Bibel in einem Jahr · Tag 349 von 365

Hag 2; Sach 1–2 · Offb 11

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch Haggai 2

1Am vierundzwanzigsten Tage des sechsten Monats, im zweiten Jahre des Königs Darius. 2Im siebenten Monat, am einundzwanzigsten des Monats, erging das Wort des Herrn durch Aggäus, den Propheten, also: 3Sprich zu Zorobabel, dem Sohne Salathiels, den Fürsten von Juda, und zu Jesus, dem Sohne Josedeks, dem Hohenpriester, und zu dem übrigen Volke, also: 4Wer unter euch ist übrig, der dieses Haus in seiner früheren Herrlichkeit gesehen? Und wie sehet ihr es jetzt? Ist es nicht so wie nichts in euern Augen? 5Doch nun, fasse Mut, Zorobabel! spricht der Herr; fasse Mut, Jesus, Sohn Josedeks, Hoherpriester! fasset Mut, alles Volk des Landes! spricht der Herr der Heerscharen, und vollbringet (denn ich bin mit euch, spricht der Herr der Heerscharen) 6jenes Wort, das ich mit euch geschlossen, als ihr aus Ägypten auszoget, und mein Geist wird in eurer Mitte sein, fürchtet euch nicht! 7Denn so spricht der Herr der Heerscharen: Nur noch eine kleine Weile, so erschüttere ich den Himmel und die Erde, das Meer und das Trockene. 8Und ich erschüttere alle Völker und kommen wird der von allen Völkern Ersehnte und ich werde dieses Haus mit Herrlichkeit erfüllen, spricht der Herr der Heerscharen. 9Mein ist das Silber und mein ist das Gold, spricht der Herr der Heerscharen. 10Größer soll die Herrlichkeit dieses nachmaligen Hauses sein als des früheren, spricht der Herr der Heerscharen, und an dieser Stätte werde ich Frieden spenden, spricht der Herr der Heerscharen. 11Am vierundzwanzigsten des neunten Monats, im zweiten Jahre des Königs Darius, erging das Wort des Herrn an den Propheten Aggäus also: 12So spricht der Herr der Heerscharen: Befrage die Priester über das Gesetz und sprich: 13Wenn jemand geheiligtes Fleisch im Zipfel seines Gewandes trägt und berührt mit dem Saume desselben Brot oder Gekochtes oder Wein oder Öl oder irgend eine Speise, wird solches dadurch geheiligt? Da antworteten die Priester und sprachen: Nein! 14Aggäus aber sprach: Wenn ein von eine Leiche Verunreinigter alles dies berührt, wird es dadurch unrein? Die Priester antworteten und sprachen: Es wird unrein! 15Da begann Aggäus und sprach: So ist es mit diesem Volke und so mit dieser Nation vor mir, spricht der Herr, und so mit allem Tun ihrer Hände: alles, was sie hier darbringen, ist unrein. 16So nehmet denn zu Herzen, was sich zugetragen von diesem Tage an rückwärts, ehe Stein auf Stein am Tempel des Herrn gelegt ward. 17Wenn ihr zu einem Garbenhaufen von zwanzig Scheffeln tratet, wurden es zehn; und tratet ihr zur Kelter, um fünfzig Maß zu keltern, so wurden es zwanzig. 18Ich schlug euch mit Brand, Mehltau und Hagel, alle Arbeit eurer Hände, und doch war keiner unter euch, der sich zu mir bekehrt hätte, spricht der Herr. 19Nehmet doch zu Herzen von diesem Tage an und weiter hinaus, vom vierundzwanzigsten Tage des neunten Monats, als von dem Tage ab, da der Grundstein zum Tempel des Herrn gelegt ward, nehmet es zu Herzen! 20Ist etwa die Saat schon im Sprossen? Weinstock, Feigenbaum, Granate und Ölbaum blühen noch nicht! Aber von diesem Tage an will ich Segen spenden. 21Und es erging das Wort des Herrn zum zweiten Mal an Aggäus, am vierundzwanzigsten des Monats, also: 22Sprich zu Zorobabel, dem Fürsten von Juda, also: Ich werde den Himmel zugleich mit der Erde erschüttern. 23Ich werde die Königsthrone umstürzen und die Macht des Völkerreiches zerbrechen, niederwerfen die Kriegswagen und deren Lenker; die Rosse werden zu Boden stürzen mit ihren Reitern, einer soll durch das Schwert des anderen getroffen werden. 24An jenem Tage, spricht der Herr der Heerscharen, werde ich dich nehmen, Zorobabel, Sohn Salathiels, mein Diener! spricht der Herr, und ich werde dich einem Siegelringe gleichmachen, denn ich habe dich auserwählt, spricht der Herr der Heerscharen.

