Bibel in einem Jahr · Tag 35 von 365

Lev 11–13 · Mt 25

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Levitikus 11

1Und der Herr redete zu Moses und Aaron und sprach: 2Saget den Söhnen Israels: Folgendes sind die Tiere, welche ihr von allen Tieren der Erde essen dürft: 3Alles, was unter den Tieren gespaltene Klauen hat und wiederkäut, dürft ihr essen. 4Was aber zwar wiederkäut und Klauen hat, aber nicht gespaltene, wie das Kamel und andere, das sollt ihr nicht essen, und dies soll euch als unrein gelten. 5Der Igel, der zwar wiederkäut, aber keine gespaltenen Klauen hat, ist unrein. 6Ebenso der Hase; denn auch er käut zwar wieder, hat aber keine gespaltenen Klauen. 7Desgleichen das Schwein, den es hat zwar gespaltene Klauen, aber käut nicht wieder. 8Ihr Fleisch sollt ihr nicht essen, noch ihr Aas berühren; denn sie sind für euch unrein. 9Folgende Tiere, welche im Wasser leben, dürft ihr essen: Alles was Flossen und Schuppen hat, sowohl im Meere als in Strömen und Teichen, sollt ihr essen. 10Alles aber, was keine Flossen und Schuppen hat von dem, was im Wasser lebt und webt, soll euch ein Abscheu 11und Greuel sein; ihr Fleisch sollt ihr nicht genießen und ihrem Aase ausweichen. 12Alles, was im Wasser keine Flossen und Schuppen hat, soll unrein sein. 13Von den Vögeln sind es folgende, die ihr nicht essen dürft und meiden sollt: Der Adler, der Greis, der Meeradler, 14die Weihe, das Geschlecht der Geier, 15alles, was zur Rabenart gehört und ihnen ähnlich ist, 16der Strauß, die Nachteule, die Möwe, das Geschlecht der Sperber; 17der Uhu, der Taucher, der Ibis, 18der Schwan, der Pelican, der Purpurvogel, 19der Reiher, das Geschlecht der Regenpfeifer, der Wiedehopf, und die Fledermaus. 20Alle fliegenden Tiere, welche auf vier Füßen gehen, sollen euch ein Greuel sein. 21Was aber zwar auf vier Füßen geht, hinten jedoch längere Füße hat, mit denen es auf der Erde hüpft, 22das dürft ihr essen, wie: das Geschlecht der Zugheuschrecken, den Attakus, den Schlangenfechter, die Heuschrecke, mit ihren Arten. 23Alle fliegenden Tiere aber, die nur vier Füße haben, sollen euch ein Greuel sein. 24Und wer ein Aas von diesen berührt, soll befleckt und unrein sein bis zum Abend. 25Und wenn es nötig ist, dass jemand etwas von solchem Aase trägt, so soll er seine Kleider waschen und unrein sein bis zum Sonnenuntergang. 26Alle Tiere, welche zwar Klauen haben, aber keine gespaltenen, und nicht wiederkäuen, sollen unrein sein; und wer sie berührt, soll unrein sein. 27Was unter allen Tieren, die auf vieren gehen, auf Tatzen läuft, soll unrein sein. Wer das Aas davon berührt, soll unrein sein bis zum Abend. 28Und wer solches Aas trägt, soll seine Kleider waschen und soll unrein sein bis zum Abend; denn dies alles ist für euch unrein. 29Auch folgende unter denen, die sich auf der Erde bewegen, sollen euch als unrein gelten; das Wiesel, die Maus, das Krokodil, jedes nach seiner Art, 30die Spitzmaus, das Chamäleon, die Sterneidechse, die grüne Eidechse, und der Maulwurf. 31Alle diese sind unrein. Wer ihr Aas berührt, soll unrein sein bis zum Abend; 32und alles, worauf etwas vom Aase derselben fällt, soll unrein sein, sowohl hölzerne Geräte und Kleider, als Felle und härene Zeuge; und alle Gefäße, die zum Gebrauche dienen, sollen in Wasser getaucht werden und unrein sein bis an den Abend, und auf solche Art sollen sie dann wieder rein werden. 