Bibel in einem Jahr · Tag 358 von 365

1 Makk 8–10 · Offb 17

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das 1. Buch der Makkabäer 8

1Nun hörte Judas von dem Namen der Römer, dass sie stark und mächtig seien und willfährig zu allem, um was man sie bitte, und dass sie mit denen, welche sich an sie wenden, Bündnisse eingehen und dass sie stark und mächtig seien. 2Auch hörten sie von ihren Schlachten und großen Taten, welche jene in Galatien vollbracht, dass sie dieses überwältigt und zinsbar gemacht; 3und wie Großes sie im Lande Spanien ausgeführt, indem sie sich der dortigen Metallgruben von Silber und Gold bemächtigt, und dass sie das ganze Land durch ihre Klugheit und Beharrlichkeit eingenommen hätten; 4und wie sie Länder, welche sehr weit von ihnen entfernt waren, und Könige, die von den Enden der Erde gegen sie herangezogen waren, überwältigt und ihnen schwere Niederlagen beigebracht hätten und wie ihnen die übrigen jährlichen Tribut zahlen müssten. 5Ferner, dass sie den Philippus und Perseus, König der Kethiter, und andere, welche gegen sie die Waffen ergriffen, im Kriege geschlagen und überwältigt hätten 6und wie sie Antiochus den Großen, König von Asien, der gegen sie mit hundertzwanzig Elefanten und Rossen, und Wagen, und gewaltiger Heeresmacht in den Kampf gezogen, geschlagen, 7ihn lebendig gefangen genommen und ihm auferlegt hätten, dass er und seine Nachfolger in der Herrschaft einen großen Tribut zahlen und Geiseln stellen und bestimmte Abtretungen machen müssten, 8nämlich die Länder Indien, Medien, Lydien, einen Teil seiner schönsten Länder, diese hätten sie ihm genommen und dem König Eumenes gegeben. 9Ebenso dass die Bewohner von Griechenland beschlossen, wider sie auszuziehen und sie zu vernichten. Das sei ihnen aber kund geworden 10und sie hätten einen Feldherrn gegen jene gesandt und gegen sie gekämpft und es seien von jenen viele gefallen, ihre Weiber und Kinder hätten sie gefangen fortgeführt und sie ausgeplündert, ihr Land in Besitz genommen, ihre Festen zerstört und sie in Abhängigkeit gebracht bis auf diesen Tag. 11Auch die übrigen Reiche und Inseln, die ihnen einst Widerstand geleistet, hätten sie verheert und unterjocht. 12Mit ihren Freunden aber und mit denen, die sich ihnen anvertrauten, hielten sie Freundschaft und hätten Königreiche nah und fern erobert, und wer nur immer von ihrem Namen höre, der fürchte sich vor ihnen. 13Die aber, denen sie zur Herrschaft verhelfen wollten, herrschten; wen sie aber wollten, entsetzten sie der Herrschaft und sie seien zu hoher macht gelangt. 14Bei all dem aber trage keiner das Diadem noch den Purpur, um damit zu prangen, 15sondern sie hätten unter sich eine Ratsversammlung eingesetzt und Tag für Tag hielten ihrer dreihundert und zwanzig Rat und ratschlagten immer über das Volk, damit es seiner würdige Taten vollbringe. 16Und sie betrauten jedes Jahr einen Mann mit der Obergewalt und der Herrschaft über ihr ganzes Gebiet und alle gehorchten dem einen, ohne dass Neid oder Eifersucht unter ihnen bestehe. 17Da wählte Judas Eupolemus, den Sohn des Johannes, des Sohnes Jakobs, und Jason, den Sohn Eleazars, und sandte sie nach Rom, um mit jenen Freundschaft und Bundesgenossenschaft einzugehen, 18damit jene ihnen das Joch der Griechen abnähmen, weil sie sähen, dass diese das Reich Israel mit Knechtschaft bedrückten. 19Diese zogen nach Rom, eine überaus weite Reise, und kamen in die Ratsversammlung und sprachen: 20Judas, der Machabäer, und dessen Brüder und das Volk der Juden senden uns zu euch, um mit euch Bundesgenossenschaft und Friedensertrag zu schließen, dass ihr uns als eure Bundesgenossen und Freunde erkläret. 