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Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Evangelium — Lk 11,27-28
Eine Frau aus der Menge, fasziniert von Jesus, rief laut über Maria, Jesu Mutter, eine Seligpreisung aus. Maria ist zwar selig zu nennen, aber für sie selbst war diese Seligkeit oft schwer zu ertragen. Sie wusste: Das Leid, das Simeon ihr prophezeit hatte, hatte mit ihrem Sohn zu tun. Wie oft war er ihr fern, nicht immer rücksichtsvoll, harte Worte aussprechend. Jesus ging seinen Weg, oft anders als Maria sich das gewünscht hätte. Aber Maria schwieg. Sie bewahrte alles in ihrem Herzen, das unter dem Kreuz den schlimmsten Schmerz ertragen musste, den eine Mutter erleiden kann. Man kann nachempfinden, wie sie mit ihrem Sohn gelitten hat, als er mit seinem von der Dornenkrone zerfleischtem Haupt, seinem von der Geißelung zerfleischtem Rücken und seinen von mächtigen Nägeln durchbohrten Händen und Füßen, elend am Kreuz verstarb. – „Selig der Schoß, der dich getragen“ – Die Seligkeit verschmilzt hier mit dem Leid und dem Mitleid. Von Maria können wir somit das wahre Mitleiden lernen, ganz unsentimental, im Annehmen fremden Leids als eigenes. Die figürliche Darstellung Marias als Mater Dolorosa, der Mutter mit den sieben Schwertern im Herzen, wird in Folge zum Urbild für diese Grundgesinnung christlichen Glaubens. Bist du ein liebender Mensch, so kennst du auch das Mitleid. Dieses kommt aus deinem Herzen und bringt dich dazu, etwas für deinen Nächsten zu tun: Leid zu lindern und den Heilungsprozess einzuleiten. Auf dieser Welt sähe es ganz anders aus, wenn anstelle des egozentrischen Verhaltens, es mehr Mitleid geben würde.