Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).
2. Chronik 9
1Als auch die Königin von Saba den Ruf von Salomon hörte, kam sie, ihn mit schwierigen Fragen auf die Probe zu stellen, nach Jerusalem, mit großer Pracht, mit Kamelen, die Spezereien und sehr viel Geld und kostbare Steine trugen. Diese kam zu Salomon und redete mit ihm von allem, was sie sich vorgenommen hatte. 2Und Salomon erklärte ihr alles, was sie vorgelegt hatte; und es war nichts, was er ihr nicht dargelegt hätte. 3Da sie nun die Weisheit Salomons sah und das Haus, das er gebaut, 4dazu die Speisen seines Tisches und die Wohnungen seiner Knechte und die Verrichtungen seiner Diener und ihre Gewänder und die Mundschenken und ihre Gewänder und die Schlachtopfer, die er im Hause des Herrn darzubringen pflegte, geriet sie vor Staunen außer sich. 5Und sie sprach zu dem König: Wahr ist es, was ich in meinem Lande von deinen Taten und deiner Weisheit vernommen habe. 6Ich habe denen, welche es erzählten, nicht glauben wollen, bis ich selbst kam und mit eigenen Augen es sah und erfuhr, dass mir kaum die Hälfte von deiner Weisheit berichtet worden ist; du hast den Ruf durch deine erhabenen Vorzüge übertroffen. 7Glückselig deine Leute und glückselig deine Diener, die allezeit vor dir stehen und deine Weisheit hören! 8Gepriesen sei der Herr, dein Gott, der dich auf seinen Thron hat setzen wollen als König des Herrn, deines Gottes! Weil Gott Israel liebt und es auf ewig erhalten will, darum hat er dich zum Könige über dasselbe gesetzt, Recht und Gerechtigkeit zu üben. 9Hierauf gab sie dem Könige hundertundzwanzig Talente Goldes und Spezereien in großer Menge und kostbare Steine; nie sind solche Spezereien noch gewesen, wie die waren, welche die Königin von Saba dem König Salomon gab. 10Aber auch die Knechte Hirams brachten mit den Knechten Salomons Gold von Ophir und Sandelholz und sehr kostbare Steine 11und der König machte aus dem Sandelholz Stufen im Hause des Herrn und im Hause des Königs, sowie Zithern und Harfen für die Sänger; solches Holz ist zuvor niemals im Lande Juda gesehen worden. 12Der König Salomon aber gab der Königin von Saba alles, was sie wollte und begehrte, und noch viel mehr, als sie ihm gebracht hatte; und sie kehrte zurück und zog fort mit ihren Dienern in ihr Land. 13Das Gewicht des Goldes aber, das Salomon Jahr für Jahr gebracht ward, betrug sechshundertsechsundsechzig Talente Goldes, 14außer der Summe, welche die Abgesandten der verschiedenen Völker und die Händler zu bringen pflegten; dazu brachten alle Könige Arabiens und die Statthalter des Landes dem Salomon Gold und Silber. 15Und der König Salomon ließ zweihundert goldene Speere aus einer Summe von sechshundert Goldstücken machen, so viel wurden zu jedem Speer verwendet; 16und dreihundert goldene Schilde von dreihundert Goldstücken, mit denen ein jeder Schild überzogen ward; diese hinterlegte der König im Zeughause, das mit Bäumen umgeben war. 17Ferner ließ der König einen großen Thron von Elfenbein herstellen und ihn mit dem lautersten Golde überziehen. 18Ebenso sechs Stufen, auf denen man zu dem Throne hinaufstieg, und einen goldenen Fußschemel und zwei Armlehnen auf beiden Seiten und zwei Löwen, welche neben den Armlehnen standen. 19dazu noch zwölf andere kleine Löwen, welche auf den sechs Stufen zu beiden Seiten standen; ein solcher Thron ist noch nie in einem Reiche gewesen. 20Und alle Tischgeräte des Königs waren von Gold, so wie die Gerätschaften des Libanonwaldhauses vom reinsten Golde waren; denn das Silber ward in jenen Tagen für nichts geachtet. 