21Diese Rede gefiel jenen wohl. 22Dies ist die Abschrift dessen, was sie auf eherne Tafeln schrieben und nach Jerusalem sandten, dass es ihnen daselbst als Denkmal des Friedensvertrages und der Bundesgenossenschaft diente: 23Möge es den Römern und dem Volke der Juden zu Wasser und zu Land immerdar wohlergehen und Schwert und Feind von ihnen fern bleiben! 24Wenn den Römern oder all ihren Bundesgenossen in ihrem ganzen Gebiete zuerst ein Krieg drohen sollte, 25so wird das Volk der Juden, wie es die Zeitumstände vorschreiben, Hilfe leisten aus ganzem Herzen 26und sie werden den Kriegsführenden nicht geben noch verschaffen Lebensmittel, Waffen, Geld, Schiffe, wie es den Römern gutdünkt, vielmehr werden sie deren Vorschriften nachkommen, ohne von ihnen etwas zu erhalten. 27Gleicherweise aber, wenn das Volk der Juden zuerst in einen Krieg verwickelt werden sollte, werden die Römer von Herzen Hilfe leisten, wie es ihnen die Umstände gestatten. 28Doch sollen den Hilfstruppen nicht gegeben werden Lebensmittel, Waffen, Geld, Schiffe, wie es den Römern gutdünkt und und sie werden deren Vorschriften nachkommen ohne Trug. 29Dieser Art waren die Festsetzungen, welche die Römer mit dem Volke der Juden trafen. 30Wenn aber später der eine oder der andere Teil etwas hinzuzufügen oder wegzulassen wünscht, so mögen sie es nach ihrem Belieben tun; und was sie immer beifügen oder weglassen, soll gültig sein. 31Auch haben wir in betreff des Bösen, das der König Demetrius gegen sie verübt hat, an ihn also geschrieben: Warum hast du dein schweres Joch unseren Freunden und Bundesgenossen, den Juden, auferlegt? 32Wenn sie sich noch einmal an uns wenden, werden wir ihnen wider dich Recht schaffen und dich zu Wasser und zu Land bekriegen.

Das 1. Buch der Makkabäer 9

1Inzwischen hörte Demetrius, dass Nikanor und sein Heer im Streite gefallen sei, und sandte Bacchides und Alkimus zum zweiten Male nach Judäa und den rechten Flügel mit ihnen. 2Diese schlugen den Weg ein, der nach Galgala führt, und lagerten sich vor Masaloth, welches in Arbela liegt, und nahmen es ein und töteten viele Menschen. 3Im ersten Monate des hundertzweiundfünfzigsten Jahres lagerten sie sich bei Jerusalem. 4Doch brachen sie bald auf und zogen nach Berea, zwanzigtausend Mann zu Fuß und zweitausend Reiter. 5Judas aber hatte sein Lager in Laisa aufgeschlagen und es waren bei ihm dreitausend auserlesene Männer. 6Da diese nun sahen, wie stark das Heer war, dass sie sehr zahlreich seien, fürchteten sie sich sehr und viele verließen das Lager, so dass nur achthundert Mann übrigblieben. 7Als Judas sah, dass sein Lager zusammengeschmolzen sei und dass er zum Kampfe gedrängt werde, ward er sehr bekümmert, denn er hatte nicht Zeit, sie wieder zu sammeln, und er war entmutigt. 8Und er sprach zu den Übriggebliebenen: Auf, lasset uns unsern Widersachern entgegenziehen, ob wir sie etwa zu bekämpfen vermögen. 9Diese aber suchten ihn davon abzubringen und sprachen: Wir vermögen es nicht, sondern lass uns jetzt unser eigenes Leben retten und zu unsern Brüdern zurückkehren, alsdann wollen wir wiederkommen und wider sie kämpfen; denn unser sind so wenig. 10Judas sprach: Fern sei es von mir, das zu tun, dass wir vor ihnen fliehen sollten. Ist unsere Zeit gekommen, so lasset uns mannhaft für unsere Brüder sterben und keinen Flecken unserer Ehre anhängen! 11So brach das Heer aus dem Lager auf und jene nahmen ihnen gegenüber Aufstellung, die Reiterei aber teilte sich in zwei Teile, die Schleuderer und die Bogenschützen zogen dem Heere voran und die Tapfersten standen in der vordersten Schlachtreihe. 12Bacchides war auf den rechten Flügel und die Schlachtreihe rückte von beiden Seiten her vor, während die Trompeten schmetterten. 13Auch die Leute des Judas stießen in die Trompeten, so dass die Erde vom Getöse der Heere bebte, und der Kampf begann und dauerte vom Morgen bis zum Abend. 