33Ein irdenes Gefäß aber, in welches etwas davon hineinfällt, soll unrein sein und deswegen zerbrochen werden. 34Jede Speise, die ihr esset, soll unrein sein, wenn solches Wasser darauf kommt; und jedes Getränk, das man aus allen solchen Geschirren trinkt, soll unrein sein. 35Und alles, worauf etwas von solchem Aase fällt, soll unrein sein; Öfen und Kochherde sollen eingegriffen werden und unrein sein. 36Brunnen aber und Gruben, und alle Ansammlungen von Wasser sollen rein sein. Wer indes das Aas davon berührt, soll unrein sein. 37Wenn es auf Samen fällt, soll es ihn nicht verunreinigen. 38Begießt aber jemand den Samen mit Wasser, und nachher fällt ein Aas darauf, so soll er alsbald als unrein gelten. 39Wenn ein Tier fällt, das euch zu essen erlaubt ist, so soll der, welcher sein Aas berührt, unrein sein bis zum Abend; 40und wer etwas davon ißt, oder trägt, soll seine Kleider waschen und unrein sein bis zum Abend. 41Alles, was auf der Erde kriecht, soll euch ein Greuel sein und nicht zur Speise gebraucht werden. 42Alles, was auf dem Bauche geht, sei es auf vieren oder auf vielen Füßen, oder sich auf dem Boden fortschleppt, sollt ihr nicht essen, denn es ist ein Abscheu. 43Beflecket eure Seelen nicht und rühret nichts davon an, damit ihr nicht unrein werdet; 44denn ich bin der Herr euer Gott; seid heilig, wie ich heilig bin. Beflecket eure Seelen nicht durch irgend ein kriechendes Tier, das sich auf der Erde bewegt. 45Denn ich bin der Herr, der euch aus dem Lande Ägypten geführt hat, damit ich euer Gott sei. Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig. 46Das sind die Vorschriften betreffs der Tiere, und Vögel, und aller lebenden Wesen, welche sich im Wasser tummeln und auf der Erde kriechen, 47damit ihr den Unterschied zwischen Reinem und Unreinem kennet und wisset, was ihr essen dürft, und was ihr verwerfen sollt.

Levitikus 12

1Und der Herr redete zu Moses und sprach: 2Rede zu den Söhnen Israels und sprich zu ihnen: Ein Weib, welches empfangen hat und einen Knaben gebärt, soll sieben Tage unrein sein, wie zur Zeit ihrer monatlichen Reinigung. 3Am achten Tage soll das Kind beschnitten werden; 4sie aber soll noch dreiunddreißig Tage im Blute ihrer Reinigung bleiben. Sie soll nichts Heiliges berühren, noch zum Heiligtume kommen, bis die Tage ihrer Reinigung voll sind. 5Wenn sie aber ein Mädchen gebärt, so soll sie zwei Wochen unrein sein, wie bei ihrer monatlichen Reinigung, und soll sechsundsechzig Tage im Blute ihrer Reinigung bleiben. 6Und wenn die Tage ihrer Reinigung vorüber sind, sei es für einen Sohn oder für eine Tochter, soll sie ein einjähriges Lamm zum Brandopfer, und eine junge Taube oder eine Turteltaube zum Sündopfer vor den Eingang des Zeugnisses bringen und dem Priester übergeben. 7Dieser soll es vor dem Herrn darbringen und für sie beten, und so wird sie von ihrem Blutflusse rein werden. Dies sind die Bestimmungen über diejenige, die einen Knaben oder ein Mädchen gebärt. 8Wenn aber ihre Hand es nicht aufzubringen vermag und sie kein Lamm darbringen kann, so soll sie zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben nehmen, eine zum Brandopfer, und die andere zum Sündopfer; und der Priester soll für sie beten, und so wird sie rein werden.

