Bibel in einem Jahr · Tag 328 von 365

Dan 1–3 · 1 Joh 4

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch Daniel 1

1Im dritten Jahre der Herrschaft Joakims, des Königs von Juda, zog Nabuchodonosor, der König von Babylon, gegen Jerusalem und belagerte es. 2Und der Herr gab Joakim, den König von Juda, und einen Teil der Gefäße des Hauses Gottes in seine Hand und er führte sie in das Land Sennaar hinweg, in das Haus seines Gottes, und brachte die Gefäße in das Schatzhaus seines Gottes. 3Hierauf befahl der König Asphenez, dem obersten der Kämmerer, von den Söhnen Israels, vom königlichen und fürstlichen Geblüte, 4Jünglinge herbeibringen zu lassen, welche ohne Fehl, schön von Gestalt, in aller Weisheit unterrichtet, klugen Verstandes, voll Einsicht und geschickt seien, im Palaste des Königs Dienst zu tun, und sie in Schrift und Sprache der Chaldäer unterrichten zu lassen. 5Auch bestimmte der König ihnen einen täglichen Unterhalt von seinen eigenen Speisen und von dem Weine, von dem er selbst trank, und befahl, sie drei Jahre zu erziehen, dass sie nach Verlauf derselben vor dem Könige Dienst täten. 6Unter ihnen waren von den Söhnen Judas: Daniel, Ananias, Misael und Azarias. 7Der oberste der Kämmerer aber gab ihnen andere Namen: Daniel nannte er Baltassar, Ananias Sidrach, Misael Misach und Azarias Abdenago. 8Daniel aber nahm sich in seinem Herzen vor, sich nicht durch des Königs Kost noch durch den Wein, den dieser trank, zu verunreinigen und bat den Oberkämmerer, zu machen, dass sie nicht befleckt würden. 9Gott aber ließ Daniel Gnade und Erbarmen vor dem Angesichte des Oberkämmerers finden. 10Und der Oberkämmerer sprach zu Daniel: Ich fürchte mich vor meinem Herrn, dem Könige, der euch Speise und Trank angewiesen hat; denn wenn dieser sieht, dass euer Gesicht magerer ist als das der anderen Jünglinge eures Alters, so werdet ihr mein Haupt bei dem Könige in Schuld bringen. 11Da sprach Daniel zu Malasar, den der Oberkämmerer über Daniel, Ananias, Misael und Azarias gesetzt hatte: 12Versuche es doch mit deinen Knechten zehn Tage, dass man uns nur Gemüse zu essen gebe und Wasser zu trinken. 13Alsdann prüfe unser Aussehen und das Aussehen der Jünglinge, welche von den Speisen des Königs genießen; und wie es dir gut dünkt, magst du dann mit deinen Knechten verfahren. 14Er hörte auf diese Worte und versuchte es mit ihnen zehn Tage. 15Nach Verlauf von zehn Tagen aber erschien ihr Aussehen besser und voller als das aller der Jünglinge, welche von den königlichen Speisen zu genießen pflegten. 16Da nahm Malasar die für sie bestimmte Speise und den Trank und gab ihnen Gemüse. 17Gott aber verlieh diesen Jünglingen Kenntnis und Einsicht in aller Schrift und Weisheit, dem Daniel aber die Gabe, alle Gesichte und Träume zu verstehen. 18Als nun die Zeit um war, nach deren Ablauf sie auf des Königs Befehl vor diesen gebracht werden sollten, führte sie der Oberkämmerer vor Nabuchodonosor. 19Und da der König mit ihnen redete, fanden sich unter allen keine wie Daniel, Ananias, Misael und Azarias; so wurden sie denn des Königs Diener. 20Und in allen Fragen der Weisheit und Einsicht, welche der König ihnen vorlegte, fand er sie allen Wahrsagern und Weisen, die in seinem ganzen Reiche waren, zehnmal überlegen. 21Daniel aber lebte dort bis zum ersten Jahre des Königs Cyrus.