14Da nun Judas sah, dass der stärkere Teil des Heeres des Bacchides auf der rechten Seite war, sammelten sich alle die Mutigsten um ihn 15und der rechte Flügel ward von ihnen geschlagen und er verfolgte sie bis an den Berg von Azot. 16Als aber die, welche auf dem linken Flügel waren, sahen, dass der rechte Flügel geschlagen sei, fielen sie Judas und seinen Gefährten in den Rücken. 17Da wurde der Kampf heftig und es fielen viele Erschlagene auf beiden Seiten. 18Auch Judas fiel und die übrigen flohen. 19Jonathas und Simon aber trugen ihren Bruder Judas hinweg und begruben ihn im Begräbnis ihrer Väter in der Stadt Modin. 20Und das ganze Volk Israel beweinte ihn mit großer Wehklage und trauerte lange Zeit. 21Und sie sprachen: Wie ist der Held gefallen, der Retter des Volkes Israel! 22Die übrige Geschichte der Kämpfe Judas und der Großtaten, die er vollbracht, und seiner Größe ist nicht aufgeschrieben, denn es war desselben sehr viel. 23Und es begab sich nach dem Tode des Judas, dass die Ruchlosen im ganzen Lande Israel sich erhoben und dass alle Übeltäter offen hervortraten. 24In jener Zeit entstand eine sehr große Hungersnot und das ganze Land ergab sich mit ihnen an Bacchides. 25Er aber erwählte gottlose Männer und setzte sie als Herren des Landes ein. 26Diese suchten und forschten nach den Freunden des Judas und brachten diese vor Bacchides, der sich an ihnen rächte und sie verhöhnte. 27Und es kam eine große Bedrängnis über Israel, dergleichen keine gewesen, seitdem kein Prophet mehr in Israel erschienen. 28Da versammelten sich alle Freunde des Judas und sprachen zu Jonathas: 29Seitdem dein Bruder Judas gestorben, ist kein Mann seinesgleichen da, der gegen unsere Feinde, gegen Bacchides und die, welche Feinde unseres Volkes sind, ausziehen möchte. 30Darum haben wir dich heute erwählt, dass du an seiner Statt unser Oberhaupt und Anführer seiest, unsern Krieg zu führen. 31Da übernahm Jonathas zu jener Zeit die Führerschaft und trat an seines Bruders Judas Stelle. 32Als Bacchides dies erfuhr, suchte er ihn zu töten. 33Aber Jonathas und sein Bruder Simon und alle, die bei ihm waren, erfuhren es und flohen in die Wüste Thekua und lagerten sich bei dem Wasser der Zisterne Asphar. 34Dies erfuhr Bacchides und zog mit seinem ganzen Heere am Tage des Sabbats über den Jordan. 35Jonathas nämlich hatte seinen Bruder als Anführer des Volkes abgesandt, um die Nabuthäer, seine Freunde, zu bitten, dass sie ihnen ihre Habe überlassen dürften, die sehr groß war. 36Da zogen die Söhne Jambris aus Madaba aus und nahmen Johannes mit allem, was er hatte, gefangen und führten es mit sich fort. 37Nach diesen Ereignissen war dem Jonathas und seinem Bruder Simon berichtet worden, dass die Söhne Jambris eine große Hochzeit feierten und als Braut die Tochter eines großen Fürsten Kanaans aus Madaba mit großem Gepränge heimholten. 38Da gedachten sie des Blutes ihres Bruders Johannes und zogen hinauf und verbargen sich in einem Schlupfwinkel des Gebirges. 39Und als sie ihre Augen erhoben und ausschauten, siehe, da war Lärm und großer Prunk; der Bräutigam kam mit seinen Freunden und Verwandten daher und zog jenen entgegen mit Pauken und Musikinstrumenten und vielen Waffen. 40Da erhoben sie sich aus dem Hinterhalte und überfielen jene und schlugen sie, und viele fielen verwundet, indes die übrigen in das Gebirge flohen, und sie bemächtigten sich aller ihrer Beute. 41So ward die Hochzeit in Trauer verwandelt und der Jubel ihrer Musik in Wehklage. 42Nachdem sie so Rache genommen für das Blut ihres Bruders, kehrten sie an das Ufer des Jordans zurück. 43Als Bacchides dies erfuhr, zog er an einem Sabbattage an das Ufer des Jordans mit großer Heeresmacht. 44Da sprach Jonathas zu den Seinigen: Auf, lasset uns gegen unsere Feinde kämpfen, denn heute ist es nicht wie gestern und ehedem. 