21Die Schiffe des Königs fuhren nämlich mit den Knechten Hirams einmal in drei Jahren nach Tharsis und brachten von da Gold, Silber, Elfenbein, Affen und Pfauen. 22So übertraf Salomon an Reichtum und Herrlichkeit alle Könige auf Erden. 23Und alle Könige der Erde wünschten das Angesicht Salomons zu schauen, um die Weisheit zu hören, welche ihm Gott in das Herz gegeben hatte, 24und brachten ihm Geschenke, silberne und goldene Geräte, Kleider, Waffen, Spezereien, Rosse und Maultiere, Jahr für Jahr. 25Und Salomon hatte vierzigtausend Rosse in Ställen und zwölftausend Wagen und Reiter, diese legte er in die Wagenstädte und nach Jerusalem, wo der König war. 26Er übte die Herrschaft über alle Könige aus, die vom Strome Euphrat bis zu dem Lande der Philister und bis an die Grenzen von Ägypten wohnten. 27Und er machte, dass das Silber in Jerusalem in solcher Menge war wie die Steine, und der Zedern so viele wie wilde Feigenbäume, die in den Ebenen wachsen. 28Rosse aber wurden ihm aus Ägypten und aus allen Ländern zugeführt. 29Die übrige Geschichte der Taten Salomons aber, der früheren wie der späteren, ist aufgeschrieben in der Geschichte des Propheten Nathan und in den Büchern des Siloniters Ahia, auch in dem Gesichte des Sehers Addo wider Jeroboam, den Sohn Nabats. 30Und Salomon herrschte in Jerusalem über ganz Israel vierzig Jahre. 31Und da er zu seinen Vätern entschlief, begruben sie ihn in der Davidsstadt und sein Sohn Roboam ward König an seiner Statt.
2. Chronik 10
1Roboam aber zog nach Sichem, denn ganz Israel war dorthin zusammen gekommen, um ihn zum Könige zu machen. 2Als Jeroboam, der Sohn Nabats, dies vernahm, der in Ägypten war (dorthin war er nämlich vor Salomon geflohen), kehrte er alsbald zurück. 3Und sie riefen ihn und er kam mit ganz Israel und sie redeten zu Roboam also: 4Dein Vater hat uns mit sehr hartem Joche bedrückt, erleichtere du den harten Dienst, den dein Vater uns auferlegt hatte, und erleichtere uns die Last ein wenig, so werden wir dir untertan sein. 5Er sprach: Kommet nach drei Tagen wieder zu mir. Als nun das Volk fortgegangen war, 6beriet er sich mit den Ältesten, welche vor seinem Vater Salomon gestanden, als er noch lebte, und sprach: Was ratet ihr mir, dem Volke zu antworten? 7Sie sprachen zu ihm: Wenn du diesem Volke zu Gefallen bist und sie mit milden Worten begütigst, so werden sie dir allezeit untertan sein. 8Er aber verwarf den Rat der Ältesten und fing an, mit den Jünglingen zu verhandeln, die mit ihm erzogen und in seinem Gefolge waren, 9und sprach zu ihnen: Was dünkt euch? Was soll ich diesem Volke antworten, das zu mir gesagt hat: Mache das Joch, das dein Vater uns auferlegt hat, leichter? 10Diese aber antworteten als Jünglinge, die in Üppigkeit mit ihm erzogen waren, und sprachen: So musst du mit dem Volke reden, welches zu dir gesagt hat: Dein Vater hat unser Joch schwer gemacht, erleichtere du es; so musst du ihm antworten: Mein kleinster Finger ist dicker als meines Vaters Lenden! 11Mein Vater hat euch ein schweres Joch auferlegt, ich aber werde eine größere Last hinzufügen; mein Vater hat euch mit Geißeln geschlagen, ich aber will euch mit Skorpionen schlagen. 12Am dritten Tage also kam Jeroboam und das ganze Volk zu Roboam, wie er ihnen befohlen hatte. 13Da gab der König eine harte Antwort, indem er den Rat der Ältesten verwarf, 14und er sprach nach dem Willen der Jünglinge: Mein Vater hat euch ein schweres Joch auferlegt, ich werde es noch schwerer machen; mein Vater hat euch mit Geißeln geschlagen, ich aber will euch mit Skorpionen schlagen. 