Bibel in einem Jahr · Tag 9 von 365

Gen 25–26

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Genesis 25

1Abraham aber nahm noch ein anderes Weib, mit Namen Ketura. 2Diese gebar ihm Zamran, Jeksan, Madan, Madian, Jesbok und Sue. 3Und Jeksan zeugte Saba und Dadan; die Söhne Dadans waren die Assuriter, die Latusiter, und die Loomiter. 4Von Madian aber stammt Epha ab, Opher, Henoch, Abida, und Eldaa; alle diese sind Söhne der Ketura. 5Und Abraham gab alles, was er besaß, dem Isaak; 6den Söhnen der Nebenfrauen aber gab er Geschenke und ließ sie noch bei seinen Lebzeiten wegziehen von seinem Sohne Isaak, fern in das Land gegen Morgen. 7Die Lebenstage Abrahams aber waren hundert und fünfundsiebzig Jahre. 8Und er verschied und starb in gutem Alter, vorgerückten Alters und reich an Tagen; und er ward zu seinem Volke versammelt. 9Da begruben ihn seine Söhne Isaak und Ismael in der Doppelhöhle, welche auf dem Acker Ephrons, des Sohnes Seors, des Hethiters, liegt, Mambre gegenüber, 10den er von den Söhnen Heths gekauft hatte, dort wurde auch er bestattet, wie Sara, sein Weib. 11Und nach seinem Tode segnete Gott seinen Sohn Isaak, der bei dem Brunnen wohnte, welcher der Brunnen des Lebenden und Schauenden heißt. 12Das ist das Geschlecht Ismaels, des Sohnes Abrahams, den ihm die Ägypterin Agar, Saras Magd, gebar: 13und dies sind die Namen seiner Söhne nach ihren Namen und Geschlechtsfolgen. Der Erstgeborene Ismaels Nabajoth; dann Kedar, Adbeel, Mabsam, 14Masma, Duma, Massa, 15Hadar, Thema, Jethur, Naphis, und Kedma. 16Dies sind die Söhne Ismaels und dies ihre Namen nach ihren Gehöften und Dörfern, zwölf Fürsten ihrer Stämme. 17Der Lebensjahre Ismaels wurden hundert und siebenunddreißig, und er verschied, und starb, und wurde zu seinem Volke versammelt. 18Er wohnte aber von Hevila bis Sur welches Ägypten gegenüberliegt, wenn man in der Richtung auf Assyrien zureist. Er starb angesichts aller seiner Brüder. 19Dies ist das Geschlecht Isaaks, des Sohnes Abrahams: Abraham zeugte den Isaak. 20Als dieser vierzig Jahre alt war, nahm er Rebekka, die Tochter Bathuels, des Syrers aus Mesopotamien, Labans Schwester, zum Weibe. 21Isaak aber flehte zu dem Herrn für sein Weib, weil sie unfruchtbar war; und er erhörte ihn und ließ Rebekka empfangen. 22Es stießen sich aber die Kinder in ihrem Leibe. Da sprach sie: Wenn es mir so ergehen sollte, warum musste ich da empfangen? Und sie ging hin, den Herrn zu befragen. 23Er aber antwortete und sprach: Zwei Völker sind in deinem Leibe, und zwei Stämme werden aus deinem Schoße hervorgehen, und ein Volk wird dem andern überlegen sein, und der Ältere wird dem Jüngeren dienen, 24Als nun die Zeit herankam, dass sie gebären sollte, siehe, da fand sich, dass Zwillinge in ihrem Leibe waren. 25Der, welcher zuerst herauskam, war rötlich und ganz haarig, wie ein Pelz; und sein Name war Esau genannt. Der andere, der sogleich nachkam, hielt die Ferse seines Bruders mit der Hand fest; darum nannte sie ihn Jakob. 26Sechzig Jahre war Isaak alt, als ihm die Kinder geboren wurden. 27Als sie nun heranwuchsen, ward Esau ein tüchtiger Jäger und ein Ackersmann; Jakob aber war ein einfacher Mann, der in den Zelten wohnte. 28Isaak liebte Esau, weil er von seiner Jagdbeute aß; und Rebekka liebte Jakob. 29Einst kochte nun Jakob ein Gericht, da kam Esau zu ihm müde vom Felde. 30Und er sprach zu ihm: Gib mir von dem roten Gekochten da, denn ich bin überaus ermattet. Daher ward er Edom genannt. 31Da sprach Jakob zu ihm: Verkaufe mir dein Erstgeburtsrecht! 32Er antwortete: Siehe, ich sterbe, was soll mir das Erstgeburtsrecht nützen? 33Und Jakob sprach: Schwöre mir denn! Da schwur Esau ihm und verkaufte sein Erstgeburtsrecht. 34Nun empfing er Brot und das Linsengericht, und aß und trank, und ging davon; und er achtete es gering, dass er sein Erstgeburtsrecht verkauft hatte.

