Bibel in einem Jahr · Tag 71 von 365

Jos 20–22 · Lk 7

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch Josua 20

1Und der Herr redete zu Josue und sprach: Rede zu den Söhnen Israels und sprich zu ihnen: 2Bestimmet die Städte für die Flüchtlinge, von denen ich zu euch durch Moses gesprochen habe; 3dass, wer einen Menschen unvorsätzlich getötet hat, sich in dieselben flüchte und dem Zorne des nächsten Verwandten, welcher der Bluträcher ist, entgehen könne. 4Wenn er sich zu einer dieser Städte flüchtet, soll er vor dem Tore der Stadt stehen bleiben und den Ältesten jener Stadt alles sagen, was ihn als unschuldig erweisen kann, alsdann sollen sie ihn aufnehmen und ihm gestatten, daselbst zu wohnen. 5Wenn ihn dann der Bluträcher verfolgt, so sollen sie ihn nicht in seine Hand übergeben; denn er hat seinen Nächsten unvorsätzlich erschlagen und es ist nicht erwiesen, dass er vor zwei oder drei Tagen sein Feind war. 6Und er soll in dieser Stadt wohnen bleiben, bis er sich vor Gericht über seine Tat verantwortet hat und der Hohepriester, der zu jener Zeit sein wird, gestorben ist; dann mag der Totschläger zurückkehren und wieder in die Stadt und sein Haus gehen, von wo er geflohen war. 7da bestimmten sie Kedes in Galiläa im Gebirge Nephthali, und Sichem im Gebirge Ephraim, und Kariatharbe, das ist Hebron im Gebirge Juda. 8Und jenseits des Jordans östlich von Jericho bestimmten sie Bosor, welches in der Wüstenebene liegt, aus dem Gebiete des Stammes Ruben, und Ramoth in Galaad aus dem Gebiete des Stammes Gad, und Gaulon in Basan aus dem Gebiete des Stammes Manasse. 9Diese Städte wurden für alle Söhne Israels und für die Fremdlinge bestimmt, welche unter ihnen wohnten; damit jeder, der einen Menschen unvorsätzlich getötet, dahin fliehe und nicht durch die Hand des Verwandten sterbe, der das vergossene Blut zu rächen begehrte, ehe er vor der Gemeinde gestanden und seine Sache dargelegt hat.

Das Buch Josua 21

1Und es traten die Häupter der Familien Levis zu Eleazar, dem Priester, und zu Josue, dem Sohne Nuns, und zu den Häuptern der Geschlechter aus jedem Stamme der Söhne Israels, 2und sprachen zu ihnen in Silo im Lande Chanaan und sagten: Der Herr hat durch Moses geboten, uns Städte zum Wohnen und die Umgebung derselben zur Ernährung des Viehes zu geben. 3da gaben die Söhne Israels von ihrem Besitze nach dem Gebote des Herrn Städte und deren Umkreis. 4Und es fiel das Los auf die Familie Kaaths, von den Söhnen Aarons, des Priesters, und wurden ihnen aus den Stämmen Juda, Simeon, und Benjamin, dreizehn Städte zu Teil. 5Und den übrigen Söhnen Kaaths, das ist den Leviten, welche noch übrig waren, fielen aus den Stämmen Ephraim, und Dan, und dem halben Stamme Manasse zehn Städte zu. 6Darnach fiel das Los auf die Söhne Gersons, dass sie von den Stämmen Issachar, Aser, Nephthali, und dem halben Stamme Manasse in Basan dreizehn Städte erhalten sollten. 7Und auf die Söhne Meraris, nach ihren einzelnen Geschlechtern, fielen aus den Stämmen Ruben, Gab, und Zabulon zwölf Städte. 8Die Söhne Israels also gaben den Leviten die Städte und deren Umgebung, wie der Herr durch Moses geboten hatte, indem sie einem jeden das seine durch das Los zuteilten. 