Das Buch Daniel 2

1Im zweiten Jahre der Herrschaft Nabuchodonosors sah Nabuchodonosor ein Traumgesicht, über das sein Geist erschrak, und sein Traum entschwand ihm. 2Da befahl der König, die Wahrsager und Weisen und Zauberer und Chaldäer zusammenzurufen, um dem Könige seinen Traum kundzutun. Als diese nun kamen und vor den König traten, 3sprach der König zu ihnen: Ich habe ein Traumgesicht gehabt und mein Geist ist verwirrt und ich weiß nicht mehr, was ich gesehen habe. 4Da antworteten die Chaldäer dem Könige in syrischer Sprache: O König, mögest du ewig leben! Teile den Traum deinen Knechten mit, so wollen wir kundtun, was er bedeutet. 5Da antwortete der König und sprach zu den Chaldäern: Mein Beschluss ist gefasst. Wenn ihr mir nicht den Traum und seine Deutung angebt, so müsst ihr sterben und eure Häuser werden euch genommen werden. 6Wenn ihr aber den Traum und seine Bedeutung angebt, so sollt ihr Belohnung, Geschenke und hohe Ehre von mir empfangen; darum tuet mir den Traum samt seiner Deutung kund. 7Da antworteten sie zum zweiten Mal und sprachen: Der König möge seinen Knechten den Traum mitteilen, so wollen wir die Deutung kundtun. 8Der König aber antwortete und sprach: Wahrlich! Ich sehe nun, dass ihr Zeit zu gewinnen sucht, weil ihr wisst, dass mein Beschluss gefasst ist. 9Wenn ihr mir also den Traum nicht angebt, so kann ich von euch nur urteilen, dass ihr auch eine falsche und betrügerische Auslegung verabredet habt, um mich mit Reden hinzuhalten, bis die Zeit vorübergeht. Darum gebet mir den Traum an, damit ich erkenne, dass ihr auch die Auslegung der Wahrheit gemäß geben könnt! 10Da antworteten die Chaldäer vor dem Könige und sprachen: Kein Mensch ist auf Erden, der zu erfüllen vermöchte, was du verlangst, o König! Aber auch nie hat ein großer und mächtiger König ein solches Verlangen an einen Wahrsager oder Weisen oder Chaldäer gerichtet. 11Denn das, was du, o König! forderst, ist schwierig und man wird niemand finden, des es dem Könige kundtun könnte, außer den Göttern; diese aber haben mit den Menschen ja keinen Verkehr. 12Als der König dies hörte, ergrimmte er und befahl in großem Zorne, alle Weisen Babylons umzubringen. 13Als nun das Urteil erlassen war und die Weisen zum Tode geführt werden sollten, suchte man auch Daniel und seine Genossen, um sie zu töten. 14Da erkundigte sich Daniel nach dem Gesetze und Urteil bei Arioch, dem Anführer des Heeres des Königs, welcher ausgegangen war, die Weisen Babylons zu töten. 15Und er fragte ihn, der vom Könige den Auftrag erhalten hatte, warum denn ein so grausamer Befehl vom Könige erlassen sei. Als Arioch dem Daniel die Sache mitgeteilt hatte, 16ging Daniel zum Könige und bat denselben, ihm Zeit zu gewähren, dass er dem Könige die Erklärung geben könnte. 17Alsdann begab er sich in sein Haus und teilte seinen Genossen, Ananias und Misael und Azarias, die Angelegenheit mit, 18dass sie den Gott des Himmels dieses Geheimnisses wegen um Barmherzigkeit anflehen sollten, und dass Daniel und seine Gefährten nicht mit den übrigen Weisen Babylons getötet würden. 19Da ward dem Daniel bei Nacht das Geheimnis in einem Gesichte geoffenbart. Daniel aber pries den Gott des Himmels 20und hob an und sprach: Der Name des Herrn sei gepriesen von Ewigkeit zu Ewigkeit! denn sein ist Weisheit und Macht. 21Er führt den Wechsel der Zeiten und Weltalter herbei und stürzt Reiche und festigt andere, er verleiht den Weisen Weisheit und den Einsichtigen Erkenntnis. 