Das Buch Sacharja 1

1Im achten Monat im zweiten Jahre des Königs Darius erging das Wort des Herrn an Zacharias, den Sohn Barachias, des Sohnes Addos, den Propheten, also: 2Von gewaltigem Zorne ist der Herr entbrannt über eure Väter. 3Doch sprich zu ihnen: So spricht der Herr der Heerscharen: Kehret um zu mir, spricht der Herr der Heerscharen, so werde ich mich zu euch kehren, spricht der Herr der Heerscharen. 4Seid nicht wie eure Väter, welche die früheren Propheten zugerufen haben: So spricht der Herr der Heerscharen: Kehret um von eurem bösen Wandel und von euren schlimmen Anschlägen, aber sie hörten nicht und achteten nicht auf mich, spricht der Herr. 5Wo sind nun eure Väter? Und die Propheten, können sie wohl ewig leben? 6Aber meine Worte und meine Satzungen, die ich meinen Dienern, den Propheten, aufgetragen habe, haben sie nicht eure Väter ereilt? Da bekehrten sie sich und sprachen: Wie der Herr der Heerscharen beschlossen, uns nach unserm Wandel und nach unsern Bestrebungen zu tun, so hat er uns getan. 7Am vierundzwanzigsten Tage des elften Monats Sabath im zweiten Jahre des Darius erging das Wort des Herrn an Zacharias, den Sohn Barachias, des Sohnes Addos, den Propheten, also lautend: 8Ich hatte zur Nacht ein Gesicht und siehe, ein Mann, der auf einem roten Rosse saß, erschien zwischen Myrten in einem tiefen Talgrunde und hinter ihm waren Rosse, rote, gescheckte und weiße. 9Da sprach ich: Wer sind diese, Herr? Der Engel, der mit mir redete, sprach zu mir: Ich will dir zeigen, wer diese sind. 10Da begann der Mann, der zwischen den Myrten stand, und sprach: Dies sind die, welche der Herr ausgesandt hat, die Erde zu durchziehen. 11Sie nun redeten zu dem Engel des Herrn, der zwischen den Myrten stand, und sprachen: Wir haben die Erde durchzogen und siehe, die ganze Erde wird friedlich bewohnt und ist in Ruhe. 12Da begann der Engel des Herrn und sprach: Herr der Heerscharen! Wie lange noch willst du dich nicht über Jerusalem und die Städte Judas erbarmen, auf welche du zürnst? Dies ist schon das siebenzigste Jahr. 13Da entgegnete der Herr dem Engel, der mit mir redete, gute Worte, trostreiche Worte. 14Und der Engel, der mit mir redete, sprach zu mir: Verkünde also: So spricht der Herr der Heerscharen: Ich eifere für Jerusalem und Sion mit großem Eifer 15und bin von heftigem Zorne entbrannt wider die üppigen Völker; denn als ich ein wenig zürnte, halfen sie zum Unheil. 16Darum spricht der Herr also: Ich werde mich Jerusalem in Erbarmen zuwenden und mein Haus soll in ihm wieder aufgebaut werden, spricht der Herr der Heerscharen, und die Meßschnur soll über Jerusalem ausgespannt werden. 17Weiter verkünde also: So spricht der Herr der Heerscharen: Meine Städte werden noch von Gütern überfließen und noch wird der Herr Sion trösten und er wird Jerusalem noch auserwählen. 18Und ich erhob meine Augen und schaute: siehe, da waren vier Hörner. 19Da sprach ich zu dem Engel, der mit mir redete: Was haben diese zu bedeuten? Er sprach zu mir: Das sind die Hörner, welche Juda und Israel und Jerusalem geworfelt haben. 20Sodann zeigte der Herr mir vier Schmiede. 21Da sprach ich: Was wollen diese tun? Er aber antwortete mir: Dies sind die Hörner, welche Juda Mann für Mann geworfelt haben, so dass niemand von ihnen sein Haupt erhob; diese aber sind gekommen, um sie in Schrecken zu setzen und die Hörner der Völker niederzuschlagen, welche das Horn wider das Land Juda erhoben, um es zu zerstreuen.