Levitikus 13

1Und der Herr redete zu Moses und Aaron und sprach: 2Wenn auf der Haut des Leibes eines Menschen ein Fleck von verschiedener Farbe entsteht, oder eine Blatter, oder etwas Helles sich zeigt, das ist die Plage des Aussatzes, so soll er zu Aaron, dem Priester, oder zu irgend einem seiner Söhne geführt werden. 3Wenn dieser den Ausschlag auf der Haut sieht und wahrnimmt, dass die Haare weiß geworden sind, und die Stelle, welche aussätzig erscheint, tiefer liegt als die übrige Haut und das Fleisch, so ist es die Plage des Aussatzes, und auf sein Urteil soll er abgesondert werden. 4Wenn aber ein leuchtend weißer Fleck auf der Haut erscheint, aber nicht tiefer liegt als das übrige Fleisch, und die Haare haben die frühere Farbe behalten, so soll der Priester ihn sieben Tage einschließen 5und am siebenten Tage nachsehen; und wenn der Aussatz nicht weiter um sich gegriffen und an der Haut den früheren Umfang nicht überschritten hat, so soll er ihn abermals sieben andere Tage einschließen. 6Wiederum am siebenten Tage soll er nachschauen; ist dann der Ausschlag dunkler geworden und hat sich nicht über die Haut weiter ausgebreitet, so soll er ihn für rein erklären, denn es ist ein Ausschlag; und der Mensch soll seine Kleider waschen, und so wird er rein sein. 7Wenn aber der Ausschlag seit der Zeit, wo ihn der Priester beschaut und für rein erkannt hat, wieder gewachsen sein, so soll er zum Priester geführt 8und für unrein erklärt werden. 9Wenn die Plage des Aussatzes sich an einen Menschen zeigt, soll er zum Priester geführt werden, 10und dieser soll ihn besichtigen. Ist dann die Haut weiß gefärbt und das Ansehen der Haare verändert, und wird das rohe Fleisch sichtbar, 11so soll man es für veralteten Aussatz halten, der sich in die Haut eingesetzt hat. Der Priester soll ihn alsdann für unrein erklären und nicht einschließen, denn er ist offenbar mit Unreinheit behaftet. 12Wenn aber der Aussatz auf der Haut sich verbreitend ausbricht und die ganze Haut vom Kopf bis zu den Füßen bedeckt, so weit die Augen nur sehen, 13so soll ihn der Priester besichtigen und für mit sauberem Aussatz behaftet erklären, weil alles in weiß verwandelt ist; und der Mensch wird somit rein sein. 14Wenn sich aber wildes Fleisch an ihm zeigt, 15so soll er durch den Priester für unrein erklärt und unter die Unreinen gerechnet werden; denn wenn wildes Fleisch mit Aussatz übersät ist, ist es unrein. 16Wenn es aber wieder weiß wird und den ganzen Körper bedeckt, 17so soll ihn der Priester besichtigen und für rein erklären. 18Wenn aber auf der Haut des Fleisches sich ein Geschwür gebildet hat und wieder geheilt ist, 19und an der Stelle des Geschwüres eine weiße oder rötliche Narbe erscheint, so soll man den Menschen zum Priester führen. 20Sieht dieser, dass der aussätzige Fleck tiefer liegt als das übrige Fleisch und dass die Haare weiß geworden sind, so soll er ihn für unrein erklären; denn die Plage des Aussatzes ist im Geschwüre ausgebrochen. 21Hat aber das Haar seine vorige Farbe behalten, und ist die Narbe etwas dunkel und liegt nicht tiefer als das Fleisch ringsherum, so soll er ihn sieben Tage einschließen. 22Wenn der Fleck sich alsdann vergrößert hat, soll er ihn für aussätzig erklären. 23Ist er aber an derselben Stelle stehen geblieben, so ist es die Narbe eines Geschwüres, und der Mensch ist rein. 24Hat aber jemand die Haut des Fleisches am Feuer verbrannt, und ist nach der Heilung ein weißes oder rotes Mal geblieben, 25so soll es der Priester beschauen, und wenn es weiß geworden ist und seine Stelle tiefer liegt als die übrige Haut, so soll er ihn für unrein erklären; denn die Plage des Aussatzes ist an dem Male entstanden. 