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28. September 2026 · Montag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Ijob 1,6-22Evangelium · Lk 9,46-50

Erste Lesung – Ijob 1,6-22

Das Buch Ijob erzählt die Geschichte eines Mannes namens Ijob, der von schwerem Leid getroffen wird. Er verliert seinen gesamten Besitz und wird schließlich mit schwerem Aussatz geschlagen. Eingeleitet wird die Erzählung mit einer göttlichen Ratsversammlung, wobei das Alte Testament nur an wenigen Stellen von einem himmlischen Hofstaat oder Thronrat spricht. Zu diesem Thronrat gehört auch ein Ankläger der Menschheit, Satan. Seine Aufgabe ist es, Missstände anzuprangern, die er auf der Erde festgestellt hat. Aufgefallen ist ihm der fromme Ijob. Satan vermutet in dieser Frömmigkeit puren Eigennutz. Wie soll man das überprüfen? Es lässt sich nur empirisch überprüfen und so gibt Gott ihm die Erlaubnis, seine Hand an alles, was Ijob gehört, zu legen. Dazu zählen nach alttestamentlichem Recht auch Mägde und Knechte, Söhne und Töchter. Ijob weiß von der vorangegangen „Wette im Himmel“ nichts und wird von vier schweren Unglücksfällen heimgesucht. Er nimmt gegen Satans Erwartungen alles Unglück, ohne dafür von Gott abzulassen, entgegen. Seine Reaktion zeigt, dass sich Satan in ihm getäuscht hatte. Und bemerkenswert: Ijob klagt nicht Gott an, sondern preist seinen Namen. Die Geschichte von Ijob wirft die alte Frage auf: Woher kommt das sinnlose Leid? Solange wir auf Erden leben, werden wir diese Frage nicht beantworten können. Doch einmal im Himmel, dürfen wir dem Herrn diese Frage stellen.

Evangelium – Lk 9,46-50

Unterwegs mit Jesus fragen sich die Jünger, wer unter ihnen der Größte sei. Mit dieser Frage unterwerfen sie sich den Spielregeln dieser Welt, in der es meist um die eigene Position, den Erfolg, die Macht und den ersten Platz geht. Wie reagiert Jesus darauf? Er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: „Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf“. Und wir können ergänzen: wer Jesus aufnimmt, der nimmt zugleich Gott in sich auf. Warum aber stellt Jesus ausgerechnet ein Kind in die Mitte? Er handelt so, weil die Kleinen diejenigen sind, die Große brauchen, die nicht meinen, über allen zu stehen und dies auszunutzen. Und klein sind jene, die ein demütiges und offenes, ein armes und bedürftiges Herz haben. Ja, wer die Kleinen vorzieht, steht auf der Seite Gottes und Gott gesellt sich stets auf die Seite der Kleinen, der Schwachen und nicht auf die Seite der Mächtigen. Nun, die Mächtigen haben schon, was sie wollen; ob es gut für ihre Seele ist, ist eine andere Frage. Die Kleinen und Schwachen haben hingegen wenig, sie vertrauen dafür aber darauf, dass Gott ihnen zur Seite steht. Bist du einer von den Mächtigen, das heißt, kannst du mit deinen von Gott zu Verfügung gestellten Mitteln etwas auf dieser Welt bewirken, im Kleinen oder auch im Großen, dann stell dich auf die Seite Gottes, zum Schutz und Wohlergehen der Kleinen und Schwachen. So nimmst du auch Jesus auf und er wird auch dich eines Tages zu sich aufnehmen.