22Er offenbart, was tief und verborgen ist; er weiß, was in der Finsternis begraben ist, und das Licht wohnt bei ihm. 23Ich sage dir Dank, o Gott meiner Väter! und preise dich, dass du mir Weisheit und Stärke verliehen und mich nun hast wissen lassen, um was wir dich gebeten, dass du uns des Königs Angelegenheit geoffenbart hast. 24Hierauf ging Daniel zu Arioch, den der König beauftragt hatte, die Weisen Babylons zu töten, und sprach also zu ihm: Töte die Weisen Babylons nicht! führe mich vielmehr vor das Angesicht des Königs, so will ich dem Könige die Deutung geben. 25Da führte Arioch Daniel eilends vor den König und sprach zu diesem: Ich habe unter den Söhnen der Gefangenen Judas einen Mann gefunden, welcher dem König die Deutung angeben will. 26Der König begann und sprach zu Daniel, dessen Name Baltassar war: Bist du wohl wahrhaft imstande, mir das Traumgesicht, das ich gehabt habe, und seine Auslegung kundzutun? 27Daniel antwortete dem Könige und sprach: Das Geheimnis, über das der König befragt, können die Weisen, die Wahrsager, die Zauberer und Zeichendeuter dem Könige nicht kundtun. 28Doch ist ein Gott im Himmel, welcher die Geheimnisse enthüllt; er hat dir, o König Nabuchodonosor! kundgegeben, was am Ende der Zeiten geschehen wird. Dein Traum und die Gesichte deines Hauptes, die du auf deinem Lager gesehen, waren diese: 29Es stiegen dir, o König, auf deinem Lager Gedanken auf, was nach deiner Zeit geschehen werde; und der, welcher die Geheimnisse offenbart, hat dir gezeigt, was in der Zukunft geschehen wird. 30Auch mir ist dieses Geheimnis nicht durch meine Weisheit offenbart worden, als wäre diese größer als die aller Lebenden, sondern zu dem Ziele, damit dem Könige die Deutung kund werde und du deines Herzens Gedanken erfahrest. 31Du, o König! schautest: Siehe, es stand vor deinen Augen eine gewaltige Bildsäule; diese Bildsäule war groß, von erhabener Gestalt, und stand vor dir und ihr Anblick war furchtbar. 32Das Haupt dieser Bildsäule war vom feinsten Golde, die Brust und die Arme von Silber, der Bauch und die Lenden von Erz, 33die Schenkel von Eisen, die Füße teils von Eisen, teils von Ton. 34Als du so schautest, riss sich ein Stein vom Berge los, ohne Zutun von Menschenhänden, und stieß an die teils aus Eisen, teils aus Ton bestehenden Füße der Bildsäule und zertrümmerte diese. 35Da wurden auf einem Schlag zermalmt Eisen, Ton, Erz, Silber und Gold und wurden gleichsam in Spreu einer Sommertenne aufgelöst und vom Winde weggeführt, so dass von ihnen keine Spur mehr zu finden war; der Stein aber, welcher die Bildsäule traf, ward zu einem großen Berge und erfüllte die ganze Erde. 36Dies ist der Traum und nun wollen wir vor dir, o König! auch die Deutung verkünden. 37Du bist der König der Könige und der Gott des Himmels hat dir Herrschaft, Macht, Gewalt und Herrlichkeit gegeben 38und alles, wo immer Menschenkinder und Tiere des Feldes wohnen; selbst die Vögel des Himmels hat er in deine Hand gegeben und hat alles deiner Herrschaft unterworfen; du also bist das Haupt von Gold. 39Aber nach dir wird ein anderes Reich sich erheben, geringer als du, von Silber; dann ein drittes Reich von Erz, das seine Herrschaft über die ganze Erde erstrecken wird. 40Das vierte Reich wird wie Eisen sein; denn wie das Eisen alles zertrümmert und bezwingt, so wird dieses Reich alle jene zertrümmern und zerschmettern. 41Dass aber die Füßen und die Zehen, die du sahest, teils aus Töpferton, teils von Eisen waren, bedeutet, dass das Reich nicht geeint sein wird; immerhin wird sein Grund von Eisen sein, gemäß dem, dass du Eisen mit Töpferton gemischt gesehen hast. 42Und dass die Fußzehen teils von Eisen, teils von Ton waren, bedeutet, dass das Reich zum Teil stark und zum Teil zerbrechlich sein wird. 43Dass du aber Eisen mit Ton gemischt sahest, bedeutet, dass sie sich zwar mit Hilfe von Menschensamen vermischen, aber dennoch keinen Zusammenhalt haben werden, so wie sich Eisen nicht mit Ton vermischen lässt. 