26Ist aber die Farbe der Haare unverändert, und ist der Fleck nicht tiefer als das übrige Fleisch, und das Aussehen des Aussatzes selbst etwas dunkel, so soll er ihn sieben Tage einschließen 27und am siebenten Tage besichtigen; wenn dann der Aussatz sich auf der Haut ausgebreitet hat, so soll er ihn für unrein erklären. 28Ist aber der weiße Fleck an seiner Stelle geblieben und zeigt sich nicht hell genug, so ist es ein Brandmal; und darum soll er rein sein, denn es ist die Narbe einer Brandwunde. 29Einen Mann oder ein Weib, an dessen Kopf oder Bart der Aussatz entsteht, soll der Priester besichtigen. 30Und wenn die Stelle tiefer liegt als das übrige Fleisch und das Haar goldgelb und dünner ist als gewöhnlich, so soll er sie für unrein erklären; denn es ist der Aussatz des Hauptes und Bartes. 31Wenn er aber sieht, dass die betreffende Stelle dem Fleische ringsum gleich und das Haar schwarz ist, so soll er ihn sieben Tage abschließen 32und am siebenten Tage besichtigen. Ist der Fleck dann nicht gewachsen, und die Farbe des Haares nicht verändert, und die betroffene Stelle dem übrigen Fleische gleich, 33so soll der Mensch geschoren werden, mit Ausnahme der Stelle des Fleckens, und sieben andere Tage eingeschlossen werden. 34Wenn man dann am siebenten Tage sieht, dass der Fleck dieselbe Ausdehnung behalten hat und nicht tiefer liegt als das übrige Fleisch, so soll er ihn für rein erklären; alsdann soll er seine Kleider waschen, und so wird er rein sein. 35Wenn aber der Fleck nach der Reinerklärung wieder auf der Haut um sich greift, 36so soll der Priester nicht mehr untersuchen, ob das Haar in goldgelbe Farbe übergegangen ist, denn er ist offenbar unrein. 37Wenn endlich der Fleck unverändert geblieben ist und die Haare schwarz sind, so soll er wissen, dass der Mensch heil ist, und soll ihn unbesorgt für rein erklären. 38Einen Mann oder ein Weib, an dessen Haut helle Flecken erscheinen, 39soll der Priester besichtigen. Findet er verblasste, helle, weiße Flecken auf der Haut, so soll er wissen, dass es nicht Aussatz, sondern weiße Flecken sind und der Mensch rein ist. 40Ein Mann, dem die Haare vom Haupte ausgefallen, ist ein Kahlkopf, aber rein; 41und einer, dem die Haare gegen die Stirne hin ausfallen, ist ein Glatzkopf, aber rein. 42Im Falle aber an dem kahlen Kopfe oder der Glatze ein weißer oder roter Fleck entsteht 43und der Priester dies sieht, soll er ihn als zweifellos mit Aussatz behaftet erklären, der an dem kahlen Kopfe entstanden ist. 44Wer immer also mit dem Aussatze befleckt und nach dem Entscheide des Priesters abgesondert worden ist, 45soll zerrissene Kleider tragen, das Haupt entblößt, den Mund mit dem Kleide bedeckt halten, und soll rufen, dass er befleckt und unrein sei. 46Die ganze Zeit, durch die er aussätzig und unrein ist, soll er außerhalb des Lagers allein wohnen. 47Wenn ein wollenes oder linnenes Kleid den Aussatz zeigt 48im Aufzug oder im Einschlag, oder etwa ein Fell, oder was immer aus einem Felle Gefertigtes, 49und es findet sich ein weißer oder roter Fleck daran, so soll er für Aussatz gehalten und dem Priester gezeigt werden. 50Dieser soll es besichtigen und sieben Tage einschließen, 51und am siebenten Tage soll er es wieder besichtigen; und findet er alsdann, dass der Fleck sich ausgebreitet hat, so liegt dauernder Aussatz vor; er soll das Kleid und alles, woran der Fleck gefunden wurde, für unrein erklären; 52und darum soll es mit Feuer verbrannt werden. 