45Denn seht, der Kampf droht uns, das Wasser des Jordans aber umgibt uns auf beiden Seiten, dazu die sumpfigen Ufer und der Wald, so ist kein Raum, um auszuweichen. 46So rufet denn zum Himmel, dass ihr aus der Hand eurer Feinde errettet werdet! Und es kam zur Schlacht. 47Da streckte Jonathas seine Hand aus, den Bacchides zu schlagen, doch dieser wich vor ihm zurück. 48Jonathas aber sprang mit den Seinigen in den Jordan und sie durchschwammen den Jordan vor ihren Augen. 49An jenem Tage fielen auf Bacchides Seite tausend Mann und sie kehrten nach Jerusalem zurück 50und bauten feste Städte in Judäa, die Feste bei Jericho und Ammaus und Bethoron und Bethel und Thamnata und Phara und Thopo, mit hohen Mauern und Toren und Riegeln. 51Und er legte Besatzungen hinein, um Israel zu befehden. 52Auch befestigte er die Stadt Bethsura und Gazara und die Burg und legte Truppen in dieselben und versah sie mit Lebensmitteln. 53Auch nahm er die Söhne der Vornehmsten im Lande zu Geiseln und setzte sie in die Burg zu Jerusalem in Gewahrsam. 54Und im hundertunddreiundfünfzigsten Jahre im zweiten Monate befahl Alkimus, die Mauer des innern Vorhofes niederzureißen und das Werk der Propheten zu zerstören und er fing an, es abzubrechen. 55Zu derselben Zeit ward Alkimus geschlagen, seinen Plänen ward ein Ziel gesetzt, sein Mund ward geschlossen und er ward gelähmt und konnte kein Wort mehr reden noch Verfügungen treffen über sein Haus. 56So starb Alkimus zur selben Zeit unter großen Qualen. 57Da nun Bacchides sah, dass Alkimus gestorben war, kehrte er zum Könige zurück und das Land hatte zwei Jahre Ruhe. 58Alle Gottlosen aber hielten miteinander Rat und sprachen: Sehet, Jonathas und seine Genossen wohnen in Ruhe voll Zuversicht, so lasset uns nun Bacchides herbeiholen, dass er sie alle in einer Nacht gefangen nehme. 59Sie zogen hin und hielten mit ihm Rat. 60Da brach er auf, um mit großer Heeresmacht zu kommen, und sandte heimlich Briefe an seine Verbündeten in Judäa, dass sie den Jonathas und seine Gefährten gefangen nähmen. Aber sie vermochten es nicht, denn ihr Anschlag war jenen kund geworden. 61Und er ergriff fünfzig von den Männern des Landes, den Anstiftern der Bosheit, und tötete sie. 62Jonathas aber und Simon und ihre Genossen zogen sich nach Bethbessen in der Wüste zurück und sie erbauten den zerstörten Teil der Stadt und befestigten ihn. 63Als Bacchides dies erfuhr, sammelte er sein ganzes Heer und bot auch die, welche von Judäa waren, auf. 64Und er kam und belagerte Bethbessen und berannte es viele Tage lang und errichtete Maschinen. 65Jonathas aber ließ seinen Bruder Simon in der Stadt zurück und zog in das offene Land und kam mit einer geringen Anzahl. 66Er schlug Odaren samt dessen Brüdern und die Söhne Phaserons in ihren Gezelten und er begann, zu siegen und an Macht zu wachsen. 67Simon aber machte mit seinen Genossen einen Ausfall aus der Stadt, verbrannte die Maschinen 68und kämpfte gegen Bacchides und dieser ward von ihnen geschlagen und sie bedrängten ihn hart, denn sein Plan und sein Angriff war missglückt. 69Da ergrimmte er über die ruchlosen Männer, welche ihm den Rat gegeben, in ihr Land zu kommen, und tötete viele aus ihnen; er selbst aber gedachte, mit den übrigen in sein Land abzuziehen. 70Als Jonathas dies erfuhr, sandte er an ihn Gesandte, dass er mit ihm Frieden schließen und ihm die Gefangenen zurückgeben möchte. 71Jener willigte gern ein und tat nach seinem Vorschlage und schwor, ihm kein Leid mehr zuzufügen sein Leben lang. 72Alsdann gab er ihm die Gefangenen zurück, welche er früher aus dem Lande Juda weggeführt hatte, zog wieder in sein Land ab und kam nicht mehr in ihr Gebiet. 73So hatte nun der Krieg für Israel ein Ende und Jonathas wohnte in Machmas und begann, daselbst das Volk zu richten und vertilgte die Gottlosen aus Israel.