9Von den Stämmen der Söhne Judas und Simeons gab Josue die Städte, deren Namen diese sind: 10den Söhnen Aarons aus dem Geschlechte Kaaths, aus dem Stamme Levi (denn das erste Los fiel auf sie,) 11Kariatharbe des Vaters Enaks, welche Hebron heißt, auf dem Gebirge Juda, und ihre Gebiete ringsum; 12die dazu gehörenden Äcker und Dörfer aber gab er Kaleb, dem Sohne Jephones, als Besitz. 13Den Söhnen Aarons, des Priesters, also gab er Hebron, die Zufluchtsstadt, und ihre Umgebung; Lobna, und ihre Umgebung, 14Jether, Estemo, 15Holon, Dabir, 16Ain, Jeta und Bethsames mit ihren Umgebungen; neun Städte von zwei Stämmen, wie gesagt. 17Und vom Stamme der Söhne Benjamins: Gabaon, Gabae, 18Anathoth und Almon mit ihren Umgebungen, vier Städte. 19Alle Städte der Söhne Aarons, des Priesters, sind zusammen dreizehn Städte mit ihren Umgebungen. 20Den übrigen aber vom Geschlechte der Söhne Kaaths, vom Stamme Levi, wurde nach ihren einzelnen Familien folgender Besitz gegeben: 21vom Stamme Ephraim die Zufluchtsstadt Sichem mit ihrer Umgebung auf dem Gebirge Ephraim, Gazer, 22Cibsaim und Bethhoron mit ihren Umgebungen, vier Städte; 23dazu vom Stamme Dan: Eltheko, Gabathon, 24Ajalon und Gethremmon mit ihren Umgebungen, vier Städte. 25Ferner von dem halben Stamme Manasse: Thanach und Gethremmon mit ihren Umgebungen, zwei Städte. 26Zusammen wurden zehn Städte und ihre Umgebungen den Söhnen Kaaths niederen Ranges gegeben. 27Weiter gab er den Söhnen Gersons, vom Geschlechte Levis, vom halben Stamme Manasse die Zufluchtsstädte Gaulon in Basan, und Bosra mit ihren Umgebungen, zwei Städte; 28und vom Stamme Issachar: Cesion, Dabereth, 29Jaramoth und Engannim, mit ihren Umgebungen, vier Städte; 30und vom Stamme Aser: Masal, Abdon, 31Helkath und Rohob mit ihren Umgebungen, vier Städte; 32und vom Stamme Nephthali: die Zufluchtsstädte Kedes in Galiläa, Hammoth-Dor und Karthan mit ihren Umgebungen, drei Städte. 33Die Städte der Familien Gersons waren zusammen dreizehn mit ihren Umgebungen. 34Und den Söhnen Meraris, den Leviten niederen Ranges, wurde nach ihren einzelnen Familien vom Stamme Zabulon gegeben: Jeknam, Kartha, 35Damna und Naalol, vier Städte mit ihren Umgebungen; 36vom Stamme Ruben jenseits des Jordans, Jericho gegenüber, die Zufluchtsstädte Bosor in der Wüste, Misor, Jaser, Jethson und Mephaath, vier Städte mit ihren Umgebungen; 37vom Stamme Gad die Zufluchtsstädte Ramoth in Galaad, Manaim, Hesebon und Jazer, vier Städte mit ihren Umgebungen. 38Die Städte der Söhne Meraris nach ihren einzelnen Familien und Geschlechtern sind zusammen zwölf. 39So sind die Städte der Leviten mitten im Erbteil der Söhne Israels zusammen achtundvierzig 40mit ihren Umgebungen, und alle waren nach den Familien verteilt. 41Und Gott, der Herr, gab Israel das gesamte Land, das zu geben er ihren Vätern geschworen hatte; und sie nahmen es in Besitz und ließen sich darin nieder. 42Und er schaffte ihnen Ruhe seitens aller Völker ringsum; und keiner von ihren Feinden wagte es, sich ihnen entgegen zu stellen, vielmehr waren sie alle unter ihre Gewalt gebracht. 43Nicht ein einziges Wort, welches er ihnen zu erfüllen verheißen hatte, ward zunichte, sondern alles ging in Erfüllung.

