Bibel in einem Jahr · Tag 321 von 365

Ez 29–31 · 2 Petr 2

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch Ezechiel 29

1Im zehnten Jahre, im zehnten Monat, am elften Tage des Monats, erging das Wort des Herrn an mich, also lautend: 2Menschensohn! richte dein Angesicht gegen Pharao, den König von Ägypten, und weissage über ihn und über ganz Ägypten. 3Rede und sprich: So spricht der Herr, Gott: Siehe, ich will an dich, Pharao, König von Ägypten! du großer Drache, der du inmitten deiner Ströme liegst und sprichst: Mein ist der Strom und ich habe mich selbst geschaffen! 4Ich will einen Zaum in deine Kinnbacken legen und die Fische deiner Ströme an deine Schuppen heften und dich herausziehen mitten aus deinen Strömen und alle deine Fische sollen an deinen Schuppen hängen. 5Und ich will dich in die Wüste werfen und alle Fische deines Stromes, auf das offene Feld sollst du hinfallen und sollst nicht aufgehoben und bestattet werden, den Tieren der Erde und den Vögeln des Himmels will ich dich zum Fraße überlassen. 6Dann sollen alle Bewohner Ägyptens erkennen, dass ich der Herr bin, weil du für das Haus Israel ein Rohrstab gewesen bist. 7Wenn sie dich mit der Hand erfassten, zerbrachst du und rissest ihre ganze Schulter auf; und wenn sie sich auf dich lehnten, brachst du in Stücke und machtest ihre Lenden erlahmen. 8Darum spricht der Herr, Gott, also: Siehe, ich will das Schwert über dich bringen und Menschen und Vieh in dir töten. 9Ägypten soll zur Wüstenei und zur Einöde werden und sie sollen erkennen, dass ich der Herr bin, dafür dass du gesprochen: Der Fluss ist mein und ich habe ihn geschaffen! 10Darum, siehe, ich will an dich und an deine Ströme und ich werde das Land Ägypten zur Einöde machen und mit dem Schwerte verwüsten vom Turme Syenes an bis an die Grenzen Äthiopiens. 11Keines Menschen Fuß soll es durchwandern und keines Tieres Fuß es betreten, unbewohnt soll es ein vierzig Jahre lang. 12Und ich werde das Land Ägypten zu einer Wüstenei machen inmitten wüster Länder und seine Städte öde machen inmitten zerstörter Städte und sie sollen vierzig Jahre lang wüste liegen und ich werde die Ägypter unter die Völker zerstreuen und sie unter die Länder worfeln. 13Denn so spricht der Herr, Gott: Nach Ablauf von vierzig Jahren will ich Ägypten aus den Völkern sammeln, unter welche ich sie zerstreut habe, 14und ich will die Gefangenen Ägyptens zurückführen und sie in das Land Phathures, in das Land, in dem sie geboren sind, heimkehren lassen und daselbst sollen sie ein geringes Reich sein. 15Es wird das geringste unter den übrigen Reichen sein und es wird sich fortan nicht mehr über die Völker erheben und ich werde sie wenig zahlreich machen, dass sie nicht mehr über die Völker herrschen. 16Auch sollen sie fortan nicht mehr dem Hause Israel Vertrauen einflößen, dass sie es sündigen lehren, so dass es mich verlässt und ihnen anhängt; und sie sollen erkennen, dass ich der Herr, Gott, bin. 17Und es geschah im siebenundzwanzigsten Jahre, im ersten Monat, am ersten des Monats, dass an mich das Wort des Herrn erging, also lautend: 18Menschensohn! Nabuchodonosor, der König von Babylon, hat sein Heer schwere Mühen wider Tyrus bestehen lassen, so dass jedes Haupt kahl und jeder Nacken haarlos geworden ist, und doch ist ihm für Tyrus kein Lohn zuteil geworden noch auch seinem Heere für die Mühe, die er für mich wider dasselbe auf sich genommen hat. 19Deshalb spricht der Herr, Gott, also: Siehe, ich will Nabuchodonosor, dem Könige von Babylon, das Land Ägypten geben und er soll dessen ganzes Volk nehmen, dessen Beute nehmen und dessen Raub rauben und das soll seines Heeres Lohn sein 20für die Dienstleistung, welche er wider Tyrus auf sich genommen; ich werde ihm das Land Ägypten geben dafür, dass er sich für mich abgemüht hat, spricht der Herr, Gott. 21An jenem Tage wir dem Hause Israel ein Horn sprossen und ich werde dich mitten unter ihnen frei reden lassen und sie sollen erkennen, dass ich der Herr bin!

