4. November 2026 · Mittwoch
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – Phil 2,12-18
Paulus beendet den vorangegangenen Abschnitt des Briefes an die Philipper mit dem Thema Gehorsam. Er erinnert an Jesu Gehorsam gegenüber dem Vater. So sollen auch die Philipper gehorsam sein – und natürlich auch wir – gegenüber dem Herrn. So wie Jesus die Niedrigkeit des Kreuzes angenommen hat, sollen auch die Philipper bereit sein, in Demut in den Dienst Jesu zu treten. Dazu erinnert Paulus, dass Gottes Handeln und menschliches Handeln zusammenwirken und sich nur so eine positive Ausstrahlung nach außen entfalten kann. Dann mahnt Paulus die Philipper, nicht zu murren wie die Israeliten in der Wüste, als sie Prüfungen ausgesetzt waren, und auch nicht darüber in Auseinandersetzungen zu geraten. Es gilt, zu Lichtern in der Welt am Weg der Weitergabe des Evangeliums zu werden. Doch ist man damit noch lange nicht ans Ziel gelangt. Der Lernprozess – der Läuterungsprozess – dauert ein Leben lang und kann mit Schmerzen verbunden sein. Doch dies führt zur Reife, um das Ziel der „Reinheit“ zu erlangen oder zumindest diesem Ziel so weit wie möglich näherzukommen. In allem sollen aber die Philipper wissen, dass sie von Gott getragen sind, denn Gott hat in ihnen sein Werk begonnen und so sollen sie versuchen, dem göttlichen Tun zu entsprechen.
Evangelium – Lk 14,25-33
Viele Menschen folgen Jesus auf dem Weg nach Jerusalem, wissen aber nicht wirklich, was Nachfolge bedeutet. Diese beinhaltet nämlich mehr als hinter Jesus herzugehen und zu beobachten, was er macht. Als Nachfolger Jesu muss man selbst Initiative ergreifen, um vom Beobachter zum Akteur zu werden. Schleppt man auf dem Weg der Nachfolge einen schweren Sack, voll von materiellen Gütern mit sich, um diese „Schätze“ lediglich für sich selbst zu nutzen, wird man Jesus schnell aus den Augen verlieren, denn dann bleiben diese fixiert am eigenen Besitztum. An einer anderen Stelle in der Bibel heißt es dazu: „Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt“ (Mk 10,25). Heißt das, dass Reichtum uns den Weg zum Himmelreich versperrt? Nicht unbedingt! Wenn du an deinem materiellen Reichtum hängst, Geld hortest um des Geldes willen, damit prahlst und es nur zur Selbstverwirklichung einsetzt, dann kann es schon geschehen, dass dein Weg vor der Himmelstüre endet. Wenn du hingegen deinen materiellen Überfluss dazu einsetzt, den Mangel von anderen auszugleichen, dann kann sich für dich die Himmelstüre öffnen. Es kommt nur auf deine Einstellung zum Geld und zu deinem Nächsten an. Die Güter dieser Welt sind für uns alle gedacht, nicht nur für einige wenige. Wenn du daher mit deinem Reichtum die Armut bekämpfst, dann wird dein Weg hinter der Himmelstüre sicherlich weitergehen. Wenn du dabei deinen Reichtum verlierst, wirst du einen anderen Reichtum erhalten: unendlich viele Tage beim Herrn.