Das 1. Buch der Makkabäer 10

1Im hundertsechzigsten Jahre zog Alexander, der Sohn des Antiochus, welcher der Erlauchte genannt ward, heran und nahm Ptolemais ein, sie nahmen ihn auf und er ward daselbst König. 2Als dies der König Demetrius hörte, zog er ein zahlreiches Heer zusammen und zog ihm entgegen zum Kampfe aus. 3Auch sandte Demetrius einen Brief an Jonathas mit friedlichen Worten, um ihn zu ehren. 4Denn er dachte: Wir müssen eher mit ihm Frieden schließen, als er sich gegen uns an Alexander anschließt. 5Denn er wird all des Bösen gedenken, das wir ihm, seinem Bruder und seinem Volke getan haben. 6So gab er ihm volle Macht, ein Heer zu sammeln, Waffen zu schaffen und sein Bundesgenosse zu sein und befahl, ihm die Geiseln, die sich in der Burg befanden, auszuliefern. 7Jonathas kam nach Jerusalem und las den Brief vor den Ohren des ganzen Volkes und derer vor, welche in der Burg waren. 8Diese erschraken sehr, als sie hörten, dass der König ihm Vollmacht gegeben, ein Heer zu sammeln. 9Dann überlieferte man dem Jonathas die Geiseln und er gab sie ihren Eltern zurück. 10So wohnte Jonathas zu Jerusalem und begann, die Stadt zu bauen und wiederherzustellen. 11Und er befahl den Werkleuten, die Mauern aufzurichten und den Berg Sion ringsum mit Quadersteinen zur Befestigung zu umgeben. Sie taten also. 12Da flohen die Fremdlinge, welche sich in den Festen befanden, die Bacchides erbaut hatte, 13und ein jeglicher verließ seinen Ort und zog fort in seine Heimat. 14Nur in Bethsura blieben einige von denen zurück, welche das Gesetz und die Gebote Gottes verlassen hatten, denn dies diente ihnen als Zufluchtsstätte. 15Inzwischen hörte der König Alexander von den Versprechungen, welche Demetrius dem Jonathas gemacht hatte, und man erzählte ihm von den Kämpfen und Heldentaten, welche dieser und seine Brüder verrichtet, und von den Mühseligkeiten, welche sie erduldet hatten. 16Da sprach er: Sollten wir wohl noch einen solchen Mann finden? So wollen wir ihn denn jetzt zu unserem Freunde und Bundesgenossen machen! 17Hierauf schrieb er einen Brief und sandte denselben an ihn des Inhalts: 18König Alexander entbietet dem Bruder Jonathas seinen Gruß! 19Wir haben von dir vernommen, dass du ein Mann groß an Macht bist und geeignet, unser Freund zu sein. 20So bestellen wir dich denn heute zum Hohenpriester deines Volkes und du sollst der Freund des Königs heißen (dazu sandte er ihm ein Purpurgewand und eine goldene Krone), halte treu zu uns und wahre uns deine Freundschaft. 21Da legte Jonathas am siebten Monate des hundertundsechzigsten Jahres am Laubhüttenfeste das heilige Gewand an, sammelte ein Heer und veranstaltete große Rüstungen. 22Als Demetrius von all diesen Vorkommnissen Kunde erhielt, ward er überaus betrübt und sprach: 23Was haben wir doch getan, dass uns Alexander zuvorgekommen ist und mit den Juden Freundschaft zu seiner Unterstützung geschlossen hat? 24Auch ich will Worte der Bitte an sie richten und ihnen Würden und Geschenke verheißen, dass sie mir Beistand leisten. 25Er schrieb also an sie folgendermaßen: König Demetrius entbietet dem Volke der Juden seinen Gruß! 26Dass ihr den Vertrag mit uns gehalten und in unserer Freundschaft geblieben und nicht zu unsern Feinden übergegangen seid, haben wir vernommen und haben uns darüber gefreut. 27Fahret nun fort, uns Treue zu bewahren, so werden wir euch Gutes vergelten für das, was ihr uns gegenüber getan. 28Wir wollen euch vielfältig Erlass gewähren und euch Geschenke geben. 29Und zwar befreie ich euch und alle Juden hiermit von den Abgaben und erlasse euch den Preis des Salzes und verzichte auf die Kronen und auf den dritten Teil des Getreides 30sowie auf die Hälfte der Baumfrüchte, die zu meinem Einkommen gehören; ich erlasse es euch vom heutigen Tage an und in Zukunft, so dass nichts mehr von dem Lande Juda und von den drei ihm aus Samaria und Galiläa zugeteilten Landschaften erhoben werden soll von dem heutigen Tage bis auf ewige Zeiten. 31Jerusalem aber soll samt seinem Gebiete heilig und frei sein und die Zehnten und Abgaben für sich behalten. 32Auch begebe ich mich der Gewalt über die Burg in Jerusalem und überliefere sie dem Hohenpriester, dass er Männer in dieselbe hineinlege, die er selbst erwählt, sie zu bewachen. 