Bibel in einem Jahr · Tag 37 von 365

Lev 17–19

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Levitikus 17

1Und der Herr redete zu Moses und sprach: 2Rede zu Aaron, und zu seinen Söhnen, und zu allen Söhnen Israels, und sprich zu ihnen: Dies ist das Wort, welches der Herr geboten hat: 3Jeder Mann aus dem Hause Israels, der ein Rind, oder ein Schaf, oder eine Ziege in dem Lager oder außerhalb desselben schlachtet 4und dem Herrn nicht ein Opfer an dem Eingange des Zeltes darbringt, soll des Blutes schuldig sein; wie wenn er Blut vergossen hätte, so soll er weggetilgt werden aus der Mitte seines Volkes. 5Darum sollen die Söhne Israels ihre Opfertiere, die sie auf dem freien Felde schlachten wollen, dem Priester bringen, damit sie dem Herrn vor der Türe des Zeltes des Zeugnisses geweiht werden, und sollen dieselben dem Herrn als Friedopfer schlachten. 6Und der Priester soll das Blut auf den Altar des Herrn vor dem Eingange des Zeltes des Zeugnisses gießen, und das Fett zum lieblichen Geruche für den Herrn verbrennen; 7und sie sollen ihre Opfer nie mehr den bösen Geistern opfern, mit denen sie gebuhlt haben. Eine ewig geltende Satzung soll dies für sie und ihre Nachkommen sein. 8Und du sollst zu ihnen sagen: Wenn jemand vom Hause Israel und von den Fremdlingen, die bei euch weilen, ein Brandopfer oder ein anderes Opfer darbringt 9und es nicht zum Eingange des Zeltes des Zeugnisses führt, dass es dem Herrn dargebracht werde, so soll er weggetilgt werden aus seinem Volke. 10Wenn jemand vom Hause Israel und von den Fremdlingen, die unter ihm weilen, Blut isst, wider eine solche Seele werde ich mein Angesicht wenden, und sie wegtilgen aus ihrem Volke, 11denn die Seele des Leibes ist im Blute; und ich habe es euch gegeben, damit ihr durch dasselbe auf dem Altare Sühnung schaffet für eure Seelen, und damit das Blut zur Sühne für die Seele gereiche. 12Darum habe ich den Söhnen Israels gesagt: Keiner von euch oder von den Fremdlingen, die unter euch weilen, soll Blut essen. 13Jeder von den Söhnen Israels und von den Fremdlingen, die bei euch weilen, der ein Wild erjagt, oder einen Vogel gefangen hat, die zu essen erlaubt ist, soll sein Blut auslaufen lassen und es mit Erde bedecken. 14Denn die Seele eines jeden Leibes ist im Blute; darum habe ich den Söhnen Israels gesagt: Ihr sollt von keinem Leibe das Blut essen, den die Seele des Leibes ist im Blute; und wer es isst, soll umkommen. 15Und jeder, der etwas Gefallenes oder von wilden Tieren Zerrissenes isst, sei es einer von den Eingebornen oder von den Fremdlingen, soll seine Kleider waschen und sich in Wasser baden, und soll unrein sein bis zum Abend; und auf diese Weise soll er rein werden. 16Wenn er aber seine Kleider nicht wäscht, und seinen Leib nicht badet, so soll er seine Schuld tragen.