44In den Tagen jener Reiche wird der Gott des Himmels ein Reich aufrichten, welches in Ewigkeit nicht zerstört werden und dessen Herrschaft auf kein anderes Volk übergehen wird, dieses wird alle jene Reiche zermalmen und vernichten, es selbst aber wird in Ewigkeit bestehen; 45wie du ja gesehen hast, dass der Stein sich vom Berge ohne Zutun von Menschenhänden losriss und Ton, Eisen, Erz, Silber und Gold zermalmte. So hat der große Gott dem Könige kundgetan, was in der Zukunft geschehen wird; der Traum ist wahrhaft und seine Deutung zuverlässig. 46Da fiel der König Nabuchodonosor auf sein Angesicht nieder, verneigte sich tief vor Daniel und befahl, ihm Schlachtopfer und Räucherwerk darzubringen. 47Zu Daniel aber sprach der König also: Wahrlich! euer Gott ist der Gott der Götter und der Herr der Könige und der Offenbarer der Geheimnisse, denn du hast dieses Geheimnis zu enthüllen vermocht. 48Alsdann erhob der König Daniel sehr und gab ihm viele und große Geschenke und setzte ihn zum Fürsten über alle Landschaften von Babylon und zum obersten Vorsteher über alle Weisen Babylons. 49Auf die Bitte Daniels aber übergab der König die Verwaltung der Provinz Babylon Sidrach, Misach und Abdenago; Daniel selbst aber blieb an dem Hofe des Königs.

Das Buch Daniel 3

1Der König Nabuchodonosor ließ eine goldene Bildsäule machen, sechzig Ellen in der Höhe, sechs Ellen in der Breite, und stellte sie in der Provinz Babylon in der Ebene Dura auf. 2Hierauf sandte der König Nabuchodonosor Boten aus und ließ die Statthalter, Befehlshaber, Beamten und alle Fürsten der Provinzen zusammenrufen, dass sie zur Einweihung der Bildsäule, welche der König Nabuchodonosor aufgerichtet hatte, sich einfänden. 3Da versammelten sich die Statthalter, Befehlshaber, Richter, Schatzmeister, Gewalthaber, die vornehmsten Würdenträger und alle Fürsten der Provinzen, um der Einweihung des Bildes, welches der König Nabuchodonosor errichtet hatte, beizuwohnen; und sie stellten sich vor der Bildsäule auf, die der König Nabuchodonosor errichtet hatte. 4Alsbald rief ein Herold laut: Euch, ihr Völker, Stämme und Zungen wird angesagt: 5Zur Stunde, da ihr den Schall der trompeten, Pfeifen und Zithern, des Saitenspiels, der Laute, des Doppelspiels und aller Arten von Musik hört, werfet euch nieder und betet die goldene Bildsäule an, welche der König Nabuchodonosor errichtet hat. 6Wer nicht niederfällt und anbetet, soll zur selben Stunde in den brennenden Feuerofen geworfen werden. 7Sobald also das gesamte Volk den Schall der Trompete, Pfeifen und Zithern, des Saitenspiels, der laute, des Doppelspiels und aller Art Musik hörte, warfen sich alle Völker, Stämme und Zungen nieder und beteten die goldene Bildsäule an, welche der König Nabuchodonosor errichtet hatte. 8Alsbald aber, zu gleicher Zeit, traten chaldäische Männer herzu und klagten die Juden an 9und sprachen zu dem Könige Nabuchodonosor: O König, mögest du ewig leben! 10Du, o König! hast den Befehl gegeben, dass jedermann, der den Schall der Trompeten, Pfeifen und Zithern, des Saitenspiels, der laute, des Doppelspiels und aller Art Musik hört, niederfallen und die goldene Bildsäule anbeten 11und dass, wer nicht niederfällt und anbetet, in den brennenden Feuerofen geworfen werden solle. 