Das Buch Sacharja 2

1Und ich erhob meine Augen und schaute: siehe, da war ein Mann, der hatte in seiner Hand eine Meßschnur. 2Da sprach ich: Wohin gehst du? Er sprach zu mir: Jerusalem zu messen, um zu sehen, wie groß seine Breite und wie groß seine Länge ist. 3Siehe, da schritt der Engel, der mit mir redete, vor und ein anderer Engel trat ihm entgegen. 4Dieser sprach zu dem ersteren: Lauf, sprich zu dem Jüngling dort also: Ohne Mauern wird Jerusalem bewohnt werden vor der Menge von Menschen und Vieh in seiner Mitte. 5Und ich selbst, spricht der Herr, will ihm ringsum zu einer feurigen Mauer sein und will mich in seiner Mitte herrlich erzeigen. 6Fliehet aus dem Lande gegen Mitternacht, spricht der Herr; denn in die vier Winde des Himmels habe ich euch zerstreut, spricht der Herr. 7Ach, Sion! Fliehe, die du bei der Tochter Babylon wohnst; 8denn so spricht der Herr der Heerscharen: In Ehre hat er mich an die Völker gesendet, welche euch beraubten; denn wer euch antastet, tastet meinen Augapfel an. 9Denn sehet, ich hebe meine Hand wider sie auf und sie sollen denen zur Beute werden, die ihnen dienten; da werdet ihr erkennen, dass der Herr der Heerscharen mich gesandt hat. 10Lobsinge und freue dich, Tochter Sion! Denn siehe, ich komme und werde in deiner Mitte wohnen, spricht der Herr. 11Da werden sich an jenem Tage viele Völker an den Herrn anschließen und werden mir zum Volke sein und ich werde in deiner Mitte wohnen und du wirst erkennen, dass der Herr der Heerscharen mich zu dir gesandt hat. 12Und der Herr wird Juda in Besitz nehmen als sein Erbe in geheiligten Lande und er wird Jerusalem wieder erwählen. 13Still, alles Fleisch, vor dem Herrn! denn er hat sich aus seiner heiligen Wohnung erhoben.

Neues Testament

Offenbarung des Johannes 11

1Und es ward mir ein Rohr gegeben, ähnlich einem Maßstabe, und es ward mir gesagt: Auf, und miß den Tempel Gottes, und den Altar und die in ihm anbeten; 2den Vorhof aber, der außerhalb des Tempels ist, wirf hinaus, und miß ihn nicht; denn er ist den Heiden hingegeben, und sie werden die heilige Stadt zertreten zweiundvierzig Monate lang. 3Und ich werde meinen zwei Zeugen verleihen, dass sie weissagen tausendzweihundertsechzig Tage lang, angetan mit Bußkleidern. 4Das sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Herrn der Erde stehen. 5Und wenn jemand ihnen etwas zu Leide tun will, so wird Feuer aus ihrem Munde ausgehen und ihre Feinde verzehren; und wenn jemand sie verletzen will, so soll er also getötet werden. 6Diese haben die Macht, den Himmel zu verschließen, dass kein Regen falle in den Tagen ihrer Weissagung, und sie haben die Macht über die Wasser, sie in Blut zu verwandeln, und die Erde zu schlagen mit jeglicher Plage, so oft sie irgend wollen. 7Und wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben, wird das Tier, das aus dem Abgrunde heraufsteigt, mit ihnen Krieg beginnen, und sie überwinden und sie töten. 8Und ihre Leiber werden liegen bleiben auf den Straßen der großen Stadt, welche geistiger Weise Sodoma und Ägypten genannt wird, wo auch ihr Herr gekreuzigt ward. 9Und viele von den Stämmen und Völkern und Zungen und Nationen werden ihre Leiber sehen drei und einen halben Tag hindurch und man wird ihre Leichname in kein Grab legen lassen. 10Und die Bewohner der Erde werden sich über sie freuen und frohlocken, und werden sich einander Geschenke senden, weil diese zwei Propheten den Bewohnern der Erde Qualen bereiteten. 11Aber nach drei Tagen und einen halben kam der Lebensodem von Gott in sie, und sie stellten sich auf ihre Füße, und große Furcht befiel die, welche sie sahen. 12Und sie hörten eine mächtige Stimme vom Himmel, welche zu ihnen sprach: Steiget auf hierher! Da stiegen sie in den Himmel auf in einer Wolke, und ihre Feinde sahen sie. 13In jener Stunde entstand ein großes Erdbeben, und der zehnte Teil der Stadt fiel, und es wurden durch das Erdbeben siebentausend Menschen getötet, die übrigen aber gerieten in Schrecken und gaben dem Gott des Himmels die Ehre. 14Das zweite Weh ist vorüber gegangen; siehe, das dritte Weh wird alsbald kommen. 15Und der siebente Engel stieß in die Posaune. Da ertönten laute Stimmen im Himmel, welche sprachen: Das Reich dieser Welt ist unserm Herrn und seinem Gesalbten zugefallen, und er wird herrschen in alle Ewigkeit. Amen. 16Und die vierundzwanzig Ältesten, welche vor dem Angesichte Gottes auf ihren Thronen sitzen, fielen auf ihr Angesicht nieder, und beteten Gott an, und sprachen: 17Wir danken dir, Herr, allmächtiger Gott! der du bist, und der du warst, und der du kommen wirst, das du deine große Macht ergriffen und dich als Herrscher gezeigt hast. 18Die Völker ergrimmten, und es kam dein Grimm, und die Zeit für die Toten gerichtet zu werden, und den Lohn zu geben deinen Dienern, den Propheten, und den Heiligen, und denen, die deinen Namen fürchten, den Kleinen und den Großen, und diejenigen zu verderben, welche die Erde verdarben. 19Und es ward der Tempel Gottes im Himmel aufgetan, und die Lade seines Bundes ward in seinem Tempel sichtbar. Und es kamen Blitze, und Rufe, und Erdbeben, und großer Hagel.