Levitikus 18

1Der Herr redete zu Moses und sprach: 2Rede zu den Söhnen Israels und sage zu ihnen: Ich bin der Herr, euer Gott. 3Nach dem Gebrauche des Landes Ägypten, in welchem ihr gewohnet habt, sollt ihr nicht tun; und nach der Sitte des Landes Chanaan, in das ich euch führen werde, sollt ihr nicht handeln, und nach ihren Satzungen sollt ihr nicht wandeln. 4Ihr sollt meine Vorschriften beobachten, und meine Gebote halten und nach ihnen wandeln. Ich bin der Herr, euer Gott. 5Bewahret meine Satzungen und meine Vorschriften; der Mensch, welcher sie hält, wird durch sie leben. Ich bin der Herr. 6Kein Mensch soll seiner Blutsverwandten nahen, ihre Scham zu entblößen. Ich bin der Herr. 7Die Scham deines Vaters und die Scham deiner Mutter sollst du nicht entblößen; es ist deine Mutter; du sollst ihre Scham nicht entblößen. 8Die Scham des Weibes deines Vaters sollst du nicht entblößen; denn es ist die Scham deines Vaters. 9Die Scham deiner Schwester, von Vater oder Mutter her, sie sei daheim geboren oder auswärts, sollst du nicht entblößen. 10Die Scham der Tochter deines Sohnes, oder der Tochter deiner Tochter sollst du nicht entblößen; denn es ist deine Scham. 11Die Scham der Tochter des Weibes deines Vaters, welches sie deinem Vater geboren, die also deine Schwester ist, sollst du nicht entblößen. 12Die Scham der Schwester deines Vaters sollst du nicht entblößen; denn es ist das Fleisch deines Vaters. 13Die Scham der Schwester deiner Mutter sollst du nicht entblößen; denn es ist das Fleisch deiner Mutter. 14Die Scham des Bruders deines Vaters sollst du nicht entblößen und seinem Weibe nicht nahen; denn sie ist dir durch Schwägerschaft verbunden. 15Die Scham deiner Schwiegertochter sollst du nicht entblößen; denn sie ist das Weib deines Sohnes, und du sollst ihre Scham nicht entblößen. 16Die Scham des Weibes deines Bruders sollst du nicht entblößen; denn es ist die Scham deines Bruders. 17Die Scham deines Weibes und ihrer Tochter sollst du nicht entblößen. Die Tochter ihres Sohnes und die Tochter ihrer Tochter sollst du nicht nehmen, ihre Scham zu entblößen; denn sie sind ihr Fleisch und ein solches Beilager ist Blutschande. 18Die Schwester deines Weibes sollst du nicht als Nebenweib zu ihr hinzunehmen und sollst ihre Scham nicht aufdecken, während jene noch lebt. 19Einem Weibe, das am Monatsfluss leidet, sollst du nicht nahen und ihre Scham nicht entblößen. 20Mit dem Weibe deines Nächsten sollst du nicht Umgang haben und dich nicht durch Vermischung des Samens verunreinigen. 21Von deinen Kindern sollst du keines hergeben, um es dem Götzen Moloch zu weihen, und sollst den Namen deines Gottes nicht beflecken. Ich bin der Herr. 22Du sollst nicht mit einem Manne fleischlichen Umgang haben, wie mit einem Weibe, denn dies ist ein Greuel. 23Du sollst mit keinem Tiere fleischlichen Umgang haben und dich nicht dadurch verunreinigen. Ein Weib soll sich keinem Tiere hingeben und nicht mit einem solchen Umgang haben; denn das ist eine Schandtat. 24Ihr sollt euch durch nichts derartiges verunreinigen; denn dadurch haben sich alle die Völker verunreinigt, welche ich vor eurem Angesichte vertreiben werde, 25durch die das Land verunreinigt ward, und ich werde seine Lastertaten heimsuchen, damit es seine Einwohner ausspeie. 26Beobachtet meine Satzungen und Vorschriften und verübet keinen von allen diesen Greueln, weder ein Einheimischer, noch ein Fremdling, der bei euch weilt. 27Denn alle diese Greuel haben die Einwohner des Landes verübt, die vor euch da waren, und haben das Land verunreinigt. 28Hütet euch also, dass es euch nicht gleicherweise ausspeie, wenn ihr das Gleiche tut, wie es das Volk ausgespieen hat, das vor euch da war. 29Jede Seele, die irgendeinen von diesen Greueln übt, soll aus der Mitte ihres Volkes weggetilgt werden. 30Haltet meine Gebote! Tuet nicht, was die getan haben, welche vor euch da waren, und verunreinigt euch nicht dadurch. Ich bin der Herr, euer Gott.

