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11. September 2026 · Freitag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · 1 Kor 9,16-19.22b-27Evangelium · Lk 6,39-42

Erste Lesung – 1 Kor 9,16-19.22b-27

Paulus versteht sich als Apostel und hätte als solcher gewisse „Rechte“: er könnte, wie andere Apostel, eine Frau haben und er könnte Unterhalt von der Gemeinde beziehen. Doch er macht von seinem „Recht“ keinen Gebrauch. Er fühlt sich von Gott berufen und ganz und gar in Dienst genommen. Diese Berufung hat seinem Leben eine neue Wendung gegeben, er ist durch und durch von ihr geprägt. So sieht er seinen Dienst der Verkündigung nicht als freiwilligen Dienst. Er sieht sich gleich einem Sklaven, der seine Arbeit tun muss, ohne gefragt zu werden, ob er das will oder nicht. In dieser „Dienstverpflichtung“ kann ihm daher sein Lohn nur von Gott her kommen. Inhaltlich umfasst diese „Dienstverpflichtung“ die Verkündigung an alle Menschen: Juden, Heiden und Schwache. Er muss versuchen, so viele wie möglich für das Evangelium zu gewinnen, um ihnen die endzeitliche Rettung zu ermöglichen. Und er will dadurch selbst an der rettenden Verheißung des Evangeliums teilhaben. Paulus sieht seine Aufgabe darin, unentgeltlich Menschen zu retten. Voraussetzung dafür ist Gottes Liebe zu den Menschen und in weiterer Folge Paulus‘ Liebe zu seiner Verpflichtung. Retten kann also nur die Liebe und Gott ist die Liebe. Wenn wir die Liebe leben, können wir uns daher selbst und auch andere der Rettung zuführen.

Evangelium – Lk 6,39-42

Drei Gleichnisworte unterbreitet uns heute Jesus, mit welchen er seinen Jüngern lehren will, weise zu leben. Zuerst stellt er die Frage: „Kann etwa ein Blinder einen Blinden führen?“ Ist ein Führer mit Blindheit geschlagen, wird er mit seinem Gefolge in den Untergang stürzen, da hilft ihm auch seine ihm anvertraute Macht nicht mehr. Bietet sich dir ein blinder Führer an, so hüte dich davor, ihm zu folgen. Ist dein Führer hingegen weise, so vertraue dich ihm an und nimm seine Einladung an, seinem Beispiel und seiner Lehre zu folgen. Und vor allem: Stell dich nicht über ihn, denn: „Ein Jünger steht nicht über dem Meister“ (Lk 6,40). Ein weiterer bedeutsamer Satz im heutigen Evangelium lautet: „Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht?“ (Lk 6,41). Wie leicht fällt es uns doch immer wieder, die Fehler der anderen zu kritisieren, die eigenen jedoch großzügig unter den Tisch zu kehren. Die Versuchung ist stets groß, mit sich selbst nachsichtig zu sein und mit anderen hart ins Gericht zu gehen. Doch wir alle haben unsere Fehler und müssen uns daher in vorderster Linie darum bemühen, diese zu korrigieren. Bevor wir andere zurechtweisen, müssen wir stets in uns selbst schauen. Nur so können wir glaubwürdig und demütig handeln und Zeugnis von der Liebe geben.