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Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Evangelium — Lk 2,41-51
Wir entnehmen dem heutigen Evangelium, dass Josef mit Maria und dem erst zwölf Jahre jungen Jesus am jüdischen Paschafest zum Tempel nach Jerusalem pilgern. Ein Marsch von drei bis vier Tagen. Am Abend des ersten Tages der Rückreise merken die Eltern, dass ihr Sohn fehlt. Sie hatten darauf vertraut, dass er irgendwo in der großen Pilgergruppe mitgegangen ist. Was folgt auf diese Unachtsamkeit für die Eltern? Ein langer, angsterfüllter Tagesmarsch zurück nach Jerusalem! Dort ein sorgenvolles Suchen bis sie ihn im Tempel mitten unter den Gelehrten wiederfinden. Auf die Frage Marias: „Kind, warum hast du uns das angetan?“ (Lk 2,48) antwortet Jesus: „Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?“ (Lk 2,49). Diese Szene, die sich da abgespielt hat, beinhaltet zwei wesentliche Aspekte: Es kommt einerseits etwas vom persönlichen Geheimnis Jesu zum Ausdruck und andererseits etwas für alle Familien Gültiges. Mit zwölf Jahren macht Jesus seinen Eltern klar, dass er nicht ihnen gehört, sondern Gott, seinem Vater. Gott gebührt bei ihm der erste Platz. Er ist zuerst Gottes Sohn und dann erst Maria und Joseph, seinem Ziehvater, anvertraut. Daraus folgt etwas, das bis heute Gültigkeit hat: Unsere Kinder sind Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst. Sie kommen durch uns, aber nicht von uns. Alle Eltern sind daher nur Hüter des Lebens der Kinder, nicht Besitzer. Aber trotzdem müssen sie ihnen helfen, zu wachsen und zu reifen.