Das Buch Ezechiel 30

1Und es erging an mich das Wort des Herrn, lautend: 2Menschensohn! weissage und sprich: So spricht der Herr, Gott: Klaget: Wehe, wehe, ob des Tages! 3denn der Tag ist nahe, es naht der Tag des Herrn, ein Tag des Gewölkes, die Zeit der Völker wird es sein! 4Denn das Schwert wird nach Ägypten eindringen und Äthiopien wird voll Schrecken sein, wenn sie in Ägypten verwundet fallen werden, wenn seine Volksmenge weggerafft wird und seine Grundfesten zerstört werden. 5Äthiopier, Libyer, Lydier und alle anderen Völker, Chub und die Söhne des verbündeten Landes werden mit ihnen durch das Schwert fallen. 6So spricht der Herr, Gott: Es sollen die Stützen Ägyptens fallen und vernichtet werden soll der Sturz seiner Herrschaft, vom Turme Syenes an sollen sie darin fallen durch das Schwert, spricht der Herr, der Gott der Heerscharen, 7und sie sollen öde werden inmitten verwüsteter Länder und seine Städte werden inmitten anderer verwüsteten Städte liegen. 8Und sie sollen erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich ein Feuer in Ägypten entzünde und alle seine Helfer zerschmettert werden. 9An jenem Tage werden Boten auf Schiffen vor mir hergehen, um Äthiopiens Zuversicht zu vernichten, und Schrecken wird über sie kommen am Tage Ägyptens, denn sicherlich wird dieser hereinbrechen. 10So spricht der Herr, Gott: Ich will der Volksmenge Ägyptens durch die Hand Nabuchodonosors, des Königs von Babylon, ein Ende machen; 11er wird mit seinem Volke, dem tapfersten unter den Völkern, herbeigeführt werden, das Land zu verderben, und sie werden ihre Schwerter über Ägypten zücken und das Land mit Erschlagenen füllen. 12Und dich werde die Betten der Ströme trocken legen und das Land in die Hand schlimmer Menschen überliefern; ich werde das Land und alles, was darin ist, durch die Hand von Fremdlingen verwüsten; ich, der Herr, habe es gesprochen. 13So spricht der Herr, Gott: Ich werde auch die Götzenbilder zerstören und den Abgöttern von Memphis ein Ende machen, im Lande Ägypten soll fortan kein Fürst mehr sein und ich will Schrecken senden über das Land Ägypten. 14Ich werde das Land Phatures verwüsten und Feuer über Taphnis senden und Gericht an Alexandria vollstrecken. 15Ich werde meinen Zorn über Pelusium, die Feste Ägyptens, ausgießen und die Volksmenge Alexandrias ausrotten 16und werde Feuer über Ägypten senden, wie eine Gebärende soll Pelusium Schmerzen haben und Alexandria verheert und Memphis in Bedrängnis sein Tag für Tag. 17Die junge Mannschaft von Heliopolis und Bubastos soll durch das Schwert fallen, sie selbst aber sollen gefangen weggeführt werden. 18Zu Taphnis wird sich der Tag verdunkeln, wenn ich daselbst die Zepter Ägyptens zerbreche, und der Stolz auf seine Stärke wird darin aufhören, Gewölk wird es bedecken und ihre Töchter werden in die Gefangenschaft geführt werden. 19So werde ich Gericht halten an Ägypten und sie sollen erkennen, dass ich der Herr bin. 20Und es geschah im elften Jahre, im elften Monat, am siebten des Monats, da erging das Wort des Herrn also: 21Menschensohn! ich habe den Arm Pharaos, des Königs von Ägypten, gebrochen; siehe, er ward nicht verbunden, dass er heil werden könnte, nicht mit Binden umwunden noch mit linnenem Verbande umwickelt, dass er wieder Kräfte bekommen und das Schwert fassen könnte. 22Darum spricht der Herr, Gott: Siehe, ich will an Pharao, den König von Ägypten, und will seinen starken, aber doch gebrochenen Arm zerschmettern und will ihm das Schwert aus der Hand schlagen 23und Ägypten unter die Völker zerstreuen und sie über die Länder hinworfeln. 24Aber die Arme des Königs von Babylon werde ich stärken und ihm mein Schwert in die Hand geben und werde die Arme Pharaos zerbrechen und es werden seufzen und wehklagen, die vor seinen Augen getötet werden. 25Ja, die Arme des Königs von Babylon will ich stärken, doch die Arme Pharaos sollen erlahmen und sie sollen erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich dem Könige von Babylon mein Schwert in die Hand gebe, dass es wider das Land Ägypten schwinge. 26Und ich werde Ägypten unter die Völker zerstreuen und sie unter die Länder worfeln und sie sollen erkennen, dass ich der Herr bin.