33Dazu gebe ich alle Juden, die aus dem Lande Juda in mein ganzes Reich gefangen weggeführt sind, ohne Entgelt frei, und allen seien die Abgaben erlassen, auch für ihr Vieh. 34Und alle Feste, Sabbate, Neumonde und festgesetzten Tage, dann drei Tage vor jedem Feste, sowie drei Tage nach jedem Feste, sie alle sollen Tage der Befreiung und des Erlasses sein für alle Juden in meinem Reiche. 35Und niemand soll Macht haben, etwas wider sie zu unternehmen oder einen von ihnen zu belästigen wegen irgend eines Rechtshandels. 36Ferner sollen von den Juden bei dreißigtausend Mann in das Heer des Königs eingereiht werden und es soll ihnen Sold gegeben werden, wie er allen Kriegsleuten des Königs gebührt. Einige von ihnen sollen in die Festungen des großen Königs gelegt werden, 37andere zu Vertrauensämtern des Reiches, andere von ihnen zu Anführern bestellt werden, auch mögen sie nach ihren Gesetzen leben, wie der König für das Land Juda angeordnet hat. 38Auch die drei von dem Lande Samaria zu Judäa geschlagenen Bezirke sollen als zu Judäa gehörig gelten, so dass sie unter einem Herrn stehen und keiner Gewalt gehorchen als der des Hohenpriesters. 39Ptolemais und das dazu gehörige Gebiet gebe ich dem Heiligtume in Jerusalem als Geschenk zu den für das Heiligtum nötigen Ausgaben. 40Ich meinerseits gebe alljährlich fünfzehntausend Sekel Silbers aus den Einkünften des Königs, die mir zukommen. 41Und alles, was rückständig ist, was die Beamten nicht in den vorhergehenden Jahren abgeliefert haben, sollen sie von jetzt an zum Bedarfe des Tempels geben. 42Überdies sollen die fünftausend Sekel Silbers, welche man jährlich von dem Einkommen des Heiligtums nahm, den Priestern gehören, welche Dienst tun. 43Und alle, welche in den Tempel zu Jerusalem und dessen ganzen Bereich flüchten, sollen, wenn sie dem Könige in irgend einer Sache pflichtig sind, frei sein samt allem, was sie in meinem Reiche besitzen. 44Auch zum Bau und zur Wiederherstellung der Gebäude des Heiligtums sollen die Kosten aus den Einkünften des Königs bestritten werden. 45Desgleichen sollen zum Bau der Mauern Jerusalems und zu ihrer Befestigung ringsum und ebenso zum Bau der Mauern in Judäa die Kosten aus dem Einkommen des Königs bestritten werden. 46Als Jonathas und das Volk diese Worte vernahmen, trauten sie ihnen nicht und nahmen sie nicht an, denn sie gedachten des großen Unheils, welches er Israel zugefügt, und wie schwer er sie bedrängt hatte. 47So hielten sie es mit Alexander, weil dieser als erster Friedensworte an sie gerichtet hatte, und leisteten ihm alle Zeit Hilfe. 48König Alexander aber sammelte ein großes Heer und schlug Demetrius gegenüber sein Lager auf. 49Als nun die beiden Könige sich eine Schlacht lieferten, floh das Heer des Demetrius, Alexander aber verfolgte es und brachte ihm eine schwere Niederlage bei. 50Der Kampf dauerte in großer Heftigkeit an, bis die Sonne unterging, und Demetrius fiel an diesem Tage. 51Da sandte Alexander an Ptolemäus, den König von Ägypten, Gesandte mit dieser Botschaft: 52Da ich in mein Reich zurückgekehrt bin und den Thron meiner Väter eingenommen, die Herrschaft erlangt, auch Demetrius geschlagen und unser Land in Besitz genommen habe, 53nachdem ich ihm ein Treffen geliefert und ihn und sein Heer geschlagen und nunmehr den Thron seines Reiches in Besitz genommen habe, 54so wollen wir miteinander Freundschaft schließen. Gib mir daher deine Tochter zum Weibe, dass ich dein Eidam werde, und ich will dir und ihr deiner würdige Geschenke geben. 55Darauf antwortete der König Ptolemäus und ließ ihm sagen: Glücklich der Tag, an dem du in das Land deiner Väter heimgekehrt bist und dich auf den Thron ihres Reiches gesetzt hast. 56So will ich dir denn erfüllen, was du geschrieben; doch komme mir entgegen nach Ptolemais, damit wir uns einander sehen und ich dich zu meinem Schwiegersohn mache, wie du gesagt hast. 57Und Ptolemäus zog aus Ägypten mit seiner Tochter Kleopatra und kam nach Ptolemais im hundertzweiundsechzigsten Jahre. 58König Alexander kam ihm entgegen und jener gab ihm seine Tochter Kleopatra und veranstaltete ihre Hochzeit in Ptolemais, wie Könige pflegen, mit großer Pracht. 59Der König Alexander aber schrieb an Jonathas, dass dieser ihm entgegenkommen solle. 