Das Buch Josua 22

1Zu derselben Zeit rief Josue die Rubeniter, die Gaditer, und den halben Stamm Manasse, 2und sprach zu ihnen: Ihr habt alles getan, was euch Moses, der Diener des Herrn, geboten hat; und mir seid ihr in allem gehorsam gewesen 3und habt eure Brüder diese lange Zeit hindurch, bis auf den heutigen Tag, nicht verlassen, und das Gebot des Herrn, eures Gottes, treu beobachtet. 4Weil nun der Herr, euer Gott, euern Brüdern Ruhe und Frieden gegeben hat, wie er verheißen, so kehret zurück und gehet hin in eure Häuser und in das Land eures Besitzes, welches Moses, der Diener des Herrn, euch jenseits des Jordans gegeben hat; 5nur beobachtet genau und erfüllet durch die Tat das Gebot und das Gesetz, welches Moses, der Diener des Herrn, euch gegeben hat, dass ihr den Herrn, euern Gott, liebet, und auf allen seinen Wegen wandelt, und ihm aus ganzem Herzen und aus ganzer Seele dienet. 6Und Josue segnete sie und entließ sie; und sie kehrten zurück in ihre Hütten. 7Dem halben Stamme Manasse hatte Moses seinen Erbbesitz in Basan gegeben; darum gab Josue der anderen Hälfte einen Anteil unter ihren übrigen Brüdern diesseits des Jordans auf der Westseite. Als er sie nun nach Hause entließ, segnete er sie 8und sprach zu ihnen: Mit vielem Gut und Reichtum kehrt ihr zu euern Wohnsitzen zurück, mit Silber und Gold, mit Erz und Eisen, und vielen Kleidern; teilet die den Feinden abgenommene Beute mit euern Brüdern. 9Und die Söhne Rubens, die Söhne Gads, und der halbe Stamm Manasse kehrten um, und schieden von den Söhnen Israels, von Silo, welches in Chanaan liegt, um nach Galaad, in das Land ihres Besitzes zu ziehen, welches sie dem Befehle des Herrn gemäß durch Moses erhalten hatten. 10Als sie nun zu den Hügeln des Jordans im Lande Chanaan gekommen waren, errichteten sie am Jordan einen Altar von ungeheurer Größe. 11Als aber die Söhne Israels dies hörten und zuverlässige Boten ihnen berichteten, dass die Söhne Rubens und Gads, und der halbe Stamm Manasse einen Altar errichtet hatten, im Lande Chanaan, bei den Hügeln des Jordans, den Söhnen Israels gegenüber, 12versammelten sie sich insgesamt in Silo, um hinaufzuziehen und wider sie zu kämpfen. 13Vorher aber sandten sie zu ihnen in das Land Galaad Phinees, den Sohn des Priesters Eleazar, 14und zehn Fürsten mit ihm, aus jedem Stamme einen. 15Diese kamen zu den Söhnen Rubens und Gads, und zu dem halben Stamme Manasse, in das Land Galaad, und redeten also zu ihnen: 16Dies lässt euch das ganze Volk des Herrn entbieten: Was ist das für eine Sünde? Warum habt ihr den Herrn, den Gott Israels, verlassen, indem ihr einen gottesschänderischen Altar erbaut und euch von seinem Dienste abgewendet habt? 17Ist es euch zu wenig, dass ihr in Beelphegor gesündigt, und bis auf den heutigen Tag der Schandfleck dieses Verbrechens uns anhaftet, und viele aus dem Volke gefallen sind? 18Ihr habt heute den Herrn verlassen, und morgen wird sein Zorn gegen das gesamte Israel entbrennen. 