20. Oktober 2026 · Dienstag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – Eph 2,12-22
Der Brief an die Epheser wurde nicht vom Apostel Paulus verfasst, sondern geht auf einen uns unbekannten judenchristlichen Autor zurück. Seine Worte richten sich an die Heidenchristen, die lange Zeit vom Bund der Verheißung ausgeschlossen waren, aber durch Jesus Christus und sein Blut ebenso den Zugang zum Heil erhalten haben. Lange Zeit waren die Juden von den Griechen – den Heiden – durch ethnische, religiöse, kulturelle und gesellschaftliche Schranken getrennt. Die Juden allein waren das auserwählte Volk, Nichtjuden hingegen von Gott weit entfernt. Erst das Blut Jesu Christi schuf Gleichberechtigung in der Gottesbeziehung von Juden und Heiden. Allein der Glaube an Jesus Christus macht alle zu einem Volk, dessen Fundament die Apostel und Propheten sind, und zu dem Haus, das das christusgläubige Volk bildet, in dem der Herr den Schlussstein bildet, der alles zusammenhält. Der Epheserbrief kann uns daran erinnern, dass wir alle, egal welche Staatsangehörigkeit wir haben oder welcher Religion wir angehören, Kinder des einen Gottes, wohnend in demselben Haus, inmitten dieses unendlich großen Universums sind. Doch trotzdem schlagen wir uns noch immer gegenseitig die Schädel ein, erheben uns über unsere Geschwister, streben nach Macht und versuchen, andere auszubooten. Hat uns das Jesus gelehrt? Besinnen wir uns wieder auf das Wesentliche im Leben: Brüderlichkeit, Nächstenliebe und Gottesliebe!
Evangelium – Lk 12,35-38
Jesus gibt uns heute den Rat, stets wachsam zu bleiben, stets arbeitsbereit zu sein und immer auf ihn, den Herrn, zu warten. Dann sagt er noch etwas Unglaubliches: „Wenn ihr meinem Rat folgt, werde ich euch der Reihe nach bedienen!“ Das ist die Welt Jesu, das ist lebendiges Christentum. Er unterstützt dies auch mit dem Rat: „Wer unter euch der Erste sein will, der mache sich zum Diener aller.“ Und er fügt hinzu, er sei nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben für uns Menschen zu geben. Wie gestaltest du dein Leben? Lebst du in die Zeit hinein und vergnügst dich lediglich am Weltlichen, ohne dabei an deine Zukunft zu denken? Oder lebst du in Erwartung des Herrn, hin auf eine wunderbare Zukunft an einem wundervollen Ort? Letzteres wird einmal für dein Seelenheil von ausschlaggebender Bedeutung sein. Jesus sagt es selbst im Evangelium: Wenn du stets wachsam bist und die Ankunft des Herrn täglich erwartest, wirst du einer wundervollen Zukunft entgegengehen. Diese Zukunft kann täglich beginnen, denn niemand kennt den Tag seiner Abreise. Sei daher zu jeder Zeit auf dieses Ereignis vorbereitet. Dazu gehört, als Diener des Herrn, dem Nächsten in seiner Not beizustehen, damit auch er bereits zu seinen Lebzeiten auf Erden, etwas vom göttlichen Licht in sich aufnehmen und in Folge weitergeben kann.