des Tempels. 28Vom Roßtore aufwärts bauten die Priester, ein jeder seinem Hause gegenüber. 29Nach ihnen baute Sadok, der Sohn Emmers, seinem Hause gegenüber. Nach diesem baute Semaja, der Sohn Sechenias, der Hüter des Osttores. 30Nach diesem baute Hanania, der Sohn Selemias, und Hanun, der sechste Sohn Selephs, das folgende Stück; nach ihm baute Mosollam, der Sohn Barachias, seinem Vorratshause gegenüber. Nach diesem baute Melchias, der Sohn des Goldschmieds, bis zum Hause der Nathinäer und der Krämer, dem Gerichtstor gegenüber, und bis an das Eckgemach. 31Und zwischen dem Eckgemache und dem Schaftore bauten die Goldschmiede und die Händler.

Nehemia 4

1Es begab sich aber, als Sanaballat hörte, dass wir die Mauer bauten, ergrimmte und zürnte er sehr und verhöhnte die Juden 2und sagte vor seinen Brüdern und vielen Samaritern: Was treiben die ohnmächtigen Juden? Werden die Völker sie etwa gewähren lassen? Werden sie opfern und werden sie in einem Tage zu Ende kommen? Werden sie aus den Schutthaufen Steine zum Baue haben können, obwohl diese verbrannt sind? 3Aber auch Tobias, der Ammaniter, der neben ihm stand, sprach: Lass sie nur bauen! Wenn ein Fuchs hinaufspringt, wird er ihre steinerne Mauer überspringen! 4Höre, unser Gott! wir sind zum Spott geworden; wende die Schmach auf ihr Haupt zurück und übergib sie der Verachtung im Lande der Gefangenschaft. 5Decke ihre Schuld nicht zu und ihre Sünde werde nicht ausgetilgt vor deinem Angesichte, weil sie die Bauleute verhöhnt haben. 6So bauten wir die Mauer und schlossen die ganze Mauer bis zur Hälfte, und das Herz des Volkes ward zur Arbeit angeeifert. 7Es geschah aber, als Sanaballat und Tobias und die Araber und die Ammaniter und die Azotiter hörten, dass die Lücken an der Mauer von Jerusalem ausgefüllt seien und dass die Risse sich zu schließen begonnen, wurden sie sehr zornig. 8Und sie versammelten sich alle zusammen, um herbeizukommen und gegen Jerusalem zu kämpfen und Nachstellungen zu bereiten. 9Da beteten wir zu unserm Gott und stellten gegen sie Wachen auf die Mauer Tag und Nacht. 10Judas aber sprach: Die Kraft der Träger ist zu schwach und des Schuttes ist zuviel, wir werden die Mauer nicht aufzubauen vermögen. 11Und unsere Feinde sprachen: Sie sollen es nicht merken noch wissen, bis wir mitten unter sie kommen und sie töten und der Arbeit ein Ende machen. 12Es geschah aber, dass die Juden welche ihnen zunächst wohnten, kamen und uns wohl zehnmal aus allen Orten, von denen sie zu uns kamen, Meldung machten. 13Da stellte sich an einer Stelle hinter der Mauer ringsum das Volk in Ordnung mit ihren Schwertern und Spießen und Bogen auf. 14Und ich musterte es und machte mich auf und sprach zu den Vornehmen und zu den Vorstehern und zu dem übrigen Volke: Fürchtet euch nicht vor ihrem Angesichte! Gedenket des Herrn, des großen und furchtbaren, und kämpfet für eure Brüder, eure Söhne und Töchter, eure Frauen und eure Häuser! 15Es begab sich aber, als unsere Feinde hörten, dass es uns kund geworden war, vereitelte Gott ihren Anschlag. Und wir gingen alle wieder zur Mauer zurück, ein jeder an seine Arbeit. 16Von jenem Tage an geschah es, dass der eine Teil der Jünglinge arbeitete, der andere zum Kampfe gerüstet dastand mit Speeren und Schilden und Bogen und Panzern, und die Obersten standen hinter ihnen im ganzen Hause Juda. 17Sie mochten an der Mauer bauen oder Lasten tragen und aufladen, mit einer Hand verrichteten sie die Arbeit und mit der andern hielten sie das Schwert; 18denn ein jeder von den Bauleuten war mit seinem Schwerte an den Lenden umgürtet. Und sie bauten, während man neben mir in die Posaune stieß. 19Da sprach ich zu den Vornehmen und zu den Vorstehern und zu dem Volke: Die Arbeit ist groß und ausgedehnt und wir sind auf der Mauer verteilt, einer von den andern weit entfernt; 20an welchem Orte immer ihr also den Schall der Posaune hört, dorthin eilet, euch mit uns zu vereinigen. Unser Gott wird für uns kämpfen. 21Wir selbst wollen die Arbeit tun und die eine Hälfte von uns soll die Speere vom Aufgange der Morgenröte halten, bis die Sterne hervorkommen. 22Auch sprach ich zu jener Zeit zu dem Volke: Ein jeder übernachte mit seinem Knechte innerhalb Jerusalems und so mögen sie bei Nacht als Wache helfen und am Tage bei der Arbeit. 23Ich aber und meine Brüder und meine Knechte und die Wächter, die mir folgten, wir legten unsere Kleider nicht ab; keiner kleidete sich aus, außer zum Bade.

Sie möchten selbst einen Tag einlesen? Zum Lesekalender