53Wenn er aber sieht, dass der Fleck sich nicht ausgebreitet hat, 54so soll er das, woran der Aussatz sich findet, zu waschen gebieten, und soll es sieben andere Tage wieder einschließen. 55Wenn er dann sieht, dass zwar das vorige Aussehen noch nicht wieder gekommen ist, wenn auch der Aussatz nicht weiter um sich gegriffen hat, so soll er es für unrein erklären und mit Feuer verbrennen, weil der Aussatz die Oberfläche des Kleides oder das ganze Kleid ergriffen hat. 56Ist aber die Stelle des Aussatzes dunkler geworden, nachdem man das Kleid gewaschen hat, so soll er sie abreißen und von dem ganzen Stück abtrennen. 57Und wenn an solchen Stellen, die vorher frei von Flecken waren, sich später Aussatz zeigte, so ist es der fliegende oder unstäte Aussatz; es soll mit Feuer verbrannt werden. 58Wenn aber der Fleck verschwunden ist, soll man das, was rein ist, zum zweiten Male mit Wasser waschen, und es soll rein sein. 59Das sind die Bestimmungen über den Aussatz an einem wollenen oder linnenen Kleide, am Aufzug und Einschlag, und an allen Gegenständen aus Fell, wie man sie für rein oder unrein zu erklären hat.

Neues Testament

Matthäusevangelium 25

1Dann wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, welche ihre Lampen nahmen und ausgingen, dem Bräutigam und der Braut entgegen. 2Fünf aber von ihnen waren töricht, und fünf klug. 3Aber die fünf törichten nahmen zwar ihre Lampen, aber nahmen kein Öl mit sich. 4Die Klugen dagegen nahmen samt den Lampen auch Öl mit in ihren Gefäßen. 5Da aber der Bräutigam verzog, wurden alle schläfrig und schlummerten ein. 6Um Mitternacht aber erhob sich ein Geschrei: Sehet, der Bräutigam kommt, gehet heraus ihm entgegen! 7Da standen alle jene Jungfrauen auf und richteten ihre Lampen zu. 8Die törichten aber sprachen zu den Klugen: Gebet uns von eurem Öle; denn unsere Lampen erlöschen. 9Die Klugen antworteten und sprachen: Es möchte nicht zureichen für uns und euch; gehet vielmehr hin zu den Krämern und kaufet für euch. 10Während sie nun hingingen, zu kaufen, kam der Bräutigam; und die bereit waren, gingen mit ihm ein zur Hochzeit, und die Türe ward verschlossen. 11Zuletzt aber kommen auch die übrigen Jungfrauen und sagen: Herr, Herr! Tue uns auf. 12Er aber antwortete und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euch nicht! 13Wachet also, weil ihr weder den Tag wisset, noch die Stunde! 14Denn wie ein Mann, im Begriffe fortzureisen, seine Knechte rief, und ihnen seine Güter übergab. 15Dem einen gab er fünf Talente, dem andern aber zwei, dem dritten aber eines, einem jeden nach seiner Befähigung, und reiste alsobald fort. 16Der aber, welcher die fünf Talente empfangen hatte, ging hin, und wirtschaftete mit denselben, und gewann andere fünf. 17Desgleichen gewann auch der, welcher die zwei empfangen hatte, andere zwei. 18Derjenige aber, welcher das eine empfangen hatte, ging hin, und grub es in die Erde, und verbarg das Geld seines Herrn. 19Nach langer Zeit aber kam der Herr jener Knechte, und hielt Abrechnung mit ihnen. 20Und es trat derjenige hinzu, welcher die fünf Talente empfangen hatte, und brachte andere fünf Talente, und sagte: Herr! Fünf Talente hast du mir übergeben; siehe, ich habe noch fünf andere dazu gewonnen. 21Da sprach sein Herr zu ihm: Trefflich, du guter und getreuer Knecht! Weil du über weniges getreu gewesen bist, werde ich dich über vieles setzen; gehe ein in die Freude deines Herrn! 