Bibel in einem Jahr · Tag 341 von 365

Am 8–9; Obd 1 · Offb 5

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch Amos 8

1Folgendes ließ der Herr, Gott, mich schauen: Siehe, da war ein Obsthaken. 2Und er sprach: Was siehst du, Amos? Ich sprach: Einen Obsthaken. Da sprach der Herr zu mir: Es kommt das Ende über mein Volk Israel, nicht länger mehr will ich seiner schonen! 3Es sollen die Türangeln des Tempels an jenem Tage ächzen, spricht der Herr, Gott, viele werden dahinsterben, allenthalben wird sich Stille verbreiten. 4Höret dies, ihr, die ihr die Armen niedertretet und die Dürftigen des Landes verschmachten lasset, 5indem ihr sprecht: Wann geht der Neumond vorüber, dass wir unsere Waren verkaufen, und der Sabbat, dass wir die Speicher auftun? dass wir das Maß vermindern und das Gewicht vergrößern und falsche Waage unterschieben können? 6dass wir die Dürftigen um Geld und die Armen um ein Paar Schuhe an uns bringen und den Abfall vom Korn verkaufen? 7Geschworen hat der Herr wider Jakobs Hoffart: Fürwahr! Nimmer werde ich aller ihrer Taten vergessen. 8Soll darob nicht die Erde erzittern, nicht alle ihre Bewohner trauern? Es wird sich erheben wie der Strom zumal, hinausstürzen und abfließen wie der Strom Ägyptens. 9An jenem Tage, spricht der Herr, Gott, wird die Sonne am Mittage untergehen und am hellen tage werde ich Finsternis senden über die Erde. 10Und ich werde eure Feste in Trauer wandeln und alle eure Lieder in Wehklage, Trauerkleid werde ich über alle eure Rücken bringen und über alle Häupter Kahlheit, ich werde das Land in leid versetzen wie bei der Trauer um den einzigen Sohn und sein Ende einem Tage der Bitterkeit gleichmachen. 11Sehet, es kommen die Tage, spricht der Herr, da ich Hunger über das Land senden werde; nicht Hunger nach Brot noch Durst nach Wasser, sondern Hunger, das Wort des Herrn zu hören. 12Da soll es sie von einem Meere zum andern treiben und von Nord bis nach Ost; sie werden umherschweifen, das Wort des Herrn zu suchen, aber sie sollen es nicht finden. 13An jenem Tag werden die schönen Jungfrauen und die Jünglinge vor Durst verschmachten, 14sie, welche jetzt bei der Schuld Samarias schwören und sprechen: So wahr dein Gott lebt, Dan, bei dem Wege nach Bersabee! sie werden stürzen und nicht wieder auferstehen.

