31. August 2026 · Montag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – 1 Kor 2,1-5
Paulus bekennt sich im heutigen Abschnitt aus dem Brief an die Korinther zu seiner rhetorischen Schwäche. In Schwachheit und Furcht, zitternd und bebend verkündet er die Botschaft, das Geheimnis des Kreuzes. Mit dieser Darstellung seiner Verkündigungsarbeit grenzt er sich von der Redekunst griechischer Redner und Philosophen ab, die mit ihrem Auftreten und ihren wohlgesetzten Worten die Zuhörenden zu beeindrucken suchten. Paulus macht überraschenderweise seine mangelnde rhetorische Perfektion zur Strategie: Nicht seine Worte sind es, die überzeugen sollen – so wie es viele Politiker tun –, sondern die Botschaft des Kreuzes soll aus sich selbst heraus sprechen und Menschen überzeugen. So spricht Paulus mit einfachen Worten, nicht in gebildeter Sprache oder blendender Rhetorik, denn was Gott zu sagen hat, ist ganz anders als die Weisheiten dieser Welt und als das, was sichtbare Symbole von weltlicher Macht und Größe darstellen. Gott begegnet uns stets im Kleinen und Verborgenen. So trifft seine Botschaft eher die Herzen der Kleinen als der Mächtigen. Und dass eine rhetorisch nicht perfekte Botschaft von einem gekreuzigten Erlöser dennoch Glauben findet, ist ein Hinweis auf die schöpferische Kraft des Geistes, ein Hinweis auf Gottes Kraft, die allein zum Erfolg führt.
Evangelium – Lk 4,16-30
Heute geht es um die Frage: Wer ist Jesus? Jesus selbst sagt dazu: „Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt“. Die Salbung ist hier als Zeichen der Bevollmächtigung Gottes zu verstehen. Bevollmächtigung wofür? Jesus gibt die Antwort darauf: „Damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze“ (Lk 4,18b). So erfüllt sich, was schon der Prophet Jesaja prophezeit hat: Jesus ist der Gesalbte, der den Armen das Evangelium predigt. Auch uns Armen predigt er dieses Evangelium. Uns allen, die wir so arm sind an Liebe, so arm an guten Werken, so arm an Glauben. Und er verkündet uns die frohe Botschaft, dass er uns reich machen möchte. Reich an ewigem Leben ohne Kummer und Leid. Darüber hinaus ist Jesus der Christus, der den Gefangenen und den Zerschlagenen die Freiheit schenkt. Wer unter der Knechtschaft der Sünde lebt und unter dem Sklaventreiber Satan stöhnt, der darf nun aufatmen, denn Jesus schenkt Freiheit durch Vergebung. Jesus befreit von Tod und Teufel. Jesus schenkt ewiges Leben. Bischof Ambrosius, einer der Kirchenlehrer aus dem 4. Jahrhundert, schreibt dazu: „Willst du, dass deine Wunde heilt? Jesus ist der Arzt. Glühst du vor Fieber? Jesus ist wie ein frischer Quell. Drückt dich Unrecht nieder? Jesus ist die Gerechtigkeit. Brauchst du Hilfe? Er ist deine Stärke. Hast du Angst vor dem Tod? Er ist das Leben. Sehnst du dich nach dem Himmel? Er ist der Weg. Willst du der Finsternis entkommen? Er ist das Licht. Hast du Hunger? Er ist Nahrung. Kostet also und seht, wie gut der Herr ist: Glücklich der Mensch, der auf ihn hofft“.