12Nun sind da Juden, welchen du die Verwaltung der Landschaft Babylon übertragen hast, Sidrach, Misach und Abdenago; diese Männer haben deinen Befehl nicht beachtet, o König! sie ehren deine Götter nicht und beten die goldene Bildsäule nicht an, die du errichtet hast. 13Da befahl Nabuchodonosor im Grimm und Zorne, Sidrach, Misach und Abdenago herbeizuführen; und alsbald wurden sie vor den König gebracht. 14Und der König Nabuchodonosor begann und sprach zu ihnen: Ist es wahr, Sidrach, Misach und Abdenago, dass ihr meine Götter nicht verehrt und die goldene Bildsäule, die ich aufgerichtet, nicht anbetet? 15Nun wohl, wenn ihr bereit seid, werfet euch nieder, zur Stunde, wo ihr den Schall der Trompeten, Pfeifen und Zithern, des Saitenspiels, der Laute des Doppelspiels und aller Art von Musik hört, und betet die Bildsäule an, welche ich gemacht habe; wenn ihr sie aber nicht anbetet, so sollt ihr zur selben Stunde in den brennenden Feuerofen geworfen werden; und wer ist der Gott, der euch aus meiner Hand zu erretten vermöchte? 16Da antworteten Sidrach, Misach und Abdenago und sprachen zu dem Könige Nabuchodonosor: Wir haben nicht nötig, dir hierauf zu antworten. 17Denn siehe, unser Gott, den wir verehren, vermag, uns aus dem brennenden Feuerofen zu erretten und aus deiner Hand, o König! zu befreien. 18Wenn er dies aber auch nicht wollte, so sei dir doch kund, o König! dass wir deine Götter nicht verehren und die goldene Bildsäule, die du errichtet, nicht anbeten. 19Da ward Nabuchodonosor von Grimm erfüllt und das Aussehen seines Angesichts entstellte sich gegen Sidrach, Misach und Abdenago und er befahl, den Ofen siebenmal mehr zu heizen, als man ihn zu heizen pflegte. 20Alsdann gebot er einigen der stärksten Männer aus seinem Heere, Sidrach, Misach und Abdenago die Füße zu binden und sie in den brennenden Feuerofen zu werfen. 21Alsbald wurden diese Männer gefesselt und in ihren Unterkleidern und ihrem Kopfschmuck mit Schuhen und Kleidern mitten in den brennenden Feuerofen geworfen. 22Denn der Befehl des Könige war dringlich und der Ofen so überaus geheizt, dass die Männer, welche Sidrach, Misach und Abdenago hineinwarfen, von den Flammen des Feuers getötet wurden. 23Die drei Männer aber, nämlich Sidrach, Misach und Abdenago, fielen gefesselt in den brennenden Feuerofen. Was nun folgt, habe ich in den Handschriften der Hebräer nicht gefunden. 24Und sie gingen inmitten der Flammen einher, Gott lobend und den Herrn preisend. 25Azarias aber stand und betete also und sprach, seinen Mund mitten im Feuer öffnend: 26Gepriesen seist du Herr, Gott unserer Väter! lobwürdig und herrlich ist dein Name in Ewigkeit; 27denn du bist gerecht in allem, was du an uns getan; alle deine Werke sind wahrhaft, deine Pfade recht und alle deine Gerichte wahrhaft. 28Denn deine Gerichte, welche du gehalten, sind wahrhaft in allem, was du über Jerusalem, die heilige Stadt unserer Väter, verhängt hast; denn nach wahrhaftigem Gerichte hast du alles dies um unserer Sünden willen über uns kommen lassen. 29Wir haben ja gesündigt und übel getan, indem wir von dir abfielen, und haben uns in allem verfehlt, 30und wir haben nicht auf deine Gebote gehört noch sie beobachtet und nicht getan, wie du uns geboten hattest, auf dass es uns wohl gehe. 31Darum hast du alles, was du über uns hast kommen lassen, und alles, was du uns getan, nach wahrhaftem Gerichte vollzogen 32und hast uns in die Hand unserer ruchlosen und schlimmsten Feinde überliefert, der Sünder, und dem ungerechtesten und schlimmsten Könige auf Erden. 33Und jetzt dürfen wir unsern Mund nicht auftun, zur Schmach und zur Schande sind wir deinen Knechten und denen geworden, die dich verehren. 