Das Buch Amos 9

1Ich sah den Herrn über dem Altar stehen und er sprach: Zerschlage die Türangeln, dass die Schwellen erbeben, denn alle beherrscht die Habsucht. Ihre Überreste will ich mit dem Schwert erschlagen, ohne dass Flucht für sie möglich ist. Sie werden fliehen, doch keiner von ihnen, der sich flüchtet, wird gerettet werden. 2Wenn sie bis in die Unterwelt hinabsteigen sollten, von dort wird sie meine Hand holen; und wenn sie bis in den Himmel hinaufsteigen sollten, will ich sie von da herabziehen. 3Und wenn sie sich auf den Gipfel des Karmels versteckten, werde ich sie dort erspähen und von dannen holen; und wenn sie sich vor meinen Augen in der Tiefe des Meeres verbergen, will ich daselbst der Schlange entbieten, sie zu beißen. 4Wenn sie vor ihren Feinden her in die Gefangenschaft wandern, will ich dort dem Schwerte gebieten, sie zu töten; denn ich will meine Augen auf sie richten zum Unheile, und nicht zum Heile. 5Und der Herr, der Gott der Heerscharen, er berührt die Erde und sie vergeht, und alle, die sie bewohnen müssen trauern. und es erhebt sich jeder gleich dem Strome und fließt ab wie der Fluss Ägyptens. 6Er baut im Himmel seinen Thron und gründet ihre Gefüge auf die Erde, er ruft den Gewässern des Meeres und gießt sie über die Oberfläche der Erde hin aus; Herr ist sein Name. 7Seid ihr Söhne Israel mir nicht den Äthiopiern gleich? spricht der Herr. Habe ich nicht Israel aus dem Lande Ägypten hergeführt und die Palästiner von Kappadozien und die Syrer aus Cyrene? 8Sehet, die Augen Gottes, des Herrn, sind auf dies sündige Reich gerichtet, dass ich es von der Erde hinwegtilge. Doch das Haus Jakob will ich nicht gänzlich vernichten, spricht der Herr. 9Denn sehet, ich will gebieten, dass das Haus Israel unter alle Völker geschüttelt werde, wie man Weizen in einem Siebe schüttelt, und es soll kein Körnlein zur Erde fallen. 10Alle Sünder in meinem Volke sollen durch das Schwert fallen, sie, die da sagen: Nicht naht und nicht kommt über uns Unglück! 11An jenem Tage will ich die zerfallene Hütte Davids wieder aufrichten, die Lücken ihrer Mauern ausfüllen und das, was eingefallen, wieder aufrichten; ich will sie aufbauen, wie sie in den Tagen der Vorzeit war, 12dass sie den Überrest von Idumäa und alle Völker in Besitz nehmen, weil über diese mein Name genannt ist, spricht der Herr, der solches vollbringt. 13Sehet, es kommen die Tage, spricht der Herr, da wird der Pflüger an den Schnitter sich anreiben und der Traubenkelterer an den Sämann, es werden die Berge Süßigkeit träufeln und alle Berge werden bebaut sein. 14Dann werde ich die Gefangenen meines Volkes Israel heimkehren lassen und sie werden die verwüsteten Städte aufbauen und bewohnen, Weinberge pflanzen und deren Wein trinken, Gärten anlegen und deren Frucht genießen. 15Und ich will sie auf ihren Boden pflanzen und nicht mehr herausreißen aus ihrem Lande, das ich ihnen gegeben, spricht der Herr, dein Gott.

Das Buch Obadja 1

1Gesicht des Abdias. So spricht der Herr, Gott, über Edom: Eine Kunde haben wir vom Herrn vernommen und einen Boten hat er unter die Völker entsendet: Auf, lasset uns zusammen wider Edom uns zum Kampfe erheben! 2Siehe, ich habe dich klein gemacht unter den Völkern, verachtet bist du gar sehr. 3In Vermessenheit deines Herzens hast du dich überhoben, weil du in Felsenklüften wohnst und deinen Sitz hoch baust, und du sprichst in deinem Herzen: Wer könnte mich zur Erde niederzwingen? 4Aber wärest du auch hoch erhoben gleich dem Adler und setztest du dein Nest zwischen die Sterne, so werde ich dich doch von da niederzwingen, spricht der Herr. 5Wenn Diebe zu dir eindrängen, wenn Räuber des Nachts, wie würdest du verstummen! Würden sie nicht rauben, bis es ihnen genügt? Wenn Weinleser über dich kämen, würden sie dir nicht doch eine Traube übriglassen? 6Wie ist aber Esau durchforscht, seine verborgensten Orte durchsucht! 7Bis zu deiner Grenze haben sie dich getrieben; alle, die deine Bundesgenossen waren, spotteten dein, die deine Freunde waren, haben dich überwältigt; deine früheren Tischgenossen legen dir Hinterhalt; keine Einsicht ist in ihm! 8Werde ich an jenem Tage, spricht der Herr, nicht die Weisen aus Edom vertilgen und die Einsicht aus dem Gebirge Esau? 9Deine Helden aus dem Lande gegen Mittag sollen zagen, dass alle vom Gebirge Esau vernichtet werden. 10Ob des Mordens, ob der Gewalttat gegen deinen Bruder Jakob wird dich Schande bedecken und du wirst auf immer ausgerottet werden. 11Am Tage, da du ihm entgegentratest, da Fremde sein Heer gefangen nahmen und Ausländer in seine Tore eindrangen und über Jerusalem das Los warfen, da warst auch du wie einer von ihnen. 12Aber sieh nicht schadenfroh auf den Tag deines Bruders, den Tag seiner Wegführung, und freue dich nicht über die Kinder Juda am Tage ihres Verderbens und überhebe deinen Mund nicht am Tage der Bedrängnis; 13auch dringe nicht in die Tore meines Volkes am Tage ihres Untergangs, schaue nicht schadenfroh auf sein Unglück am Tage seiner Not, ziehe nicht aus wider sein Heer am Tage seiner Drangsal, 14stelle dich nicht auf an den Scheidewegen, seine Flüchtlinge niederzumachen, und schließe seine Übriggebliebenen am Tage der Drangsal nicht ein. 15Denn nahe ist der Tag des Herrn über alle Völker; wie du gehandelt, also wird dir geschehen, den er wird Vergeltung auf dein Haupt zurückfallen lassen. 16Denn wie ihr auf meinen heiligen Berge getrunken, so werden alle Völker unablässig trinken, ja trinken und schlürfen, und werden sein, als wären sie nicht. 17Auf dem Berge Sion aber soll eine Zuflucht sein, er soll heilig sein und das Haus Jakob wird in Besitz nehmen, die es besessen. 18Das Haus Jakob wird ein Feuer werden, das Haus Joseph Flamme und das Haus Esau Stoppeln; jene werden sie anzünden und verzehren, so dass vom Hause Esau kein Überrest bleibt, denn der Herr hat gesprochen. 19Die Bewohner des Landes gegen Mittag werden das Gebirge Esau erben und die in den Ebenen die Philister, sie werden das Gefilde von Ephraim in Besitz nehmen und das Gefilde Samarias und Benjamin wird Galaad erhalten. 20Und die Weggeführten dieser Schar der Söhne Israel werden alle Orte der Kanaaniter bis nach Sarepta hin in Besitz nehmen und die von Jerusalem Weggeführten; die in Bosphorus sind, werden die Städte gegen Mittag in Besitz nehmen. 21Und Retter werden auf den Berg Sion hinaufziehen, um das Gebirge Esau zu richten, und das Königtum wird des Herrn sein.