Levitikus 19

1Der Herr redete zu Moses und sprach: 2Rede zu der ganzen Gemeinde der Söhne Israels und sage ihnen: Ihr sollt heilig sein: denn ich bin heilig, der Herr, euer Gott. 3Ein jeder hege Ehrfurcht vor seinem Vater und seiner Mutter. Haltet meine Sabbate. Ich bin der Herr, euer Gott. 4Wendet euch nicht den Götzen zu und machet euch keine gegossenen Götter. Ich bin der Herr, euer Gott. 5Wenn ihr dem Herrn ein Friedopfer schlachtet, dass er euch geneigt sein möge, 6so sollt ihr es an dem Tage essen, an dem es geschlachtet ward, und am Tage darauf; alles aber, was bis zum dritten Tage übrigbleibt, sollt ihr mit Feuer verbrennen. 7Wenn jemand nach Verlauf der zwei Tage davon isst, so soll er unrein und eines Frevels schuldig sein. 8Er soll seine Schuld tragen, weil er das Heilige des Herrn entweiht hat, und diese Seele soll ausgetilgt werden aus ihrem Volke. 9Wenn du die Saaten deines Landes erntest, sollst du sie nicht bis zum Erdboden abschneiden und sollst die übrigbleibenden Ähren nicht auflesen. 10Auch in deinem Weinberge sollst du die abgefallenen Trauben und Beeren nicht aufsammeln, sondern den Armen und Fremden zur Lese überlassen. Ich bin der Herr, euer Gott. 11Ihr sollt nicht stehlen. Ihr sollt nicht lügen, und keiner soll seinen Nächsten betrügen. 12Du sollst bei meinem Namen nicht falsch schwören, und den Namen deines Gottes nicht beflecken. Ich bin der Herr. 13Du sollst deinem Nächsten kein Unrecht tun und ihn nicht mit Gewalt unterdrücken. Der Lohn des Lohnarbeiters soll bei dir nicht bis zum Morgen bleiben. 14Du sollst einem Tauben nicht fluchen und einem Blinden nicht einen Anstoß in den Weg legen, sondern den Herrn, deinen Gott, fürchten; denn ich bin der Herr. 15Du sollst nichts tun, was ungerecht ist, und kein ungerechtes Urteil fällen. Du sollst für einen Armen nicht Partei ergreifen und das Angesicht des Gewaltigen nicht bevorzugen. Du sollst deinem Nächsten gerechtes Gericht sprechen. 16Du sollst kein Verleumder, noch Ohrenbläser unter dem Volke sein. Du sollst dich wider deines Nächsten Blut nicht erheben. Ich bin der Herr. 17Du sollst deinen Bruder nicht in deinem Herzen hassen, sondern ihn offen zurechtweisen, damit du keine Sünde seinethalben auf dich ladest. 18Du sollst nicht Rache suchen, noch des Unrechts deiner Mitbürger gedenken. Du sollst deinen Freund lieben wie dich selbst. Ich bin der Herr. 19Haltet meine Satzungen. Dein Vieh sollst du nicht sich begatten lassen mit Tieren anderer Art. Deinen Acker sollst du nicht mit verschiedenartigem Samen besäen. Ein Kleid, das aus zweierlei Fäden gewebt ist, sollst du nicht anziehen. 20Wenn ein Mann einem Weibe, welche eine Leibeigene und einem Manne bestimmt, aber noch nicht losgekauft oder freigelassen ist, beiwohnt, und sich mit einer solchen fleischlich vermischt, so sollen beide gezüchtigt werden, aber nicht sterben; denn sie war keine Freie. 21Und der Mann soll dem Herrn als Schuldopfer einen Widder an dem Eingange des Zeltes des Zeugnisses darbringen, 22aber der Priester soll für ihn und für seine Sünde vor dem Herrn beten, und so wird dieser ihm wieder gnädig und die Sünde vergeben sein. 23Wenn ihr in das Land kommt und darin Fruchtbäume pflanzt, so sollt ihr ihre Vorhaut wegnehmen; die Früchte nämlich, welche darauf wachsen, sollen euch als unrein gelten, und ihr sollt nicht von denselben essen. 24Im vierten Jahre aber sollen alle ihre Früchte zum Lobe für den Herrn geweiht werden. 25Im fünften Jahre dürft ihr die Früchte essen und den Ertrag einsammeln, denn die Bäume tragen. Ich bin der Herr, euer Gott! 26Ihr sollt nichts mit dem Blute essen. Ihr sollt nicht wahrsagen, noch auf Träume achten. 27Ihr sollt euer Haar nicht rundum abschneiden, noch den Bart abscheren. 28Und wegen eines Toten sollt ihr keine Einschnitte in euer Fleisch machen, noch euch Figuren oder Zeichen einritzen. Ich bin der Herr. 29Gib deine Tochter nicht preis, damit das Land nicht verunreinigt und mit Fluchwürdigem erfüllt werde. 30Haltet meine Ruhetage und habet Ehrfurcht vor meinem Heiligtum. Ich bin der Herr. 31Ihr sollt euch nicht an die Zauberer wenden, noch die Wahrsager um etwas befragen, so dass ihr durch sie verunreinigt werdet. Ich bin der Herr, euer Gott. 32Vor einem grauen Haupte stehe auf, und ehre die Person des Greises, und den Herrn, deinen Gott, fürchte. Ich bin der Herr. 33Wenn ein Fremdling in eurem Lande wohnt und unter euch weilt, so seid nicht hart gegen ihn, 34sondern er sei wie ein Eingeborner unter euch, und ihr sollt ihn lieben wie euch selbst; denn auch ihr seid Fremdlinge im Lande Ägypten gewesen. Ich bin der Herr, euer Gott. 35Ihr sollt kein Unrecht verüben im Gerichte, mit Messschnur, Gewicht, Maß. 36Es sei die Waage recht, die Gewichte genau, der Scheffel richtig, das Maß entsprechend Ich bin der Herr, euer Gott, der euch aus dem Lande Ägypten geführt hat. 37Haltet alle meine Gebote und alle Satzungen, und tuet sie. Ich bin der Herr.