15Und er hörte auf die Bitten des Volkes nicht, denn es war eine Fügung von Gott, damit seine Voraussagung erfüllt würde, die er durch Ahias, den Siloniter, Jeroboam, dem Sohne Nabats, gegeben hatte. 16Da nun der König so hart redete, sprach das ganze Volk zu ihm also: Wir haben keinen Teil an David und kein Erbe am Sohne Isais! Kehre zu deinen Wohnungen zurück, o Israel, du aber, David, weide dein Haus! Und Israel zog in seine Wohnungen heim. 17Über die Söhne Israels aber, welche in den Städten Judas wohnten, ward Roboam König. 18Als nun König Roboam den Aduram, der über die Abgaben gesetzt, hinsandte, steinigten ihn die Söhne Israels zu Tode. Da stieg König Roboam eilends auf seinen Wagen und floh nach Jerusalem. 19So fiel Israel vom Hause Davids ab, bis auf diesen Tag.
2. Chronik 11
1Als Roboam aber nach Jerusalem kam, rief er das ganze Haus Juda und Benjamin zusammen, hundertachtzigtausend auserlesene Krieger, um gegen Israel zu kämpfen und die Herrschaft wieder an sich zu bringen. 2Da erging des Herrn Wort an Semeja, den Mann Gottes, also: 3Sage zu Roboam, dem Sohne Salomons, dem Könige von Juda, und zu ganz Israel in Juda und Benjamin: 4So spricht der Herr: Ihr sollt nicht hinaufziehen, noch gegen eure Brüder kämpfen! Ein jeder kehre in sein Haus zurück, denn nach meinem Willen ist dies geschehen. Als sie das Wort des Herrn hörten, kehrten sie um und zogen nicht gegen Jeroboam. 5Roboam aber wohnte zu Jerusalem und baute in Juda ummauerte Städte. 6Er baute nämlich Bethlehem, Etam, Thekue, 7Bethsur, Socho, Odollam, 8sowie Geth, Maresa, Ziph, 9dazu Aduram, Lachis, Azeka, 10Saraa, Ajalon und Hebron, welche in Juda und Benjamin lagen, zu festen Städten um. 11Und als er sie mit Mauern umschlossen hatte, setzte er Befehlshaber in dieselben und richtete Vorratshäuser für Öl und Wein ein. 12Auch machte er in jeder Stadt ein Zeughaus für die Schilde und Lanzen und befestigte jene mit der größten Sorgfalt und herrschte über Juda und Benjamin. 13Die Priester und Leviten aber, welche in ganz Israel waren, kamen aus allen ihren Wohnsitzen zu ihm, 14indem sie ihre Feldmarken und ihre Besitzungen verließen und nach Juda und Jerusalem hinüber zogen, weil Jeroboam und seine Nachkommen sie verstoßen hatten, dass sie das Priestertum des Herrn nicht ausüben sollten; 15denn er bestellte sich Priester für die Höhen und für die bösen Geister und die Kälber, welche er gemacht hatte. 16Aber auch aus allen Stämmen Israels kamen alle, die ihr Herz darauf richteten, den Herrn, den Gott Israels, zu suchen, nach Jerusalem, um dem Herrn, dem Gott ihrer Väter, ihre Opfer darzubringen. 17So machten sie das Reich Juda stark und Roboam, den Sohn Salomons, mächtig, drei Jahre lang; denn sie wandelten nur drei Jahre auf den Wege Davids und Salomons. 18Roboam aber nahm Mahalath, eine Tochter Jerimoths, des Sohnes Davids, zur Frau, und Abihail, eine Tochter Eliabs, des Sohnes Isais; 19diese gebar ihm die Söhne Jehus, Somoria und Zoom. 20Nach ihr nahm er Maacha, die Tochter Absaloms; diese gebar ihm Abia, Ethai, Ziza und Salomith. 21Roboam aber liebte Maacha, die Tochter Absaloms, mehr als alle seine Gemahlinnen und Nebenfrauen; denn er hatte achtzehn Frauen und sechzig Nebenfrauen genommen und zeugte achtundzwanzig Söhne und sechzig Töchter. 22Und er setzte Abias, den Sohn Maachas, zum Oberhaupte, zum Fürsten über alle seine Brüder ein; denn er gedachte ihn zum Könige zu machen, 23weil er weiser und angesehener war als alle seine Söhne, und verteilte diese in alle Landschaften von Juda und Benjamin und in alle ummauerten Städte, und er gab ihnen reichlichen Unterhalt und suchte viele Frauen.