22Es trat auch derjenige hinzu, welcher zwei Talente empfangen hatte, und sagte: Herr! Zwei Talente hast du mir übergeben, siehe, ich habe andere zwei gewonnen. 23Da sprach sein Herr zu ihm: Trefflich, du guter und getreuer Knecht! Weil du über weniges getreu gewesen bist, werde ich dich über vieles setzen; gehe ein in die Freude deines Herrn! 24Es trat auch derjenige hinzu, welcher das eine Talent empfangen hatte, und sagte: Herr! Ich weiß, dass du ein harter Mann bist, du erntest, wo du nicht gesäet, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast; 25und in Furcht ging ich hinweg, und verbarg dein Talent in der Erde. Siehe, da hast du, was dein ist! 26Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du schlechter und fauler Knecht! Du wusstest, dass ich ernte, wo ich nicht gesäet, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe; 27du hättest mithin mein Geld den Wechslern übergeben sollen, und bei meiner Ankunft würde ich dann doch das Wenige mit Zins wieder erhalten haben. 28Nehmet ihm also das Talent und gebt es dem, welcher die zehn Talente hat! 29Denn jedem, der da hat, wird gegeben werden, und er wird in Überfluß haben; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er zu haben scheint, genommen werden. 30Und den unnützen Knecht werfet in die Finsternis draußen hinaus, dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. 31Wenn aber der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommen wird, und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen; 32und es werden alle Völker vor ihm versammelt werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe scheidet von den Böcken. 33Die Schafe wird er zu seiner Rechten, die Böcke aber zu seiner Linken stellen. 34Alsdann wird der König zu denen, welche zu seiner Rechten sein werden, sprechen: Kommet, ihr Gesegneten meines Vaters! Nehmet das Reich in Besitz, welches euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an. 35Denn ich war hungrig, und ihr habt mich gespeist; ich war durstig, und ihr habt mich getränkt; ich war fremd, und ihr habt mich beherbergt; 36ich war nackt, und ihr habt mich bekleidet; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Kerker, und ihr seid zu mir gekommen. 37Dann werden ihm die Gerechten antworten, und sagen: Herr! Wann haben wir dich hungrig gesehen, und dich gespeist? Oder durstig, und dich getränkt? 38Wann haben wir dich fremd gesehen, und dich beherbergt? Oder nackt, und dich bekleidet? 39Oder wann haben wir dich krank gesehen, oder im Kerker, und sind zu dir gekommen? 40Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch, so weit ihr es einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, habt ihr es mir getan! 41Dann wird er auch zu denen auf der Linken sprechen: Weichet von mir, ihr Verfluchten! in das ewige Feuer, welches dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist. 42Denn ich war hungrig, und ihr habt mich nicht gespeist; ich war durstig, und ihr habt mich nicht getränkt; 43ich war fremd, und ihr habt mich nicht beherbergt; ich war nackt, und ihr habt mich nicht bekleidet; ich war krank und im Kerker, und ihr habt mich nicht besucht. 44Dann werden auch sie ihm antworten und sagen: Herr! Wann haben wir dich hungrig oder durstig, oder fremd, oder nackt, oder krank, oder im Kerker gesehen, und haben dir nicht gedient? 45Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, sofern ihr es einem dieser Geringsten nicht getan habt, habt ihr es auch mir nicht getan! 46Und diese werden in ewige Pein gehen, die Gerechten aber in ewiges Leben.