Neues Testament

Offenbarung des Johannes 5

1Und ich sah auf der Rechten dessen, der auf dem Throne saß, ein Buch, das inwendig und auswendig beschrieben und mit sieben Siegeln versiegelt war. 2Und ich sah einen gewaltigen Engel, der mit mächtiger Stimme ausrief: Wer ist würdig, das Buch zu öffnen und seine Siegel zu lösen? 3Und niemand, weder im Himmel, noch auf Erden, noch unter der Erde, vermochte das Buch zu öffnen, noch es einzusehen. 4Da weinte ich sehr, weil niemand würdig erfunden wurde, das Buch zu öffnen, noch es einzusehen. 5Aber einer von den Ältesten sprach zu mir: Weine nicht! Siehe, der Löwe aus dem Stamme Juda, die Wurzel Davids, hat gesiegt, das Buch zu öffnen und die sieben Siegel desselben zu lösen. 6Und ich schaute, und siehe, inmitten des Thrones und der vier lebenden Wesen und inmitten der Ältesten stand ein Lamm wie getötet, und es hatte sieben Hörner und sieben Augen, dies sind die Geister Gottes, welche ausgesandt sind in alle Lande. 7Und es kam, und nahm das Buch aus der Rechten dessen, der auf dem Throne saß 8Und als es das Buch geöffnet hatte, fielen die vier lebenden Wesen und die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamme, jeder eine Harfe und goldene Schalen voll Rauchwerks haltend, welches die Gebete der Heiligen sind. 9Und sie sangen ein neues Lied und sprachen: Würdig bist du, Herr! das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn du wurdest getötet und hast uns Gott mit seinem Blute erkauft aus allen Stämmen, und Sprachen, und Völkern, und Nationen., 10und hast uns unserm Gott zu einem Königtume und zu Priestern gemacht; und wir werden herrschen auf der Erde. 11Und ich schaute und hörte die Stimme vieler Engel rings um den Thron her, und um die Wesen und die Ältesten; ihre Zahl war tausendmal tausend; 12und sie riefen mit lauter Stimme: Würdig ist das Lamm, das getötet worden ist, zu empfangen die Macht, und Gottheit, und Weisheit, und Stärke, und Ehre, und Herrlichkeit und Lobpreisung. 13Und alle Geschöpfe, die im Himmel und auf Erden sind und unter der Erde und auf dem Meere und in demselben, alle hörte ich sagen: Dem, der auf dem Throne sitzt, und dem Lamme sei der Preis und die Ehre, und die Herrlichkeit, und die Macht in alle Ewigkeit! 14Und die vier Wesen sprachen: Amen! Und die vierundzwanzig Ältesten fielen auf ihr Angesicht nieder und beteten ihn an, der in alle Ewigkeit lebt.