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Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Evangelium · Lk 9,18-22

Evangelium — Lk 9,18-22

Jesus beginnt seine Mahnrede mit dem Hinweis, dass er selbst viel Leid ertragen werden „müsse“ und dass jeder von uns aufgefordert wird, Jesu Kreuz, und auch das eigene, täglich anzunehmen. Gefordert wird tatsächlich die tägliche Annahme des Kreuzes! Doch seien die Fragen gestattet, warum „musste“ Jesus leiden und warum wir es ihm gleichtun sollen. Ist das ein Zwang, dem sich Gott selbst unterworfen hat? „Musste“ der Vater seinen Sohn opfern, ihn schrecklichen Qualen aussetzen, damit wir erlöst werden. Konnte es dafür keinen anderen Weg geben? Nun, Gott hat das Erlösungsgeschehen seinem Sohn übertragen. Im Zuge dessen waren es die Menschen, welche Gottes Gerechtigkeit ablehnten und den Sohn Gottes aus der Welt schaffen wollten, weil sie ihn nicht ertragen konnten. Jesu Passion musste so geschehen wie sie passiert ist, weil die Gesetzmäßigkeiten der „Freiheit der Welt“ keinen anderen Weg zuließen. Von Anfang an, war das Erlösungsgeschehen nicht unbedingt mit Leid verbunden, die Menschen schlugen diesen Weg ein und Jesus fügte sich in sein Schicksal. Interessanterweise wird die Sündenvergebung oder Erlösung an keiner Stelle in der Heiligen Schrift erwähnt, an welcher Jesu Leiden angekündigt werden. Und so wie sich Jesus in sein Schicksal fügte, müssen auch wir, im und mit dem Glauben, auf dem Weg des Herrn voranschreiten, selbst unter der Last eines eigenen Kreuzes, weil wir uns nicht der Welt mit ihren Gewohnheiten unterwerfen dürfen, sondern dem Kreuz des Heils. 27. Samstag Lk 9,43b-45 Jesus ist mit seinen Jüngern unterwegs durch Galiläa. Auf den langen gemeinsamen Fußmärschen haben sie viel Zeit, um miteinander zu sprechen. Heute ist die Rede von Leid und Tod. Jesus sagt voraus, was mit ihm geschehen wird: Man wird ihn den Menschen ausliefern, fesseln, verspotten, geißeln und mit einem ungerechten Richtspruch zum Tode verurteilen. Es ist nicht das erste Mal, dass Jesus von seinem Schicksal spricht. Immer wieder versucht er geduldig, seine Jünger auf seinen Weg vorzubereiten und sie auf das aufmerksam zu machen, was auch auf sie eines Tages zukommen wird. Jesu Weg ist kein einfacher Weg. Es ist ein Weg des Leidens. Aber ist dieser Weg die einzige Möglichkeit, um in die Herrlichkeit erhoben zu werden? Für unseren menschlichen Verstand ist das schwer zu begreifen. Jesu Weg war jedenfalls ein menschlicher Weg, von seiner Geburt bis zum Tod, mit welchem er all unsere Schuld für unsere Erlösung auf sich genommen hat. Das unterstreicht neben den Wundern, die er auf der Welt gewirkt hat, seine Göttlichkeit, denn von unserer Schuld befreien kann uns nur Gott. Gott war sich in Jesus Christus nicht zu schade, sich bezüglich des Leidens mit uns Menschen auf eine Stufe zu begeben. Er stellt sich damit nicht als ein ferner Gott dar, sondern als ein Gott mit uns, der uns versteht, liebt und verzeiht. Vielleicht kann man auf diesem Weg die Herrlichkeit verstehen, welche das Heilsgeschehen in Jesus Christus umfasst.