2. Chronik 12
1Als nun die Herrschaft Roboams stark und fest geworden war, fiel er von dem Gesetze des Herrn ab und ganz Israel mit ihm. 2Im fünften Jahre der Herrschaft Roboams aber zog Sesak, der König von Ägypten, gegen Jerusalem herauf (denn sie hatten sich gegen den Herrn versündigt) 3mit tausendzweihundert Wagen und sechzigtausend Reitern, und zahllos war das Kriegsvolk, welches mit ihm aus Ägypten gekommen war, Libyer, Troglodyten und Äthiopier. 4Und er nahm die befestigten Städte in Juda ein und kam bis nach Jerusalem. 5Semejas aber, der Prophet, ging zu Roboam und den Fürsten von Juda, welche sich auf der Flucht vor Sesak in Jerusalem zusammengefunden hatten, und sprach zu ihnen: So spricht der Herr: Ihr habt mich verlassen, so habe auch ich euch Sesaks Hand überlassen. 6Da wurden die Fürsten von Israel samt dem Könige bestürzt und sprachen: Der Herr ist gerecht. 7Da nun der Herr sah, dass sie sich verdemütigt hatten, erging das Wort des Herrn an Semejas also: Weil sie sich verdemütigt haben, will ich sie nicht verderben, sondern ihnen ein wenig Hilfe schaffen und mein Grimm soll sich nicht über Jerusalem ergießen durch Sesak. 8Doch sollen sie ihm untertan werden, damit sie den Unterschied zwischen meinem Dienste und dem Dienste eines irdischen Reiches erkennen! 9Sesak also, der König von Ägypten, zog von Jerusalem ab, nachdem er die Schätze des Hauses des Herrn und des Hauses des Königs geraubt, und nahm alles mit sich, auch die goldenen Schilde, welche Salomon gemacht hatte. 10Für diese machte der König eherne und gab sie den Obersten der Schildträger, welche an der Vorhalle des Palastes Wache hielten. 11Und so oft der König in das Haus des Herrn ging, kamen die Schildträger und nahmen dieselben und brachten sie alsdann wieder in ihre Rüstkammer zurück. 12Jedoch weil sie sich verdemütigt hatten, ließ der Zorn des Herrn von ihnen ab und sie wurden nicht völlig vertilgt; es wurden ja auch in Juda gute Werke gefunden. 13So befestigte sich der König Roboam zu Jerusalem und herrschte; er war aber einundvierzig Jahre alt, als er zu herrschen begann, und herrschte siebzehn Jahre in Jerusalem, der Stadt, die der Herr aus allen Stämmen Israels erwählt, um seinen Namen daselbst beständig sein zu lassen; seine Mutter hieß Naama, eine Ammanitin. 14Er tat aber Böses und richtete sein Herz nicht darauf, den Herrn zu suchen. 15Die Taten Roboams aber, die früheren und die späteren, sind sorgfältig und ausführlich in den Büchern Semejas, des Propheten, und Addos, des Sehers, aufgeschrieben; und Roboam und Jeroboam lagen ihr Leben lang miteinander im Streite. 16Und Roboam entschlief zu seinen Vätern und ward in der Davidsstadt begraben. Sein Sohn Abia ward König an seiner Statt.