Genesis 26

1Es kam aber eine Hungersnot über das Land, nach jener Unfruchtbarkeit, welche zur Zeit Abrahams gewesen war, da zog Isaak zu Abimelech, dem Könige der Philister, nach Gerara. 2Und der Herr erschien ihm und sprach: Ziehe nicht nach Ägypten hinab, sondern bleibe in dem Lande, das ich dir sagen werde. 3Weile als Fremdling in demselben, so will ich mit dir sein und dich segnen. Denn dir und deinen Nachkommen werde ich alle diese Länder geben und so den Schwur erfüllen, den ich Abraham, deinem Vater, geschworen habe. 4Und ich werde deine Nachkommen mehren wie die Sterne des Himmels, und werde deinen Nachkommen alle diese Länder geben; und in deiner Nachkommenschaft sollen alle Völker der Erde gesegnet werden, 5dafür dass Abraham meiner Stimme gehorsam gewesen ist, und meine Gebote und Befehle gehalten, und meine Vorschriften und Weisungen beobachtet hat. 6So blieb Isaak also in Gerara. 7Als nun die Männer dieses Ortes nach seinem Weibe fragten, antwortete er: Sie ist meine Schwester; denn er fürchtete sich, zu bekennen, dass sie ihm durch das Ehebund verbunden sei, und dachte, sie möchten ihn etwa um ihrer Schönheit willen töten. 8Und als eine Zeit verflossen war, seitdem er sich dort aufhielt, schaute Abimelech, der König der Philister, durch das Fenster und sah ihn mit Rebekka, seinem Weibe, scherzen. 9Da rief ihn Abimelech zu sich und sprach: Offenbar ist sie dein Weib! Warum sagtest du fälschlich, sie sei deine Schwester? Er antwortete: ich fürchtete um ihretwillen sterben zu müssen. 10Da sagte Abimelech: Warum hast du uns betrogen? Es hätte jemand vom Volke mit deinem Weibe sich vergehen können, und du hättest so eine große Sünde über uns gebracht. Und er gebot allem Volke und sprach: 11Wer das Weib dieses Mannes antastet, soll des Todes sterben! 12Isaak aber säte in jenem Lande und erntete in diesem Jahre hundertfältig; denn der Herr segnete ihn. 13Und der Mann ward reich und schritt stetig fort und wuchs, bis er ungemein groß ward. 14Und er besaß Schafe und Rinder, und sehr viel Gesinde. Darum beneideten ihn die Philister 15und verschütteten zu jener Zeit alle Brunnen, welche die Knechte seines Vaters Abraham gegraben hatten, indem sie dieselben mit Erde füllten, 16so dass Abimelech selbst zu Isaak sprach: Ziehe hinweg von uns, denn du bist uns allzu mächtig geworden. 17Da zog er von dort hinweg, um zu dem Tale von Gerara zu kommen und dort sein Lager aufzuschlagen. 18Und er grub die anderen Brunnen wieder auf, welche die Knechte seines Vaters Abraham gegraben und welche die Philister nach seinem Tode einst verschüttet hatten, und nannte sie mit denselben Namen, die ihnen vordem sein Vater gegeben hatte. 19Und sie gruben im Tale und fanden Quellwasser. 20Aber auch dort gerieten sie Hirten von Gerara in Streit mit den Hirten Isaaks und sprachen: Uns gehört das Wasser! Darum nannte er dem gemäß, was sich zugetragen hatte, den Namen des Brunnens Zank. 21Hierauf gruben sie einen andern Brunnen; und auch seinetwegen gerieten sie in Streit, und er nannte ihn Feindschaft. 22Dann zog er von dannen und grub einen andern Brunnen, über diesen gerieten sie nicht in Streit; darum nannte er dessen Namen Weite und sprach: Nun hat uns der Herr freien Raum geschafft und bewirkt, dass wir uns ausbreiten im Lande. 23Von diesem Orte brach er nach Bersabee auf. 24Dort erschien ihm der Herr in derselben Nacht und sprach: Ich bin der Gott Abrahams, deines Vaters! Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir, und ich will dich segnen und deine Nachkommen mehren, um Abrahams, meines Dieners willen. 25Da baute er daselbst einen Altar, und rief den Namen des Herrn an, und schlug sein Zelt auf. Und er befahl seinen Knechten, einen Brunnen zu graben. 26Da kam Abimelech an diesen Ort von Gerara, und Ochozath, sein Freund, und Phikol, sein Heerführer; 27und Isaak sprach zu ihnen: Warum seid ihr zu mir gekommen, dem Manne, den ihr doch hasset und von euch hinweggetrieben habt? 28Sie antworteten: Wir haben gesehen, dass der Herr mit dir ist, und deshalb sprachen wir: Ein Eid sei zwischen uns, und wir wollen ein Bündnis schließen, 29dass du uns nichts Böses zufügen willst, wie auch wir von dir nichts angetastet, noch etwas getan haben, was dir Schaden brachte, sondern dich in Frieden haben ziehen lassen, voll des Segens vom Herrn. 30Da bereitete er ihnen ein Mahl, und sie aßen und tranken. 31Am anderen Morgen aber erhoben sie sich früh und schworen sich einander zu; und Isaak entließ sie in Frieden in ihre Heimat. 32Aber siehe, an demselben Tage kamen Isaaks Knechte, und berichteten ihm von dem Brunnen, den sie gegraben hatten, und sprachen: Wir haben Wasser gefunden! 33Darum nannte er ihn Überfluss; und die Stadt ward Bersabee genannt bis auf diesen Tag. 34Als nun Esau vierzig Jahre alt war, nahm er Judith, die Tochter Beeris, des Hethiters, und Basemath, die Tochter Elons, derselben Abkunft, zu Weibern. 35Diese beiden betrübten das Herz Isaaks und Rebekkas.