19Wenn ihr das Land, welches ihr als Besitz erhalten habt, für unrein haltet, so ziehet herüber in das Land, in dem das Zelt des Herrn ist, und nehmet unter uns Wohnung; nur werdet nicht vor dem Herrn und von der Gemeinschaft mit uns abtrünnig, indem ihr euch einen Altar errichtet außer dem Altare des Herrn, unseres Gottes. 20Ist nicht, als Achan, der Sohn Zares, das Gebot des Herrn übertrat, der Zorn Gottes über das ganze Volk Israel hereingebrochen? Und das war nur ein einziger Mann; aber wäre er doch allein umgekommen um seiner Missetat willen! 21Da antworteten die Söhne Rubens und Gads, und der halbe Stamm Manasse dem Fürsten der Gesandtschaft Israels: 22Gott, der Starke, der Herr, ja, Gott, der Starke, der Herr, er weiß es, und Israel soll es auch wissen: wenn wir in sündhafter Absicht diesen Altar errichtet haben, so soll er uns nicht behüten, sondern sogleich strafen; 23und wenn wir es in der Absicht getan, um Brandopfer und Speiseopfer und Friedopfer darauf darzubringen, so möge er es ahnden und uns richten; 24und nicht vielmehr in dem Gedanken und der Verabredung, dass wir sprachen: Bald werden eure Söhne zu unsern Söhnen sagen: Was geht euch der Herr, der Gott Israels, an? 25Der Herr hat zwischen uns und euch, ihr Söhne Rubens und ihr Söhne Gads, den Fluss Jordan als Grenze gesetzt, und darum habt ihr keinen Teil an dem Herrn! Und auf diesen Grund hin könnten eure Söhne unsere Söhne vom Dienste des Herrn abwendig machen. Darum hielten wir es für besser 26zu sagen: Wir wollen uns einen Altar bauen, nicht um Brandopfer, noch um andere Opfer darzubringen, 27sondern zum Zeugnisse zwischen uns und euch, zwischen unsern Nachkommen und euern Nachkommen, dass wir dem Herrn dienen und das Recht haben, Brandopfer, und Friedopfer, und andere Opfer darzubringen; und dass eure Söhne nicht etwa in kurzem zu unsern Söhnen sagen: Ihr habt keinen Teil an dem Herrn! 28Wenn jene es also sagen wollten, so würden sie ihnen antworten: Sehet da den Altar des Herrn, den unsere Väter errichtet haben, nicht zu Brandopfern und Speiseopfern, sondern zum Zeugnisse zwischen uns und euch. 29Fern sei von uns der Frevel, von dem Herrn abzufallen und seine Wege zu verlassen, indem wir einen Altar errichten, um Brandopfer, und Speiseopfer, und andere Opfer darzubringen, außer dem Altare des Herrn, unseres Gottes, welcher vor seinem Zelte steht. 30Als Phinees, der Priester, und die Fürsten der Gesandtschaft Israels, die bei ihm waren, dies hörten, wurden sie besänftigt und nahmen die Worte der Söhne Rubens und Gads und des halben Stammes Manasse gerne an. 31Und Phinees, der Sohn Eleazars, der Priester, sprach zu ihnen: Jetzt erfahren wir, dass der Herr mit uns ist, weil ihr von solcher Sünde fern seid und die Söhne Israels vor der Hand des Herrn bewahrt habt. 32Dann kehrte er mit den Fürsten von den Söhnen Rubens und Gads aus dem Lande Galaad, von den Grenzen Chanaans zu den Söhnen Israels zurück und berichtete es ihnen. 33Und allen, die sie hörten, gefiel die Kunde. Da lobten die Söhne Israels Gott, und es war keine Rede mehr davon, gegen sie hinaufzuziehen und zu kämpfen und das Land ihres Besitzes zu verheeren. 34Und die Söhne Rubens und die Söhne Gads nannten den Altar, den sie erbaut hatten: unser Zeugnis, dass der Herr Gott ist.