60So zog er denn mit Gepränge nach Ptolemais und traf daselbst die beiden Könige und gab ihnen viel Silber und Gold und Geschenke und fand Gnade vor ihnen. 61Da rotteten sich wider ihn heillose Männer aus Israel zusammen, gottlose Männer, um ihn zu verklagen; aber der König achtete nicht auf sie. 62Vielmehr befahl er, Jonathas seine Kleider abzunehmen und ihn mit Purpur zu bekleiden, und man tat also. Alsdann ließ der König ihn neben sich setzen 63und sprach zu seinen Fürsten: Ziehet mit ihm aus in die Mitte der Stadt und rufet aus, dass niemand wider ihn etwas vorbringe in irgendeiner Sache und niemand ihn wegen irgendeiner Angelegenheit belästigen dürfe. 64Und es geschah, als seine Ankläger seine Ehre sahen, die man kundtat, und dass er in Purpur gekleidet sei, flohen sie alle, 65der König aber erwies ihm hohe Ehren und schrieb ihn unter seine ersten Freunde und machte ihn zum Feldherrn und Mitfürsten. 66Hierauf kehrte Jonathas in Frieden und Freuden nach Jerusalem zurück. 67Im hundertfünfundsechzigsten Jahre kam Demetrius, der Sohn des Demetrius, von Kreta in das Land seiner Väter. 68Als König Alexander dies vernahm, ward er sehr bekümmert und kehrte nach Antiochia zurück. 69Der König Demetrius aber setzte den Apollonius, der über Cölesyrien gesetzt war, zum Heerführer ein. Dieser brachte ein großes Heer zusammen und lagerte sich bei Jamnia, und er sandte an den Hohenpriester Jonathas 70und ließ ihn sagen: Du allein lehnst dich wider uns auf, ich aber bin zum Gelächter und Spott um deinetwillen geworden; denn du bietest uns Trotz im Gebirge. 71Nun denn, wenn du auf deine Streitkräfte vertraust, so komm zu uns in die Ebene herab, dort wollen wir uns miteinander messen; denn auf meiner Seite ist starke Heeresmacht. 72Frage und vernimm, wer ich bin und wer die übrigen, die mir helfen, und man wird sagen, dass ihr nicht standhalten könnt vor unserem Angesichte; denn zweimal sind deine Väter in ihrem eigenen Lande in die Flucht geschlagen worden. 73Wie wirst du nun standhalten können gegen die Reiterei und gegen eine so große Heeresmacht in der Ebene, wo kein Stein noch ein Fels oder ein Ort ist, wohin man fliehen könnte? 74Als Jonathas die Reden des Apollonius vernahm, ward er sehr entrüstet, wählte zehntausend Männer aus und zog von Jerusalem aus und sein Bruder Simon stieß zu ihm, ihm Hilfe zu leisten. 75Sie lagerten sich vor Joppe, doch man verschloss vor ihm die Stadt, denn es war eine Besatzung des Apollonius in Joppe; und so griff er dasselbe an. 76Die Besatzung der Stadt aber geriet in Schrecken und öffnete die Tore und so nahm Jonathas Besitz von Joppe. 77Als Apollonius dies hörte, nahm er dreitausend Mann Reiterei und viel Fußvolk 78und rückte gegen Azot vor, als ob er vorbeiziehen wollte, ging aber sogleich in die Ebene, weil er eine zahlreiche Reiterei hatte und sich auf diese verließ. Jonathas verfolgte ihn bis nach Azot und es kam zum Kampfe. 79Apollonius aber hatte tausend Mann Reiterei in einem Versteck hinter ihnen zurückgelassen. 80Doch Jonathas erfuhr, dass ein Hinterhalt hinter ihm liege. Als sie nun sein Heerlager umringten und die Pfeile auf das Heer vom Morgen bis zum Abend entsendeten, 81hielt das Heer stand, so wie Jonathas geboten, und so ermatteten die Rosse der Reiter, 82Jetzt ließ Simon sein Heer vorrücken und warf sich auf das Fußvolk, denn die Reiter waren lass geworden, und so wurden jene von ihm geschlagen und flohen. 83Sie zerstreuten sich in der Ebene, flohen nach Azot und begaben sich in den Tempel Dagons, ihres Götzen, um daselbst Rettung zu suchen. 84Jonathas aber brannte Azot und die Städte ringsherum nieder und plünderte sie aus, ebenso wie den Tempel des Dagon: alle aber, welche in denselben geflüchtet waren, verbrannte er. 85So kamen durch das Schwert um oder fanden ihren Tod in den Flammen gegen achttausend Mann. 86Von dort brach Jonathas auf und lagerte sich bei Askalon und die Bewohner der Stadt zogen ihm mit großem Gepränge entgegen. 87Hierauf kehrte Jonathas mit den Seinigen nach Jerusalem zurück, mit reicher Beute beladen. 88Und es geschah, als König Alexander von diesen Begebenheiten erfuhr, erwies er Jonathas noch größere Ehre. 89Er sandte ihm nämlich eine goldene Spange, wie man den Blutsverwandten der Könige zu geben pflegte. Auch gab er ihm Akkaron und das ganze Gebiet desselben zum Besitztum.