Das Buch Ezechiel 31

1Und es geschah im elften Jahre, im dritten Monat, am ersten des Monats, da erging an mich das Wort des Herrn also: 2Menschensohn! sprich zu Pharao, dem Könige von Ägypten, und zu seinem Volke: Wem bist du gleich geworden in deiner Größe? 3Siehe, Assur war wie eine Zeder auf dem Libanon, schön von Geäst und mit reichem Laube bedeckt, doch an Wuchs und unter dichten Zweigen erhob sich sein Wipfel. 4Wasser hatten ihn großgezogen, die Flut ihn emporgebracht, seine Ströme flossen rings um seine Wurzeln und er sandte seine Abflüsse zu allen Bäumen des Gefildes. 5Darum ward sein Wuchs höher als alle Bäume des Gefildes und seine Äste mehrten sich und seine Zweige wuchsen hoch ob des reichlichen Wassers. 6Da er nun seinen Schatten weithin warf, nisteten alle Vögel des Himmels auf seinen Ästen und unter seinem Gezweige gebaren alle Tiere des Waldes und unter seinem Schattendache fanden Scharen zahlreicher Völker Wohnung. 7Er war sehr schön in seiner Größe und in seiner Zweige weitem Umfange, denn seine Wurzeln hatten reichliches Wasser. 8Höhere Zedern denn er waren nicht im Paradiese Gottes, Tannen kamen ihm nicht gleich an Höhe und die Ahornbäume hatten kein Gezweig wie er, kein Baum des Paradieses Gottes war ihm zu vergleichen in seiner Schönheit. 9Denn ich hatte ihn schön gemacht in der Fülle seiner laubreichen Zweige und es beneideten ihn alle Bäume der Wonne, welche im Paradiese Gottes waren. 10Darum spricht der Herr, Gott: Dafür dass er zu solcher Höhe emporgewachsen ist und seine grünen und laubreichen Zweige erhob und sein Herz ob seiner Höhe hochmütig ward, 11darum will ich ihn in die Hand des Mächtigsten unter den Völkern hingeben, der nach Gutdünken mit ihm umgehen soll; seiner Bosheit gemäß werde ich ihn verstoßen. 12Fremde sollen ihn fällen, die Grausamsten unter den Völkern, und ihn auf die Berge hinstrecken; in alle Täler fallen seine Zweige hin und an allen Felsen des Landes zerschmettern seine Äste und aus seinem Schatten ziehen alle Völker der Erde weg und verlassen ihn. 13Auf seinen Stumpf lassen sich alle Vögel des Himmels nieder, auf seine Äste alle Tiere der Flur. 14Darum soll sich kein Baum am Wasser erheben ob seiner Höhe noch seinen Wipfel zwischen grünen und laubreichen Zweigen erheben noch vom Wasser getränkt auf seine Höhe pochen, denn alle sind sie dem Tode preisgegeben, in der Erde Tiefen, inmitten der Menschenkinder zu denen hin, die zur Erde hinabfahren. 15So spricht der Herr, Gott: Am Tage, da er zur Unterwelt hinabfuhr, führte ich Trauer herbei und ließ ihn in Abgründe versinken, hemmte seine Flüsse und seine vielen Wasser hielt ich zurück und es trauerte über ihn der Libanon und alle Bäume des Feldes erbebten. 16Von dem Getöse seines Sturzes machte ich die Völker erzittern, als ich ihn zur Unterwelt hinabstieß, zu denen, welche in die Grube fahren; und es trösteten sich in der Erde Tiefen alle auserlesenen Bäume der Wonne und die trefflichsten auf dem Libanon, alle, die von Wassern getränkt werden. 17Denn auch jene fuhren mit ihm zur Unterwelt hinab zu den durch das Schwert Erschlagenen; alle, die ihm halfen, saßen unter seinem Schatten in der Mitte der Völker. 18Wem bist du zu vergleichen, du herrlicher und hochgewachsener unter den Bäumen der Wonne? Siehe, hinabgestoßen bist du zu den Bäumen der Wonne in die Unterwelt, inmitten der Unbeschnittenen wirst du schlafen, bei denen, die durch das Schwert gefallen sind; also ergeht es Pharao und seinem ganzen Heere, spricht der Herr, Gott.