Neues Testament

Lukasevangelium 7

1Nachdem er aber alle seine Reden vor den Ohren des Volkes vollendet hatte, ging er hinein nach Kapharnaum. 2Und eines Hauptmanns Knecht, der ihm sehr viel wert war, lag auf den Tod krank darnieder. 3Da er nun von Jesus gehört hatte, schickte er die Ältesten der Juden zu ihm, und bat ihn, er möchte kommen, und seinen Knecht vom Tode retten. 4Als diese zu Jesus kamen, baten sie ihn inständig, und sprachen zu ihm: Er ist es wert, dass du ihm dieses gewährest; 5denn er liebt unser Volk, und die Synagoge hat er uns gebaut. 6Jesus aber machte sich mit ihnen auf den Weg. Und da er nicht mehr ferne von dem Hause war, schickte der Hauptmann Freunde an ihn, und ließ ihm sagen: Herr! bemühe dich nicht; denn ich bin nicht würdig, dass du unter mein Dach eingehest. 7Darum habe ich auch mich selbst nicht für würdig erachtet, zu dir zu kommen, sondern sprich ein Wort, so wird mein Knecht gesund sein. 8Denn auch ich, ob ich gleich unter Obergewalt stehe, bin ein Mensch, der Kriegsleute unter sich hat; und sage ich zu einem: Gehe! so geht er; und zu dem anderen: Komm! so kommt er; und zu meinem Knechte: Tue das! so tut er es. 9Da Jesus dies hörte, verwunderte er sich, und zu dem ihm folgenden Volke sich wendend sagte er: Wahrlich, ich sage euch, einen so großen Glauben habe ich selbst in Israel nicht gefunden! 10Und als die, welche gesendet waren, wieder nach Hause kamen, fanden sie den Knecht, der krank gewesen war, gesund. 11Und es geschah hierauf, dass er in eine Stadt ging, welche Naim heißt; und es gingen mit ihm seine Jünger, und viel Volk. 12Als er aber nahe an das Stadttor kam, siehe, da trug man einen Toten heraus, den einzigen Sohn seiner Mutter, die Witwe war; und viel Volk aus der Stadt ging mit ihr. 13Da nun der Herr sie sah, ward er von Mitleiden über sie gerührt, und sprach zu ihr: Weine nicht! 14Und er trat hinzu, und rührte die Bahre an, die Träger aber standen still. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf! 15Da richtete sich der Tote auf, und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. 16Es ergriff aber alle Furcht, und sie priesen Gott, und sprachen: Ein großer Prophet ist unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. 17Und es verbreitete sich diese Kunde von ihm in ganz Judäa, und in der ganzen Umgebung. 18Und es berichteten dem Johannes seine Jünger über alles dieses. 19Da berief Johannes zwei von seinen Jüngern, und sandte sie zu Jesus, und ließ ihm sagen: Bist du es, der da kommen soll, oder haben wir einen anderen zu erwarten? 20Und da die Männer zu ihm gekommen, sprachen sie: Johannes, der Täufer, hat uns zu dir gesandt, und lässt dir sagen: Bist du es, der da kommen soll, oder haben wir einen anderen zu erwarten? 21(Zu eben jener Stunde aber heilte er viele von Krankheiten, Plagen und bösen Geistern, und vielen Blinden schenkte er das Gesicht.) 22Da antwortete er, und sprach zu ihnen: Gehet hin, und verkündiget Johannes, was ihr gehört und gesehen habt: Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote stehen auf, und Armen wird das Evangelium verkündet; 23und selig ist, wer sich an mir nicht ärgert! 24Als nun die Abgesandten des Johannes fortgegangen waren, fing Jesus an, von Johannes zum Volke zu sprechen: Was seid ihr hinausgezogen in die Wüste zu sehen? Ein Rohr, das vom Winde hin und her bewegt wird? 25Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Menschen, mit weichlichen Kleidern angetan? Sehet, die kostbare Kleider haben und in Genüssen leben, sind in den Häusern der Könige. 26Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Propheten? Ja, ich sage euch, er ist noch mehr als ein Prophet! 27Dieser ist es, von welchem geschrieben steht: Siehe, ich sende meinen Engel vor deinem Angesichte her, der deinen Weg vor dir bereiten wird. 28Denn ich sage euch: Kein größerer Prophet ist unter den Weibern Gebornen als Johannes der Täufer; aber der Geringste im Reiche Gottes ist größer als er. 29Und alles Volk, das ihn hörte, und die Zöllner bezeugten die Gerechtigkeit Gottes über sie, und ließen sich mit der Taufe des Johannes taufen. 30Die Pharisäer aber und die Gesetzkundigen verachteten den Ratschluss Gottes über sie, und ließen sich nicht von ihm taufen. 31Der Herr aber sprach: Wem soll ich denn die Menschen dieses Geschlechtes vergleichen? Und wem sind sie gleich? 32Sie sind Kindern gleich, die auf dem Markte sitzen, und einander zurufen und sprechen: Wir haben euch auf Flöten vorgespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geweinet. 33Denn Johannes, der Täufer, ist gekommen, und aß kein Brot, und trank keinen Wein, und ihr saget: er hat einen bösen Geist. 34Der Menschensohn ist gekommen, ißt und trinket, und ihr saget: Sehet, dieser Mensch ist ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund von Zöllnern und Sündern! 35Und die Weisheit wird gerechtfertiget von seiten aller ihrer Kinder! 36Es bat aber einer von den Pharisäern, dass er bei ihm esse; und er ging in das Haus des Pharisäers, und setzte sich zu Tische. 37Und siehe, ein Weib, die eine in der Stadt bekannte Sünderin war, erfuhr, dass er in dem Hause des Pharisäers zu Tische sei; und brachte ein Gefäß von Alabaster mit Salböl. 38stellte sich rückwärts zu seinen Füßen, und fing an seine Füße mit ihren Tränen zu benetzen, und trocknete sie mit den Haaren ihres Hauptes, und küßte seine Füße, und salbte sie mit dem Salböl. 39Als dies der Pharisäer sah, der ihn geladen hatte, sprach er bei sich selbst: Wenn dieser ein Prophet wäre, so würde er wohl wissen, wer die ist, die ihn berührt, und was sie für ein Weib ist, dass sie eine Sünderin ist. 40Jesus aber hob an, und sprach zu ihm: Simon! Ich habe dir etwas zu sagen. Er aber Sprach: Meister! sage es. 41Ein Gläubiger hatte zwei Schuldner. Der eine war ihm fünfhundert Denare schuldig, der andere fünfzig. 42Da sie aber nichts hatten, womit sie zahlen konnten, schenkte er es beiden. Welcher nun liebt ihn mehr? 43Simon antwortete, und sprach: Ich erachte, der, dem er das Meiste geschenkt hat. Und Jesus sprach zu ihm: Du hast recht geurteilt! 44Dann wandte er sich zu dem Weibe, und sprach zu Simon: Siehst du dieses Weib? Ich kam in dein Haus, und du hast mir kein Wasser für die Füße gegeben; diese aber hat meine Füße mit Tränen benetzt, und sie mit ihren Haaren getrocknet. 45Du hast mir keinen Kuss gegeben; diese aber hat, seit sie hereingekommen ist, nicht aufgehört, meine Füße zu küssen. 46Du hast mein Haupt nicht mit Öl gesalbt; diese aber hat meine Füße mit Salböl gesalbt. 47Darum sage ich dir: Ihr werden viele Sünden vergeben, weil sie viel geliebet hat; wem aber weniger vergeben wird, der liebt auch weniger. 48Und er sprach zu ihr: Deine Sünden werden dir vergeben! 49Da fingen die, welche mit zu Tische waren, an, bei sich zu sagen: Wer ist dieser, der sogar Sünden vergibt? 50Er aber sprach zu dem Weibe: Dein Glaube hat dir geholfen! Gehe hin in Frieden!