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23. Oktober 2026 · Freitag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Eph 4,1-6Evangelium · Lk 12,54-59

Erste Lesung – Eph 4,1-6

Im zweiten Teil des Briefes an die Epheser werden die Leser aufgefordert, aus Gottes gnädigem Handeln, Konsequenzen für ihr persönliches Leben zu ziehen. An oberster Stelle steht hier die Mahnung zur Einigkeit. Einheit ist ein sehr hohes Gut, ein Wesensgesetz, gefordert von Christus. Die Einheit setzt aber den Frieden voraus und ist dessen Vollendung. Frieden kann es aber nur geben, wo Menschen bereit sind, einander zu dienen und einander in Liebe zu ertragen. Leider hat es unter den Christen von Anfang an Spaltung und Zersplitterung gegeben. Das zeigt, wie schwer Einheit zu leben ist. Doch Einheit ist nicht Einförmigkeit. Im Gegenteil, erst die Vielheit der Dienste für den Herrn macht einen lebendigen, christlichen Organismus aus: die Apostel haben die grundlegende missionarische Botschaft ausgerichtet, die Propheten den Willen Gottes verkündet, die Evangelisten tragen die Frohe Botschaft weiter, die Hirten und Lehrer sorgen sich darum, dass die Gemeinde von Gefahren ferngehalten bzw. begleitet wird; sie leiten die Gemeinde durch Seelsorge und Schriftauslegung. Durch die ihnen von Gott geschenkten Gaben befähigen sie die Gemeinde zum Dienst und führen sie zur inneren Einheit und Reife.

Evangelium – Lk 12,54-59

Jesus richtet sein Wort an die Menge und kritisiert, dass die Menschen zwar die Zeichen des Wetters zu deuten wissen, die Zeichen der Zeit jedoch nicht. Damit spricht er sein eigenes Kommen an, seine Verkündigung und seine Taten, die allesamt ein deutlicher Hinweis auf das Kommen des Reiches Gottes sind. Die Menschen können dies alles sehen und miterleben, doch sie wollen gar nicht sehen und verschließen ihre Augen vor der Realität. Zuletzt werden sie Jesus verurteilen und hinrichten lassen. Wir müssen in Bezug auf die offenkundige Wahrheit achtsam sein, denn mit Jesus Christus hat für uns Menschen ein neues Zeitalter begonnen. Ein neuer Bund wurde mit uns geschlossen, die Gesetze der Tora übertüncht mit den Seligpreisungen der Bergpredigt und Jesus hat uns sein Kommen in naher Zeit verheißen. Wie nahe ist diese Zeit? Gott hat Jesus die gesamte Menschheit anvertraut, er ist der Mittler zwischen uns und seinem/unserem Vater. Als Mittler hat er sich für uns eingesetzt und mit seinem Kreuzestod für unsere Schuld bezahlt. Gott hat damit, in seinem Sohn, unsere Schuld auf sich selbst geladen und uns freigesprochen. Mit diesem Freispruch können wir gelassen in unsere Zukunft blicken. Gelassen in Abhängigkeit von unserem Glauben, unserer Art der Nachfolge und unserer Art der Nächstenliebe. So ist es egal, wie nahe diese Zeit des Kommens Jesu ist. Eines ist jedoch sicher: Jeder von uns wird ihn in absehbarer Zeit sehen, höchstpersönlich!