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20. August 2026 · Heiliger Bernhard von Clairvaux

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Sir 15,1-6Evangelium · Joh 17,20-26

Erste Lesung – Sir 15,1-6

Das vierte Weisheitsgedicht des Jesus Sirach beginnt mit der Seligpreisung des Menschen, der über die Weisheit nachsinnt. Er vergleicht dabei die Weisheit mit einer liebenden Mutter bzw. mit einem schützenden und Schatten spendenden Baum, unter dessen Zweigen der Suchende sicher übernachten kann. Im ersten Teil seines Gedichtes steht für den Autor die Suche nach der Weisheit im Mittelpunkt, im zweiten die Reaktion der Weisheit auf diese Suche. Sie geht dem Suchenden nicht nur entgegen, sondern sie stärkt ihn auch wie eine Mutter und eine junge Ehefrau mit Speise und Trank. Der Ursprung der Weisheit liegt in Gott, denn Gott ist die Weisheit. So lässt sich die Weisheit in den Schriften finden und ist mit Frömmigkeit und Gesetzestreue gleichzusetzen. Wachstum in der Weisheit erfährt daher nur derjenige, der den Herrn fürchtet und sich an Gottes Wort hält. Wer das nicht tut, dem bleibt die Weisheit verschlossen. Da Gott die personifizierte Weisheit ist, und zugleich die Liebe, kann ein gütlicher, verständnisvoller, warmherziger und fruchtbringender Umgang miteinander nur über die Gottesliebe und der daraus resultierenden Nächstenliebe erfolgen. Alle anderen Wege abseits davon sind weltliche Wege und führen meist in den Abgrund. Die Geschichte hat uns das immer wieder gezeigt.

Evangelium – Joh 17,20-26

Das Evangelium des Tages berichtet, wie Jesus für die Menschen betet. Er betet aber nicht nur für die, die damals um ihn herum im Abendmahlsaal versammelt waren, er betet für alle, die durch das Wort der Apostel und ihrer Nachfolger an ihn glauben. Jesus bittet dabei den Vater darum, dass alle eins sein sollen – eins, wie er mit dem Vater eine Einheit bildet. Es ist eine Einheit, die alle einbezieht, die Gemeinschaft in jenem Geist schafft, der vereint und in die Ewigkeit führt. Dort werden wir dereinst eine unzerstörbare Einheit in und mit Gott bilden. Von dieser Einheit sind wir auf dieser Welt hingegen noch weit entfernt. Einheit bilden können wir meist nur in der Uneinigkeit, in der Spaltung und im Gegeneinander. Es scheint, als würden wir uns in dieser falschen Einheit wohl fühlen, als würden wir sie stets suchen, denn letztendlich geht es uns nur darum, uns selbst zu beweisen, selbst dann, wenn unsere Aktionen wider den Geist der Einheit, der Vernunft und der Weisheit sprechen. Wie oft bilden wir im Leben falsche Einheiten, im kleinen Maßstab, in Gemeinschaften, wenn zum Beispiel zwei oder drei anfangen, einen anderen zu kritisieren, wenn sie anfangen, schlecht über ihn zu reden und ihn zu verurteilen. Suchen wir die Einheit mit unseren Nächsten, mit Jesus, mit dem Vater, im Geist, um der ewigen Einheit, in welche wir eines Tages eintreten werden, näherzukommen.