34Gib uns doch nicht auf immer dahin, wir bitten dich um deines Namens willen, und löse deinen Bund nicht. 35Entziehe uns nicht dein Erbarmen um Abrahams, deines Geliebten, Isaaks, deines Dieners, und Israels, deines Heiligen willen, 36welchen du die Verheißung gegeben hast, ihre Nachkommenschaft zu mehren wie die Sterne des Himmels und wie den Sand am Ufer des Meeres. 37Denn, o Herr! wir sind heute erniedrigt worden unter alle Völker und gedemütigt auf der ganzen Erde um unserer Sünden willen. 38Wir haben zur Zeit weder Fürsten noch Führer noch Propheten; weder Brandopfer noch Schlachtopfer noch Speiseopfer noch Rauchopfer noch eine Stätte, an der wir die Erstlingsopfer darbrächten, 39dass wir bei dir Erbarmen finden möchten. Aber mit zerknirschtem Herzen und mit gebeugtem Geiste möchten wir von dir angenommen werden. 40Wie wenn wir Widder und Farren und Tausende von fetten Schafen als Brandopfer darbrächten, so werde heute vor deinem Angesichte unser Opfer dargebracht, dass es dir wohlgefalle; denn nicht zuschanden werden, die auf dich vertrauen. 41Und jetzt folgen wir dir von ganzem Herzen und fürchten dich und suchen dein Angesicht. 42Lass uns nicht zuschanden werden, sondern tue an uns nach deiner Milde und nach der Fülle deiner Barmherzigkeit. 43Rette uns durch deine Wunder und verherrliche deinen Namen, o Herr! 44Lass alle zuschanden werden, welche deinen Dienern Böses zufügen; lass sie zuschanden werden durch deine Allmacht und zerbrich ihre Stärke. 45Sie mögen erfahren, dass du der Herr bist, der alleinige Gott, der herrlich ist auf dem ganzen Erdkreise! 46Die Diener des Königs aber, welche sie hineingeworfen hatten, hörten nicht auf, den Ofen mit Erdharz, Werg, Pech und Reisigbündeln zu heizen; 47und die Flammen schlugen über den Ofen hinaus neunundvierzig Ellen 48und griffen um sich und verzehrten die Chaldäer, welche sie bei dem Ofen erreichten. 49Der Engel des Herrn aber stieg zu Azarias und dessen Genossen in den Ofen hinab und stieß die Feuerflammen zum Ofen hinaus 50und machte es mitten im Ofen, wie wenn ein Tauwind weht, und das Feuer berührte sie nicht im mindesten und verletzte und belästigte sie nicht. 51Da lobten die drei Gott wie aus einem Munde und verherrlichten und priesen ihn in dem Ofen und sprachen: 52Gepriesen seist du Herr, Gott unserer Väter! preiswürdig und herrlich und hochgerühmt in Ewigkeit; und gepriesen sei dein heiliger, herrlicher Name, lobwürdig und hochgerühmt in alle Ewigkeit! 53Gepriesen seist du in dem heiligen Tempel deiner Herrlichkeit, überaus preiswürdig und überaus verherrlicht in Ewigkeit! 54Gepriesen seist du auf dem Throne deines Reiches, überaus preiswürdig und überaus verherrlicht in Ewigkeit! 55Gepriesen seist du, der du die Tiefen schaust und über den Cherubim thronst; preiswürdig und verherrlicht in Ewigkeit! 56Gepriesen seist du an der Feste des Himmels, preiswürdig und verherrlicht in Ewigkeit! 57Preiset den Herrn, alle ihre Werke des Herrn! lobet und rühmet ihn hoch in Ewigkeit! 58Preiset den Herrn, ihr Engel des Herrn! lobet und rühmet ihn hoch in Ewigkeit! 59Preiset, ihr Himmel, den Herrn! lobet und rühmet ihn hoch in Ewigkeit! 60Preiset, alle ihr Wasser über den Himmel, den Herrn! lobet und rühmet ihn hoch in Ewigkeit! 61Preiset den Herrn, alle ihr Heere des Herrn! lobet und rühmet ihn hoch in Ewigkeit! 62Preiset den Herrn, Sonne und Mond! lobet und rühmet ihn hoch in Ewigkeit! 63Preiset den Herrn, ihr Sterne des Himmels! lobet und rühmet ihn hoch in Ewigkeit! 64Preiset den Herrn, alle Regengüsse und Tautropfen! lobet und rühmet ihn hoch in Ewigkeit! 