Neues Testament

2. Petrusbrief 2

1Es traten aber auch falsche Propheten unter dem Volke auf, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, welche Sonderrichtungen des Verderbens einführen werden, indem sie den Herrn, der sie erkauft hat, verleugnen, so schnelles Verderben über sich selbst herbeiführend. 2Und viele werden ihren Ausschweifungen folgen, und der Weg der Wahrheit wird durch sie gelästert werden; 3und sie werden in Habsucht mit erdichteten Worten von euch Gewinn zu ziehen suchen, aber längst schon säumt ihr Gericht nicht, und ihr Verderben schlummert nicht. 4Hat doch Gott die Engel, welche gesündigt hatten, nicht verschont, sondern mit Ketten der Hölle gefesselt, und sie in den Abgrund zur Peinigung verstoßen, damit sie zum Gerichte aufbewahrt werden, 5und der alten Welt nicht geschont, sondern nur Noe, den Prediger der Gerechtigkeit, als den achten geschützt, als er die Sündflut über die Welt der Gottlosen kommen ließ; 6auch die Städte Sodoma und Gomorrha in Asche verwandelt und mit Zerstörung bestraft, und sie als Vorbild für die, welche gottlos handeln werden, aufgestellt, 7während er den gerechten Lot errettete, der unter der Gewalttätigkeit der Frevler und ihrem ausschweifenden Wandel schwer litt; 8denn bei allem, was er sah und hörte, blieb er gerecht, obwohl er inmitten derer wohnte, welche von Tag zu Tag seine gerechte Seele durch böse Werke peinigten. 9Es weiß der Herr die Frommen aus der Versuchung zu erretten, die Ungerechten aber auf den Tag des Gerichtes zur Peinigung aufzubewahren, 10vorzüglich aber diejenigen, welche in unreiner Lust dem Fleische nachwandeln, die Herrschaft verachten, vermessen und selbstgefällig sich nicht scheuen, Trennungen einzuführen und zu lästern; 11während doch Engel, die an Stärke und Macht größer sind, kein Fluchurteil wider einander fällen. 12Diese aber werden, wie unvernünftige Tiere, welche von Natur bestimmt sind gefangen und getötet zu werden, da sie über das lästern, was sie nicht verstehen, in ihrer Verdorbenheit zu Grunde gehen, 13und so den Lohn ihrer Ungerechtigkeit empfangen, sie, die für Lust die Schwelgerei erachten, wie der Tag sie ihnen darbietet, die als Schmutz- und Schandflecken in Üppigkeit schwelgen, bei ihren Gastmählern unter euch prassend, 14die Augen voller Ehebruch und unaufhörlicher Sünde. Sie verlocken die schwankenden Seelen, ihr Herz ist erfüllt von Künsten der Habsucht, sie sind Kinder des Fluches. 15Sie haben den geraden Weg verlassen und sind abgeirrt, indem sie dem Wege Balaams, des Sohnes Bosors, folgten, welcher den Lohn der Ungerechtigkeit liebte, 16aber auch die Zurechtweisung für seine Torheit empfing; ein sprachloses Lasttier redete mit Menschenstimme, und wehrte der Torheit des Propheten. 17Diese sind wasserlose Quellen, Nebelwolken, von Sturmwinden gejagt; ihnen ist das Dunkel der Finsternis aufbehalten. 18Denn indem sie hochfahrende Reden voll Nichtigkeit führen, verlocken sie durch fleischliche Gelüste und Ausschweifungen die, welche kaum denen entrinnen, welche im Irrtume wandeln, 19indem sie ihnen Freiheit verheißen, sie, die selber Sklaven des Verderbens sind; denn von wem jemand überwältigt wird, dessen Sklave ist er auch. 20Denn wenn die, welche durch die Erkenntnis unsers Herrn und Heilandes Jesus Christus den Befleckungen der Welt entronnen sind, sich von denselben doch wieder verstricken und überwinden lassen, so ist bei ihnen das Letzte ärger geworden als das erste. 21Denn es wäre ihnen besser, den Weg der Gerechtigkeit nicht kennengelernt zu haben, als dass sie, nachdem sie ihn erkannt, sich wieder abwenden von dem heiligen Gebote, das ihnen überliefert ist. 22Es ist ihnen widerfahren, was das wahre Sprichwort sagt: “Der Hund wendet sich zurück zu dem, was er gespieen;“ und: „Das Schwein wälzt sich nach der Schwemme wieder im Kote.“