Neues Testament

Offenbarung des Johannes 17

1Und es kam einer von den sieben Engeln, welche die sieben Schalen hatten, und redete mit mir, und sprach: Komm, ich will dir die Verurteilung der großen Buhlerin zeigen, die an den vielen Gewässern sitzt, 2mit welcher die Könige der Erde Unzucht getrieben, und die Bewohner der Erde wurden vom Weine ihrer Unzucht berauscht. 3Und er führte mich im Geiste fort in eine Wüste. Da sah ich ein Weib sitzen auf einem scharlachroten Tiere, welches voll war von Lästernamen und sieben Köpfe und zehn Hörner hatte. 4Und das Weib war bekleidet mit Purpur und Scharlach, bedeckt mit Gold, Edelsteinen und Perlen, und hatte einen goldenen Becher in ihrer Hand, voll von Greueln und von der Unreinigkeit ihrer Unzucht. 5Auf ihrer Stirne war ein Name geschrieben: Geheimnis! Babylon, das große, die Mutter aller Unzucht und Greuel auf Erden. 6Und ich sah das Weib trunken vom Blute der Heiligen und vom Blute der Zeugen Jesu. Und ich verwunderte mich überaus, als ich dieselbe sah. 7Da sprach der Engel zu mir: Warum verwunderst du dich? Ich will dir das Geheimnis des Weibes sagen, und des Tieres, welche sie trägt, das die sieben Häupter und die zehn Hörner hat. 8Das Tier, welches du gesehen hast, war, und ist nicht, und es wird heraufsteigen aus dem Abgrund und in´s Verderben hinfahren; und es werden sich die Bewohner der Erde verwundern (deren Namen nicht geschrieben sind im Buche des Lebens von Grundlegung der Welt an), wenn sie das Tier sehen, das war und nicht ist. 9Hier zeigt sich der Verstand, der Weisheit hat: Die sieben Häupter sind sieben Berge, auf welchen das Weib sitzt, und sind sieben Könige. 10Fünf sind gefallen, der eine ist, und der andere ist noch nicht gekommen; und wenn er kommt, so soll er nur kurze Zeit bleiben. 11Und das Tier, welches war und nicht ist, es ist selbst der Achte, und doch einer von den sieben, und geht hin in´s Verderben. 12Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, sind zehn Könige, welche noch kein Königtum empfangen haben, aber sie werden Macht als Könige empfangen auf eine einzige Stunde unter dem Tiere. 13Diese haben einerlei Sinn und werden ihre Kraft und Macht dem Tiere geben. 14Sie werden mit dem Lamme kämpfen, aber das Lamm wird sie überwinden; denn es ist der Herr der Herren und der König der Könige, und die mit ihm sind, sind die Berufenen, Auserwählten und Getreuen. 15Und er sprach zu mir: Die Gewässer, die du gesehen hast, wo die Buhlerin sitzt, sind Völker und Nationen und Zungen. 16Und die zehn Hörner, die du an dem Tiere gesehen hast, diese werden die Buhlerin hassen, und werden sie verödet machen und entblößet, und ihr Fleisch verzehren, und sie mit Feuer verbrennen. 17Denn Gott hat es ihnen in´s Herz gegeben, zu tun, was ihm wohlgefällig ist, ihr Reich dem Tiere zu geben, bis die Worte Gottes vollendet sind. 18Und das Weib, das du gesehen hast, ist die große Stadt, welche die Herrschaft hat über die Könige der Erde.