65Preiset den Herrn, all ihr Winde Gottes! lobet und rühmet ihn hoch in Ewigkeit! 66Preiset den Herrn, Feuer und Hitze! lobet und rühmet ihn hoch in Ewigkeit! 67Preiset den Herrn, Kälte und Hitze! lobet und rühmet ihn hoch in Ewigkeit! 68Preiset den Herrn, Tau und Reif! lobet und rühmet ihn hoch in Ewigkeit! 69Preiset den Herrn, Frost und Kälte! lobet und rühmet ihn hoch in Ewigkeit! 70Preiset den Herrn, Eis und Schnee! lobet und rühmet ihn hoch in Ewigkeit! 71Preiset den Herrn, Nächte und Tage! lobet und rühmet ihn hoch in Ewigkeit! 72Preiset den Herrn, Licht und Finsternis! lobet und rühmet ihn hoch in Ewigkeit! 73Preiset den Herrn, Blitze und Wolken! lobet und rühmet ihn hoch in Ewigkeit! 74Es preise die Erde den Herrn, sie lobe und rühme ihn hoch in Ewigkeit! 75Preiset den Herrn, ihr Berge und Hügel! lobet und rühmet ihn hoch in Ewigkeit! 76Preiset den Herrn, alle ihr Gewächse auf Erden! lobet und rühmet ihn hoch in Ewigkeit! 77Preiset den Herrn, ihr Quellen! lobet und rühmet ihn hoch in Ewigkeit! 78Preiset den Herrn, ihr Meere und Flüsse! lobet und rühmet ihn hoch in Ewigkeit! 79Preiset den Herrn, ihr Walfische und alles, was sich in den Wassern regt! lobet und rühmet ihn hoch in Ewigkeit! 80Preiset den Herrn, alle ihr Vögel des Himmels! lobet und rühmet ihn hoch in Ewigkeit! 81Preiset den Herrn, alle ihr wilden und zahmen Tiere! lobet und rühmet ihn hoch in Ewigkeit! 82Preiset den Herrn, ihr Menschenkinder! lobet und rühmet ihn hoch in Ewigkeit! 83Preiset den Herrn, Israel! lobet und rühmet ihn hoch in Ewigkeit! 84Preiset den Herrn, ihr Priester des Herrn! lobet und rühmet ihn hoch in Ewigkeit! 85Preiset den Herrn, ihr Diener des Herrn! lobet und rühmet ihn hoch in Ewigkeit! 86Preiset den Herrn, ihr Geister und Seelen der Gerechten! lobet und rühmet ihn hoch in Ewigkeit! 87Preiset den Herrn, ihr heiligen und von Herzen Demütigen! lobet und rühmet ihn hoch in Ewigkeit! 88Preiset, Ananias, Azarias, Misael den Herrn,! lobet und rühmet ihn hoch in Ewigkeit! denn er hat uns aus dem Totenreiche errettet und uns aus der Gewalt des Todes erlöst und uns mitten aus der lodernden Flamme und mitten aus dem Feuer entrafft. 89Danket dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Barmherzigkeit währt in Ewigkeit! 90Preiset alle, die ihr Gott fürchtet, den Herrn, den Gott der Götter! lobsinget und danket ihm, denn seine Barmherzigkeit währt in alle Ewigkeit! Bis hierher findet sich der Text nicht im Hebräischen, sondern ist aus der Ausgabe des Theodotion übersetzt. 91Da entsetzte sich der König Nabuchodonosor und stand eilends auf und sprach zu seinen Edlen: Haben wir nicht drei Männer gefesselt und in das Feuer geworfen? Sie antworteten dem Könige und sprachen: Gewiss o König! 92Er entgegnete und sprach: Sehet, ich erblicke vier Männer, die ohne Fesseln inmitten des Feuers umhergehen, ohne irgendwie verletzt zu sein, und das Aussehen des vierten gleicht einem Göttersohne. 93Da trat Nabuchodonosor an die Türe des brennenden Feuerofens und sprach: Sidrach, Misach und Abdenago, ihr Diener des höchsten Gottes, kommet heraus und tretet herzu! Alsdann kamen Sidrach, Misach und Abdenago mitten aus dem Feuerofen heraus. 94Und die Statthalter, Beamten, Richter und Gewalthaber des Königs versammelten sich und sahen, dass das Feuer keine Gewalt über ihre Leiber gehabt und dass ihr Haar nicht versengt und ihre weiten Kleider unversehrt waren und kein Brandgeruch sie durchdrungen hatte. 95Da hob Nabuchodonosor an und sprach: Gepriesen sei ihr Gott, der Gott Sidrachs, Misachs und Abdenagos, welcher seinen Engel gesandt und seine Diener, die auf ihn vertrauten, errettet hat! Sie übertraten den Befehl des Königs und gaben ihre Leiber preis, um nicht einem anderen Gott als dem ihrigen zu deinen und ihn anzubeten. 96So geht also von mir dieser Befehl aus, dass jeder, welchem Volke, Stamme und Zunge er auch angehöre, der gegen den Gott Sidrachs, Misachs und Abdenagos eine Lästerung ausstößt, umkommen und sein Haus in einen Schutthaufen verwandelt werden soll; denn es ist kein anderer Gott, der so zu befreien vermöchte. 97Hierauf erhob der König Sidrach, Misach und Abdenago wieder über die Provinz Babylon. 98Der König Nabuchodonosor an alle Völker, Stämme und Zungen, die auf der ganzen Erde wohnen. Friede werde euch reichlich! 99Der höchste Gott hat Wunder und Zeichen an mir getan. Darum gefiel es mir, 100seine Zeichen bekannt zu machen, wie groß sie sind, und seine Wunder, wie mächtig sie sind. Sein Reich ist ein ewiges Reich, und seine Herrschaft währt von Geschlecht zu Geschlecht.

Neues Testament

1. Johannesbrief 4

1Geliebte! glaubet nicht jedem Geiste, sondern prüfet die Geister, ob sie aus Gott sind; denn es sind viele Lügenpropheten in die Welt ausgegangen. 2Daran wird der Geist Gottes erkannt: Jeder Geist, welcher bekennt, dass Jesus Christus im Fleische gekommen ist, ist aus Gott; 3und jeder Geist, welcher Jesus aufhebt, ist nicht aus Gott, und dies ist der Antichrist, von dem ihr gehört habt, dass er kommt, und schon jetzt ist er in der Welt. 4Ihr seid aus Gott, Kindlein! und habt sie überwunden; denn der in euch ist, ist größer als der in der Welt ist. 5Sie sind aus der Welt, darum reden sie aus der Welt, und die Welt hört auf sie. 6Wir sind aus Gott. Wer Gott erkennt, hört auf uns; wer nicht aus Gott ist, hört nicht auf uns; daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrwahns. 7Geliebte! lasset uns einander lieben, denn die Liebe ist aus Gott; und jeder, der liebt, ist aus Gott geboren und erkennt Gott. 8Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist Liebe. 9Dadurch hat sich Gottes Liebe gegen uns offenbart, dass Gott seinen eingebornen Sohn in die Welt gesandt hat, dass wir durch ihn leben sollen. 10Darin besteht die Liebe; nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns zuerst geliebt und seinen Sohn gesandt hat als Sühne für unsere Sünden. 11Geliebte! wenn Gott uns also geliebt, so müssen auch wir einander lieben. 12Gott hat niemand jemals geschaut. Wenn wir einander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen. 13Daran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben, und er in uns, weil er uns von seinem Geiste gegeben hat. 14Und wir haben es geschaut und bezeugen, dass der Vater seinen Sohn als Heiland der Welt gesendet hat. 15Wer immer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott, und er in Gott. 16Und wir haben erkannt und geglaubt an die Liebe, welche Gott zu uns hat. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott in ihm. 17Dadurch ist die Liebe Gottes bei uns vollkommen, dass wir Zuversicht haben auf den Tag des Gerichtes, denn so wie er ist, sind auch wir in dieser Welt. 18Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus, denn die Furcht hat Pein; wer aber fürchtet, ist nicht vollendet in der Liebe. 19Lasset uns also Gott lieben, weil Gott uns zuerst geliebt hat. 20Wenn jemand sagt: “Ich liebe Gott,“ und hasset seinen Bruder, der ist ein Lügner. Und wer seinen Bruder, den er sieht, nicht liebt, wie vermag der Gott zu lieben, den er nicht sieht? 21Und dieses Gebot haben wir von Gott, dass, wer Gott liebt, auch seinen Bruder lieben soll.